Bewertungsgutachten der BASF SE nach Discounted Cash Flow-Verfahren


Hausarbeit, 2021

34 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Formelverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Aufgabenstellung

2. Bewertungsobjekt
2.1 Rechtliche Verhältnisse
2.2 Wirtschaftliche Verhältnisse
2.2.1 Gegenstand der Geschäftstätigkeit
2.2.2 Überblick über die Geschäftssegmente
2.2.3 Ertrags- und Vermögenslage
2.2.4 Markt und Wettbewerb

3. Bewertungsmethodik
3.1 Discounted Cash Flow
3.2 Grundsätze zur Notwendigkeit der Prognosen

4. Bewertung der BASF SE
4.1 Schritt 1: Prognose der Free Cash Flows
4.1.1 Prognose der Erfolgsrechnung
4.1.2 Prognose der Free Cash Flows basierend auf der Erfolgsrechnung
4.2 Schritt 2: Bestimmung der Kapitalkosten
4.2.1 Bestimmung der Eigenkapitalkosten
4.2.2 Bestimmung der Fremdkapitalkosten
4.2.3 Bestimmung der Gesamtkapitalkosten (WACC)
4.3 Schritt 3: Diskontierung der Free Cash Flows
4.4 Schritt 4: Bestimmung des Restwerts
4.5 Schritt 5: Berechnung des Unternehmenswerts

5. Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Umsatz und EBIT der BASF SE nach Geschäftssegment

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ertragslage der BASF SE von 2012 bis 2019

Tabelle 2: Vermögenslage der BASF SE von 2012 bis 2019

Tabelle 3: Prognose der Umsatzerlöse der BASF SE für die Jahre 2021 bis 2023

Tabelle 4: Prognose des EBIT der BASF SE für die Jahre 2021 bis 2023

Tabelle 5: Berechnung des Free Cash Flow nach der Entity Methode

Tabelle 6: Auswirkung von Sondereinflüssen auf die Prognosen

Tabelle 7: Prognose der Free Cash Flows für die Jahre 2021 bis 2023

Tabelle 8: Diskontierung der Free Cash Flows für die Jahre 2021 bis 2023

Tabelle 9: Berechnung des Fortführungswerts

Tabelle 10: Berechnung des Unternehmenswerts der BASF SE

Formelverzeichnis

Formel 1: Bestimmung der Eigenkapitalkosten rEK

Formel 2: Bestimmung der Gesamtkapitalkosten rWACC

Formel 3: Bestimmung des Restwertes (ewige Rente) RWn

Abkürzungsverzeichnis

Abs. Absatz

Bzw. Beziehungsweise

CAPM Capital Asset Pricing Model

DCF Discounted Cash Flow

EBIT Earnings before interest and taxes

EBITDA Earnings before interest, taxes depreciation and amortization

Et al. Et alii, et aliae, et alia

EUR Euro

GewSt. Gewerbesteuer

GewStG Gewerbesteuergesetz

Hrsg. Herausgeber

i.d.F. In der Fassung

IDW Institut der Wirtschaftsprüfer

KSt. Körperschaftsteuer

KStG Körperschaftsteuergesetz

Mio. Million

NOPAT Net operating profit after tax

O.J. Ohne Jahresangabe

O.S. Ohne Seitenangabe

Rn. Randnummer

ROIC Return on invested capital

S. Seite

SE Societas Europaea

Soli Solidatitätszuschlag

WACC Weighted average cost of capital

Vgl. Vergleiche

1. Aufgabenstellung

Aufgabenstellung dieser Projektarbeit ist es, im Rahmen des Moduls „Unternehmensberatung“ des Studiengangs Unternehmensrecht und M&A der FOM Hochschule für Oekonomie und Management Hochschulzentrum Frankfurt am Main ein Bewertungsgutachten im Rahmen des vorgegebenen Umfangs von 4000 Wörtern (+/- 15%) zu erstellen.

