Die Fragestellung dieser Arbeit lautet: Brauchen wir eine Revolution zur Menschlichkeit, um die Krisen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen? Dazu wurden folgende Bücher gelesen: "Lessions for the 21st Century" von Dr. Yuwal Noah Harari, "Wut! Mut! Liebe! Politischer Aktivismus und die echte Rebellion" von Charles Eisenstein und "Jenseits von Gut und Böse" von Michael Schmidt-Salomon.
Das erste Werk "21 Lessons for the 21st Century" habe ich gewählt, um die Frage nach den Herausforderungen, vor denen wir als Menschheit stehen, klarer zu greifen. Es wurde von Dr. Yuval Noah Harari geschrieben und erschien im Verlag Penguin Random House UK im Jahre 2019. Es besteht aus fünf Essays, welche sich nacheinander den Themen der technologischen Herausforderungen, den politischen Herausforderungen, Verzweiflung und Hoffnung, Wahrheit und Resilienz, widmet. Mit diesen Essays rüttelt der Autor die Leser*innen auf, und weist klar und deutlich auf die großen Bedrohungen für die Menschheit hin.
Das Essay "Mut Wut Liebe! Politischer Aktivismus und die echte Rebellion“ ist geschrieben von dem Autor und Kulturphilosophen Charles Eisenstein. Er arbeitet heute als Vortragsredner und wird in engem Zusammenhang mit der Occupy-Bewegung und mit Extinction Rebellion gesehen. Mit seinem Essay "Mut Wut Liebe!" richtet er sich besonders an Aktivist*innen und macht auf die Haltung aufmerksam, mit der wir die Welt gestalten. Ein großer Teil der politischen Beteiligung basiert für ihn auf unhinterfragten Fundamenten wie Kampf und Forderung als Mittel für gesellschaftlichen Wandel.
In der letzten Rezension werde ich zunächst die Grundgedanken der beiden Teile "Die neuen Früchte der Erkenntnis" und "Die neue Leichtigkeit des Seins" in Bezug auf meine Fragen aufbauend schildern. Im Anschluss an die Explikation der Gedankengänge Schmidt-Salomons werde ich das Werk als Ganzes nach meinen Möglichkeiten kritisch beleuchten. Im Abschlussteil werde ich reflektieren, wie sich in der Auseinandersetzung mit diesem Buch mein Verhältnis zu dem Begriff Menschlichkeit verändert hat und ob meine oben angeführte Frage zumindest anfänglich beantwortet wurde.
Inhaltsverzeichnis
Portfolio zum Modul „Freie Lektüre“
„Brauchen wir eine Revolution zur Menschlichkeit, um die Krisen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen?“
Lektüreplan:
Vor welchen Herausforderungen stehen wir heute als Menschheit?
Vor welchen Herausforderungen stehen wir?
Harari, was ist Menschlichkeit oder der Mensch heute?
Hilft uns eine Revolution zur Menschlichkeit?
Was ich aus dieser Lektüre mitnehme:
Was hat unsere Naturverbundenheit mit der Rettung der Welt zu tun?
MUT. WUT. LIEBE! – Politischer Aktivismus und die echte Rebellion
Brauchen wir eine Revolution zur Menschlichkeit?
Was steht uns eigentlich im Wege?
Ist der Mensch böse?
Sind wir jenseits von gut und böse?
Ist der Mensch Böse?
Kann ich mit diesem Menschenbild die Welt verändern?
Reflexion meines Lernweges während des Moduls „Freie Lektüre“
Mein Weg:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Relevanz und Notwendigkeit einer „Revolution zur Menschlichkeit“ zur Bewältigung der multiplen Krisen des 21. Jahrhunderts kritisch zu hinterfragen. Ausgehend von philosophischen und gesellschaftstheoretischen Texten untersucht die Autorin, ob Menschlichkeit ein wirksames Mittel gegen Herausforderungen wie technologische Disruption, Klimawandel und soziale Spaltung darstellt oder ob ein grundlegend anderes Menschenbild und eine neue Haltung zur Welt erforderlich sind.
- Analyse zeitgenössischer gesellschaftlicher Herausforderungen und Krisenszenarien.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Menschenbild in materialistischen und technologisch geprägten Weltanschauungen.
- Untersuchung von Begriffen wie „Revolution“, „Menschlichkeit“, „Gut und Böse“ sowie „Naturverbundenheit“.
- Reflexion der eigenen Rolle und Haltung als aktivistisch handelndes Individuum.
Auszug aus dem Buch
MUT! WUT! LIEBE! – POLITISCHER AKTIVISMUS UND DIE ECHTE REBELLION
Das Essay lässt sich in drei Sinnabschnitte einteilen: Im ersten Abschnitt widmet sich Eisenstein den alten Glaubenssätzen und löst diese auf. Dabei geht er besonders auf die Problematik hinter der Mentalität des Forderns ein. Denn: Wenn wir eine Forderung stellen, vertiefen wir die bestehenden politischen Machtverhältnisse. Dieses Einfordern basiert auf einer subtilen Drohung, welche die Herangehensweise des politischen Kampfes reproduziert. Auch hält Eisenstein Forderungen für sinnlos, da wir nie fordern können, was wir wirklich wollen. Denn: Es gibt keinen Menschen, der die Macht hat, die geforderte Veränderung zu bewirken.
Im nächsten Schritt skizziert Eisenstein ein Weltbild, welches er dem Geomechanischen entgegenstellt. Dieses nennt er das Weltbild des lebendigen Planeten. Eisenstein postuliert, die Bezeichnung Zerstörung von Ökosystemen würde das geomechanische Weltbild abbilden und so zur alten Denkweise beitragen. Stattdessen müssen wir sagen: „Verletzen und Töten lebender Wesen“.
Zusammenfassung der Kapitel
Vor welchen Herausforderungen stehen wir heute als Menschheit?: Die Autorin analysiert Yuval Noah Hararis Werk „21 Lessons for the 21st Century“ hinsichtlich technologischer und politischer Bedrohungen sowie dessen materialistisches Menschenbild.
Was hat unsere Naturverbundenheit mit der Rettung der Welt zu tun?: Anhand von Charles Eisensteins Essay „Mut. Wut. Liebe!“ wird die Bedeutung von Verbundenheit und die Kritik an einer rein fordernden politischen Haltung herausgearbeitet.
Ist der Mensch böse?: In der Auseinandersetzung mit Michael Schmidt-Salomons „Jenseits von Gut und Böse“ wird die Existenz moralischer Kategorien hinterfragt und das Konzept einer vermeintlichen Unschuld des Menschen reflektiert.
Reflexion meines Lernweges während des Moduls „Freie Lektüre“: Die Autorin zieht Bilanz über ihren individuellen Lernprozess, in dem sich ihre ursprüngliche Fragestellung durch die tiefgreifende Konfrontation mit unterschiedlichen Weltbildern gewandelt hat.
Schlüsselwörter
Menschlichkeit, Revolution, 21. Jahrhundert, Krisen, Naturverbundenheit, Ethik, Menschenbild, Politische Aktivismus, Freiheit, Gut und Böse, Materialismus, Bewusstsein, Verbundenheit, Gaia, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Reflexionsportfolio, in dem die Autorin ihre philosophische Auseinandersetzung mit der Frage dokumentiert, ob eine „Revolution zur Menschlichkeit“ ein geeignetes Mittel ist, um die globalen Krisen unserer Zeit zu bewältigen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen und politischen Herausforderungen der Gegenwart, der Rolle des Menschen in der Natur sowie der kritischen Untersuchung moralischer Begriffe wie „Gut und Böse“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist nicht die Bereitstellung einer endgültigen Antwort, sondern die kritische Prüfung des Begriffs der Menschlichkeit und die Transformation der eigenen Weltanschauung durch intensive philosophische Lektüre.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine interpretative und reflektierende Methode angewandt, bei der die Autorin drei zentrale literarische Werke analysiert, miteinander in Bezug setzt und in einen persönlichen Lernkontext einbettet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Rezensionen zu den Werken von Yuval Noah Harari, Charles Eisenstein und Michael Schmidt-Salomon, die jeweils als Ausgangspunkt für die kritische Reflexion spezifischer philosophischer Fragestellungen dienen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Menschlichkeit, Verbundenheit, Krisenbewältigung und die Hinterfragung tradierter moralischer Konstrukte charakterisiert.
Warum hinterfragt die Autorin den Begriff der „Revolution“?
Im Laufe der Lektüre erkennt die Autorin, dass Begriffe wie „Revolution“ und „Menschlichkeit“ zu konfus und unpräzise sind, um als einfache Forderung zu dienen, weshalb sie ihren Fokus auf die innere Haltung und das Menschenbild verlagert.
Wie verändert sich die Sichtweise der Autorin auf den „Kampf“ gegen Krisen?
Unter dem Einfluss von Charles Eisenstein erkennt sie, dass eine rein fordernde, kämpferische Haltung lediglich die bestehenden Machtstrukturen reproduziert und dass stattdessen eine Haltung der Verbundenheit und Authentizität notwendig ist.
Welche Rolle spielt das „Paradigma der Unschuld“ in der Arbeit?
Dieses Paradigma wird im Kontext der Lektüre von Schmidt-Salomon eingeführt, um zu hinterfragen, inwiefern Schuld und moralische Kategorien überhaupt haltbar sind, wenn der Mensch determiniert agiert.
Zu welchem Schluss kommt die Autorin am Ende der Arbeit?
Die Autorin gelangt zu der Einsicht, dass es keine einfache Lösung gibt. Sie betont, dass der Weg der Erkenntnis „fragend schreitend“ erfolgt und die Beschäftigung mit dem Menschenbild wichtiger ist als die Forderung nach einer abstrakten „Revolution“.
- Quote paper
- Charlotte von Bonin (Author), 2020, Portfolio zur Freien Lektüre. Brauchen wir eine Revolution zur Menschlichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170766