Die Neutralitätspolitik der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England - Abraham Stanyan


Lizentiatsarbeit, 2005

124 Seiten, Note: 5.5 (CH)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
1.1 Konzeption und Zielsetzungen
1.2 Aktueller Forschungsstand

II. Ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des Spanischen Erbfolgekrieges
2.1 Europa im politischen Umbruch
2.1.1 Europäische Lage gegen 1700
2.1.2 Frankreich- Aussenpolitik Ludwigs XIV.
2.1.3 Deutsches Reich/Österreich-Leopold I.
2.1.4 Preussens Aufstieg zur Grossmacht
2.1.5 England-Zeitalter der Vernunft
2.1.6 Spanien-Spielball der Grossmächte
2.2 Spanischer Erbfolgekrieg (1701-1714)
2.2.1 Vorboten des Krieges
2.2.2 Erste Kriegsphase (1701-1704)-bayerisch-französische Allianz
2.2.3 Zweite Kriegsphase (1705-1709)-Italienfeldzug/Malplaquet
2.2.4 Dritte und letzte Kriegsphase (1710-1714)-Entscheidung
2.3 Friedensprozesse
2.3.1 Friede von Utrecht
2.3.2 Friede von Rastatt und Friedenskongress in Baden (CH)

III. Neutralitätspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1649-1712
3.1 Neutralität der Eidgenossen
3.1.1 Terminologische Entwicklung
3.1.2 Ablehnung von politischen Bindungen
3.1.3 Unparteiische Begünstigung
3.1.4 Neutralisierung angrenzender Gebiete (Vormauerpolitik)
3.1.5 Zusammenfassung
3.2 Militärische Landesverteidigung
3.2.1 Defensionale und dessen Revisionen
3.2.2 Militärischen Bestimmungen des „Defensionals“
3.2.3 Mobilisationsanordnungen
3.2.4 Zusammenfassung
3.3 Söldnerwesen
3.3.1 Überblick
3.3.2 Werbungen
3.3.3 Freikompanien
3.3.4 Transgressionen-Soldverträge zum defensiven Gebrauch
3.3.5 Zusammenfassung
3.4 Innenwirtschaft
3.4.1 Finanzwesen
3.4.2 Handel und Verkehr
3.4.3 Gewerbe und Landwirtschaft
3.4.4 Sozialpolitik
3.4.5 Zusammenfassung
3.5 Aussenwirtschaft
3.5.1 Allgemeines
3.5.2 Die Betätigungsgebiete der Tagsatzung
3.5.3 Vorgehen der Tagsatzung
3.5.4 Zusammenfassung

IV. Englische Diplomatie in der Eidgenossenschaft: Abraham Stanyan 1705-1714
4.1 Stanyan und die Drei Bünde
4.1.1 Situation Graubündens zu Beginn der Spanischen Erbfolgekrieges
4.1.2 Bündnis mit Venedig und seine Auswirkungen
4.1.3 Politischer Diskurs um das Passtraktat
4.1.4 Fall Massner
4.2 Erbfolgestreit um Neuenburg
4.2.1 Geschichtlicher Kontext
4.2.2 Diplomatie nach dem Tode Wilhelms III.
4.2.3 Entscheid Neuenburgs und seine Folgen
4.3 Stanyan und die Politik der reformierten Orte
4.3.1 Braconnier-Affäre
4.3.2 Stanyan und die Friedenswünsche der evangelischen Orte
4.3.3 Englische Politik nach dem politischen Umsturz-Toggenburgerstreit

V. Schlussbetrachtungen

VI Quellen-und Literaturverzeichnis

I. Einleitung

1.1 Konzeption und Zielsetzungen

„Die aussenpolitischen Beziehungen der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England – Abraham Stanyan“. So lautet der Titel dieser Arbeit. Welche Inhalte verbergen sich hinter dieser Überschrift? Wie lauten die Zielsetzungen dieser Studie. Welches ist die Konzeption?

Diese Arbeit befasst sich mit zwei Themen. Zum einem soll die Entwicklung der eidgenössischen Neutralitätspolitik vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges untersucht werden und zum anderen wird die aktive Rolle der englischen Diplomatie im Spanischen Erbfolgekrieg in der Eidgenossenschaft aufgezeigt.

Der Spanische Erbfolgekrieg war ein langer und grausamer Krieg, den man als eigentlichen Ersten Weltkrieg in der Neuzeit bezeichnen kann. Der Krieg beginnt in einem Jahrhundert, welches mit der Aufklärung und der Französischen Revolution einschneidende und epochale Veränderungen in der Menschheitsgeschichte mit sich bringt. In diesem Krieg ist die Weiterentwicklung und die allgemeine Anerkennung der schweizerischen Neutralität begründet.

Welche Rolle spielte die im Herzen Europas liegende Schweiz während dieses epochalen Krieges? Wie sahen die angrenzenden Grossmächte, im Spannungsfeld der Erbfolgepolitik, die Rolle eines konfessionell gespaltenen Staatenbunds? Aus welchem historischen Kontext entstand überhaupt die schweizerische Neutralitätspolitik? Wie konnte ein solch kleiner und loser Staatenbund eine effiziente Neutralitätspolitik betreiben? Wurde die Neutralität überhaupt von allen anerkannt? Und wenn ja, mit welchen Mitteln konnte dieser Staatenbund die Neutralität aufrechterhalten? Was brachte der Spanische Erbfolgekrieg für die Eidgenossenschaft? Welche Rolle spielte die englische Diplomatie in der Schweiz in diesem Krieg? Welches Verhältnis bestand zwischen England und den Reformierten Orten?

Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag zur Erforschung der aussenpolitischen Entwicklung in der Schweiz vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges leisten. Eng verbunden mit dieser Entwicklung ist die Schweizerische Neutralitätspolitik, deren Anfänge im 17. Jahrhundert zu finden sind und sich in den Vorkriegsjahrzehnten aufgrund der aggressiven französischen Hegemonialpolitik weiterentwickelt haben. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es aufzuzeigen, wie sich die Eidgenossenschaft durch eine strenge und konsequente Neutralitätspolitik aus dem Holländischen, Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekrieg heraushalten konnte, ohne ihre Neutralität zu verletzen. Und, dies obwohl die Eidgenossen, durch verschiedene Verträge mit Frankreich (Ewiger Frieden 1516) und Österreich (Erbeinung 1477-1511) gebunden waren.

Parallel zur Neutralitätspolitik soll die englische Diplomatiegeschichte während des Spanischen Erbfolgekrieges in der Schweiz untersucht werden. Durch die geopolitische zentrale Lage der Eidgenossenschaft, eingebettet zwischen den sich bekriegenden Grossmächten, stand sie vor und während dem Krieg immer wieder im Focus des Geschehens. Hier soll dargelegt werden, dass die englische Diplomatie in der Schweiz während des Spanischen Erbfolgekrieges eine aktive Rolle gespielt hat. Des weiteren soll erforscht werden, wie das europäische Kräftespiel und im Besonderen dessen Einflüsse auf die Verhältnisse in der Schweiz in den Aktionen und Reaktionen des englischen Gesandten waren. Somit soll der Geschichtsraum des Spanischen Erbfolgekrieges in der Schweiz von einem neuen Standpunkt aus beleuchten werden.

Das englische reformierte Königshaus war Kontrahent des übermächtigen katholischen Frankreich, Bündnispartner des katholischen Habsburger Kaisers und als Inselstaat stets darum bemüht, ein ausgewogenes Gleichgewicht auf dem europäischen Kontinenten zu schaffen. England hatte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu einer Handelsgrossmacht entwickelt. Interessant mutet in dieser Konstellation an, dass, obwohl England und Österreich verschiedenen Konfessionen angehörten, sie sich zu einer grossen Allianz mit Preussen, dem Deutschen Reich und Savoyen gegen das übermächtige und nach zunehmender Vormachtstellung trachtende Frankreich zusammengeschlossen hatten.

