Usability von Web-Anwendungen

Richtlinien und Evaluation


Seminararbeit, 2008
28 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Definition Web-Anwendung
2.2 Architektur von Web-Anwendungen
2.3 Definition Usability
2.4 Notwendigkeit

3 Richtlinien Web-Usability
3.1 Seitengestaltung
3.1.1 Struktur
3.1.1.1 Hierarchien
3.1.1.2 Lineare Sequenzen
3.1.1.3 Gitter
3.1.1.4 Netze
3.1.2 Navigation
3.1.3 Stylesheets
3.1.4 Bildschirmfläche
3.1.5 Antwortzeiten
3.2 Inhaltsgestaltung
3.2.1 Lesbarkeit
3.2.2 Animation
3.2.3 Seitentitel

4 Evaluation Web-Usability
4.1 Nutzerorientierte Methoden
4.1.1 Klassisches Usability-Testing
4.1.1.1 Usability-Labor
4.1.1.2 Testpersonen
4.1.1.3 Aufgabenstellung
4.1.1.4 Durchführung
4.1.1.5 Analyse der Testergebnisse
4.1.2 Discount Usability Testing
4.1.3 Eyetracking
4.1.4 Fragebogen
4.1.5 Logfile-Analyse
4.2 Expertenzentrierte Methoden
4.2.1 Heuristische Evaluation
4.2.2 Heuristischer Walkthrough
4.2.3 Guidelines und Checklisten
4.3 Kombiniertes Verfahren

5 Auswirkungen schlechter Web-Usability

6 Fazit und Ausblick

A Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

1 4-Schichten Architektur

2 Gitterstruktur

3 Netzstruktur

4 Kategorisierung der Bildschirmfläche

5 Usability-Labor

6 Auswirkung einer schlechten Usability

1 Einleitung

Die Verbreitung von Web-Anwendungen ist in den vergangenen Jahren immens ange- stiegen. Laut dem ISC (Internet Systems Consortium) waren im Januar 2008 auf den Domain Name Servern mehr als 540 Millionen Domain-Namen registriert.1 Allein über 12 Millionen .de Domains konnten zu diesem Zeitpunkt verzeichnet werden.2

Diese Vielzahl an Websites begründen eine ausgeprägte Konkurrenzsituation. Bei ei- ner schlechten Usability ist die Web-Anwendung des Wettbewerbers nur einen Klick entfernt. Dagegen kann durch eine auf den Kunden und seine Bedürfnisse ausgerich- tete Web-Anwendung eine langfristige Kundenbindung, auch im World Wide Web, erreicht werden. Diese treuen Kunden sind das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Website. Jedoch sind immer wieder Websites mit schlecht nachvollzieh- baren Strukturen und missverständlichen Navigationselementen zu finden. Forrester Research hat in einer Umfrage herausgefunden, dass vier Kriterien einen Benutzer langfristig an eine Seite binden:

- Qualitativ hochwertiger Inhalt
- Häufige Aktualisierung
- Minimale Downloadzeit
- Einfache Handhabung3

Bis auf den Gesichtspunkt der häufigen Aktualisierung können diese grundlegenden Kriterien durch Usability-Engineering, also das frühzeitige Einbinden der Usabili- ty in den Entwicklungsprozess, erreicht werden. An dieser Stelle können einerseits grundsätzliche Aspekte der Gebrauchstauglichkeit einbezogen werden, andererseits stellen Evaluationsmethoden die entscheidenden Instrumente dar, um Usability für den Endanwender sicherzustellen.

Diese Hausarbeit soll einen Ü berblick über die Richtlinien der Usability für Web- Anwendungen geben, die Evaluation der Gebrauchstauglichkeit anhand von benut- zerorientierten und expertenzentrierten Methoden erläutern und Auswirkungen ei- ner schlechten Usability diskutieren.

