Die Arbeit stellt die Funktionsweise der Blockchain-Technologie vor und identifiziert mittels einer umfangreichen Analyse zahlreiche Risiken und Gefahren, die von dieser Technologie ausgehen.
Die Blockchain-Technologie etabliert sich derzeit als Schlüsseltechnologie. Sie ist eine der weltweit meistdiskutierten Phänomene in Bezug auf die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Ihr wird ein ähnliches Potential zugetraut wie dem Internet vor dessen globaler Expansion.
Ziel der Arbeit ist es, der Ethik mit technikethischem Instrumentarium einen Zugriff auf die BCT zu ermöglichen. Wie aber passt das Vorhaben einer Literaturanalyse in diesen Kontext und wie sind die Begriffe „ethisch“ und „technikethisch“
distinkt beziehungsweise verschränkt?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel
1.2 Wissenschaftlicher Kontext und Forschungsstand
1.3 Vorgehen und Aufbau der Arbeit
2. Blockchain-Technologie (BCT)
2.1 Grundsätzliche Funktionsweise
2.2 Charakteristika
2.3 Chancen und Anwendungsbeispiele
3. Mögliche Risiken und Gefahren der BCT
3.1 Methodik der Literaturanalyse
3.2 Ergebnisse der Literaturanalyse
3.3 Erkenntnisse aus der Literaturanalyse
4. Governance im Hinblick auf die BCT
4.1 Interne Governance
4.2 Externe Governance
5. Fazit
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Bewertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Blockchain-Technologie aus technikethischer Perspektive, um bisher identifizierte ethisch relevante Gefahren und Risiken zu systematisieren und den Diskurs sowie regulatorische Governance-Maßnahmen zu fundieren.
- Technikethische Einordnung der Blockchain-Technologie
- Systematische Literaturanalyse zu Risiken und Gefahren
- Untersuchung von Governance-Modellen zur Steuerung der Technologie
- Diskussion von Vertrauen, Machtstrukturen und gesellschaftlichen Auswirkungen
- Herausarbeitung von Bedrohungsszenarien und technologischen Limitierungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Ziel
Die Blockchain-Technologie (im Folgenden: BCT) etabliert sich derzeit als Schlüsseltechnologie. Sie ist eine der weltweit meistdiskutierten Phänomene in Bezug auf die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Ihr wird ein ähnliches Potential zugetraut, wie dem Internet vor dessen globaler Expansion. Eine Mehrheit der Teilnehmenden einer Umfrage des World Economic Forum prognostizierte bereits 2015, dass bis 2025 10% der globalen Wirtschaftsleistung mithilfe der BCT realisiert werden könnten.
Im ethischen Diskurs, spielt die BCT gegenüber anderen Schlüsseltechnologien (wie beispielsweise der „Künstlichen Intelligenz)“ noch eine relativ kleine Rolle. Dies mag an der kurzen Zeitspanne ihrer Existenz liegen: Das „Gründungsdokument“ der BCT von Nakamoto stammt aus dem Jahr 2008. Möglicherweise trägt auch der Abstraktionsgrad und die Komplexität dessen, was unter „Blockchain“ eigentlich zu verstehen ist oder verstanden werden könnte, mit dazu bei. De facto wurden als „ethisch“ charakterisierte, wissenschaftliche Beiträge zur BCT erstmals 2015 publiziert und haben sich zunächst vornehmlich auf die eigentlich eher rechtswissenschaftlich relevanten Dimensionen von BCT und Kryptowährungen bezogen. Der Anteil genuin philosophischer Beiträge an der Gesamtheit der wissenschaftlichen Beiträge zur BCT habe 2017 schätzungsweise bei lediglich drei Prozent gelegen.
