Reflexion wissenschaftlichen Arbeitens. "Wissenschaft als Beruf" von Max Weber und der Einfluss von IoT-, Big-Data- und Mobile-Health-Lösungen


Projektarbeit, 2022

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Teilaufgabe 1: Essay-Wissenschaft als Beruf von Max Weber
2.1 Zentrale Aufgaben eines Wissenschaftlers
2.2 Sind Wissenschaftler Universalgelehrte?
2.3 Was wird für wissenschaftliche Erkenntnis benötigt?
2.4 Beweist sich wissenschaftliche Erkenntnis durch Dauerhaftigkeit und Voll­ endung eines Themas?
2.5 Was meint Max Weber mit Entzauberung der Welt?
2.6 Was leistet die Wissenschaft Positives für die Welt?

3 Teilaufgabe 2: Analyse „Der Einfluss von IoT-, Big-Data- und Mobile- Health-Lösungen auf die Wertschöpfung in Krankenhäusern: Gap­Analyse und Handlungsempfehlungen“
3.1 Relevanz des Themas
3.2 Erläuterung der drei Thesen im Text
3.3 Angewandte Forschungsmethodik
3.4 Bewertung der Vorgehensweise im empirischen Teil
3.5 Erweiterung der Problematik und Lösungsempfehlungen
3.6 Persönliches Fazit nach dieser Studie

4 Conclusio

LITERATURVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Anzahl der Krankenhausbetten in D. 1998 bis 2019

1 Einleitung

Im Rahmen dieser Projektarbeit soll einerseits über die Bedeutung wissenschaftlichen Arbeitens an sich reflektiert werden, andererseits über das, was Wissenschaft ausmacht und über den Ent­stehungsprozess wissenschaftlicher Ausarbeitungen.

1.1 Problemstellung

Diese Projektarbeit ist in zwei Abschnitte unterteilt. Im ersten wird der bekannte Essay „Wissen­schaft als Beruf“ von Max Weber beleuchtet und dazu inhaltliche Fragen beantwortet. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit dem Artikel „Der Einfluss von IoT-, Big-Data- und Mobile-Health- Lösungen auf die Wertschöpfung in Krankenhäusern: Gap-Analyse und Handlungsempfehlungen“ und beantwortet hierzu einige Fragen.

1.2 Aufbau der Arbeit

In Kapitel zwei geht es primär um die Evaluation des Aufsatzes von Max Weber aus dem Jahre 1917 auf fundamentale Kernaussagen. Zuerst werden die zentralen Aufgaben eines Wissen­schaftlers herausgearbeitet und dann der Frage, ob diese Universalgelehrte sind und was für wis­senschaftliche Erkenntnisse von Nöten ist, nachgegangen. Anschließend wird erläutert, ob sich diese wissenschaftliche Erkenntnis durch Dauerhaftigkeit und Vollendung eines Themas beweist, was Max Weber mit der Entzauberung der Welt meint und letztlich, was die Wissenschaft Positi­ves für die Welt leistet.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit einem Artikel zum Thema „Der Einfluss von IoT-, Big-Data- und Mobile-Health-Lösungen auf die Wertschöpfung in Krankenhäusern: Gap-Analyse und Hand­lungsempfehlungen“ von Florian Neft, Karolin Eva Kappler und Stefan Smolnik. Im ersten Schritt wird die Relevanz des Themas betrachtet und die drei Thesen im Artikel herausgearbeitet. An­schließend wird die angewandte Forschungsmethodik betrachtet und die Vorgehensweise im empirischen Teil bewertet. Zum Schluss wird der Artikel um weitere Problematiken und Lösungs­empfehlungen ergänzt und ein persönliches Fazit zu dieser Studie abgegeben.