2 Grundlagen

2.1 Definition Web-Anwendung

Web-Anwendungen sind Softwaresysteme, die auf den Standards und Technologien des World Wide Web beruhen. Sie stellen spezielle Ressourcen zur Verfügung, die über den Browser als Benutzerschnittstelle verwendet werden können.4 Eine Web- Anwendung zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

- Keine dauerhafte Verbindung zwischen Webclient und Webserver
- Unbegrenzte und unbekannte Anzahl paralleler Nutzer
- Keinerlei Einfluss der Entwickler auf die Laufzeitumgebung des Webclients

Hierdurch ergeben sich zahlreiche Vorteile. Web-Anwendungen erlauben eine ho- he Anzahl paralleler Nutzer. Außerdem entfällt das aufwändige Installieren lokaler Software.5 Dies erleichtert die Wartbarkeit, da Anpassungen der Anwendungen le- diglich auf dem zentralen Applikationsserver stattfinden.6 Web-Anwendungen sind unabhängig von der verwendeten lokalen Hardware und bieten für alle Benutzer ein- heitliche Oberflächen.7 Nachteile sind eine schwierige Kontrolle und Beobachtung des Systems sowie die aufwändige Unterstützung der unterschiedlichen Web-Browser.8

2.2 Architektur von Web-Anwendungen

Die Realisation von Web-Anwendungen setzt Applikationen voraus, denen eine Mehrschicht-Architektur zugrunde liegt. Die 4-Schichten Architektur (siehe Ab- bildung 1) teilt die Anwendungsschicht der klassischen 3-Schichten-Architektur in Präsentations- und Geschäftslogik auf. Diese Erweiterung ist bei Web-Anwendungen mit komplexen Abläufen und einer hohen Anzahl paralleler Client-Zugriffe not- wendig.9 Jeder architektonischen Ebene können eindeutige Aufgabengebiete zuge- wiesen werden. Außerdem sind in jeder Schicht spezifische Technologien, bezogen auf das Aufgabengebiet, einsetzbar. Jedoch ist zu beachten, dass die eingesetzte Technologie zu den jeweiligen Technologien der anderen Ebenen kompatibel ist.10 Die Hauptkomponenten dieser Architektur teilen sich wie folgt auf: Die erste Ebene ist die Visualisie- rungsschicht, hier wird durch den Browser die Benut- zeroberfläche dargestellt. Der Webclient nimmt Ein- gaben des Benutzers entgegen und reicht diese an die nächste Schicht weiter. Außerdem nimmt der Webcli- ent wiederrum die Ergebnisse an und stellt diese im Browser dar. Die zweite Ebene ist die Präsentations- schicht. Hier werden Daten, die von der Visualisie- rungsschicht an diese Ebene geschickt werden ana- lysiert und ausgewertet. In diesem Zusammenhang wird die betreffende Logik der dritten Ebene ange- sprochen. Nach Abschluss der Auswertung werden die Daten an die Visualisierungsschicht zurückgege- ben. Die dritte Ebene ist die Geschäftslogikschicht, in der die Anwendungslogik implementiert ist. Die notwendigen Daten werden von der vierten Schicht bezogen. Diese vierte Ebene ist die Datenbankschicht. Der Da- tenbankserver verwaltet Daten, die in der Anwendungslogik benötigt oder in dieser erzeugt werden.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Anlehnung an Langner (2004), S. 22[15].

Abbildung 1: 4-Schichten Architektur

2.3 Definition Usability

Das Wort Usability setzt sich aus den Wörtern to use“ und ” the ability“ zusam- ” men. Wörtlich übersetzt bedeutet Usability also die Möglichkeit zu benutzen. Eine eindeutige Ü bersetzung von Usability gibt es nicht, jedoch hat sich der Begriff brauchstauglichkeit“ als deutsches Synonym durchgesetzt.12

Die international anerkannte Begriffsdefintion ist die DIN EN ISO 9241-11 ” rung an die Gebrauchstauglichkeit“: Usability ist ”das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“.13

