Unter dem Begriff „Clusteranalyse“ versteht man ein Segmentierungsverfahren, mit dem die zu untersuchenden Daten in Gruppen aufgeteilt werden sollen. Diese Gruppeneinteilung wird von Backhaus et al. (2003) folgendermaßen beschrieben:
„Die Mitglieder einer Gruppe sollen dabei eine weitgehend verwandte Eigenschaftsstruktur aufweisen; d.h. sich möglichst ähnlich sein. Zwischen den Gruppen sollen demgegenüber (so gut wie) keine Ähnlichkeiten bestehen. Ein wesentliches Charakteristikum der Clusteranalyse ist die gleichzeitige Heranziehung aller vorliegenden Eigenschaften zur Gruppenbildung. […] Bei allen Problemstellungen, die mit Hilfe der Clusteranalyse gelöst werden können, geht es immer um die Analyse einer heterogenen Gesamtheit von Objekten (z.B. Personen, Unternehmen), mit dem Ziel, homogene Teilmengen von Objekten aus der Objektgesamtheit zu identifizieren.“ Die im Folgenden dargestellte Clusteranalyse hat einen Datensatz der Katholischen Universität Eichstätt zur Grundlage, der sich auf eine 2004 durchgeführte Schülerbefragung bezieht. Leiter der Studie war Prof. Dr. Siegfried Lamnek; das Thema war „Gewalt in der Schule“. Die hier betrachteten Variablen sind acht Täter- und Opfer-Indizes, mittels denen die Schüler in Gruppen eingeteilt werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ZU DEN DATEN
3 METHODISCHE VORÜBERLEGUNGEN
4 DISKUSSION VERSCHIEDENER LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN
4.1 ZUSAMMENSETZUNG DER CLUSTER UND VERGLEICH DER MITTELWERTE
4.2 F- UND T-WERTE
5 ENDGÜLTIGES MODELL
5.1 STATISTISCHE ARGUMENTE
5.2 INHALTLICHE ARGUMENTE
5.3 ZUSAMMENHANG MIT SOZIODEMOGRAFISCHEN MERKMALEN
6 ZUSAMMENFASSUNG
7 ANHANG
7.1 SYNTAX
7.2 DIE WICHTIGSTEN TABELLEN UND GRAFIKEN
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit nutzt die Clusteranalyse, um Daten aus einer Schülerbefragung von 2004 zum Thema „Gewalt in der Schule“ in homogene Gruppen zu segmentieren und deren Merkmale sowie soziodemografische Zusammenhänge zu analysieren.
- Anwendung des WARD-Verfahrens zur Segmentierung von Gewalt-Indizes
- Differenzierung von Schülergruppen basierend auf Täter- und Opfererfahrungen
- Statistische Evaluation der Cluster-Homogenität mittels F- und t-Werten
- Analyse soziodemografischer Zusammenhänge (Schultyp, Klassenstufe, Geschlecht, Erziehungsstil)
- Visualisierung durch Korrespondenzanalysen
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Unter dem Begriff „Clusteranalyse“ versteht man ein Segmentierungsverfahren, mit dem die zu untersuchenden Daten in Gruppen aufgeteilt werden sollen. Diese Gruppeneinteilung wird von Backhaus et al. (2003) folgendermaßen beschrieben:
„Die Mitglieder einer Gruppe sollen dabei eine weitgehend verwandte Eigenschaftsstruktur aufweisen; d.h. sich möglichst ähnlich sein. Zwischen den Gruppen sollen demgegenüber (so gut wie) keine Ähnlichkeiten bestehen. Ein wesentliches Charakteristikum der Clusteranalyse ist die gleichzeitige Heranziehung aller vorliegenden Eigenschaften zur Gruppenbildung. […] Bei allen Problemstellungen, die mit Hilfe der Clusteranalyse gelöst werden können, geht es immer um die Analyse einer heterogenen Gesamtheit von Objekten (z.B. Personen, Unternehmen), mit dem Ziel, homogene Teilmengen von Objekten aus der Objektgesamtheit zu identifizieren.“
Die im Folgenden dargestellte Clusteranalyse hat einen Datensatz der Katholischen Universität Eichstätt zur Grundlage, der sich auf eine 2004 durchgeführte Schülerbefragung bezieht. Leiter der Studie war Prof. Dr. Siegfried Lamnek; das Thema war „Gewalt in der Schule“. Die hier betrachteten Variablen sind acht Täter- und Opfer-Indizes, mittels denen die Schüler in Gruppen eingeteilt werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Clusteranalyse als Segmentierungsverfahren und Vorstellung des Datensatzes einer Schülerbefragung zum Thema Gewalt.