In anderen Teilbereichen der Angewandten Ethik gibt es etablierte Diskurse und Argumente, die über lange Zeit entwickelt wurden. Im Hinblick auf die BCT sind vergleichbare ethische Themenfelder derzeit noch nicht entsprechend abgesteckt. Diese müssen erst noch herausgearbeitet werden. Vor diesem Hintergrund soll es daher Ziel der Hausarbeit sein, einen aktuellen Überblick darüber zu geben, welche Themen im Zusammenhang mit der BCT bisher als ethisch relevant identifiziert worden sind. Dazu soll geeignete Literatur analysiert werden. Die Leitfrage dabei ist: Welche Gefahren, Probleme oder Risiken der BCT sind mögliche Themen eines ethischen Diskurses, bzw. relevant für diesbezügliche Governance-Maßnahmen? Die Arbeit soll insofern zu diesem frühen Zeitpunkt der Technikentwicklung mit dazu beitragen, für einen aufkommenden wissenschaftlichen Diskurs, eine Basis zu finden und ein Bewusstsein zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Blockchain-Technologie als Schlüsseltechnologie ein, skizziert den aktuellen Forschungsstand und definiert das Ziel, ethisch relevante Risiken mittels Literaturanalyse zu identifizieren.
2. Blockchain-Technologie (BCT): Das Kapitel erläutert die technischen Grundlagen, Charakteristika und Anwendungsbeispiele der Blockchain-Technologie, um ein Verständnis für deren Potenzial und Funktionsweise zu schaffen.
3. Mögliche Risiken und Gefahren der BCT: Hier werden mittels einer systematischen Literaturanalyse zehn Themencluster von Risiken identifiziert, die von technischen Fehlfunktionen bis hin zu sozio-politischen Bedrohungen reichen.
4. Governance im Hinblick auf die BCT: Dieses Kapitel diskutiert Ansätze der internen und externen Governance zur Steuerung des Technisierungsprozesses und zur Risikominimierung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, betont die Notwendigkeit regulatorischer Rahmenbedingungen und gibt einen Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Blockchain-Technologie, BCT, Technikethik, Risikoidentifikation, Governance, Dezentralität, Smart Contracts, Proof-of-Work, Kryptowährungen, Vertrauen, digitale Transformation, Technologiepolitik, Datensicherheit, IT-Governance, ethische Risiken.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Blockchain-Technologie aus einer technikethischen Perspektive, um die bislang in der Literatur identifizierten ethischen Risiken und Gefahren der Technologie systematisch aufzuarbeiten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder umfassen die technische Funktionsweise, technologische Basisrisiken, Herausforderungen der Dezentralität, datenschutzrechtliche Aspekte, ökonomische Implikationen sowie gesellschaftliche Fragen wie Vertrauen und staatliche Souveränität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, einen aktuellen Überblick über die in der Literatur als ethisch relevant eingestuften Risiken der Blockchain-Technologie zu geben und diese für künftige regulatorische Governance-Maßnahmen und den philosophischen Diskurs aufzubereiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine systematische Literaturanalyse, bei der relevante wissenschaftliche Texte recherchiert, gesichtet und in zehn thematische Risikocluster unterteilt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der technischen Grundlagen der Blockchain, die detaillierte Darstellung der identifizierten Gefahren und Risiken sowie eine Analyse der Möglichkeiten interner und externer Governance zur Steuerung der Technologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakteristische Schlüsselwörter sind unter anderem Blockchain-Technologie, Technikethik, Risikoidentifikation, Governance, Dezentralität und Kryptowährungen.
Warum wird die Dezentralität der Blockchain in der Arbeit als Risiko eingestuft?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Dezentralität zwar ein Kernmerkmal ist, aber auch zu Problemen bei der Zuweisung von Verantwortung führt und staatliche Regulierungsversuche erschweren kann, was wiederum Netzwerke für Akteure außerhalb bestehender Rechtssysteme attraktiv machen könnte.
Welche Bedeutung kommt dem Thema "Vertrauen" im Kontext der Blockchain zu?
Das Thema ist zentral, da die Blockchain als technologische Antwort auf mangelndes Vertrauen in Intermediäre (z.B. Banken) konzipiert wurde. Die Arbeit hinterfragt jedoch kritisch, ob die vollständige Delegation der Vertrauensfrage an Software zu einer moralischen Distanz führt und soziale Bindungen ersetzen kann.
- Arbeit zitieren
- Frank Arens (Autor:in), 2021, Risiken und Gefahren der Blockchain. Die Blockchain-Technologie aus technikethischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1171459