Diese Gebrauchstauglichkeit kann mit Hilfe von Methoden und Werkzeugen über- prüft werden.14

2.4 Notwendigkeit

Insbesondere im E-Commerce ist die Bedeutung von Usability elementar. Die erste Verbindung zum Kunden geschieht ausschließlich über die Website. Im Gegensatz zum traditionellen Handel, bei dem die Funktionalität eines Produktes erst nach dem Kauf überprüft werden kann, erlebt der Benutzer die Usability des Produk- tes Website bereits unmittelbar während des Arbeitens und entscheidet über eine weitere Benutzung. Weiterhin ist die Vergleichbarkeit zu anderen Wettbewerbern im Internet besonders ausgeprägt. Diese Vergleiche können nicht nur in Unterneh- men gleicher Branchen gezogen werden, sondern zu allen vorhandenen Websites im Internet. Außerdem weisen Nutzer ein hohes Maß an Ungeduld auf. So muss eine Bedienbarkeit sichergestellt werden, die dem Benutzer in kürzester Zeit den unein- geschränkten Umgang mit der Seite erlaubt. Ist dies nicht der Fall, verlässt der Benutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit die Seite.15

Eine Verbesserung der Usability hat folgende Optimierungen zur Folge:

- Steigerung des Umsatzes
- Senkung der Kosten
- Erhöhung der Kundenbindung
- Anstieg der Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten16

Diese Aspekte führen dazu, dass Usability einen hohen Stellenwert im Umfeld des Web-Designs einnimmt.

3 Richtlinien Web-Usability

Es existieren zahlreiche Vorgaben, um Usability sicherzustellen. Im Folgenden wer- den die wichtigsten Komponenten vorgestellt.

3.1 Seitengestaltung

Der Aufbau des Seiteninhalts ist ein wesentlicher Bestandteil der Usability. Die Architektur soll den Interessen der Benutzer entsprechen und die Durchführung typischer Aufgaben unterstützen.17

3.1.1 Struktur

Zunächst sind grundsätzliche Richtlinien in Bezug auf den Bildlauf zu beachten. Ho- rizontale Bildläufe sollten generell umgangen werden. Beim, kaum zu vermeidenden, vertikalen Bildlauf sollten Interaktionselemente weiterhin sichtbar bleiben.18 Ebenso stellt das Vorhandensein einer grundsätzlichen Struktur eine elementare Notwendig- keit dar. Darüber hinaus sollte diese Struktur eine geeignete Informationsdarstellung visualisieren und die Erwartungen des Benutzers abbilden.19

3.1.1.1 Hierarchien

Hierarchische Strukturen sind insbesondere zur Darstellung komplexer Inhalte ge- eignet. Benutzer sind mit solchen Strukturen vertraut und finden sich gut zurecht.20 Die meisten Websites weisen hierarchische Strukturen auf.

3.1.1.2 Lineare Sequenzen

Lineare Informationsstrukturen sind oft Zeichen einer schlechten Usability, da ver- sucht wird, die nicht lineare Struktur des Internets linear abzubilden.21 Sinnvoll kann diese Struktur nur bei Sachverhalten eingesetzt werden, die tatsächlich einem linearen Muster folgen, so zum Beispiel bei Bestellvorgängen.22

3.1.1.3 Gitter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Anlehnung an Bartel (2005), S. 17[1].

Abbildung 2: Gitterstruktur

Gitterstrukturen werden eingesetzt, um abhängige Elemente zueinander in Beziehung zu setzen. Vor- aussetzung für diese Art der Darstellung ist eine ein- heitliche Struktur. Gitterstrukturen sind vorwiegend für Benutzer geeignet, die bereits eine Grundkennt- nis der Logik und Ordnung sowie des Themas mit- bringen. Ein Beispiel für Gitterstrukturen ist eine Zeitreihe auf der einen, und entsprechende histori- sche Informationen auf der anderen Seite.