2 Teilaufgabe 1: Essay- Wissenschaft als Beruf von Max Weber

Max Weber, der 1864 in Erfurt geboren worden ist1 , gilt als bedeutender Soziologe und wurde 1917 gebeten, einen Vortrag zum Thema „Wissenschaft“ in München zu halten. Er referierte über die Fragestellung, ob Wissenschaft ein Beruf sei. Bis heute gilt dieser Aufsatz als aktuell und gültig und reicht weit über eine reine Berufsbeschreibung hinaus. Weber reflektiert über den Zweck und Auftrag der Wissenschaft und über das Wesen von Wissenschaft an sich.2 Die Lektüre des Vortrags bildet die erste Teilaufgabe dieser Projektarbeit.

2.1 Zentrale Aufgaben eines Wissenschaftlers

Welche beiden zentralen Aufgaben sollte ein bzw. eine WissenschaftlerIn erfüllen? Welches „Doppelgesicht“ bringt die Aufgabe mit sich? Wie würden sich diese Aufgaben in der Praxis abseits der Wissenschaft übertragen? Lässt es sich direkt anwenden?

Der Autor nennt zwei wesentliche Aufgaben eines Wissenschaftlers. Zum ersten wird der Student als Gelehrter bezeichnet, der das entsprechende Wissen für seine Fachschaft mitbringt. Zum zweiten ist der Wissenschaftler aber auch Lehrer. Diese beiden Aufgaben nennt Weber das „Dop­pelgesicht“ der Wissenschaft. Er erklärt, dass der Lehrer anhand von Zuhörern gemessen werden, was zu einer Konkurrenz um die höchste Anzahl der Zuhörerschaft in den Universitäten führt.3 Während die Wissenschaftler als Lehrer an den Hörerzahlen gemessen werden, lässt sich die Qualität als Gelehrter nicht so einfach abbilden. Je jünger der Wissenschaftler also ist, desto we­niger scheint er über Wissen zu verfügen. Ist der Wissenschaftler ein sehr guter Gelehrter und hat bei Vorlesungen als Lehrer wenig Zuhörer, gilt er als schlechter Lehrer. Weber macht daran deutlich, dass die allgemeine Meinung vorherrscht, dass die Anzahl der Studenten eine Aussage über die Qualität des Wissenschaftlers als Lehrer treffen kann. Diese Aussage kritisiert er und begründet dies damit, dass Intonation, Temperament und Stimmfall prägend sind, ob eine Vor­lesung beim entsprechenden Lehrer besucht werden oder eben nicht. Über die Qualität des Vor­trages sage das seiner Meinung nach nichts aus. Stattdessen sei es die Aufgabe eines guten Do­zenten, die Studenten über wissenschaftliche Probleme zu informieren und sie dazu zu befähigen selbständig darüber nachzudenken. Der Soziologe nennt diese Aufgabe als schwierigste und be­tont immer wieder, dass zu Zuhörerzahl eben nichts über die Qualität des Lehrers aussagt.4

Überträgt man diese Aufgaben in die Praxis außerhalb der Wissenschaft, so kann als Bespiel der Beruf des Pfarrers genannt werden. Auch dieser hält Vorlesungen und Reden in Form von Got­tesdiensten. Und auch hier kann nicht rein über die Anzahl der Zuhörer, also Besucher des Got­tesdienstes, auf die Qualität des Pfarrers geschlossen werden. Als Gelehrter weiß er viel über theologische Grundsätze und Aufbau des christlichen Glaubens. Aber sein Aufgabengebiet um­fasst weit mehr als das Abhalten der Gottesdienste: so unterrichtet er in Schulen Religion, leitet Gruppen in der Gemeinde, führt das Unternehmen „Kirchengemeinde“ gemeinsam mit dem Kir­chenvorstand und ist Seelsorger für seine Mitglieder.5 Weber beschreibt, dass Tonfall und Tem­perament ausschlaggebend für den Erfolg des Lehrers sind, was auch auf den Pfarrer zutrifft. Er betont dabei immer wieder, dass die Anzahl der Zuhörer aber nichts über die Qualität des Wis­senschaftlers aussagt, wenn nicht klar ist, ob die Botschaft beim Zuhörer ankommt und dieser zum selbständigen Denken angeregt wird.6 Diese Sichtweise kann mit der Arbeit eines Pfarrers teilweise verglichen werden. Es gibt Erhebungen über die Qualität eines Pfarrers im Zusammen­spiel mit der Pfarrei. Hier zeigt sich, dass ein guter Pfarrer ein offener und mitfühlender Mensch ist, der in aktuellen Lebens- und Ereignisphasen wegweisend und für jedes Milieu in der Ge­meinde entsprechend Partner ist.7 Und dennoch ist es wie Weber sagt: letztlich wird der Gemein­devorsteher anhand der Gottesdienstbesucher bewertet.