Dem Bewertungsgutachten liegt die Stellungnahme des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf, IDW-Standard: Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen vom 2. April 2008 (IDW S 1 in der Fassung 2008) zugrunde. Zur Erstellung des Bewertungsgutachtens werden ausschließlich öffentlich publizierte und zugängliche Informationen sowie Kapitalmarktdaten und Fachliteratur verwendet. Im Rahmen des Bewertungsgutachtens findet keine Prüfung, Validierung oder Plausibilisierung der Buchführung oder der offiziell publizierten und veröffentlichten Kennzahlen und Jahres- bzw. Konzernabschlüsse statt.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind im vorliegenden Bewertungsgutachten nachfolgend alle berechneten Werte auf zwei Nachkommastellen gerundet.

2. Bewertungsobjekt

2.1 Rechtliche Verhältnisse

Das Bewertungsobjekt dieses Bewertungsgutachtens ist die BASF SE. Das als BASF SE firmierte Unternehmen ist eine Europäische Gesellschaft mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein, Deutschland.1

Das Geschäftsjahr der BASF SE entspricht dem Kalenderjahr. Das Grundkapital der BASF SE beträgt 1.175.652.728,32 Euro und verteilt sich auf 918.478.694 Aktien. Die Satzung ist gültig in der von der Hauptversammlung am 18. Juni 2020 beschlossenen Fassung.2

2.2 Wirtschaftliche Verhältnisse

2.2.1 Gegenstand der Geschäftstätigkeit

Gemäß der Satzung der BASF SE in der Fassung vom 18. Juni 2020 ist Gegenstand des Unternehmens die Betätigung auf den Gebieten:

- „der Chemie und verwandter Bereiche,
- der Landwirtschaft und Ernährung,
- der Gewinnung und der Erzeugung von und des Handels mit Erdöl, Erdgas, Mineralölprodukten und Energien,
- der Entwicklung und der Herstellung von und des Handels mit Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der Umwelttechnologie sowie die Vornahme aller sonstigen Geschäfte, die mit der Betätigung auf den genannten Gebieten zusammenhängen oder geeignet sind, diese zu fördern.“3

2.2.2 Überblick über die Geschäftssegmente

Seit dem 01. Januar 2019 gliedert sich das Geschäft der BASF SE in die sechs Segmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions. Als Sonstige werden ferner Erträge und Vermögen aus dem Bereich Construction Chemicals geführt, welches seit der Unterzeichnung eines Veräußerungsvertrags als aufgegebenes Geschäftssegment gilt. Innerhalb dieser sechs Segmente verteilen sich Umsatz und EBIT wie folgt:

Abbildung 1 : Umsatz und EBIT der BASF SE nach Geschäftssegment

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: BASF SE, Segmente, 2020, o.S.

2.2.3 Ertrags- und Vermögenslage

Betrachtet man für die Ertragslage den Umsatz, EBIT sowie EBITDA, so hatte die BASF SE im Jahr 2014 die Höchstwerte der letzten 8 Jahre verzeichnen können. Seitdem konnten die Werte dieses Allzeithoch nicht mehr erreichen.4 Siehe für die Ertragslage die folgende Tabelle:

Tabelle 1 : Ertragslage der BASF SE von 2012 bis 2019

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: BASF SE, Zehnjahresübersicht, 2020, o.S.

Das Jahr 2019 zeichnet sich insbesondere durch die niedrigsten Werte bei EBIT und EBITDA aus. Gleichzeitig konnte dennoch das höchste Ergebnis nach Steuern von 8.491 Mio. EUR erzielt werden. Im Wesentlichen scheint dieses Ergebnis durch Sondereinflüsse aus Finanzgeschäften geprägt zu sein.5

Hinsichtlich der Vermögenslage ist auf Seiten der Aktiva besonders anzumerken, dass die langfristigen Vermögenswerte von 2016 bis 2018 konstant sinken, während die kurzfristigen Vermögenswerte im selben Zeitraum stark ansteigen. Insgesamt steigt die Summe der Aktiva seit 2015 konstant und erreicht im Jahr 2019 den Höchstwert von 86.950 Mio. EUR. Bei den Passiva zeichnet sich seit 2012 ein konstanter Anstieg des Eigenkapitals ab. Dieser ist insbesondere auf Gewinnrücklagen aus Bilanzgewinn zurückzuführen. Das kurzfristige Fremdkapital wurde besonders von 2017 auf 2018 erhöht.6 Siehe zur Vermögenslage die folgende Tabelle:

Tabelle 2 : Vermögenslage der BASF SE von 2012 bis 2019

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: BASF SE, Zehnjahresübersicht, 2020, o.S.

