Bei diesem Unterrichtsentwurf handelt es sich um eine integrative, fächerübergreifende Unterrichtseinheit zur Förderung der kreativen Schreibkompetenz von lyrischen Texten, über dessen Wirkung beim Vortragen beraten wird.
Die SuS sollen ihre Kompetenzen im Bereich "Schreiben" mit dem Schwerpunkt "Texte situations- und adressatengerecht verfassen" erweitern, indem sie sich bei einem Frühlingsausflug und bei der Frühlingsgeschichte "Maikäfer Mo" zunächst intensiv mit dem Schreibthema "Frühling" auseinandersetzen, um Schreibideen und zu entwickeln. Durch die integrative Unterrichtseinheit, in der das Lesen, Vortragen, szenische Spielen und Schreiben von Gedichten berücksichtigt wird, lernen die Kinder handlungsorientiert die Gedichtformen Elfchen, Stufengedicht sowie Reimschemata für ein freies Gedicht kennen. Der rituelle Austausch über die Wirkung von Gedichten beim Zuhörer ist zentraler Gegenstand der Unterrichtseinheit und un-terstützt die SuS, ihre lyrischen Texte funktions- und adressatengerecht zu verfassen sowie eine metaphorische Kompetenz zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
Thema der Unterrichtseinheit
Ziele der Unterrichtseinheit
Aufbau der Unterrichtseinheit
Thema der Unterrichtsstunde
Ziel der Unterrichtsstunde
Didaktischer Schwerpunkt
Anforderungsbereiche für die zentrale Lernaufgabe
Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Unterrichtseinheit ist die Förderung der kreativen Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern im Bereich der Lyrik. Durch einen ganzheitlich-sinnlichen Ansatz sollen die Kinder befähigt werden, metaphorische Kompetenzen zu entwickeln, indem sie eigene Frühlingsgedichte verfassen und deren Wirkung durch adressatengerechtes Vortragen reflektieren.
- Förderung der metaphorischen Kompetenz durch den spielerischen Umgang mit Lyrik.
- Integration handlungsorientierter Lernwege wie Fantasiereisen, Frühlingsausflüge und szenisches Spiel.
- Vertrautmachen mit verschiedenen Gedichtformen (Elfchen, Stufengedicht, freies Gedicht).
- Reflexion über die Wirkung von Sprache und Rhythmus beim Vortragen vor einem Publikum.
- Emotionale Auseinandersetzung mit dem Thema "Frühling" als Schreibanlass.
Auszug aus dem Buch
Didaktischer Schwerpunkt
„Gedichte sind nicht rezeptpflichtig. Nein, sie sind vogelfrei.“ (Gelberg 1986: 3)
Gedichte haben im schulischen Kontext eine jahrelange, meist negativ behaftete Tradition. Ihre Funktion und ihre Form wurde „behandelt“ als sei der Lehrer der „Arzt“, der das richtige Rezept aufschreiben will (Vgl. Kliewer 2002: 13). Heutzutage wissen wir, dass der ganzheitlich-sinnliche, handlungs- und gefühlsorientierte Umgang mit Gedichten für Kinder bedeutsam ist (Vgl. Schulz 2013: 14). Nur ein derartiger Umgang mit Gedichten ermöglicht den Kindern, eine metaphorische Kompetenz zu entwickeln: Sie lernen in ein und demselben Gedicht individuelle Bilder zu sehen, die sie aus ihren persönlichen Erfahrungen schöpfen (Schulz 2013: 18). So werden Gedichte von Rezepten zu gemalten Fensterscheiben (Goethe).
Eine Unterrichtseinheit zu Gedichten, die auf den Erwerb der metaphorischen Kompetenz abzielt, kann im Schulalltag nur dann gelingen, wenn sich die SuS emotional auf Lyrik einlassen können. Die Känguruklasse 3 ist eine sehr kreative Klasse, die es gewohnt ist, fantasievolle Texte zu gestalten und über sie zu reflektieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Thema der Unterrichtseinheit: Die Einheit zielt auf eine integrative, fächerübergreifende Förderung der Schreibkompetenz von lyrischen Texten ab, wobei die Wirkung des Vortrags zentral ist.
Ziele der Unterrichtseinheit: Die Schülerinnen und Schüler sollen situations- und adressatengerecht schreiben lernen und dabei metaphorische Kompetenzen durch verschiedene Gedichtformen entwickeln.
Aufbau der Unterrichtseinheit: In elf Sequenzen werden von der Vorwissensaktivierung durch Fantasiereisen bis hin zur Gestaltung eines Gedichtbuchs vielfältige methodische Schritte durchlaufen.
Thema der Unterrichtsstunde: Im Zentrum steht das Schreiben eines eigenen Frühlingsgedichts, das bei der Figur „Maikäfer Mo“ und den Mitschülern individuelle, bildhafte Assoziationen wecken soll.
Ziel der Unterrichtsstunde: Die Kinder entwickeln vor dem Schreiben kreative Frühlingsbilder, setzen diese in Gedichte um und tauschen sich anschließend über die individuelle Wirkung ihres Vortrags aus.
Didaktischer Schwerpunkt: Es wird für einen handlungs- und gefühlsorientierten Zugang zu Gedichten plädiert, der weg von starren Rezepten hin zu einer freien, metaphorischen Ausdrucksweise führt.
Anforderungsbereiche für die zentrale Lernaufgabe: Die Lernaufgabe ist in drei Stufen gegliedert: Reproduzieren, Reorganisation und Transfer, um die individuelle Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler abzubilden.
Verlaufsplan: Der Plan strukturiert die Unterrichtsstunde in Einstieg, Erarbeitung, Arbeitsphase sowie Präsentation und Reflexion unter Angabe der Sozialformen und Materialien.
Schlüsselwörter
Lyrik, Grundschule, Schreibkompetenz, Frühlingsgedichte, Metaphorik, Kreativität, Maikäfer Mo, handlungsorientierter Unterricht, Elfchen, Stufengedicht, Vortrag, Assoziationen, Gedichtform, Unterrichtsplanung, Deutschunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Planung beschreibt eine Unterrichtseinheit im Fach Deutsch für eine dritte Klasse, in der Kinder lernen, kreativ eigene Frühlingsgedichte zu schreiben und diese wirkungsvoll vorzutragen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen den kreativen Schreibprozess, die Arbeit mit verschiedenen Gedichtformen wie Elfchen oder Stufengedichten sowie die Förderung der metaphorischen Kompetenz durch ganzheitlich-sinnliche Erfahrungen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist, dass die Kinder individuelle Frühlingsassoziationen entwickeln, diese in einem Gedicht verschriftlichen und anschließend über die bildhafte Wirkung ihres Vortrags reflektieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es kommen handlungsorientierte Ansätze zum Einsatz, darunter die Think-Pair-Share-Methode, das Baumstammritual sowie offene Schreibphasen mit differenzierten Unterstützungsangeboten für die Schülerinnen und Schüler.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der didaktischen Begründung des poetischen Arbeitens, der detaillierten Abfolge der Sequenzen der Unterrichtseinheit sowie der methodischen Gestaltung der zentralen Schreibaufgabe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Lyrik, metaphorische Kompetenz, Schreibkompetenz, kreatives Schreiben und dem ganzheitlichen Zugang zum Deutschunterricht.
Welche Rolle spielt „Maikäfer Mo“ in dieser Einheit?
Maikäfer Mo dient als Identifikationsfigur und Schreibanlass; die Kinder versuchen, ihn durch ihre Gedichte von der Schönheit des Frühlings zu überzeugen.
Warum wird im Unterricht das „Baumstammritual“ eingesetzt?
Das Ritual dient dazu, die Kinder durch das Vorlesen von Zeilen und das Schließen der Augen dazu anzuregen, gezielt eigene Bilder im Kopf zu entwickeln und ihre metaphorische Kompetenz rituell zu fördern.
Wie werden leistungsschwächere Schüler in der Arbeitsphase unterstützt?
Leistungsschwächere Schüler erhalten durch klare, bekannte Strukturen (z.B. das Elfchen), einen Beratertisch und die Unterstützung einer Sonderpädagogin gezielte Hilfe bei ihrem Schreibprozess.
Warum wird der Fokus auf den „Klang“ von Gedichten gelegt?
Durch die musikalische Gestaltung und das Verklanglichen soll das Bewusstsein für Rhythmus und Reim geschärft werden, was wiederum das Verständnis für die poetische Wirkung der Sprache fördert.
- Arbeit zitieren
- Fabiane Rieke (Autor:in), 2016, Schreiben eines eigenen Frühlingsgedichtes in der Grundschule (3. Klasse Deutsch), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170660