2.2 Sind Wissenschaftler Universalgelehrte?

Stimmt Max Weber der Auffassung zu, dass WissenschaftlerInnen vor allem Universalgelehrte wären? Wie begründet er sein Urteil?

Max Weber vertritt nicht die Auffassung, dass der Wissenschaftler ein Universalgelehrter ist. Viel­mehr erklärt er, dass sich die Wissenschaft in einem Stadium der Spezialisierung befindet und dies auch in Zukunft weiter voranschreitet. Wer hier Vollkommenes leisten will, so Weber, muss sich spezialisieren.8 Der Soziologe gibt zu bedenken, dass die wissenschaftliche Arbeit oft nur durch Informationen aus Nachbargebieten möglich ist, wenn die Fragestellung umfassend beant­wortet werden soll. Ohne Spezialisierung bleibt diese Arbeit aber unvollkommen. Weber geht sogar so weit, dass er sagt, wer nicht in der Lage ist, in seinem Gebiet Scheuklappen aufzusetzen und sich mit voller Leidenschaft dieser hinzugeben, solle der Wissenschaft fernbleiben. Eine end­gültige Leistung kann nach ihm nur durch eine strenge Spezialisierung erreicht werden.9

2.3 Was wird für wissenschaftliche Erkenntnis benötigt?

Max Weber erkennt, dass für wissenschaftliche Erkenntnis nicht nur alltäglich Forschungsarbeit und Routine verlangt wäre, sondern es auch eines zweiten Elements bedarf. Was wäre das? Und was besagt dies für das UnternehmerInnentum?

Für Max Weber ist die wichtigste Eigenschaft eines Wissenschaftlers die Leidenschaft. Sein Han­deln ist nur dann von Bedeutung, wenn er es auch Überzeugung und mit eben dieser Leidenschaft tun kann. Er nennt diese sogar als Pionierin für die sog. Eingebung.10 Für ihn bedeutet das, dass der Mensch Einfälle für sein Handeln braucht, damit er das Gefühl bekommt, etwas Wertvolles und Gewinnbringendes zu leisten. Weder Einfälle noch Eingebung können erzwungen werden. Durch harte Arbeit kann ein Einfall entstehen, unabhängig davon ob es sich dabei um einen Fach­mann oder Dilettanten handelt.11 Weber betont aber, dass der Einfall nicht die Arbeit ersetzen kann, oder umgekehrt. Ebenso wie die Leidenschaft, die essentiell ist. Auch wer immer hart ar­beitet, fleißig ist, kann ohne Einfall bleiben. Für das Unternehmertum bedeutet das, dass der Unternehmer für sein Werk Einfälle haben muss, denn ohne Eingebung bleibt er stets ein tech­nischer Beamte: er wird nie organisatorische Neuschöpfungen gestalten.12

2.4 Beweist sich wissenschaftliche Erkenntnis durch Dauerhaf­tigkeit und Vollendung eines Themas?

Solide wissenschaftliche Erkenntnis beweist sich durch Dauerhaftigkeit und Vollendung eines Themas. Kennzeichnet große Erkenntnisse vor allem die Eigenheit, dass sie eine diskutierte Sachfrage zum Abschluss führt? Würde Max Weber dieser Einschätzung zustimmen? Ja/Nein? Warum?