2.2.4 Markt und Wettbewerb

Die BASF SE streut ihre geschäftliche Tätigkeit über die Regionen Europa, insbesondere Deutschland, Nordamerika, Asien und Pazifik sowie Südamerika, Afrika und Mittlerer Osten. Verhältnismäßig stellt Europa inklusive Deutschland 2019 mit 40,17% des weltweiten Umsatzes den größten Absatzmarkt der Geschäfte der BASF SE dar. Ferner haben auch Nordamerika mit 26,89% und Asien und Pazifik mit 23,94% relevante Anteile des gesamten Umsatzes.7 Aus diesen Gründen wird zur Analyse des gesamten Marktumfeldes der BASF SE die Entwicklung der Weltwirtschaft genutzt. Das Bruttoinlandsprodukt ist weltweit zwischen 2012 und 2018 regelmäßig zwischen 3,3% und 3,8% zum Vorjahreswert angestiegen. Für das Jahr 2019 belief sich der prozentuale Anstieg auf 2,8%. Für das Jahr 2020 gehen aktuellste Prognosen zum Bewertungsstichtag, dem 31.12.2020, davon aus, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt um 4,4% im Vergleich zum Wert des Vorjahres sinken wird.8 Der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes für 2020 ist insbesondere bedingt durch die Auswirkungen der globalen COVID-19 Pandemie.9 Besonders betroffen hiervon sind die Industrienationen mit einem Rückgang von 5,8%.10 Für das Jahr 2021 ist nach aktuellen Prognosen mit einer Erholung der Weltwirtschaft und damit einhergehender Steigung des weltweiten Bruttoinlandsproduktes von 5,2% im Vergleich zu 2020 zu rechnen. Bei den Industrienationen wird ein Wachstum von 3,9% erwartet. Somit werden die Industrienationen voraussichtlich auch 2021 die Wirtschaftsleistungen des Jahres 2019 vor der COVID-19 Pandemie nicht wiederhergestellt haben.11

3. Bewertungsmethodik

3.1 Discounted Cash Flow

Grundsätzlich beschreibt der Bewertungsstandard IDW S 1 i.d.F. 2008 (Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen) den Inhalt des Unternehmenswertes wie folgt: „Der Wert eines Unternehmens bestimmt sich unter der Voraussetzung ausschließlich finanzieller Ziele durch den Barwert der mit dem Eigentum an dem Unternehmen verbundenen Nettozuflüsse an die Unternehmenseigner (Nettoeinnahmen als Saldo von Ausschüttungen bzw. Entnahmen, Kapitalrückzahlungen und Einlagen). Zur Ermittlung dieses Barwerts wird ein Kapitalisierungszinssatz verwendet, der die Rendite aus einer zur Investition in das zu bewertende Unternehmen adäquaten Alternativanlage repräsentiert. Demnach wird der Wert des Unternehmens allein aus seiner Ertragskraft, d.h. seiner Eigenschaft, finanzielle Überschüsse für die Unternehmenseigner zu erwirtschaften, abgeleitet.“12 Neben dem beschriebenen sogenannten Ertragswertverfahren erlaubt der Bewertungsstandard jedoch auch die Anwendung des Discounted Cash Flow-Verfahrens.13

Das Discounted Cash Flow-Verfahren dient der Ermittlung des Wertes des Eigenkapitals eines Unternehmens. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen Equity- und Entity-Ansätzen zur Bewertung. Während Equity-Ansätze direkt den Wert des Eigenkapitals eines (teilweise oder ganz) fremdfinanzierten Unternehmens ermitteln, erfassen Entity-Ansätze zunächst den Wert des Gesamtkapitals und subtrahieren von diesem den Wert des Fremdkapitals unter Anwendung verschiedener Finanzierungsprämissen.14 Im Rahmen des Discounted Cash Flow werden zur Ermittlung des Unternehmenswertes die prognostizierten Free Cash Flows zukünftiger Perioden genutzt.15 Nach dem Ansatz der gewogenen Kapitalkosten (WACC-Ansatz) im Rahmen des Entity-Ansatzes werden die prognostizierten Free Cash Flows zukünftiger Perioden mit den gewogenen Kapitalkosten diskontiert. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen der ersten Phase, welche detaillierten Prognosen unterliegt, sowie der zweiten Phase, welche anhand eines Residualwertes berechnet wird.16

