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Die satirisch-groteske Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin"

Title: Die satirisch-groteske Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin"

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oliver Wagner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Roman „Die Klavierspielerin“ greift Jelinek das Motiv des Kampfes zwischen der Mutter und der Tochter auf. In der hier vorliegenden Arbeit ist der ausschließliche Gegenstand der Untersuchung diese Mutter-Tochter-Beziehung und hier im Speziellen die grotesk-satirischen Darstellungen, die diese Beziehung kennzeichnen. Denn in zahlreichen Interpretationen wird die Ursache für das von der Norm abweichende sexuelle Verhalten der Tochter Erika in dieser Beziehung gesehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Versuch einer Begriffsbestimmung

2.1. Die Satire

2.2. Das Groteske

3. Elfriede Jelineks Verständnis zur satirisch-grotesken Darstellung in der Mutter-Tochter-Beziehung

4. Formen der grotesk-satirischen Deformierung

4.1. Animalisierung (Tiermetaphern)

4.2 Verdinglichung

4.3 Animistische Tendenzen

5. Sprachliche Aspekte des Romans, deren Verwendung und die möglichen Gründe

5.1. Das sprachliche Elemente der Metapher

5.2. Das sprachliche Element der Hyperbel

5.3 Die Manipulation der Erzählperspektive

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grotesk-satirische Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung in Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jelinek durch spezifische Deformierungsformen und sprachliche Manipulationen die Brutalität dieser Beziehung offenlegt und kritisiert.

  • Groteske und satirische Darstellungsformen als Mittel der Gesellschaftskritik.
  • Analyse von Tiermetaphern, Verdinglichung und animistischen Tendenzen.
  • Die Rolle der Sprache als Instrument der Verzerrung und Entlarvung.
  • Manipulation der Erzählperspektive und deren Wirkung auf den Leseprozess.
  • Die kritische Dekonstruktion des Konzepts der Mutterliebe.

Auszug aus dem Buch

4.2 Verdinglichung

„… Verdinglichung nennen wir den sprachlichen Vorgang, in welchem Eigenschaften mit Substantiven bezeichnet werden...“ Ein Beispiel für Verdinglichung in „Die Klavierspielerin“ ist die Szene der Geburt von „…Erika, der Heideblume…“(27). Gleichsam überrascht wird der Leser mit der Darstellung der Geburt der Erika, die als „…etwas Scheues und Zartes…“ erwartet und dann als „…aus ihrem Leib hervorschießender Lehmkumpen…“(27) beschrieben wird. Die besondere Häßlichkeit wird deutlich herausgearbeitet. Die Mutter sieht die Tochter als entstellt an. Diese Entstellung wird mit unterschiedlichen Mitteln bewerkstelligt zum Beispiel durch den Gebrauch von hässlichen und hausbackenen Bildern mit der Absicht, die Würde eines Objektes herabzusetzen.

Überträgt man dies auf die Mutter-Tochter-Beziehung überfällt uns bei der Wahl des Lehmklumpens als Metapher für das neugeborene Baby Grauen. Das Grauen überkommt uns so stark, weil es unsere Welt ist, deren Verlässlichkeit sich als Schein erweist. Beim Grauen geht es jedoch nicht um Lebensfurcht, sondern um Lebensangst. Die Angst der Mutter, was dieses neue Wesen im Leben der Mutter bedeuten möge. Bei der Metapher Lehmklumpen = Baby versagt unsere Weltorientierung und genau dies gehört zur Struktur des Grauens. Die Verfremdung der Welt erlaubt uns keine Orientierung mehr, sie erscheit als absurd.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Jelinek die Mutter-Tochter-Beziehung durch grotesk-satirische Elemente im Roman „Die Klavierspielerin“ deformiert.

2. Versuch einer Begriffsbestimmung: Es werden die literaturwissenschaftlichen Grundlagen für Satire und das Groteske dargelegt, um diese für die Analyse des Romans nutzbar zu machen.

3. Elfriede Jelineks Verständnis zur satirisch-grotesken Darstellung in der Mutter-Tochter-Beziehung: Dieses Kapitel erörtert Jelineks Intention, persönliche Ängste durch die grotesk-satirische Gestaltung der Mutterfigur literarisch zu sublimieren.

4. Formen der grotesk-satirischen Deformierung: Hier werden die Techniken der Animalisierung, Verdinglichung und Beseelung als Mittel der Entstellung der Mutter-Tochter-Beziehung detailliert untersucht.

5. Sprachliche Aspekte des Romans, deren Verwendung und die möglichen Gründe: Eine Untersuchung des Metapherngebrauchs, der Hyperbeln und der manipulativen Erzählperspektive als Werkzeuge zur Entlarvung gesellschaftlicher Klischees.

6. Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die zentralen Ergebnisse der Untersuchung hinsichtlich der grotesk-satirischen Darstellung und der kritischen Bedeutung der Mutter-Tochter-Beziehung.

Schlüsselwörter

Elfriede Jelinek, Die Klavierspielerin, Mutter-Tochter-Beziehung, Groteske, Satire, Deformierung, Verdinglichung, Animalisierung, Metapher, Hyperbel, Erzählperspektive, Identitätsstörung, Gesellschaftskritik, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Elfriede Jelinek in ihrem Roman „Die Klavierspielerin“ die Mutter-Tochter-Beziehung durch groteske und satirische Darstellungsformen verzerrt, um deren zugrunde liegende Brutalität aufzudecken.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die literarischen Verfahren der Deformierung (wie Tiervergleiche und Verdinglichung) sowie die sprachliche Gestaltung und Erzähltechnik, durch die Jelinek das Bild der Mutter-Tochter-Beziehung konstruiert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, ob die Anwendung der Begriffe „Grotesk“ und „Satire“ neue Einsichten in die komplexe und oft destruktive Mutter-Tochter-Beziehung innerhalb des Romans ermöglicht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt literaturwissenschaftliche Begriffsbestimmungen (u.a. nach Kayser und Bachtin) und bezieht sich auf erzähltheoretische Modelle wie die von Franz Stanzel zur Analyse der Erzählperspektive.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Deformierungstechniken (Animalisierung, Verdinglichung, Animismus) und die Analyse der sprachlichen Gestaltung durch Metapher, Hyperbel und wechselnde Erzählperspektiven.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Groteske, Satire, Verdinglichung, Metaphorik und die gesellschaftskritische Beleuchtung der Mutter-Tochter-Beziehung.

Warum verwendet Jelinek Verdinglichung als Stilmittel?

Durch die Verdinglichung (z.B. der Vergleich des Babys mit einem Lehmklumpen) stellt Jelinek die Tochter als Objekt der Ausbeutung dar, was die Absurdität und Grausamkeit der mütterlichen Unterdrückung unterstreicht.

Welche Rolle spielt die Erzählperspektive für den Leser?

Der ständige Perspektivenwechsel und Tempusbruch fordern den Leser aktiv heraus, sich nicht dem einfachen Lesefluss hinzugeben, sondern die Konstruktion der fiktiven Welt kritisch zu hinterfragen.

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Details

Title
Die satirisch-groteske Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin"
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,0
Author
Oliver Wagner (Author)
Publication Year
2010
Pages
20
Catalog Number
V1170796
ISBN (PDF)
9783346586018
ISBN (Book)
9783346586025
Language
German
Tags
darstellung mutter-tochter-beziehung elfriede jelineks roman klavierspielerin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Wagner (Author), 2010, Die satirisch-groteske Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170796
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