Bevor die Kernkapitel mit Bezug auf die aussenpolitischen Beziehungen der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England – Abraham Stanyan angegehen werden, soll in einem ersten Kapitel (Kapitel II.) in einem ereignisgeschichtlichen Abriss die vornehmlich aussenpolitischen Entwicklungen der wichtigsten europäischen Grossstaaten während des 17. Jahrhunderts seit dem Dreissigjährigen Krieg aufgezeigt werden. Anschliessend werden kurz die ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des Spanischen Erbfolgekrieges beschrieben, um den historischen Rahmen zu definieren. Hier stehen vor allem die beiden Grossmächte Frankreich und Habsburg im Fokus dieser Arbeit. Das zweite Kapitel endet mit den Friedenskongressen des Spanischen Erbfolgekrieges und den daraus resultierenden Friedensschlüssen. Dieses Kapitel dient dem allgemeinen Geschichtsverständniss und soll einen historischen Kontext zu den beiden Kapiteln III und IV schaffen.

Im zweiten Teil dieser Arbeit (Kapitel III) soll mit Hilfe der Tagsatzungsbeschlüsse[1] von 1649-1712 die Entstehung und Weiterentwicklung der Schweizerischen Neutralitätspolitik untersucht werden. Dieser Untersuchungszeitraum ergibt sich aus dem Kontext zwischen dem Westfälischen Frieden (Ende des Dreissigjährigen Krieges) und dem ersten Friedenskongress des Spanischen Erbfolgekrieges und zugleich dem Beginn des 2. Villmererkrieges.[2] Im ersten Unterkapitel werden die Wurzeln und die Weiterentwicklung des Neutralitätsbegriffes verfolgt. Im darauffolgenden Unterkapitel wird die militärische Landesverteidigung die Entstehung eines „Defensionals“ (gemeineidgenössische Wehrverfassung) und die damit verbundene einheitliche Heeresorganisation aufgezeigt. Im Kapitel über das Söldnerwesen wird die aussenpolitische und wirtschaftliche wichtige Rolle des Söldnertums für die Eidgenossenschaft beschrieben. Aussenpolitisch weil Frankreich aufgrund seines Bedarfes an Söldnern an der Erhaltung der Eidgenossenschaft interessiert war und wirtschaftlich da der Solddienst Tausenden Arbeit und Sold sicherte. Dieses Kapitel leitet thematisch zum nächsten Kapitel der Innenwirtschaft über. Dieses Unterkapitel hat nur bedingt mit der Schweizerischen Neutralitätspolitik zu tun. Es geht mehr aufzuzeigen, dass die Tagsatzung äusserst bestrebt war, in den darauf folgenden Jahrzehnten nach dem Dreissigjährigen Krieg eine einheitliche gesamteidgenössische Innenwirtschaftspolitik zu betreiben. Im Kapitel der Aussenwirtschaft wird die wirtschaftliche Problematik eines sich neutralen Staatenbundes aufgezeigt. Die eidgenössischen Staatsverträge mit Frankreich (1516 Ewiger Frieden) und Österreich (1511 erneuerte Erbeinung) waren die Grundlagen der Kaufleute für den freien Handel und die freie Ausübung der Gewerbetätigkeit. Doch die stetigen Erhöhungen der Ein- und Ausfuhrzölle erschwerten die eidgenössische Aussenwirtschaftspolitik zunehmend. Dementsprechend nahm die Frage der Zölle in der Tagsatzung auch einen wichtigen Platz ein.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Unterkapitel von Kapitel III werden jeweils in Form eines kurzen Fazits zusammengefasst.

Im dritten Kapitel (Kapitel IV) soll die englische Diplomatiegeschichte im Zusammenhang mit der Schweizer Neutralitätspolitik in der Person des englischen Gesandten in der Schweiz, Abraham Stanyan aufgezeigt werden. Es wird insbesondere der rege Briefverkehr zwischen dem englischen Aussenminister Sunderland und Stanyan, seinem guten Freund Saint-Saphorin sowie diversen Gesandten anderer europäischer Staaten erforscht. In einem ersten Unterkapitel dieses Kapitels IV soll die Rolle des englischen Gesandten Stanyans im Streitfall Graubündens untersucht werden. Graubünden stand aufgrund seiner Alpenpässe nach dem Herzogtum Mailand, der Republik Venedig und dem Reichsland Tirol zu Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges im Zentrum des Interesses der europäischen Grossmächte. Die Existenz Graubündens war dadurch bedroht. Die Aufrechterhaltung der Neutralität war für die Bündner lebensnotwendig. Abraham Stanyan setzte sich für die Neutralitätshaltung in Graubünden ein. Wie er es durchsetzte und mit welchen Problemen dies behaftet war, wird in diesem Kapitel ausführlich beschrieben. Im nächsten Unterkapitel befasst sich Stanyan mit Neuenburg. Im Erbfolgestreit um die Freigrafschaft Neuenburg versucht Frankreich nach dem Tode der Herzogin von Nemours 1707 seine Erbansprüche auf die Grafschaft geltend zu machen. Die gleichen Erbansprüche erhebt auch der preussische König Friedrich I.. In diesem Erbfolgestreit unterstützt Stanyan mit allen Mitteln, als Allianzpartner der Preussen, die Ansprüche König Friedrichs I.. Auch die Eidgenossenschaft spielt in diesem zähen diplomatischen Kampf um die Freigrafschaft eine entscheidende Rolle. Welche Mittel Stanyan einsetzte, was für eine Rolle Bern spielte und welche Freunde ihm dabei zur Seite standen, wird in diesem Kapitel ausführlich aufgezeigt. Das letzte Unterkapitel dieser Forschungsarbeit handelt von den politischen Beziehungen zwischen Stanyan und den reformierten Orten. In der „Braconnier Affäre“ wollte Stanyan mittels eines ehemaligen französischen Offiziers und seinen Gefolgsleuten das Burgund erobern. Doch die Verschwörung wurde aufgedeckt und der Plan vereitelt. Durch diese Aktion geriet die Neutralität der Eidgenossenschaft in Gefahr. Stanyan musste zwischen den französischen Gesandten und den Protestanten vermitteln. Ebenfalls als Vermittler wollten die Reformierten Orte Stanyan in den sich nähenden Friedensverhandlungen in Utrecht engagieren. Wieso sich Stanyan nicht darauf einliess, erfährt die Leserschaft in diesem Kapitel.

In den Schlussbetrachtungen sollen in einer Gesamtschau die erzielten Ergebnisse zusammgefasst und Schlussfolgerungen gezogen werden.

1.2 Aktueller Forschungsstand

In den letzten 50 Jahren wurde nicht viel über die Aussenpolitik der Eidgenossenschaft im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges geschrieben. Die Sekundärliteratur setzt sich vor allem aus Werken und Dissertationen zusammen, die zwischen den 20er und 50er Jahren dieses Jahrhunderts geschrieben wurden. Zu nennen sind hier: „Die Schweiz und das Ausland im Spanischen Erbfolgekrieg“ von Richard Feller, „Die Schweiz und Savoyen im Spanischen Erbfolgekrieg“ von Edgar Bonjour, „Die Schweiz und die Unternehmungen der Verbündeten gegen die Freigrafschaft im Spanischen Erbfolgekrieg“ von Wohlfender Ernst, „Graubünden während des Spanischen Erbfolgekrieges“ von Roth Hans oder „Die Neutralität der Eidgenossenschaft besonders der Orte Zürich und Bern während des Spanischen Erbfolgekrieges“ von Ricarda Huch. Eine neuere Veröffentlichung über den Spanischen Erbfolgekrieg, bei der auch die Schweiz eine Rolle spielt, ist die Dissertation über den „Friedensprozess in Baden 1714“ von Rolf Stücheli. Diese Abhandlung über den Friedensprozess spielt jedoch in meiner Forschungsarbeit nur eine marginale Rolle.

Der Historiker Edgar Bonjour schrieb in seinem Buch „Die Schweizer Neutralitätspolitik“ eine Abhandlung über den Ursprung der Schweizer Neutralitätspolitik bis in die Zeit zum zweiten Weltkrieg. Sein Buch befasst sich aber nur kurz und am Rande mit der Entstehung der Schweizer Neutralität.

Die eigentliche Erforschung der Eidgenössischen Neutralitätspolitik, bei der mir auch das Werk „Die gemeineidgenössische Tätigkeit der Tagsatzung“ von Walther Aemissegger zu Hilfe gestanden hat, fusst jedoch in erster Linie auf dem eingehenden Studium der eidgenössischen Abschiede von 1649 bis 1712. Äusserst hilfsreich waren auch die Ratsmanuale, Protokolle der Friedenskommission und die Neuenburgbücher des Staatsarchivs Berns sowie die Akten über Tagsatzungen, Zölle, Defensionale, Repräsentanten und des Kriegsrates des Staatsarchivs Zürichs.