2 ZU DEN DATEN: Beschreibung der acht Täter- und Opfer-Indizes sowie der ergänzenden soziodemografischen Merkmale.
3 METHODISCHE VORÜBERLEGUNGEN: Erläuterung der Stichprobenziehung, der Wahl des WARD-Algorithmus und der Festlegung auf eine 7-Cluster-Lösung.
4 DISKUSSION VERSCHIEDENER LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN: Analyse der Cluster-Zusammensetzung bei verschiedenen Schritten und Beurteilung der Homogenität mittels F- und t-Werten.
5 ENDGÜLTIGES MODELL: Detaillierte statistische und inhaltliche Begründung des gewählten 7-Cluster-Modells sowie Analyse der soziodemografischen Zusammenhänge.
6 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Darstellung der erfolgreichen Segmentierung und der unterschiedlichen Gewaltbereitschaft in den identifizierten Gruppen.
7 ANHANG: Dokumentation der verwendeten Syntax sowie Zusammenstellung der wichtigsten Tabellen und Grafiken.
Schlüsselwörter
Clusteranalyse, WARD-Verfahren, Gewalt in der Schule, Schülerbefragung, Homogenität, Heterogenität, Opfer-Indizes, Täter-Indizes, Soziodemografie, Korrespondenzanalyse, Klassenstufe, Schulform, Erziehungsstil, Segmentierungsverfahren, Datenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung einer Clusteranalyse zur Einteilung von Schülern in homogene Gruppen basierend auf deren Gewalt-Erfahrungen als Täter oder Opfer.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die statistische Segmentierung, die Typologisierung von Schülergruppen hinsichtlich ihres Gewaltverhaltens und die Korrelation dieser Typen mit soziodemografischen Merkmalen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Datensatz einer 2004 durchgeführten Schülerbefragung sinnvoll in Gruppen zu unterteilen, die nach außen heterogen und intern homogen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Clusteranalyse (insbesondere das WARD-Verfahren) sowie zur Veranschaulichung der Zusammenhänge eine Korrespondenzanalyse eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden methodische Überlegungen zur Clusterbildung diskutiert, verschiedene Lösungsansätze verglichen und das endgültige 7-Cluster-Modell inhaltlich charakterisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Clusteranalyse, WARD-Verfahren, Gewaltprävention, Schülerbefragung und soziodemografische Analyse.
Was unterscheidet die "braven Schimpfer" von den "Angebern"?
Die "braven Schimpfer" haben insgesamt niedrige Gewaltwerte, während die "Angeber" durch enorm hohe Werte in allen Gewaltbereichen auffallen und eine kleine, extremere Gruppe bilden.
Welche Rolle spielt der Erziehungsstil bei der Clusterbildung?
Es zeigt sich ein Zusammenhang: Schüler in aggressiven Clustern beschreiben ihre Erziehung häufig als hart und streng, während in Clustern mit "braven" Schülern der liebevolle Erziehungsstil überwiegt.
Welchen Einfluss hat die Klassenstufe auf das Gewaltverhalten?
Opfer finden sich besonders in der Unterstufe, während aggressive Verhaltensweisen in der Mittelstufe zunehmen; in der Oberstufe sind sowohl "Brave" als auch "Täter" häufig vertreten.
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- Florian Wohlkinger (Author), 2007, Clusteranalyse - Ein Anwendungsbeispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117121