Die Bedeutung der Volksmärchen in der literaturhistorischen Epoche der Romantik


Facharbeit (Schule), 2008
11 Seiten, Note: 13 KMK

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Romantik 1795 – 1830
2.1 Frühromantik – Jenaer Romantik (1795 – 1805)
2.2 Hochromantik – Heidelberger Romantik (1806 – 1815)
2.3 Spätromantik – Berliner Romantik (1815 – 1830)

3 Definition Märchen
3.1 Allgemeines
3.2 Stilistische Merkmale des Märchens
3.3 Kunstmärchen und Volksmärchen im Vergleich
3.4 Arten der Volksmärchen

4 Die Renaissance der Volksmärchen in der Epoche der Romantik

5 Schlussbetrachtung

1 Einleitung

Es war einmal:

dass Johann Wolfgang von Goethe einige in seiner Zeit bekanntere deutsche Schriftsteller nach Jena bat, um an der dortigen Universität als Professoren zu unterrichten. Zum Zeitpunkt der Einladung war Goethe etwa 50 Jahre alt und versah seinen Dienst als Minister im herzoglichen Auftrag bei der Stadt Jena. Die von Goethe eingeladenen Schriftsteller, die seinen Ruf nach Jena folgten, würde man heute als sogenannte Intellektuelle bezeichnen. In ihren freundschaftlich abgehaltenen Zusammenkünften strebten diese, von Goethe zusammengerufenen Intellektuellen, gemeinsam nach Inhalten ihrer künftigen Botschaften innerhalb ihres Wirkens an der Universität nach einer vollkommeneren Welt, durchsetzt von Gefühlen und Sehnsüchten. Der eigentliche Grund dieser rational schwer zu erkennbaren Intension war, die in der damaligen Gesellschaft überwiegend vorhandene Enttäuschung über das Scheitern der allgemein erhofften Verbesserung für das Gemeinwesen, ausgelöst durch die französische Revolution.

2 Romantik 1795 – 1830

Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Romantik meist mit dem dazugehörigen Adjektiv romantisch verbunden. Das Adjektiv romantisch wird häufig auch mit Kitsch assoziiert oder aber auch mit einer Atmosphäre wie etwa einem Essen bei Kerzenlicht.

Diese eben genannte Wortdeutung hat allerdings recht wenig mit der literaturhistorischen Epoche der Romantik gemeinsam.

Die literaturhistorische Epoche der Romantik, die sich über die Zeit von 1795 bis 1830 erstreckte, war gekennzeichnet durch die Enttäuschung über das Scheitern der Zielsetzung der französischen Revolution hierdurch Aspekte und Ideale der Aufklärung umzusetzen. Der aus den Idealen der Aufklärung entstandene, vernunftorientierte Glaube wurde hier in den Hintergrund gedrängt und nach und nach sogar eliminiert. Diese Enttäuschung verursachte den Drang, sich eines neuen, anderen Lebensgefühls zuzuwenden.

Herbei gesehnt wurde nun mehr eine Welt, konträr zur Weimarer Klassik, die durchsetzt war von Vernunftglauben und strenger Erziehung hinzu fantastischen, wunderbaren, wenig rationalen nicht „erklärbaren“ Dingen.

Parallel hierzu knüpften die Romantiker gedanklich an die literaturhistorische Epoche Sturm und Drang (1765 – 1785) an und betonten somit das Gefühl der Menschen. Hierdurch sollte das Gefühl als eine der wichtigsten menschlichen Eigenschaften herausgestellt werden.

Als weitere wesentliche Motive für die Zeit der Romantik gelten Fernweh und die Hinwendung zu Reisen mit dem damit verbundenen Naturerlebnis, Vergänglichkeit, Einsamkeit, Schwermut, Mystifizierung und auch Fabelwesen. Alle diese Motive dokumentieren Sehnsüchte, die schwerlich oder teils gar keine Erfüllung finden.

Nicht erfüllte Sehnsüchte speisen sich aus sich selbst und können dennoch hingebungsvoll dauerhaft genossen werden.[1]

Zentrales Symbol für diese Sehnsüchte und deren Ziele in der Romantik ist das Symbol der Blauen Blume. Die Blaue Blume verkörpert die romantische Suche nach innerer Einheit, Heilung und Unendlichkeit verkörpert.[2] Die bedeutende deutsche Dichterin und Philosophin Ricarda Huch (18. Juli 1864: 17. November 1947) greift das Motiv der blauen Blume auf: „Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.“[3]

Die Dichter der Romantik verstanden sich nicht mehr nur als „Erzieher“ des Volkes, wie noch in der Weimarer Klassik üblich, sondern transformierten über die Sehnsüchte etc. zu intellektuellen Einzelgängern innerhalb der Gesellschaft. Sie pflegten Kontakte überwiegend innerhalb eines geschlossenen Freundeskreises.

Die Schriftsteller der romantischen Epoche machten es sich zur Aufgabe, das Unheimliche und die innere Natur des Menschen mit in ihre Werke einzubeziehen. Vordergründig jedoch bildeten übertriebene oder überzeichnete Gefühle einen Schwerpunkt ihres Schaffens.

Einem Märchen ähnlich stellten die Romantiker oftmals Scheinwelten zur Realität her, in die sie allein oder gemeinsam gedanklich oder gestalterisch flüchteten. Charakteristisch für die Romantik ist auch, dass zum ersten Mal in der Literaturgeschichte Frauen wie Bettina Brentano, Caroline Schlegel, Karoline von Günderode als Literaten Anerkennung fanden.

Als herausragende männliche Literaten dieser Epoche gelten:

Friedrich und Wilhelm - August Schlegel, Novalis, Ludwig Tieck, Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff, Ernst Theodor Amadeus Hoffmann und die für ihre Märchen bekannten Gebrüder Jakob und Willhelm Grimm.

[...]


[1] Heinrich Biermann und Bernd Schurf: Texte, Themen und Strukturen, Berlin 2. Auflage 2006

[2] Wikipedia: Romantik, 4. März 2008 um 00:33 Uhr, http://de.wikipedia.org/wiki/Romantik#Abschnitte_der_Romantik, 18. März 2008

[3] Ricarda Huch

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Details

Titel
Die Bedeutung der Volksmärchen in der literaturhistorischen Epoche der Romantik
Note
13 KMK
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V117108
Dateigröße
354 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Volksmärchen, Epoche, Romantik
Arbeit zitieren
Katharina Klapproth (Autor), 2008, Die Bedeutung der Volksmärchen in der literaturhistorischen Epoche der Romantik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117108

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