3.2 Grundsätze zur Notwendigkeit der Prognosen

Daraus ergibt sich für das Bewertungsgutachten die Notwendigkeit valider Prognosen zukünftiger finanzieller Überschüsse, welche im Rahmen einer umfangreichen Informationsbeschaffung sowie vergangenheits- stichtags- und zukunftsorientierter Analysen des Unternehmens hinsichtlich der Angemessenheit und Widerspruchsfreiheit der Prognosen plausibilisiert werden.17 Die Qualität des Bewertungsgutachtens korreliert somit wesentlich mit Qualität und Umfang der verfügbaren Informationen.18 Die Prognose zukünftiger finanzieller Überschüsse erfordert zukunftsbezogene Informationen über das Unternehmen sowie den Markt. Vergangenheits- und stichtagsbezogene Informationen können lediglich als Grundlage für die Abschätzung zukünftiger Entwicklungen sowie für die Plausibilisierung sonstiger Annahmen und Ergebnisse dienen.19

4. Bewertung der BASF SE

4.1 Schritt 1: Prognose der Free Cash Flows

Zuerst werden im Rahmen der Bewertung der BASF SE nach dem Discounted Cash Flow-Verfahren (Entity Verfahren, WACC-Ansatz) die zukünftig prognostizierten Cash Flows ermittelt. Als relevante Ausgangsgröße für die Unternehmensbewertung wird auf die Free Cash Flows abgestellt. Dies sind die Zahlungen, die an Eigen- und Fremdkapitalgeber ausgeschüttet werden können. Die Free Cash Flows werden ermittelt, indem von den Einzahlungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit die reinvestierten Finanzmittel abgezogen werden.20 Die Vergangenheitsanalyse bildet im Rahmen dieses Bewertungsgutachtens die Grundlage für die Prognose der zukünftigen Free Cash Flows.21 Die vorliegenden historischen Informationsquellen wie Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen und Kapitalflussrechnungen werden analysiert, sowie um Sondereinflüsse bereinigt, um die wirksamen Erfolgsursachen darzustellen.22 Weiter müssen diese historischen Kennzahlen in den Kontext der Markt- und Umweltentwicklungen gesetzt werden sowie politische, technische und gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, sowie Entwicklungen der Marktstellung des Unternehmens, für die zukünftigen Prognosen berücksichtigt werden.23

4.1.1 Prognose der Erfolgsrechnung

Der Umsatz bzw. das Umsatzwachstum ist einer der wesentlichen Treiber für den EBIT und damit ebenfalls der zukünftigen Free Cash Flows.24 Nach einem Anstieg von 12% von 2016 (57.550 Mio. EUR) zu 2017 (64.475 Mio. EUR) verzeichnet die BASF SE in den Jahren 2018 (60.220 Mio. EUR) sowie 2019 (59.316 Mio. EUR) ein rückläufiges Umsatzwachstum von 6,6% bzw. 1,5%.25 Prognostiziert man aus Basis der Quartalsmitteilung des 3. Quartals 2020 der BASF SE für das 4. Quartal eine stetige wirtschaftliche Entwicklung analog der ersten 3. Quartale26, ist für 2020 mit einem Gesamtumsatz von 57.659 Mio EUR27 und damit von einem Rückgang von 3% im Vergleich zu 2019 zu rechnen. Die Prognose der Umsatzentwicklung für die Jahre 2021, 2022, 2023 unterliegt zum Bewertungsstichtag vom 31.12.2020 einigen Unklarheiten hinsichtlich der Entwicklung der globalen COVID-19 Pandemie und deren Auswirkung auf die Nachfrageentwicklung, insbesondere hinsichtlich zyklischer Güter28. Als Grundlage der Prognosen von 2021 und 2022 wird die Schätzung unabhängiger Finanzanalysten von Vara Research verwendet.29 Für das Jahr 2023 wird die Prognose der Umsatzentwicklung anhand der Prognosen zum Wirtschaftswachstum der EU, dem im Jahr 2019 mit 40,17% des globalen Umsatzes der BASF SE wichtigsten Absatzmarkt, von 3% bestimmt30:

Tabelle 3 : Prognose der Umsatzerlöse der BASF SE für die Jahre 2021 bis 2023

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ergänzend zur Prognose der Umsatzerlöse muss auch der EBIT im Rahmen der Erfolgsrechnung prognostiziert werden. Diese Prognose legt für die Jahre 2020 im Rahmen der linearen Fortschreibung des Ergebnisses der ersten 3 Quartale auf das Gesamtjahr31, sowie 2021 und 2022 die Prognosen der Finanzanalysten von Vara Research32, dieselben Annahmen zugrunde wie bereits für die Umsatzerlöse. Der Prognose des EBIT im Jahr 2023 liegt ferner die Annahme zugrunde, dass dieser auf demselben Verhältnis von Wachstum des EBIT zu Wachstum des Umsatzes wie im Jahr 2022 basiert, somit dieses Verhältnis entsprechend mit dem Umsatzwachstum von 3% multipliziert wird. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass Produktionskosten aufgrund der bereits hohen Stückzahlen ähnlich bleiben werden, keine besonderen Aufwände für Material, Personal oder Betrieb absehbar sind, sowie keine besonderen Abschreibungen (etwa außerplanmäßige Abschreibungen oder Wertberichtigungen, Impairment Tests) bevorstehen33:

Tabelle 4 : Prognose des EBIT der BASF SE für die Jahre 2021 bis 2023

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.1.2 Prognose der Free Cash Flows basierend auf der Erfolgsrechnung

Im nächsten Schritt werden die Free Cash Flows der BASF SE basierend auf den bereits ermittelten Werten der Erfolgsrechnung abgeleitet. Hierzu wird für die Prognose der Free Cash Flows des Jahres 2020, wie bereits für die Erfolgsrechnung angewendet, die linearen Fortschreibung des Ergebnisses der ersten 3 Quartale auf das Gesamtjahr hochgerechnet.34 Der Ableitung des Free Cash Flow anhand des EBIT im Rahmen der Entity-Methode liegt die folgende Berechnung zugrunde:

Tabelle 5 : Berechnung des Free Cash Flow nach der Entity Methode

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Dahmen, A., Berechnung Free Cash Flow, 2012, S. 162

Für die Jahre 2021 bis 2023 liegt der Prognose die Annahme zugrunde, dass die wesentlichen Treiber zur Ableitung des Free Cash Flows vom EBIT (die Steuerbelastung auf Unternehmensebene, Abschreibungen, Investitionen und Fremdkapitalveränderungen) in etwa konsistent bleiben und damit dem durchschnittlichen historischen Verhältnis von EBIT und Free Cash Flow der Jahre 2016 bis 2020 folgen. Dieser berechnet sich aus dem historischen Wachstumsfaktor des EBIT von 2016 bis 2020 von -41%, geteilt durch den historischen Wachstumsfaktor des Free Cash Flow von 2016 bis 2020 von -11%. Daraus ergibt sich das Verhältnis EBIT zu Free Cash Flow von 3,67. Pro 1% Zunahme des EBIT ergibt sich demnach eine Zunahme des Free Cash Flows von 1% geteilt durch 3,67% = 0,2723%. Um diesen Wert zu plausibilisieren werden nachfolgend eventuelle Differenzen des EBIT vor sowie nach Sondereinflüssen geprüft, um zu ermitteln, ob die berechneten Faktoren durch einmalige Sondereinflüsse wesentlich verzerrt werden. Berechnet man basierend auf Tabelle 2 jeweils die EBIT-Marge vor Sondereinflüssen sowie nach Sondereinflüssen, ergeben sich die folgenden Werte:

Tabelle 6 : Auswirkung von Sondereinflüssen auf die Prognosen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei dieser Betrachtung fällt auf, dass die Sondereinflüsse sich regelmäßig mit weniger als einem Prozent Abweichung in der EBIT-Marge vor sowie nach Sondereinflüssen auswirken. Eine Ausnahme hierzu stellt jedoch das Jahr 2020 dar, in welchem prognostizierte Sondereinflüsse von -4.760 Millionen Euro den EBIT deutlich verringern. Diese sind nach Aussagen der BASF SE im Wesentlichen begründet durch Wertberichtigungen in allen Segmenten im Rahmen der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19 Pandemie sowie durch Restrukturierungen.35 Da die weiteren Auswirkungen der COVID-19 Pandemie nicht eindeutig absehbar sind36, erscheint die Berücksichtigung dieser Sondereinflüsse in den kalkulierten Parametern für die weiteren Prognosen plausibel.

Basierend auf den zuvor getroffenen Annahmen leitet sich für den Free Cash Flow folgende Prognose ab:

Tabelle 7 : Prognose der Free Cash Flows für die Jahre 2021 bis 2023

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. BASF SE, Satzung BASF, 2020, o.S.

2 Vgl. BASF SE, Satzung BASF, 2020, o.S.

3 BASF SE, Satzung BASF, 2020, o.S.

4 Vgl. BASF SE, Zehnjahresübersicht, 2020, o.S.

5 Vgl. BASF SE, Zehnjahresübersicht, 2020, o.S.

6 Vgl. BASF SE, Zehnjahresübersicht, 2020, o.S.

7 Vgl. BASF SE, Factbook, 2020, S. 75.

8 Vgl. International Money Fund, World Economy, 2020, S. 141.

9 Vgl. International Money Fund, World Economy, 2020, S. 65.

10 Vgl. International Money Fund, World Economy, 2020, S. 141.

11 Vgl. International Money Fund, World Economy, 2020, S. 141.

12 Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 4, S. 3f.

13 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 7, S. 4.

14 Vgl. Kuhner, C., Maltry, H., Equity und Entity Ansatz, 2017, S. 228.

15 Vgl. Heesen, B., DCF-Verfahren, 2019, S. 278.

16 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 125, S. 26.

17 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 68, S. 15.

18 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 69, S. 15.

19 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 70, S. 15.

20 Vgl. Oehlrich, M., Ermittlung Free Cash Flows, 2020, Rn. 355-356.

21 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 72, S. 16.

22 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 73, S. 16.

23 Vgl. Institut der Wirtschaftsprüfer, IDW S 1, 2008, Teilziffer 74, S. 16.

24 Vgl. Klien, W., Prognose Free Cash Flows, 1995, S. 59.

25 Vgl. BASF SE, Umsatz 2016-2019, 2020, o.S.

26 Vgl. BASF SE, Umsatz 2020, 2020, o.S.

27 Vgl. zur Plausibilisierung der Annahmen: BASF SE, Ausblick, 2020, o.S.

28 Vgl. Gruppe Deutsche Börse, Zyklische Branchen, o.J., o.S.

29 Vgl. Vara Research, Analystenschätzungen BASF, 2020, o.S.

30 Vgl. Europäische Kommission, Herbstprognose 2020, 2020, o.S.

31 Vgl. BASF SE, Umsatz 2016-2019, 2020, o.S.

32 Vgl. BASF SE, Umsatz 2020, 2020, o.S.; lineare Fortschreibung für das vierte Quartal.

33 Vgl. Vara Research, Analystenschätzungen BASF, 2020, o.S.

34 Vgl. Vara Research, Analystenschätzungen BASF, 2020, o.S.

35 Vgl. Europäische Kommission, Herbstprognose 2020, 2020, o.S.

36 Vgl. BASF SE, Umsatz 2020, 2020, o.S.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Bewertungsgutachten der BASF SE nach Discounted Cash Flow-Verfahren
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
34
Katalognummer
V1170716
ISBN (Buch)
9783346590589
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensbewertung, Discounted Cash Flow, Discounted Cash Flow-Verfahren, WACC, IDW S1
Arbeit zitieren
Dennis Kronig (Autor:in), 2021, Bewertungsgutachten der BASF SE nach Discounted Cash Flow-Verfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170716

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