3.1.1.4 Netze

Netze versuchen gedankliche Strukturen abzubilden. Dadurch entsteht ein überaus komplexes System.

Das Suchen auf solchen vernetzten Seiten gestaltet sich äußerst schwierig, da der Aufbau keiner nach- vollziehbaren Logik folgt. So ist das Auffinden von Informationen kaum mo¨glich, was zielgerichtete Be- nutzer verwirrt.23

In Anlehnung an Bartel (2005), S. 17[1].

Abbildung 3: Netzstruktur

3.1.2 Navigation

Die Navigation innerhalb einer Website stellt einen zentralen Aspekt der Usability dar. Unter Navigation ist jede mögliche Bewegung durch eine Website zu verstehen. Hierzu zählt neben dem oft linksseitig ausgerichteten Navigationsmenü auch jeder Link der sich auf der Website befindet.24 Eine Desorientierung des Benutzers kann den ausschlaggebenden Punkt zum Misserfolg der Website darstellen und muss so unter allen Umständen vermieden werden. Daher ist es notwendig, dem Benutzer zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine Vorstellung von der Navigationsstruktur zu vermitteln. Diese Struktur sollte sich an bekannten Systemen orientieren, damit ein schnelles Zurechtfinden des Benutzers sichergestellt werden kann.25

[...]


1 Vgl. ISC (2008), passim[12].

2 Vgl. Denic (2008), passim[2].

3 Vgl. Forrester Research (1999), passim[22].

4 Vgl. Kappel et al. (2003), S. 2[13].

5 Vgl. Kulp (2005), S. 22[14].

6 Vgl. Tchoukio (2004), S. 2[23].

7 Vgl. Heindl (2003), S. 11[8].

8 Vgl. Kulp (2005), S. 22[14].

9 Vgl. Kappel et al. (2003), S. 87 f[13].

10 Vgl. Langner (2004), S. 21[15].

11 Vgl. Langner & Reiberg (2005), S. 5 f[16].

12 Vgl. Rampl (2007b), passim[20].

13 Vgl. Bartel (2005), S. 6[1].

14 Vgl. Geis (2005), passim[3].

15 Vgl. Nielsen (2001), S. 10 ff[18].

16 Vgl. Rampl (2007a), passim[19].

17 Vgl. Bartel (2005), S. 17[1].

18 Vgl. Kappel et al. (2003), S. 276[13].

19 Vgl. Nielsen (2001), S. 198[18].

20 Vgl. Bartel (2005), S. 18[1].

21 Vgl. Nielsen (2001), S. 198[18].

22 Vgl. Bartel (2005), S. 16[1].

23 Vgl. Bartel (2005), S. 18 f[1].

24 Vgl. Manhartsberger & Musil (2002), S. 134[17].

25 Vgl. Kappel et al. (2003), S. 277[13].

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Usability von Web-Anwendungen
Untertitel
Richtlinien und Evaluation
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Neuss früher Fachhochschule  (FOM Fachhochschule für Ökonomie und Management)
Veranstaltung
Betriebsinformatik 3 - Kommunikationsanwendungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V117083
ISBN (eBook)
9783640194643
ISBN (Buch)
9783640194728
Dateigröße
1015 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Usability, Web-Anwendungen, Betriebsinformatik, Kommunikationsanwendungen, Richtlinien, Gestaltung, Inhaltsgestaltung, Seitengestaltung, Methoden, Klassisch, Eyetracking, Logfile Analyse, Logfile-Analyse, Expertenzentriert, Heuristisch, Evaluation, Fragebogen, Discount Usability Testing, Walkthrough, Guidelines, Checklisten, Kombinierte Verfahren, Usability-Labor, Usability Labor, Testperson, Analyse, Web Anwendung
Arbeit zitieren
Annika Sieghart (Autor), 2008, Usability von Web-Anwendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117083

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Usability von Web-Anwendungen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden