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Siedlungsstruktur und Infrastrukturkosten

Title: Siedlungsstruktur und Infrastrukturkosten

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 35 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christoph Lubbe (Author)

Urban and Regional Planning
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Summary Excerpt Details

Der gegenwärtige Trend in der Raumentwicklung steht immer mehr vor dem Problem der Finanzierbarkeit. Stetige Zersiedlungstendenzen, der demographische Wandel in der Bevölkerung sowie starke Bevölkerungsrückgänge in manchen Regionen und Städten wirken sich insbesondere auf die Infrastrukturkosten negativ aus. In Zeiten knapper werdender öffentlicher Ressourcen spielen die Kosten der Infrastrukturerstellung und –bereithaltung eine immer größere Rolle. In der Vergangenheit wurde die Siedlungsentwicklung eher als „reaktive, der Siedlungsplanung untergeordnete Auffangplanung betrieben“ (Schiller/Siedentop 2005). In der Fachliteratur ist man sich jedoch einig, dass durch eine disperse (zerstreute) und nach außen gerichtete Siedlungsentwicklung, gegenüber einer nach innen gerichteten, verdichteten Siedlungsform, ein Mehrfaches an Kosten entsteht. Hoher Bodenverbrauch durch großflächige Grundstücke aber auch ungenutzte, leerstehende Industriebrachen in den Ballungsräumen fördern den Trend der flächenverbrauchenden Siedlungsweise (Baumgartner, 2005). Gemeinden verstärken durch ihre Baulandbereitstellung an den Siedlungsrandgebieten die ineffiziente Zersiedelung.
Diese Form der gering verdichteten Siedlungsentwicklung verursacht aber bei der Erstellung und Unterhaltung der Infrastrukturanlagen große Mehrkosten gegenüber einer verdichteten, nach innen gerichteten Siedlungspolitik. Versorgungsleitungen müssen bei einer dispersen Siedlungsstruktur mit ungenutzten Zwischenräumen, größere Distanzen ohne Versorgungsanschlüsse überbrücken. Die Pro-Kopf-Kosten für die Erstellung und den Unterhalt solcher Leitungen ist liegen weit über den Kosten einer hochausgelasteten Infrastruktur mit maximal und optimal verträglicher Nutzerzahl.
Neben der Problematik einer dispersen Zersiedelung, besteht in manchen Regionen und Städten das Problem einer schrumpfenden Bevölkerung. Besonders in Ostdeutschland führen die starken Bevölkerungsrückgänge mancherorts zu großen Problemen in einer wirtschaftlichen Aufrechterhaltung der bestehenden Infrastruktur.
Zusätzlicher Handlungsbedarf besteht in der bisher ungenügend gelösten Frage einer gerechten Finanzierung von Infrastruktur- und Infrastrukturfolgekosten. Häufig werden Verursacher höherer Kosten nicht anteilig an den höheren gebühren beteiligt, sondern die Mehrkosten werden auf die Allgemeinheit, beziehungsweise die öffentliche Hand umgelegt. Somit sind Verursacher und Träger von Infrastrukturkosten nicht identisch.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchungsrelevante Infrastrukturarten

3. Der Einfluss verschiedener Bevölkerungsentwicklungstrends auf die Siedlungsstruktur sowie die Infrastrukturnachfrage

3.1. Demographischer Wandel

3.2. Zersiedelungstendenzen

4. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und Infrastrukturfolgekosten

4.1. Die Siedlungsdichte unter verschiedenen Raumbetrachtungsebenen

4.2. Technische und soziale Infrastrukturkosten unter Zersiedelungstendenzen

4.3. Technische und soziale Infrastrukturkosten unter Schrumpfungsbedingungen

4.4. Gründe für die Entstehung ineffizienter Siedlungen

5. Die Problematik einer verursachergerechten Infrastrukturfinanzierung

6. Die Methodik der Infrastrukturkostenberechnung – Modellbeispiele

6.1. Die Problematik der Vergleichbarkeit verschiedener Kostenmodelle

6.2. Die Schweizer Strukturkostenstudie ECOPLAN

6.2.1. Modellgrundlagen

6.2.2. Differenzierung nach Siedlungs- und Ortstypen

6.2.3. Differenzierung nach unterschiedlichen Siedlungswachstumstrends

6.2.4. Die Problematik der verursachergerechten Finanzierung

6.3. Das „Havelland-Fläming“ Infrastrukturkostenrechnungsmodell

6.3.1. Modellgrundlagen

6.3.2. Arbeitsphase 1: Auswahl der zu behandelnden Infrastruktur

6.3.3. Arbeitsphase 2: Erfassung der regionalen Bebauungsstruktur

6.3.4. Arbeitsphase 3: Definition der Normausstattung

6.3.5. Arbeitsphase 4: Erfassung der Ist-Ausstattung

6.3.6. Arbeitsphase 5: Szenarien der Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung

6.3.7. Arbeitsphase 6: Nachfrage nach Infrastrukturleistungen zum Ausgangs- beziehungsweise Szenariozeitpunkt

6.3.8. Arbeitsphase 7: Bilanzierung von Angebot und Nachfrage

6.3.9. Arbeitsphase 8: Kosten normgerechter Infrastrukturbereitstellung

6.3.10. Arbeitsphase 9: Dokumentation der Ergebnisse

7. Lösungsansätze für eine Regionalplanung mit kosteneffizienter und angepasster Infrastrukturplanung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit befasst sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen der Siedlungsstruktur und den dadurch induzierten Infrastrukturfolgekosten. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Siedlungstrends – von Zersiedelung bis hin zu demographisch bedingter Schrumpfung – die Kosten für technische und soziale Infrastrukturen beeinflussen, und wie planerische Instrumente zur Optimierung beitragen können.

  • Zusammenhang zwischen Siedlungsdichte und Infrastrukturkosten.
  • Auswirkungen des demographischen Wandels und von Schrumpfungsprozessen.
  • Methodische Ansätze zur Berechnung von Infrastrukturkosten (Modellbeispiele ECOPLAN und Havelland-Fläming).
  • Problematik der verursachergerechten Finanzierung und Quersubventionierung.
  • Instrumente einer nachhaltigen und kosteneffizienten Regionalplanung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Der gegenwärtige Trend in der Raumentwicklung steht immer mehr vor dem Problem der Finanzierbarkeit. Stetige Zersiedlungstendenzen, der demographische Wandel in der Bevölkerung sowie starke Bevölkerungsrückgänge in manchen Regionen und Städten wirken sich insbesondere auf die Infrastrukturkosten negativ aus. In Zeiten knapper werdender öffentlicher Ressourcen spielen die Kosten der Infrastrukturerstellung und –bereithaltung eine immer größere Rolle. In der Vergangenheit wurde die Siedlungsentwicklung eher als „reaktive, der Siedlungsplanung untergeordnete Auffangplanung betrieben“ (Schiller/Siedentop 2005). In der Fachliteratur ist man sich jedoch einig, dass durch eine disperse (zerstreute) und nach außen gerichtete Siedlungsentwicklung, gegenüber einer nach innen gerichteten, verdichteten Siedlungsform, ein Mehrfaches an Kosten entsteht. Hoher Bodenverbrauch durch großflächige Grundstücke aber auch ungenutzte, leerstehende Industriebrachen in den Ballungsräumen fördern den Trend der flächenverbrauchenden Siedlungsweise (Baumgartner, 2005). Gemeinden verstärken durch ihre Baulandbereitstellung an den Siedlungsrandgebieten die ineffiziente Zersiedelung.

Diese Form der gering verdichteten Siedlungsentwicklung verursacht aber bei der Erstellung und Unterhaltung der Infrastrukturanlagen große Mehrkosten gegenüber einer verdichteten, nach innen gerichteten Siedlungspolitik. Versorgungsleitungen müssen bei einer dispersen Siedlungsstruktur mit ungenutzten Zwischenräumen, größere Distanzen ohne Versorgungsanschlüsse überbrücken. Die Pro-Kopf-Kosten für die Erstellung und den Unterhalt solcher Leitungen ist liegen weit über den Kosten einer hochausgelasteten Infrastruktur mit maximal und optimal verträglicher Nutzerzahl.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen knapper Ressourcen in der Raumentwicklung und das Kostenproblem disperser Siedlungsstrukturen.

2. Untersuchungsrelevante Infrastrukturarten: Identifiziert soziale und technische Infrastrukturen mit hoher Kostenrelevanz für die Siedlungsstruktur.

3. Der Einfluss verschiedener Bevölkerungsentwicklungstrends auf die Siedlungsstruktur sowie die Infrastrukturnachfrage: Analysiert die Auswirkungen des demographischen Wandels und der Zersiedelung auf die Infrastrukturnachfrage.

4. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und Infrastrukturfolgekosten: Erläutert den Einfluss der Siedlungsdichte auf Betriebs- und Unterhaltskosten sowie die spezifischen Probleme bei Zersiedelung und Schrumpfung.

5. Die Problematik einer verursachergerechten Infrastrukturfinanzierung: Diskutiert die Ungleichheit zwischen Profiteuren und Kostenträgern durch Quersubventionierungen.

6. Die Methodik der Infrastrukturkostenberechnung – Modellbeispiele: Stellt die Modelle ECOPLAN und Havelland-Fläming als Instrumente zur Kostenermittlung vor.

7. Lösungsansätze für eine Regionalplanung mit kosteneffizienter und angepasster Infrastrukturplanung: Zeigt Instrumente zur Förderung der Reurbanisierung und der Kostenoptimierung auf.

8. Fazit: Fasst die Bedeutung der untersuchten Modelle für eine bewusste und nachhaltige Raumplanung zusammen.

Schlüsselwörter

Siedlungsstruktur, Infrastrukturfolgekosten, Zersiedelung, demographischer Wandel, Infrastrukturkostenrechnung, ECOPLAN, Havelland-Fläming, verursachergerechte Finanzierung, Flächenverbrauch, Siedlungsdichte, Raumordnung, Kostenremanenz, Normkostenmodell, Reurbanisierung, Infrastruktureffizienz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Siedlungsstruktur und den damit verbundenen Kosten für die Bereitstellung und den Unterhalt von Infrastruktur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Zersiedelung und demographischem Wandel, die Methodik zur Berechnung von Infrastrukturkosten und Möglichkeiten einer verursachergerechten Finanzierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Siedlungsmustern und Kostenfolgen aufzuzeigen sowie Instrumente zu präsentieren, die eine kosteneffizientere und nachhaltigere Siedlungsplanung ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und den Vergleich existierender Kostenmodelle, insbesondere des Schweizer ECOPLAN-Modells und des deutschen Modells „Havelland-Fläming“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Auswirkungen von Siedlungsdichten, die Problematik der Finanzierung, die methodische Herangehensweise an die Kostenkalkulation in Modellen sowie Lösungsmöglichkeiten für die Regionalplanung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Infrastrukturfolgekosten, Zersiedelung, demographischer Wandel, Kostenremanenz und Siedlungsstruktur geprägt.

Welche Rolle spielt das "Kostenremanenz"-Phänomen bei schrumpfender Bevölkerung?

Es beschreibt, dass bei sinkender Einwohnerzahl die Kosten für die Infrastruktur aufgrund hoher Fixkosten nicht proportional sinken, wodurch die Pro-Kopf-Kosten steigen.

Warum führen disperse Siedlungsstrukturen zu ineffizienten Kosten?

Da längere Leitungswege und eine geringere Auslastung der Infrastruktur sowie zusätzliche Erschließungskosten anfallen, die nicht durch eine hohe Nutzerzahl gedeckt werden können.

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Details

Title
Siedlungsstruktur und Infrastrukturkosten
College
RWTH Aachen University  (Institut und Lehrstuhl für Stadtbauwesen und Stadtverkehr)
Course
Städtebau und Verkehrsseminar
Grade
2,3
Author
Christoph Lubbe (Author)
Publication Year
2008
Pages
35
Catalog Number
V117149
ISBN (eBook)
9783640196319
ISBN (Book)
9783640196340
Language
German
Tags
Siedlungsstruktur Infrastrukturkosten Städtebau Verkehrsseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Lubbe (Author), 2008, Siedlungsstruktur und Infrastrukturkosten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117149
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