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Zur Bedeutung und Bedeutsamkeit der Homosexualität für die Ziele in der klinischen Psychoanalyse

Titel: Zur Bedeutung und Bedeutsamkeit der Homosexualität für die Ziele in der klinischen Psychoanalyse

Hausarbeit , 2021 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Völzel (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der wesentliche Beitrag der vorliegenden Arbeit zur bestehenden psychoanalytischen Literatur die Homosexualität betreffend liegt in der Exploration der Bedeutsamkeit und der Bedeutung der Homosexualität für die Ziele einer Psychoanalyse.

Meiner Auffassung von Homosexualität liegt das Konzept der sexuellen Identität zugrunde, welche alle möglichen Affekte, Fantasien und Einstellungen gegenüber dem eigenen (sozialen) Geschlecht und der sexuellen Anziehung umfasst. Mit Reiche (2000) halte ich die Genese der Homosexualität für nicht ermittelbar. Beeinträchtigungen in der Qualität innerer Erfahrungen und der Objektbeziehungen gehen vornehmlich auf internalisierte antihomosexuelle Inhalte zurück, die sich – geformt durch einen von spezifischen Bedürfnissen und Verletzlichkeiten geprägten Sozialisierungsprozess – auf die psychische Struktur auswirken.

Homosexualität wird verstanden als phänotypische Variation menschlicher Sexualität ohne pathologische oder pathogene Wertigkeit. Unter Bezugnahme auf diese Auffassung und im Lichte der Feststellung, dass ein(e) Analytiker(in) nicht von einer gänzlich neutralen Stelle aus therapieren kann, kommt nur eine affirmative therapeutische Haltung in Betracht. Zielformulierungen in Psychotherapien/Psychoanalysen sind geprägt von theoretischen Annahmen des/der Analytikers/Analytikerin, seinen/ihren Auffassungen über die Machbarkeit, einer unbewussten Selektion von Zielen und der Untrennbarkeit von Lebenszielen. Zwischen Therapiezielen und intrapsychischen sowie anderen Gegebenheiten des/der Analysanden/Analysandin und des/der Analytikers/Analytikerin besteht eine bidirektionale Beziehung.

Anknüpfend an empirische metaanalytische Untersuchungen und die angesprochenen Beeinträchtigungen werden wesentliche psychoanalytische Ziele in der Stärkung des Selbst sowie der Stabilisierung der Persönlichkeitsstruktur (distale Ziele) und der Bewusstmachung unbewusster Motivationen und Konflikte (proximale Ziele) gesehen.

Abschließend ergeht die Empfehlung einer Untersuchung realistischer klinisch-
psychoanalytischer Kasuistiken zur Ermittlung der Wechselwirkungen der Subjektivitäten und Intersubjektivitäten von Analysand(in) und Analytiker(in) mit den Therapiezielen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konzeptualisierungen der Homosexualität

3. Die Genese der Homosexualität

4. Beeinträchtigungen in der Qualität innerer Erfahrungen und der Objektbeziehungen

5. Psychoanalytische Ansätze zur Behandlung homosexueller Menschen

6. Ein Gerüst für das Denken über Ziele in der Psychoanalyse

7. Ziele in der Psychoanalyse homosexueller Menschen und psychoanalytische Intervention

8. Diskussion

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Bedeutsamkeit von Homosexualität für die Zielsetzung und Zielerreichung in der klinischen Psychoanalyse, wobei sie sich für eine affirmative therapeutische Haltung ausspricht und eine kritische Auseinandersetzung mit traditionalen Entstehungstheorien sowie den damit verbundenen Behandlungszielen fordert.

  • Exploration der Rolle der sexuellen Identität in der psychoanalytischen Praxis.
  • Kritische Reflexion über epistemologische Grenzen bei der Ursachenforschung zur Homosexualität.
  • Analyse der Auswirkungen internalisierter antihomosexueller Inhalte auf die psychische Struktur.
  • Gegenüberstellung von neutralen und affirmativen therapeutischen Techniken.
  • Diskussion von distalen und proximalen Behandlungszielen im psychoanalytischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3. Die Genese der Homosexualität

Es ist im Lichte vorliegender wissenschaftlicher Untersuchungen nicht möglich, die (Psycho-)Genese der Homosexualität zu ermitteln – siehe dazu Arbeiten zur Psychogenese aus psychoanalytischer Sicht (Reiche, 2000; Mitchell, 2002; Rubinstein, 2003; Ermann, 2009; Ermann, 2019) sowie zur Diskussion genetischer Faktoren aus der humangenetischen Forschung Ganna et al. (2019). Auch wenn, wie Kernberg (2002) anerkennt, die biologische Disposition, psychodynamische Merkmale und soziokulturelle Faktoren Einfluss auf die Entstehung der Homosexualität nehmen und damit von Multikausalität auszugehen ist, kennen wir die relative Bedeutsamkeit dieser Einflüsse nicht; siehe dazu auch Drescher (2001).

Im Hinblick auf die psychoanalytische Perspektive auf die Entstehung der Homosexualität lässt sich mit Reiche (2000) sagen: Man kann in einer Psychoanalyse mit einem solchen Mann so weit kommen wie man nur kommen kann, man wird niemals zu einem Davor gelangen. Wohin immer man gelangt, es ist bereits protohomosexuell konnotiert. […] Protohomosexuelle Deckerinnerungen wie die des da-habe-ich-gewußt wirken als Prototyp der bewußt erst viel später erlebten sexuellen Objektwahl. Hinter sie gibt es kein Zurück, auch mit Psychoanalyse nicht. Die Vorgeschichte dieses Prototyps läßt sich immer nur konstruieren. (S. 189 f., Kursivierungen im Original)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein und betont die Notwendigkeit, Homosexualität als sich entwickelndes Phänomen zu begreifen, anstatt an starren, psychogenetischen Konzepten festzuhalten.

2. Konzeptualisierungen der Homosexualität: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der sexuellen Identität als Grundlage für die psychoanalytische Arbeit und grenzt dieses von rein vagen Definitionen ab.

3. Die Genese der Homosexualität: Hier wird dargelegt, dass eine Ermittlung der Ursachen von Homosexualität wissenschaftlich nicht möglich ist, weshalb von der Suche nach Entstehungswegen abgeraten wird.

4. Beeinträchtigungen in der Qualität innerer Erfahrungen und der Objektbeziehungen: Das Kapitel analysiert, wie internalisierte antihomosexuelle Inhalte die psychische Struktur und Identitätsbildung belasten können.

5. Psychoanalytische Ansätze zur Behandlung homosexueller Menschen: Es erfolgt eine Gegenüberstellung von technischer Neutralität und affektiver Affirmation, wobei letztere als notwendige Haltung für die therapeutische Arbeit identifiziert wird.

6. Ein Gerüst für das Denken über Ziele in der Psychoanalyse: Dieses Kapitel rahmt die Faktoren, die therapeutische Ziele beeinflussen, inklusive der unbewussten Gegenübertragung des Analytikers.

7. Ziele in der Psychoanalyse homosexueller Menschen und psychoanalytische Intervention: Hier werden konkrete Behandlungsziele wie die Stärkung des Selbst und die Stabilisierung der Persönlichkeitsstruktur vor dem Hintergrund einer affirmierenden Haltung konkretisiert.

8. Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine Abkehr von pathologisierenden Ansätzen sowie für weitere klinische Forschung an Einzelfällen.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Homosexualität, sexuelle Identität, affirmative Therapie, Objektbeziehungen, psychische Struktur, Gegenübertragung, Zielsetzung, Identitätsbildung, interne Homophobie, klinische Intervention, Psychogenese, Selbstkonzept, psychische Gesundheit, therapeutische Haltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit exploriert, wie die therapeutische Haltung und spezifische psychoanalytische Ziele in der Arbeit mit homosexuellen Menschen gestaltet werden können, um eine erfolgreiche Behandlung ohne Pathologisierung zu ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Konzeptualisierung von Homosexualität, die Frage nach deren Genese, die Auswirkungen internalisierter antihomosexueller Inhalte auf die Psyche sowie die methodischen Herausforderungen der Psychoanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine affirmative therapeutische Haltung zu begründen und wesentliche psychoanalytische Behandlungsziele zu definieren, die auf die Stärkung des Selbst und die Stabilisierung der Persönlichkeitsstruktur abzielen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse zeitgenössischer psychoanalytischer Arbeiten und metaanalytische Befunde, um theoretische Annahmen mit der klinischen Praxis zu verknüpfen.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der kritischen Auseinandersetzung mit dem neutralen gegenüber dem affirmierenden Ansatz in der psychoanalytischen Technik sowie der Untersuchung von Beeinträchtigungen durch soziale und interne Antihomosexualität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die "sexuelle Identität", "affirmative therapeutische Haltung", "Intersubjektivität" und die "Stärkung des Selbst" als zentrales Behandlungsziel.

Warum wird von der Ursachenforschung bei Homosexualität abgeraten?

Der Autor argumentiert mit epistemologischen Schranken und der Gefahr einer Retraumatisierung, da Homosexualität als phänotypische Variation und nicht als pathologischer Zustand begriffen werden sollte.

Welche Bedeutung kommt der Gegenübertragung in der Arbeit zu?

Die Arbeit betont, dass die Intersubjektivität und die Gegenübertragung des Analytikers maßgeblichen Einfluss auf den therapeutischen Prozess haben, weshalb eine unvoreingenommene, affirmierende Haltung essenziell für den Erfolg ist.

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Details

Titel
Zur Bedeutung und Bedeutsamkeit der Homosexualität für die Ziele in der klinischen Psychoanalyse
Hochschule
International Psychoanalytic University
Veranstaltung
Einführung in die psychotherapeutische Intervention
Note
1,0
Autor
Sebastian Völzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
26
Katalognummer
V1170770
ISBN (PDF)
9783346588333
ISBN (Buch)
9783346588340
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Homosexualität Behandlungsziele Intervention Psychoanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Völzel (Autor:in), 2021, Zur Bedeutung und Bedeutsamkeit der Homosexualität für die Ziele in der klinischen Psychoanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170770
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Leseprobe aus  26  Seiten
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