In der folgenden Arbeit werden die Prozesse und Strukturen der Herstellung von Männlichkeit näher betrachtet. Dabei wird vornehmlich die Verwobenheit und die wechselseitige Konstituierung von Männlichkeit und Sport, unter besonderer Berücksichtigung des Terminus Hegemoniale Männlichkeit, in den Blick genommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Männlichkeit und Sport
2.1 Zur Konstruktion von Männlichkeit
2.2 Sport als Sozialraum und kulturelle Praxis
2.3 Doing Masculinity - Herstellung von Männlichkeit im Kontext sportlicher Praktiken
3 Zur Transformation Hegemonialer Männlichkeit in und durch Sport
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das wechselseitige Konstituierungsverhältnis von Männlichkeit und Sport. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie das Feld des Sports zur Herstellung und Inszenierung hegemonialer Männlichkeit beiträgt und welche Potenziale bestehen, diese Strukturen durch informelle Sportkontexte oder ästhetische Praktiken zu transformieren.
- Analyse der Konstruktion von Männlichkeit als soziale Kategorie
- Sport als Sozialraum und kulturelle Praxis
- Prozesse des "Doing Masculinity" im Sport
- Transformation hegemonialer Männlichkeitsbilder
Auszug aus dem Buch
2.3 Doing Masculinity - Herstellung von Männlichkeit im Kontext sportlicher Praktiken
„Doing Masculinity“ (Kreuz, 2016, S. 196) beschreibt „die aktive Her - und Darstellung männlicher Geschlechtszugehörigkeit.“ ( Budde, 2014, S.20) . Dabei muss Männlichkeit derart hergestellt werden, dass das Subjekt eindeutig als Junge* bzw. als Mann* identifiziert werden kann. Budde (2014) weist in diesem Kontext darauf hin, dass dabei in hohem Maße Merkmale, Formen, Darstellungen und Praktiken hegemonialer Männlichkeit in das Handeln eingebunden und somit im „Doing Masculinity“ (Kreuz, 2016, S. 196) reproduziert werden (vgl. Budde, 2014, S. 20 ff.). Bringt man ausgehend von dieser Notwendigkeit sich geschlechtlich zu inszenieren, nun Männlichkeit und Sport in einen Zusammenhang so kann, wie oben bereits angedeutet, ein wechselseitiges Konstituierungs- und Interdependenzverhältnis ausgemacht werden.
Wirft man dazu einen kurzen Blick auf die moderne Geschichte ist dieses Verhältnis zunächst einmal dadurch zu erklären, dass der Sport in seinen Ursprüngen eine starke Akzentuierung funktionaler Bezüge vornahm. Sport war dabei in direktem Zusammenhang mit dem Feld des Militärs zu sehen, das in den letzten Jahrhunderten eine reine Männerdomäne darstellte und vor allem den Fokus auf die Rekrutierung männlicher Jugendliche und junger Männer* gelegt hat (vgl. Hartmann-Tews, 2004, S. 2). Dementsprechend prägten die Erfordernisse des Militärs wie Kraft, Mut, Härte und Selbstkontrolle, die im Sport in einem ‚Proben für den Ernstfall‘ eingefordert wurden maßgeblich den Sport und somit auch das Selbst- und Männlichkeitsbild der Männer*.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand eines medialen Beispiels die exemplarische Rolle des Sports bei der wechselseitigen Konstitution von Männlichkeit und Sport.
2 Männlichkeit und Sport: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Geschlechterkonstruktion im Sport und führt den Begriff des "Doing Masculinity" als zentrales Analyseelement ein.
2.1 Zur Konstruktion von Männlichkeit: Hier wird das Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Connell vorgestellt, um die hierarchischen Machtstrukturen zwischen verschiedenen Männlichkeitsformen zu verdeutlichen.
2.2 Sport als Sozialraum und kulturelle Praxis: Dieser Abschnitt analysiert das Spannungsfeld zwischen den sportlichen Idealen wie Fairness und der gelebten Wettkampf- und Leistungslogik.
2.3 Doing Masculinity - Herstellung von Männlichkeit im Kontext sportlicher Praktiken: Hier wird der historische und aktuelle Zusammenhang zwischen sportlicher Identität, militärischen Wurzeln und der Reproduktion hegemonialer Männlichkeit aufgezeigt.
3 Zur Transformation Hegemonialer Männlichkeit in und durch Sport: Dieses Kapitel untersucht Möglichkeiten des sozialen Wandels und das Potenzial informeller Sportkontexte zur Aufweichung traditioneller Männlichkeitsbilder.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert die Entwicklung neuer Männlichkeitsentwürfe, die ohne die Abwertung anderer Gruppen auskommen.
Schlüsselwörter
Männlichkeit, Sport, Hegemoniale Männlichkeit, Doing Gender, Doing Masculinity, Sozialraum, Leistungsfähigkeit, Transformation, Geschlechterverhältnis, Körperlichkeit, Wettkampf, informeller Sport, Identität, Machtverhältnisse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die komplexe Beziehung zwischen Männlichkeit und dem Feld des Sports und wie diese sich gegenseitig beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Geschlechterkonstruktion, die soziologische Perspektive auf den Sport als Sozialraum sowie die theoretischen Konzepte hegemonialer Männlichkeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Prozesse der Herstellung hegemonialer Männlichkeit im Sport offenzulegen und Potenziale für deren Transformation zu identifizieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischen Fachpublikationen und der Analyse bestehender Studien zu Männlichkeitsdarstellungen im Sport.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Männlichkeitskonstruktion, die soziologische Einordnung des Sports sowie die Untersuchung von Transformationsmöglichkeiten hegemonialer Männlichkeitsbilder.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Hegemoniale Männlichkeit", "Doing Masculinity" und "Sportsoziologie" charakterisiert.
Welche Rolle spielen informelle Sportkontexte bei der Transformation?
Laut der Arbeit bieten informelle Bereiche und Trendsportarten mehr Freiraum als der formelle Leistungssport, um traditionelle Muster aufzubrechen und neue Formen der Männlichkeitsinszenierung zu erproben.
Was bedeutet das "Stil-Können" in diesem Kontext?
Das "Stil-Können" bezeichnet eine Verschiebung des Fokus vom klassischen Leistungsvergleich hin zum ästhetischen Bewegungs-Können, wodurch die Kategorie Geschlecht in den Hintergrund treten kann.
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- Frederik Brauner (Author), 2021, Männlichkeit und Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1171490