Wie ist es nach Erlass des BilMoG noch möglich eine Einheitsbilanz aufzustellen?
In der Folgenden Arbeit werden die Möglichkeiten und Grenzen der Einheitsbilanz genauer durchleuchtet.
Zuerst wird in Kapitel zwei der Begriff „Einheitsbilanz“ definiert und auf ihren Ursprung eingegangen. Anschließend werden die Handels- und Steuerbilanz näher erläutert. In Kapitel drei wird das Maßgeblichkeitsprinzip vorgestellt und die verschiedenen Formen dieses Grundsatzes werden aufgezeigt. Die Auswirkungen des BilMoG auf die Einheitsbilanz, sowie Möglichkeiten und Grenzen der Erstellung, werden verdeutlicht. Zudem wird die Durchbrechung der Maßgeblichkeit thematisiert und die steuerlichen Ansatz- und Bewertungsvorbehalte vorgestellt. Die Vor- und Nachteile der Einheitsbilanz werden ausgearbeitet.
Im vierten und somit letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und es wird auf die Forschungsfrage eingegangen.
Die Inhalte dieser Studienarbeit basieren auf einer Literaturrecherche. Literaturverweise wurden mittels Fußnoten kenntlich gemacht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Definition Einheitsbilanz
2.2 Die Handelsbilanz
2.3 Die Steuerbilanz
3. Das Maßgeblichkeitsprinzip
3.1 Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz
3.2 Auswirkungen des BilMoG auf die Einheitsbilanz
3.3 Durchbrechung der Maßgeblichkeit
3.4 Vor- und Nachteile der Einheitsbilanz
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Einheitsbilanz im deutschen Steuer- und Handelsrecht unter Berücksichtigung der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) veränderten Rahmenbedingungen.
- Grundlagen der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Gewinnermittlung
- Die historische und aktuelle Rolle des Maßgeblichkeitsprinzips
- Analyse der Auswirkungen des BilMoG auf die Zulässigkeit der Einheitsbilanz
- Kriterien für die Übereinstimmung von Handels- und Steuerbilanz
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile einer Einheitsbilanz
Auszug aus dem Buch
3.3 Durchbrechung des Maßgeblichkeitsprinzips
Die Durchbrechung des Maßgeblichkeitsprinzips tritt in Kraft, wenn die steuerrechtlichen Grundsätze nicht mit den handelsrechtlichen Vorschriften zusammengeführt werden können. Sie leitet sich aus §5 Abs. 6 EStG ab. Folgend grenzt sich die Handelsbilanz zwingend von der Steuerbilanz ab.23
Ein Grund für die Durchbrechung des Maßgeblichkeitsprinzips sind steuerliche Aktivierungs und Passivierungsverbote.24
Aktivierungs- und Passivierungsgebote und -verbote nach Handelsrecht führen ebenfalls in der Steuerbilanz zu Aktivierungs- und Passivierungsgeboten und -verboten.
Aktivierungswahlrechte nach Handelsrecht führen auch in der Steuerbilanz zu einem Aktivierungsgebot. Hingegen resultieren Passivierungswahlrechte des Handelsrechts zu einem Passivierungsverbot in der Steuerbilanz.25
Das Steuerrecht enthält eigene spezielle Bilanzierungsregelungen, die vom Handelsrecht abweichen und die Maßgeblichkeit durchbrechen. Folgend werden die Ansatz- und Bewertungsvorbehalte anhand von Beispielen aufgeführt:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Einheitsbilanz ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit dieses Instruments nach Inkrafttreten des BilMoG.
2. Grundlagen: Hier werden der Begriff der Einheitsbilanz sowie die wesentlichen Merkmale und Aufgaben der Handels- und Steuerbilanz erläutert.
3. Das Maßgeblichkeitsprinzip: Dieses Kapitel analysiert das zentrale Prinzip der Maßgeblichkeit, seine verschiedenen Formen sowie die gravierenden Änderungen durch das BilMoG und die daraus resultierenden Grenzen für die Bilanzaufstellung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Einheitsbilanz heute primär für kleine Unternehmen unter engen Voraussetzungen realisierbar bleibt.
Schlüsselwörter
Einheitsbilanz, BilMoG, Maßgeblichkeitsprinzip, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Gewinnermittlung, EStG, HGB, Bewertungsvorbehalte, Bilanzrecht, Steuerrecht, Jahresabschluss, Wahlrechte, Aktivierungspflicht, Passivierungspflicht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit es nach der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes noch möglich ist, eine sogenannte Einheitsbilanz zu erstellen, die sowohl handels- als auch steuerrechtlichen Anforderungen genügt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Maßgeblichkeitsprinzip, die Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie die spezifischen steuerlichen Ansatz- und Bewertungsvorbehalte, die eine einheitliche Bilanzierung erschweren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, unter welchen Bedingungen und mit welchen Grenzen die Aufstellung einer Einheitsbilanz in der heutigen Zeit noch realisierbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung einschlägiger Gesetzestexte sowie Fachliteratur zum Bilanz- und Steuerrecht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Bilanzwesens, die detaillierte Analyse des Maßgeblichkeitsprinzips, die Auswirkungen des BilMoG und eine kritische Abwägung der Vor- und Nachteile der Einheitsbilanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Einheitsbilanz, Maßgeblichkeit, BilMoG, HGB, EStG, Gewinnermittlung und steuerliche Bewertungsvorbehalte.
Inwiefern hat das BilMoG die Einheitsbilanz verändert?
Das BilMoG hat die enge Verknüpfung von Handels- und Steuerbilanz durch die Streichung der formellen und umgekehrten Maßgeblichkeit im Handelsrecht sowie die Einführung weiterer steuerlicher Wahlrechtsvorbehalte stark eingeschränkt.
Welche Rolle spielen Bewertungsvorbehalte bei der Durchbrechung der Maßgeblichkeit?
Bewertungsvorbehalte zwingen dazu, bestimmte Positionen in der Steuerbilanz abweichend von der Handelsbilanz zu bewerten, was die Übereinstimmung der Bilanzen und damit die Erstellung einer Einheitsbilanz verhindert.
Warum bevorzugen kleine und mittelständische Unternehmen die Einheitsbilanz?
Sie bevorzugen dieses Instrument primär wegen des geringeren Arbeitsaufwands, da nur ein einziges Rechenwerk für handels- und steuerrechtliche Zwecke erstellt werden muss.
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- Anonym (Author), 2019, Möglichkeiten und Grenzen einer Einheitsbilanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170626