Max Weber ist der Meinung, dass derjenige, der sich der wissenschaftlichen Arbeiten widmet und sich diesem Dienst vollkommen hingibt, eine Persönlichkeit ist und hat. Dies betreffe aber nicht nur die Wissenschaft, sondern erstrecke sich auch auf den Bereich der Kunst. Der Künstler gibt sich seiner Sache voll hin. Der Unterschied zum Wissenschaftler ist aber, dass sich die Erfül­lung des Kunstwerkes nicht ändert. Es veraltet nicht und verliert nicht an Bedeutung. Anders ist es eben bei der Wissenschaft, bei der sich Wissen und Erkenntnisse ändern können, wenn neue Erkenntnisse auftauchen. Weber fragt kritisch, was der Fachmann irgendwann noch Neues sagen kann, was noch nicht gesagt worden ist? Stattdessen sollen innere Hingabe des Wissenschaftlers der Grund für sein Tun sein. So kann die wissenschaftliche Arbeit in den Ablauf der Fortschritt integriert werden. Anders als es beim Kunstwerk der Fall ist, kann Wissenschaft nicht vollendet werden. Jedem Wissenschaftler muss klar sein, dass sein Wissen, sein Stand und sein Werk ir­gendwann veraltet sein wird, weshalb der Sinn darin besteht, sich immer wieder neuen Fragen zu stellen und seine Arbeit zu aktualisieren. So ist dieser Fortschritt unendlich - anders als bei dem Werk eines Künstlers.13

Weber nennt diesen Umstand das Sinnproblem der Wissenschaft: Der Wissenschaftler arbeitet an einem Werk, das letztlich nie zu Ende gebracht werden kann.14

2.5 Was meint Max Weber mit Entzauberung der Welt?

Der Autor beschreibt, dass die Zuhörer in den Vorlesungen nicht mehr in der Lage sind zu erklä­ren, wie ihr Leben „funktioniert“. Er meint damit, dass die Menschen nicht wissen, wie der Strom aus der Steckdose kommt, also wie das System, die Technik, dahinter aufgebaut ist. Sie nehmen es so an und glauben, sie seien im Stande, dieses Wissen bei Bedarf, aber auch nur dann, zu erwerben.

[...]


1 Vgl. Lebendiges Museum Online (2014), URL

2 Vgl. Weber (1919), S. 479-480

3 Vgl. Weber (1919), S. 479

4 Vgl. Weber, 1919. S. 480

5 Vgl. Evangelische Landeskirche in Baden (2022), URL

6 Vgl. Weber, 1919. S. 480

7 Vgl. Wienhardt (2018), URL

8 Vgl. Weber, 1919. S. 481

9 Vgl. Weber, 1919. S. 482

10 Vgl. Weber, 1919. S. 482

11 Vgl. Weber, 1919. S. 483

12 Vgl. Weber, 1919. S. 484

13 Vgl. Weber, 1919. S. 485-486

14 Vgl. Weber, 1919. S. 487

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Reflexion wissenschaftlichen Arbeitens. "Wissenschaft als Beruf" von Max Weber und der Einfluss von IoT-, Big-Data- und Mobile-Health-Lösungen
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
2,0
Autor
Jahr
2022
Seiten
23
Katalognummer
V1171131
ISBN (Buch)
9783346588760
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Max Weber, Wissenschaft als Beruf, IT, Big Data, Gesundheitsmanagement, Digitalisierung
Arbeit zitieren
Jessica Wendler (Autor:in), 2022, Reflexion wissenschaftlichen Arbeitens. "Wissenschaft als Beruf" von Max Weber und der Einfluss von IoT-, Big-Data- und Mobile-Health-Lösungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1171131

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