Über die englische Diplomatiegeschichte in der Schweiz während des Spanischen Erbfolgekrieges wurde bis anhin keine ausführliche Abhandlung geschrieben.

Die Werke von Beatrice Bucher „Abraham Stanyan 1705-1714“ und Albert Zeerleder „Die politische und literarische Mission des englischen Gesandten Abraham Stanyan in der Schweiz von 1705 bis 1713“ befassen sich auch mit dem Diplomaten Stanyan in der Schweiz Ersteres jedoch praktisch nur mit dem Erbfolgestreit in Neuenburg und das zweite vorwiegend mit der literarischen Mission Stanyans in der Schweiz.

Den Autoren Wohlfender, von Sprecher, von Fischer und Feller waren die Briefe von Stanyans aus den Londoner Archiven bekannt. Zum Teil wurden sie sogar ausgewertet. Die Berichte der holländischen, französischen und österreichischen Gesandten an ihre Regierungen wurden aber nicht unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Auch die Memorialien[3], die Stanyan vor allem im Streit um Neuenburg verfasste, sind nirgends aufgegriffen worden. Wie die vielen Briefe an seinen Freund Saint Saphorin, die den Hauptteil der ausgewerteten Dokumente bilden.

Abraham Stanyan schrieb gegen Ende seines Aufenthaltes in der Schweiz ein Werk mit dem Namen „An Account of Switzerland“. In diesem Werk beschreibt Stanyan die schweizerischen Verhältnisse. Dieses Buch ist aber nicht Gegenstand dieser Forschungsarbeit. Es wurde vom Historiker Richard Feller vom geschichtlichen Standpunkt her schon genügend ausgeschöpft.

Schliesslich möchte ich noch auf einige formale Aspekte dieser Arbeit hinweisen. Zitate im Text werden in originaler Orthographie wiedergegeben. Veränderungen wurden keine vorgenommen. Der Fussnotenapparat stützt sich in der Regel auf die in der Bibliographie angegebenen Unterlagen. Ausnahmen bilden einige wenige ausführende Erklärungen, die jedoch speziell über Anmerkungen nachgewiesen sind.

II. Ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des Spanischen Erbfolgekrieges

2.1 Europa im politischen Umbruch

2.1.1 Europäische Lage gegen 1700

Die Frage der Spanischen Erbfolge beschäftigte während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im zunehmenden Masse die europäischen Kabinette. Der Grund dafür lag erstens in der Person des seit 1665 in Spanien regierenden Karls II., der durch die habsburgischen verwandten Ehen geistig und körperlich angeschlagen, keine Nachkommenschaft erwarten konnte und zweitens im Umfang seines Besitzes, der neben Spanien und seinen europäischen Nebenlanden (Sardinien, Neapel-Sizilien, Mailand, Spanische Niederlande) auch weite Teile Süd-, Nord- und Mittelamerikas, die Philippinen und zahlreiche weitere Stützpunkte auf den Weltmeeren umfasste.[4] Die Häupter Kaiser der beiden erbberechtigten Häuser, Leopold I. und König Ludwig XIV. hatten schon 1668 Absprachen getroffen, die aber durch die politische Entwicklung (Niederländischer Krieg, Pfälzischer Krieg) und die daraus resultierende Verschlechterung der Beziehungen zwischen beiden Herrscherhäusern gegenstandslos wurden.[5]

Das im Frieden von Rijswijk[6] mühsam hergestellte Gleichgewicht in der Staatenwelt Westeuropas schien aber erneut gefährdet, als die zunehmende Verschlechterung des Gesundheitszustandes Karls II. einen baldigen Eintritt des Erbfalles erwarten liess. Falls das Erbe an die Habsburger gefallen wäre, hätte sich Frankreich in lebensgefährlicher Umklammerung befunden, da Mailand ein Reichslehen war und durch den Tod Karls II. wieder an den Kaiser zurückgefallen wäre. Dieser Zustand wäre für Frankreich nicht tolerierbar gewesen. Wenn Frankreich aber das Erbe Spaniens sich angeeignet hätte, so wäre nicht nur das Gleichgewicht in Westeuropa verloren gegangen, sondern die zu erwartende Übernahme französischer Wirtschaftsmethoden in Spanien und die mögliche Begünstigung des französischen Handels in den spanischen Kolonien hätten auch die Handelsinteressen der Seemächte empfindlich getroffen.[7] Es war nicht zu erwarten, dass England einer solchen Entwicklung tatenlos zusehen würde.[8]

Es lag also im Interesse aller Beteiligten, das am 11. Oktober 1698 ein Vertrag zwischen Holland/England und Frankreich abgeschlossen wurde, der dem Kurprinzen Joseph Ferdinand von Bayern, einem Enkel Kaiser Leopolds, Spanien mit den Spanischen Niederlanden und Kolonien zusprach, Frankreich Neapel-Sizilien und dem Kaiser Mailand zuwies. Aber Joseph Ferdinand starb am 06.02.1699.[9]

Der neue Vertrag der zwischen Holland/England und Frankreich abgeschlossen wurde, lehnte Wien ab.[10]

So war gegen Mitte des Jahres 1700 die spanische Erbfolgefrage nach wie vor offen, ein Konflikt jederzeit möglich.[11]

2.1.2 Frankreich- Aussenpolitik Ludwigs XIV.

Im Jahre 1661 trat König Ludwig XIV. mit 22 Jahren die Macht in Frankreich an. Sein primäres Ziel war es, die Hegemonie über Europa und eine Abrundung des Staates nach Norden und Westen zu erlangen. Er konnte sich erstens auf die gegen Habsburg gerichtete Rheinische Allianz[12] stützen, und zweitens suchte er zur Umfassung des Reiches die „Nachbarn des Nachbarn“, sprich Schweden, Polen und die Türkei zu gewinnen.[13] Durch seinen Expansionsdrang verwickelte sich Ludwig XIV. immer wieder in Kriege mit seinen Nachbarländern. Als im Jahr 1665 der spanische Thron von Philipp IV. zu Karl II. wechselte, fielen in den spanischen Niederlanden französische Truppen ein. Der Grund dieses Einfalls war, dass Maria Theresia, die Tochter Philipps V. und Ehefrau Ludwigs XIV. aufgrund des niederländischen Devolutionsrechts (Erbrecht, nach dem die Kinder aus erster Ehe vor den Kindern aus zweiter Ehe erbberechtigt sind) vor ihrem Halbbruder Karl II. an den spanischen Niederlanden erbberechtigt war.[14]

Französische Truppen besetzten die Grafschaft Burgund, die ebenfalls unter spanischer Herrschaft stand. Spanien unternahm selber keine Anstrengungen, sein Territorium zu verteidigen. Unter dem Druck einer englisch-holländisch- und schwedischen Allianz erklärte sich Frankreich zum Frieden bereit. Das Ergebnis des Friedensschlusses war eine Machterweiterung Ludwigs XIV. durch die Zusprechung von einigen Teilen Flanderns. Erstmals konnte sich eine antifranzösische Koalition durchsetzen.[15] Im Niederländisch-Französischen Krieg von 1672-1678 wuchs der Unmut der Generalstaaten gegen die Expansion Frankreichs weiter an. Durch die Öffnung der Dämme und die dadurch entstandene Flutung des Gebietes, erschwerten die Holländer den Franzosen die Einnahme des Landes. Brandenburg, Sachsen, Spanien und Dänemark unterstützten Holland in diesem Krieg. Im Frieden von Nimwegen 1678/79 erhielten die Franzosen die Freigrafschaft Burgund, 13 Festungen in den Spanischen Niederlanden sowie Freiburg im Breisgau zugesprochen.[16]

Französische Sondergerichtshöfe erhoben im Jahr 1679 historische Ansprüche auf Städte und Dörfer im Elsass und in Lothringen. Ludwig bezeichnete es als Ziel seiner Politik, alles, was je seit Karl dem Grossen zu Frankreich gehört hatte, wieder zurückzuerobern. Als Begründung für diese Politik führte er auf, dass die Gebiete, die Frankreich 1648 erhalten hatte, lehensrechtlich an Territorien gebunden waren. In dieser Reunionspolitik überfiel er Strassburg ohne Vorwarnung und annektierte die Stadt.[17]

Entgegen dem Vertrag von Nimwegen baute Ludwig Festungen auf deutschem Boden aus. Nach dem Tod des kinderlosen Pfälzischen Kurfürsten wollte er die rechtlich unhaltbare Erbfolge seiner Schwägerin Liselotte von der Pfalz durchsetzen. Die Franzosen marschierten darauf in die Pfalz. Die „grosse Europäische Allianz“ mit England, Spanien, Holland und Savoyen zwangen die Franzosen, die Pfalz wieder zu verlassen. Im Friede von Rijswijk (1697) verzichtete König Ludwig auf alle Eroberungen in den Spanischen Niederlanden und gab die Pfalz sowie zahlreiche Reunionen zurück. Mit diesen Exzessen am Rhein brachte König Ludwig XIV. nicht nur das Reich, sondern ganz Europa gegen Frankreich auf und stellte sich mit seiner aggressiven Expansionspolitik ins aussenpolitische Abseits der europäischen Führungsriege.[18]

2.1.3 Deutsches Reich/Österreich-Leopold I.

Nach den schweren Kriegsjahren des Dreissigjährigen Krieges erfolgte ein rascher Wiederaufbau des Reiches dank dem starken Einsatz der Fürstenhöfe. Durch Konzentration der Heeresverwaltung und des Steuerwesens wurden die Fürstenhöfe zum Mittelpunkt des politischen und kulturellen Lebens im Land. Das Reich bestand aus 300 souveränen Teilen ohne gemeinsames „Reichsgefühl“. Nach dem Staatsrechtslehrer Samuel von Pufendorf ist es ein „gotisches (lehensrechtliches) Monstrum“ mit absolutistischen Gliedern.[19]

Im Jahre 1658 wurde Leopold I. zum Kaiser dieses „monströsen“ Reiches gewählt. Die Reichsorgane waren aber zwischen Kaiser und Reich nach einem dualistischen Ständeprinzip aufgeteilt. Die Hofkanzlei und der Reichshofrat befanden sich in Wien, die Reichserzkanzlei war in Mainz und das Reichskammergericht tagte ab 1693 in Wetzlar. Der Reichstag, ein so genannter Gesandtenkongress, wurde in Regensburg abgehalten. Österreich gehörte zu den stärksten deutschen Staaten im Reich.[20]

Seit den 60er Jahren des 17. Jahrhundert wurden die Österreicher in den Sog der Türkenangriffe auf Mitteleuropa gezogen. Im 1. Türkenkrieg, der durch österreichische und türkische Eingriffe in die politischen Wirren von Siebenbürgen entstand, kam nach der Schlacht von St. Gotthard/Raab der „Schandfriede von Eisenburg“ zustande, der die Teilung Ungarns und Tributleistungen Österreichs mit sich brachte. Im Jahr 1683 begann der 2. grosse Türkenkrieg mit der Belagerung Wiens. Durch die Entsendung eines europäischen Ersatzheeres, geführt vom Polenkönig Johannes Sobieski, gelang es den „Allierten“, die Türken zu besiegen und ein Ende des türkischen Drucks auf Europa zu erreichen.[21]

Der Frieden von Karlowitz bestätigte Österreich die Erwerbung von Ungarn und Siebenbürgen mit Ausnahme des Banats. Mit der Eroberung Ungarns war Österreich als Territorialmacht in den Kreis der europäischen Grossmächte aufgestiegen und zugleich aus dem Reich herausgewachsen. Der Schwerpunkt seiner Politik verlagerte sich in den folgenden Jahrzehnten zunehmend auf die dynastischen Interessen, die auch den Hintergrund des Spanischen Erbfolgekrieges bildeten.[22]

2.1.4 Preussens Aufstieg zur Grossmacht

Wie der habsburgische Besitz war auch das Territorium der hohenzollerschen Kurlinie ein Konglomerat aus heterogenen Bestandteilen. Den Kern des späteren preussischen Staates bildete das Kurfürstentum Brandenburg.[23]

Im Dreissigjährigen Krieg wurde Brandenburg zum Spielball der Mächte und schwankte zwischen Schweden und dem Kaiser. Das wichtige aussenpolitische Ziel der letzten Kriegsjahre, das Herzogtum Pommern an Brandenburg zu binden, wurde vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640-1688) nicht erreicht. Die Erfahrungen des Krieges bewogen den Kurfürsten zum Aufbau eines stehenden Heeres; er sollte in den folgenden Jahrzehnten auch der inneren Entwicklung des Kurfürstentums und dem fürstlichen Absolutismus den Weg ebnen. Während schwere Auseinandersetzungen mit den Ständen in bestimmten Landesteilen in den 1650er- und 1660er Jahren deren nachhaltige Schwächung zur Folge hatten, begann der Aufbau einer gesamtstaatlichen Bürokratie, vor allem mit den Kriegskommissariaten, die für die Verwaltung und finanzielle Versorgung des Heeres zuständig waren.[24]

Die brandenburgische Aussenpolitik, bestimmt sowohl von den polnisch-schwedischen Konflikten im Ostseeraum als auch von den Auseinandersetzungen zwischen Habsburg und Frankreich, war unter dem „Grossen Kurfürsten“, wie Friedrich Willhelm schon von seinen Zeitgenossen genannt wurde, von häufigen Bündniswechsel geprägt. Brandenburg war zu schwach, um eine eigenständige Politik zu betreiben, aber stark genug, um als Bündnispartner interessant zu bleiben.[25] So nutzte der Kurfürst die wechselnden Konstellationen der internationalen Politik, um sich jeweils den Mächten anzuschliessen, von denen er sich die grössten Vorteile versprach. Den grössten Erfolg erzielte er dabei im 1. Nordischen Krieg (1655-1660), als ihm der Wechsel von der Allianz mit Schweden zum Bündnis mit Polen die völkerrechtliche Souveränität über Preussen einbrachte. In dem in Fehrbellin errungenen Sieg über die mit Frankreich verbündeten Schweden gelang es ihm aber nicht, im darauf folgenden Frieden von Nimwegen (1678) Schwedisch-Vorpommern an sich zu reissen.[26]
Im Jahr 1688 gelangte Kurfürst Friedrich III. an die Macht. Die Erlangung der Königswürde für das Herzogtum Preussen war wohl seine bedeutendste politische Leistung während seiner Regierungszeit. Das gesteigerte Repräsentationsbedürfnis „Barockfürsten“ war wohl eines der Motive hierzu. Ebenso wie in Nimwegen hatte es Brandenburg noch bei den Verhandlungen im Frieden von Rijswijk 1697 hinnehmen müssen, dass seine Gesandten zu den Verhandlungen nicht zugelassen wurden. Dennoch stellte Brandenburg als stärkster deutscher Staat neben Österreich im ausgehenden 17. Jahrhundert ein neuer ernstzunehmender europäischer Machtfaktor dar.[27]

2.1.5 England-Zeitalter der Vernunft
Karl II. wurde als Nachfolger von Oliver Cromwell am 25. Mai 1660 auf den englischen Thron gesetzt. Seine Nachahmung des französischen Absolutismus, die Verfolgung der Puritaner und die Restauration der anglikanischen Staatskirche (Act of Uniformity 1662) führten zu neuen Spannungen zwischen Krone und Parlament.[28]

Kurz nach seiner Thronbesteigung stürzte er das Land in einen Krieg gegen Holland, welcher als 2. englisch-holländischer Krieg in die Geschichte einging. Die Engländer verloren diesen Krieg und tauschten New-Amsterdam (New York) mit Surinam aus. Einige Jahre später (1670) schloss König Karl II. mit dem französischen König Ludwig XIV. den Geheimvertrag von Dover und begann einen weiteren unpopulären Krieg mit Holland. Da dieser Krieg an der Seite Frankreich, des katholischen Konkurrenten, sehr unpopulär war, schied England 1674 aus dem Konflikt aus. Das Parlament bewilligte keine weiteren Mittel mehr und Karl II. konnte den Krieg nicht mit außerparlamentarischen Mitteln weiterführen.[29]

Im Frühjahr 1679 wurde nach Unruhen das englische Parlament aufgelöst.[30] Nach der Neuformierung des Parlaments entstanden zwei Parteien: die Whigs (Spottnamen für schottische Bauern) und die Tories (irische Banditen, konservativ, anglikanisch und königstreu).[31]

Jakob II., der Bruder von Karl II. und der neue Stuartkönig, versuchten zwischen 1685-1688 eine katholische Restauration einzuführen. Doch es bildete sich Widerstand von Seiten der anglikanischen Kirche und den Whigs. Durch die unerwartete Geburt eines potenziellen Thronfolgers (Jakob III.), entstand für England die Gefahr einer katholischen Dynastie von Dauer.[32] Die Whigs und Tories riefen Wilhelm III. von Oranien zu Hilfe, um die protestantische Religion zu erhalten und um ein freies Parlament einzuführen. Mit der „Glorious Revolution“ von 1688 erreichte Wilhelm III. dieses Ziel, und Jakob II. flüchtete nach Frankreich. Im Anschluss an diese unblutige Revolution kam es in England zu einem Thronwechsel, der die Herrschaft der seit 1660 herrschenden Stuartkönige beendete. Der aus Holland herbeigerufene protestantische Willhelm III. von Oranien löste zusammen mit seiner Frau den katholischen Jakob II. ab.[33]

Diese innenpolitischen Veränderungen führten zu einem bedeutenden Einschnitt in der Geschichte Europas: Die Auflösung des Absolutismus durch die konstitutionelle Monarchie und die Überwindung der französischen Hegemonialpolitik durch das Prinzip des Gleichgewichts. Durch die Erhaltung dieses Gleichgewichts in Europa musste England im Pfälzischen Krieg von 1689-1697 gegen Frankreich eingreifen, indem es eine „europäische Allianz“ mit Spanien, Holland und Savoyen einging. Durch die Zerstörung der französischen Flotte in diesem Krieg wurde England zur führenden Seenation und damit verbunden zur grössten Handels- und Kapitalmacht der Welt.[34]

Als Willhem III. 1702 kinderlos starb, wurde seine Schwägerin Anne (jüngere Tochter von James II.) neue englische Königin.[35]

Somit stellte England gegen Ende des 17. Jahrhunderts den mächtigsten europäischen Handelsstaats dar, der stets um die multipolare Gleichgewichtspolitik auf dem europäischen Kontinent bemüht war und die weltpolitische offensive Vorrangstellung auf den Meeren und im Handel innehatte. Seine internationale Sicherheits- und Expansionspolitik geschah zum Schutze des Aussenhandels.[36]

2.1.6 Spanien-Spielball der Grossmächte

Spanien, einst eine europäische Ordnungsmacht, befand sich in der Mitte des 17. Jahrhunderts im Zeichen des unaufhaltsamen Verfalls. Mit Karl II., der 1665 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters antrat, begann aufgrund seines geistigen Zustandes und den regelmässigen wiederkehrenden gesundheitlich bedingten Schwächen, der europäische und vorderhand auf diplomatischer Ebene geführteKampf um die spanische Thronfolge.[37]

Die von Philipp IV. betriebene Vermählung seiner Töchter Maria Theresia und Margarethe mit Ludwig XIV. von Frankreich und Leopold I. trug eine zusätzliche heikle dynastische Komponente zum Thema der Thronfolge bei. Zwar hatte Maria Theresia vor ihrer Vermählung ausdrücklich auf ihre spanischen Thronrechte verzichtet, doch hatte man die mit diesem verbundene Mitgift nie ausgezahlt. Der französische König nahm diese Tatsache als Vorwand, um im Frühling 1667 Teile des Spanischen Niederlande und die Freigrafschaft an sich zu ziehen.[38] Dieser Devolutionskrieg zeigte deutlich, dass Spanien nicht länger in der Lage war, die Unversehrtheit seines Staatsgebietes aus eigener Kraft zu gewährleisten.[39]
Der im Frühling 1672 lediglich als Nachfolgekrieg konzipierte Angriff Frankreichs auf die Vereinigten Provinzen sollte sich innert weniger Monate zu einem europäischen Grosskonflikt ausweiten. Den seit Mitte 1673 gegen Österreich, Dänemark sowie einige deutsche Fürstentümer kämpfenden spanischen Truppen gelang es anfänglich, die ausseriberischen Besitzungen weitgehend zu behaupten. So wurde der Aufstand in Sizilien (1776) trotz diverser französischer Seesiege niedergeschlagen. Spätere französische Erfolge zwangen Spanien jedoch im Vertrag von Nimwegen (1678), die Freigrafschaft Burgund sowie Städte in Wallonien an Frankreich abzutreten.[40]

Die zunehmende politische und wirtschaftliche Schwäche Spaniens, welche durch Reformversuche von Don Juan José de Austria[41] überwunden werden sollte, luden Ludwig XIV. geradezu ein, seine aggressive Expansionspolitik fortzutreiben. So fielen die Franzosen in die Pfalz ein und kaum ein halbes Jahr später (1689) folgte auch der Angriff auf spanisches Territorium. Just zu diesem Zeitpunkt, als die Vermählung Karls II. mit Marie Anna von Pfalz-Neuburg[42] geplant war. Die französischen Bemühungen, diesen engen habsburgischen, Bündnis-Beziehungen entgegenzuwirken, wurde durch die Tatsache begünstigt, dass erneut Teile Kataloniens von einem Aufruhr erfasst wurden. Die jahrelange drückende Abgabelast und die Missernten des Jahres 1687 führten zum so genannten Aufstand der „Barretines“, der durch die Franzosen finanzielle Zuwendungen erhielt. Der Aufstand konnte erst gegen Ende des Jahres 1689 unter Kontrolle gebracht werden. Die Zerstörung der Städte Barcelona und Alciante (1691) durch die französische Flotte schürte den Hass auf den Aggressor zusätzlich und festigte erneut die lehensrechtlichen Bande zur Krone.[43]

Im Gegensatz zu seinen militärischen Erfolgen auf der Iberischen Halbinsel, musste Frankreich im Kampf gegen die grosse Allianz, der seit 1690 auch Spanien angehörte, eine Reihe empfindlicher Niederlagen einstecken. Die daraus resultierende Kriegsmüdigkeit der französischen Krone verhalf auch Spanien im Frieden von Rijswijk (1697) zu gewissen Gebietsrückgaben.[44] So musste Frankreich Luxemburg und andere seit 1679 einverleibte Reunionen zurückgeben. Die Übereinkünfte von Rijswijk standen aber für Spanien im Schatten des diplomatischen Kampfes um den spanischen Thron. Karl II. hatte auf Drängen seiner Mutter den bayerischen Kurprinzen Joseph Ferdinand im September 1693 zu seinem Nachfolger bestimmt. Diese Nachfolgebestimmung erlangte Zustimmung von englischer Seite wie auch der des französischen Königs. Doch seit Beginn des Jahres 1698 gelang es dem französischen Botschafter d’Harcourt, gestützt auf das Argument, nur eine französische Thronfolge könne die territoriale Unversehrtheit des spanischen Reiches gewährleisten, Philipp von Anjou, einen Enkel Ludwigs XIV. als Thronnachfolger ins Gespräch zu bringen. Da Kurprinz Ferdinand im Februar 1699 starb und die Macht am spanischen Hofe zunehmend in den Händen des französisch gesinnten Erzbischofs von Toledo lag, schienen die Würfel gefallen zu sein. Doch Ludwig intervenierte noch einmal, da er wusste, dass die spanische Thronfolge nicht von Madrid, sondern vom Willen der europäischen Grossmächte abhing, und beschloss mit England und den Vereinigten Provinzen, das spanische Reich ausser den italienischen Kronländern, Erzherzog Karl, dem Sohn des Kaiser Leopolds I. zu überlassen. Die wenigen Wochen vor seinem Tod (1700) gefällte Entscheidung Karls II., dennoch Philipp von Anjou (Philipp V.) zu seinem Universalerben einzusetzen, führte zu Spannungen zwischen Frankreich und den europäischen Grossmächten und letztendlich zum Spanischen Erbfolgekrieg.[45]

2.2 Spanischer Erbfolgekrieg (1701-1714)

2.2.1 Vorboten des Krieges

Der allgemeine Wunsch nach Frieden erleichterte König Ludwigs doppelzüngige Politik. Trotz seiner Kenntnis des Testamentes Karls II. liess er dem holländischen Ratspensionär Heinius mitteilen, dass er sich an den alten Teilungsvertrag halten werde.[46] Auf diese Weise versuchte er, die Seemächte zu beruhigen und sie zugleich mit dem Kaiser, der sie ablehnte, zu entzweien. Als die Nachricht vom Tod Karls II. in Versailles eintraf, waren sich die engsten Berater König Ludwigs uneinig, ob es vorteilhafter wäre, den Vertrag zu respektieren, oder das Testament anzunehmen. Schliesslich entschied sich König Ludwig für das Testament.[47]
Trotz des offensichtlichen Vertragsbruches Ludwigs hielten die Seemächte zunächst an ihrer friedlichen Politik fest. Erst als sich herausstellte, dass keinerlei Gewähr für die Trennung der Kronen bestand, schlug auch die Stimmung in England um. Spanien hatte die Exklusivrechte einer französischen Gesellschaft für den Sklavenhandel mit Südamerika, welchen den Engländern vorbehalten war. Was aber am schwersten wog, war, dass französische Truppen in die Festungen der Spanischen Niederlande einrückten.[48]

Ende Mai 1701 wurde der Herzog von Marlborough zum Oberkommandierenden der sich in Holland sammelnden englischen Truppen ernannt und mit umfassenden Vollmachten ausgestattet, die ihn berechtigten, nicht nur Verträge auszuhandeln, sondern abzuschliessen, ohne Parlament und König zu befragen.[49]

Am 7. September 1701 konnte die „Grosse Allianz“[50] zwischen England, Holland und dem Reich abgeschlossen werden, die den status quo insofern anerkannte, als Philipp V. seine spanischen und amerikanischen Besitzungen behalten durfte unter der Bedingung, dass die Kronen Frankreichs und Spaniens niemals vereinigt würden.[51]

Auch am Wiener Hof herrschte Bestürzung über den Tod Karl II. Zur allgemeinen Überraschung erwachte der Kaiser, der es ablehnte, die Thronerhebung des Bourbonen in Spanien hinzunehmen, aus seiner Lethargie und forderte sofortige Kriegsvorbereitungen.[52]
Unter dem Eindruck der verheerenden Auswirkungen der Vollstreckung des spanischen Testaments verliess Kurfürst Max Emanuel von Bayern den deutschen Reichsverband. Er, der Generalgouverneur der spanischen Niederlanden, übergab den Franzosen die dort befindlichen Festungen. Ein weiterer Kurfürst, der Erzbischof von Köln, folgte dem Beispiel Max Emanuels, um sich ebenfalls auf die Seite des vermeintlichen Siegers zu schlagen.

Es lag nahe, dass der Krieg um das spanische Erbe auf den strategisch entscheidenden Plätzen der Spanischen Niederlande und Italiens brennen würde.[53]

2.2.2 Erste Kriegsphase (1701-1704)-bayerisch-französische Allianz

Der Kaiser betrachtete Mailand als Reichslehen, das durch den Tod des spanischen Königs an das Heilige Römische Reich zurückgefallen war. Vaudemont, der Gouverneur des ehemaligen Herzogtums Mailands, gehorchte den Befehlen Madrids und unterstellte sich in militärischer Hinsicht der französischen Anweisungen.[54]

Nachdem sich der Herzog von Savoyen König Ludwig angeschlossen und die Alpenpässe geöffnet hatte, verstärkten französische Soldaten die spanischen Garnisonen in den wichtigsten Festungen Verona, Legnano, Peschiera und Mantua.[55] Bei den Franzosen und ihren Verbündeten, deren Hauptmacht im Frühjahr 1701 zwischen dem Gardasee und der Etsch zusammengezogen war und bereits 40'000 Mann unter der Führung des Marschalls Catinat umfasste, herrschte eine durchaus siegessichere Stimmung.[56] Prinz Eugen war der kaiserliche Oberbefehlshaber der italienischen Front.

Mit einer aussergewöhnlichen Aktion für die damalige Zeit eröffnete er mit der Alpenüberquerung[57] seiner Armee, wie damals Hannibal mit seinen Elefanten, den Spanischen Erbfolgkrieg.[58] Die Franzosen und der Herzog von Savoyen waren nicht nur überrascht, sondern bestürzt über die Ankunft einer derart grossen Streitmacht. Sie mussten ihre befestigten Stellungen bei Chiusa und andernorts räumen, um von der Etsch in der Nähe von Rivoli bis zur linken Po-Seite eine zusammenhängende Front zu bilden. Catinat wurde nach dieser Niederlage durch Marschall Villeroy ersetzt.[59] Da sehr bald der Winter hereinbrach, beschloss Eugen, Winterquartier zu beziehen und einen Angriff auf Mailand erneut abzuwarten. Im Februar 1702 flammten die Kämpfe wieder auf. Beim Angriff auf die reiche Stadt Cremona geriet Feldmarschall Villeroy in kaiserliche Gefangenschaft. Da die militärischen Fähigkeiten Villeroys in Paris sehr umstritten waren, zirkulierte bald der Spruch: „Francais, rendez, grâce à Bellone, votre bonheur est sans égal, vous avez conservé Crémone et perdu votre Général.“ [60]

An seine Stelle trat Marschall Vendôme. Seine Truppen zählten 50'000 Mann, während der Prinz über knapp 40'000 Soldaten verfügte. In Luzzara kam es erneut zu einer für beide Seiten sehr verlustreichen Schlacht. Die Offensive der Franzosen konnte vorerst gestoppt werden.

Der bisherige Verlauf des italienischen Feldzuges, zuletzt der Ausgang der Schlacht in Luzzara, hatte schwer wiegende psychologische Folgen. Der Wiener Diplomatie gelang es, eine Anzahl deutscher Fürsten, mit den Kurfürsten von Hannover und Brandenburg an vorderster Front, zur Stellung von Hilfsgruppen zu bewegen. In England schwappte eine Welle der Begeisterung auf Prinz Eugen über. Diese Begeisterung des englischen Volkes führte im Mai 1702 dazu, dass England in den Krieg gegen die Hegemonialpolitik Frankreichs zog.[61]

Unterdessen wurde Prinz Eugen zum Hofkriegsratspräsidenten ernannt. Während sich Eugen noch mit Reformen der militärischen Disziplin herumschlug, brach Kurfürst Emanuel, ein Verbündeter Frankreichs, im Jahr 1703 mit einer weit ausholenden Zangenbewegung in Österreich ein. Im raschen Vormarsch überwältigte der Kurfürst die Grenzfestigung Kufstein und besetzte Innsbruck. Gleichzeitig kämpfte der „Türckenlouis“[62] Prinz Ludwig von Baden auf deutschem Boden gegen Feldmarschall Villars. Die kaiserlichen Generäle konnten den Franzosen nichts entgegensetzen und verloren Breisach und Landau in der Pfalz. Die Truppen von Villars und dem Kurfürsten Emanuel vereinigten sich in Tuttlingen und drangen gemeinsam ins Tirol vor. Doch aufgrund der Erhebung der Tiroler Bauern, konnten die Eindringlinge noch einmal vertrieben werden.[63]

Im Jahre 1704 trat die entscheidende Wende ein. Prinz Eugen fasste den Plan, durch einen kombinierten Angriff der beiden verbündeten Heere die bayerisch-französische Macht zu vernichten. Zu diesem Zwecke musste Eugen sich mit dem Oberbefehlshaber der englischen und holländischen Truppen Marlborough vereinigen. Marlborough zog in Eilmärschen vom Niederrhein nach Schwaben und traf in Ulm auf den Markgrafen Ludwig. Mit ihren Truppen gelang es ihnen, durch Einnahme der Schanzwerke auf dem Schellenberg bei Donauwörth den Kurfürsten und den französischen General Marsin zum Rückzug nach Augsburg zu bewegen.[64]

Prinz Eugen eilte mit seinen Truppen nach Heidenheim, in der Nähe von Höchstädt. Marlborough überquerte ebenfalls die Donau und traf Eugen bei Heidenheim. Auch der Kurfürst und Tallard schlugen ein Lager zwischen Höchststädt und Blindheim auf.[65]

Es standen sich am 13. August 1704 bei Höchstädt 50'000 Mann gegenüber. Durch massierten Kavallerieeinsatz gelang es Marlborough, die feindliche Mittelfront zu durchbrechen. Tallard und 11'000 Soldaten gerieten bei dieser Schlacht in kaiserliche Gefangenschaft.[66] Die Truppenverbände des Kurfürsten konnten sich geordnet zurückziehen. Dieser musste sich nach dieser klaren Niederlage mit der Statthalterschaft der Spanischen Niederlande begnügen, bis er auch diese verlor. Nach der Kapitulation Ulms, der Rückeroberung Landaus und der Übergabe sämtlicher bayerischer Festungen wurde der Krieg in Bayern durch den Ilbesheimer Vertrag beendet.[67]

2.2.3 Zweite Kriegsphase (1705-1709)-Italienfeldzug/Malplaquet

Trotz des Sieges in Bayern blieb die Lage des Kaisers noch immer prekär. In Ungarn gärte der Aufstand und in Italien hatte sich der Zustand stark verschlechtert, seitdem die französischen Truppen Piemont aus dem Westen und aus dem Osten gezielt angriffen. Turin wurde eingeschlossen.[68] Der Kaiser beorderte Eugen nach Wien zurück, um den Feldzug in Italien vorzubereiten. Am 5. Mai 1705 starb Kaiser Leopold I., sein Sohn Joseph I. setze aber den Kampf gegen die Franzosen fort. Der Savoyer forderte weitere finanzielle Mittel in Wien, um den Krieg zu finanzieren.[69] Marlborough konnte in der Zwischenzeit den preussischen König Friedrich I. und den Kurfürsten von der Pfalz zum weiteren Einsatz von Hilfstruppen ins Kriegsgebiet Italien bewegen. Eine grosse Anleihe der Seemächte und ein Kontributionssystem, welches die italienischen Fürsten und Republiken zu wesentlichen Beiträgen zur Kriegsfinanzierung zwingen sollte, konnte in Anbetracht der zerrütteten Finanzen Habsburgs die Entscheidung bringen.[70]

Der italienische Feldzugsplan, der in erster Linie zur Befreiung des Herzogs von Savoyen, der mittlerweile die Kriegsseite gewechselt hatte, dienen sollte, war von Eugen und seinem Generalstab gründlich vorbereitet worden. Prinz Eugen stiess 1706 mit seiner Hauptarmee über den Po und Adda vom Süden her rasch gegen Westen vor. Die Eroberung von Finale ermöglichte die Errichtung eines Lagers für die Sicherung des Nachschubes. Die Franzosen, unter der Führung des Herzogs von Orléans, zogen sich nach Alessandria und Tortona zurück. Mit Gewalt-Märschen erreichte Eugen mit seiner Armee im September des Jahres 1706 die Stadt Turin, wo er sich auf dem „Supergahügel“ mit seinem Vetter, dem Herzog von Savoyen, traf und meinte:[71]

„Il me semble que ces gens là sont à demi battus.“[72]

Inzwischen erreichte auch die Feldarmee des Herzogs von Orléans mit 42'000 Mann Turin. Sofort entbrannte eine erbitterte Schlacht um Turin. Die Kämpfe waren sehr ausgeglichen. Doch schlussendlich konnte der Belagerungsring um Turin gesprengt und die Stadt von den Franzosen befreit werden. Nach dieser wichtigen Schlacht behielten nun die kaiserlichen Truppen die Oberhand in Italien. Eine Stadt nach der anderen wurde zurückerobert. Als Dank für seine grossartigen Leistungen im Italienfeldzug wurde Prinz Eugen am 16. April 1707 zum Generalgouverneur des Staates Mailand ernannt.[73]

Durch die Siege und den Abschluss der militärischen Operationen in Bayern und in Italien, war die vermeintliche Entscheidung um den Spanischen Erbfolgekrieg praktisch gefallen. In mehreren Teilen Europas herrschte Krieg. In Spanien kämpfte König Karl III. und König Philipp V. um die Vorherrschaft in Kastilien. In Ungarn und am Rhein brannte es zugleich. Prinz Eugen entschloss sich, den Hauptstoss im Zentrum des Kriegsgeschehens gegen Frankreich zu führen. Auch die Engländer kamen zur Einsicht, dass die Entscheidung des Krieges am mittleren oder am unteren Rhein erfolgen musste. Die Nähe der Seemächte, der Aufmarsch auf dem flachen Land und die Vorteile der Befreiung der von Frankreich besetzten Spanischen Niederlande gaben den Ausschlag für einen Angriff im Norden. Im März 1708 entschied Wien, Prinz Eugen nach Den Haag zu schicken, um dort in Verhandlungen mit Marlborough und dem Ratspensionär Heinius das weitere Vorgehen gegen Frankreich zu besprechen. Der Plan war, mit Hilfe Englands, dem deutschen Reich und den Generalstaaten einen Hauptstoss durch Belgien nach Frankreich zu vollziehen. Die Franzosen besetzten die Städte Gent und Brügge. In Oudenaarde hatte Marlborough sein Hauptquartier aufgeschlagen. Prinz Eugen eilte seiner Hauptstreitmacht voraus, um einen sofortigen Angriff auf die Franzosen auszuüben. Nach langen Kämpfen auf beiden Seiten gab es Verluste gegen 4’000 Mann wurden die Franzosen auch dank dem Eintreffen niederländischer Verstärkungen besiegt. Die Uneinigkeit in der französischen Führungsriege besiegelte das Schicksal der Franzosen in Belgien. Die Alliierten eroberten mehrere belgische Städte zurück. Die schweren Niederlagen des Jahres 1708 bewogen Ludwig XIV. zu Friedensgesprächen mit den Alliierten. Doch die überspannten Forderungen der Siegermächte liessen einen nahen Friedensschluss nicht zu.[74]

Feldmarschall Villars hatte die Anweisung, einer Feldschlacht nicht auszuweichen, um den Fall weiterer Festungen zu vermeiden. So gelangten die feindlichen Armeen in der Gegend von Malplaquet in unmittelbare Berührung. Die alliierte Armee verfügte über 80'000 Mann, die Franzosen etwas über 70'000 Mann. Als die Verbündeten am 11. September 1709 zum Angriff schritten, begann eine der blutigsten Schlachten des 18. Jahrhunderts.[75] Da die Franzosen tapfer Gegenwehr leisteten, waren die Verluste auf beiden Seiten gross: Man schätzte sie auf nahezu 36'000 Mann. Die Franzosen hatten wieder das Nachsehen und mussten geschlagen den Rückzug antreten. Die Alliierten waren aber so erschöpft, dass sie den Feind nicht verfolgen konnten.[76]

So ging eine weitere Schlacht im Spanischen Erbfolgekrieg zu Ende, ohne dass die Entscheidung gefallen wäre. Trotz des gewaltigen Aufgebotes, und der schweren Schlachten war der Friede nicht näher gerückt.[77]

2.2.4 Dritte und letzte Kriegsphase (1710-1714)-Entscheidung

Im Jahre 1710 wuchs die Kriegsmüdigkeit auf Seiten Englands und in den Niederlanden. Diese Unzufriedenheit wurde von einem Machtwechsel in London begleitet.[78] Es war verständlich, dass England, welches ausser Gibraltar keine Eroberungen auf dem Festland gemacht hatte, nicht mehr bereit war, weiterhin Geld für diesen Krieg auszugeben. Zudem führte die einseitige Verteilung der Kriegskosten zur erheblichen Spannungen zwischen dem Kaiser, England und den Niederlanden. Trotzdem liess England den Kaiser nicht im Stich, so dass sie gemeinsam den Feldzug von 1710 eröffnen konnten.[79]

Die alliierte Armee trat mit rund 120'000 Mann zum Angriff gegen den letzten französischen Festungsgürtel an. Nach längerer Belagerung fiel die Festung Douai. Je tiefer sie in Frankreich eindrangen, desto schwieriger wurde der Nachschub. Es konnte kein wirklicher Bewegungskrieg entstehen. Der Winter brach ein und an ein Weiterkommen war nicht mehr zu denken.[80]

Im Frühjahr 1711 schienen alle Voraussetzungen gegeben, um den letzten entscheidenden Schlag gegen Ludwig XIV. zu führen. Doch dann geschah plötzlich etwas ganz Unerwartetes. Am 17. April 1711 starb Kaiser Joseph I. an Windpocken. Dieser Schicksalsschlag traf die Habsburgerdynastie besonders hart. Da der Kaiser keine männlichen Nachkommen hatte, war sein Bruder Karl VI. der direkte Thronfolger. Doch die Vereinigung Spaniens mit dem deutschen Reich war eine Missere für ganz Europa. Ein neuer, mächtiger „Koloss“ konnte entstehen, der das Gleichgewicht in Europa gefährden konnte.[81]

In England regierten neu die Tories. Sie konnten Königin Anna davon überzeugen, mit Frankreich einen Separatfrieden zu schliessen. Denn England war unter der neuen Regierung nicht mehr bereit, weiter die Kriegskosten zu tragen. Zudem sah Anna in Karl VI. eine gefährliche Vereinigung der beiden Grossreiche Österreich und Spanien auf sich zukommen. Die Engländer wollten die Franzosen nicht noch zusätzlich schwächen. So tagten sie mit den Franzosen seit Januar 1712 in Utrecht.[82]

Inzwischen waren Marlborough seines Amtes enthoben worden. Seine Nachfolge trat der Herzog von Ormonde an. Dieser befahl seinen Truppen, sich nach Dünnkirchen zurückzuziehen. Doch die Kommandanten der Reichstruppen und der Dänen beschlossen für sich, unter den kaiserlichen Fahnen weiterzukämpfen.[83]

Am 17. Juli 1712 fand die formelle Unterzeichnung des Waffenstillstandes zwischen England und Frankreich statt. Durch den Abfall der englischen Truppen hatte Feldmarschall Villars die numerische Überlegenheit gewonnen, welche sich bei der Schlacht von Denain auch bemerkbar machte. Die Alliierten verloren dabei 4’000 Mann. Tatsächlich fiel es den verbündeten Armeen immer schwerer, den Franzosen standzuhalten. Während Douai, Le Quesnoy und Bouchain fielen, hielten die Alliierten Mons, Lille und Tournai. Es war jetzt offensichtlich, dass die Kriegsmüdigkeit alle Seiten zur Aufnahme von Gesprächen bewegen musste, um einen Friedensschluss zu erreichen. Als Villars im September 1713 Friedensfühler ausstreckte, riet der Prinz dem Kaiser, in Verhandlungen zu treten. So kam es im November 1713 zu den Friedensverhandlungen von Rastatt, bei welchen sich Prinz Eugen selber als Diplomat für die Interessen seines Reiches einsetzte. Am 7. März 1714 wurden die Verträge abgeschlossen.[84]

Um auch das deutsche Reich in den Frieden aufzunehmen, fand ein Kongress zu Baden im Aargau statt, wo der Rastatter Friede mit wenigen Änderungen am 7. September 1714 bestätigt wurde.[85]

2.3 Friedensprozesse

2.3.1 Friede von Utrecht

Als Philipp V. am 5. November 1712 auf die Erbfolge in Frankreich für sich und seine Nachkommen feierlicht verzichtete und diese Urkunde von Ludwig XIV. bestätigt, also eine Union Spaniens mit Frankreich für die Zukunft verhindert wurde, schlossen England und bald auch die Niederlande mit Frankreich Waffenstillstand, dem am 11. April 1713 der förmliche Abschluss des Friedens zu Utrecht folgte, welchem auch Portugal, Savoyen und Preussen beitraten: Kaiser und Reich weigerten sich jedoch, ihn anzuerkennen. Im Friedenskongress herrschte nicht die Geschlossenheit der Allianz, die Prinz Eugen umsonst zu retten versuchte, sondern eine englisch-französischer Konsens, dem auch Holland sich nicht mehr widersetzte. Im Schatten einer schleppend fortgesetzten Kriegsführung erfolgten die entscheidenden Verhandlungen nicht zwischen den Diplomaten in Utrecht, sondern durch geheime Regierungsgespräche in London, Paris und im Haag.[86]

Die Bedingungen des Friedens waren folgende: Philipp V. erhielt Spanien mit den aussereuropäischen Besitzungen, welches aber nie mit Frankreich vereinigt werden durfte, Frankreich erkannte die Thronfolge in England an und trat an dieses die Hudsonbayländer, Neufundland und Neuschottland ab: Von Spanien erhielt England Gibraltar und Menorca sowie beträchtliche Handelsvorteile im spanischen Amerika.[87] Preussen bekam das Oberquartier von Geldern und Neuchâtel mit Valangin (siehe Kapitel 4.2), Savoyen eine Anzahl Grenzfestungen, die Insel Sizilien mit Anerkennung der Königswürde auf der Insel. Holland erhielt die so genannten Barrierefestungen und einen günstigen Handelsvertrag.[88]

Von den Verbündeten verlassen, konnten der Kaiser und Prinz Eugen nichts mehr ausrichten, zumal die Reichsfürsten sich sehr saumselig und unzuverlässig zeigten.[89] Damit waren die Alliierten von Kaiser und Reich aus dem Krieg ausgeschieden und das spanische Erbe - mit Ausnahme der schon während des Krieges in österreichischer Hand gekommenen italienischen Besitzungen und der dem Kaiser ausdrücklich vorbehaltenen Niederlande - verteilt, wobei im Sinne Englands alle dynastischen und nationalen Wünsche dem völkerrechtlichen Prinzip des Gleichgewichts untergeordnet wurden. Von den Ansprüchen des Reiches - der Rückgabe Strassburgs und des Elsass - war keine Rede. Aber nicht der Unwille darüber, sondern die Enttäuschung über seinen Ausschluss vom spanischen Thron bewog den Kaiser, den Utrechter Frieden abzulehnen und den Krieg gegen Frankreich allein fortzusetzen.[90]

2.3.2 Friede von Rastatt und Friedenskongress in Baden (CH)

Die Initiative zu neuen Verhandlungen ergriff das kriegsmüde Frankreich, das den endgültigen Frieden, selbst unter noch grösseren Zugeständnissen als in Utrecht, dringend wünschte. Auch in Wien musste man den jungen Kaiser zum Einlenken bewegen, so dass noch im gleichen Herbst (1713) durch pfälzische Vermittlung in dem marktgräflichen Schloss Rastatt eine Friedenskonferenz zustande kam. Sie war nicht mehr ein aufwendiger Diplomatenkongress, sondern ein diskretes, bilaterales Friedensgespräch zwischen den beiden Heerführern. Wie zuvor im Feld, so rangen nun Prinz Eugen und Marschall Villars am Verhandlungstisch um ihre Positionen. Nach zähen Verhandlungen, die vorübergehend unterbrochen wurden, konnte endlich am 6. März 1714 der Friede zwischen Frankreich und dem Kaiser unterzeichnet werden.[91]

Obwohl im Wesentlichen die Utrechter Bestimmungen übernommen wurden, hatten Prinz Eugen nicht nur für das Reich, aber für die österreichische Hausmacht in Italien und den Niederlanden einige Vorteile erreicht, ohne auf Spanien oder die Seemächte Rücksicht zu nehmen. Nicht um diese beizuziehen, sondern um den Frieden von Rastatt, den der Kaiser ohne Vollmacht und Beteiligung des Reichs nur für das Haus Österreich geschlossen hatte, auf die direkt betroffenen Reichsstände auszudehnen, wurde ein abschliessender allgemeiner Friedenskongress vereinbart, der endlich auch den Krieg zwischen Frankreich und Deutschland beenden sollte. Dieser Reichsfriede fand 6 Monate später im schweizerischen Baden statt.[92]

Hiernach bekam der Kaiser die spanischen Niederlande, Neapel, Mailand, Mantua und Sardinien; Frankreich behielt von seinen Eroberungen nur Landau.[93]

Mit diesen Ergebnissen änderte sich das Kräfteverhältnis zwischen den grossen Mächten von Grund auf. Während die Vorherrschaft Frankreichs, das sich mit einem beschränkten Erfolg begnügen musste, gebrochen war, befand sich das Kaisergeschlecht der Habsburger in neuem Aufstieg. An Stelle des gewaltigen Überdrucks einer einzelnen Grossmacht entwickelte sich, zumal England seine Geltung zur See erhöht hatte, ein europäisches Gleichgewicht.[94]

[...]


[1] Die Tagsatzung war in der Eidgenossenschaft das oberste Organ eines lockeren Bundesstaats. Es handelte sich um die periodische Versammlung von Abgesandten der einzelnen Stände; zugewandte und verbündete Orte waren teilweise ebenfalls vertreten. Jeder Ort besass eine Stimme, grundsätzlich war für Beschlüsse Einstimmigkeit erforderlich.

[2] Der 2. Villmergerkrieg (1712) war ein konfessioneller Bürgerkrieg zwischen den Refomierten und Katholischen Orten und führte nach Kriegsende zur konfessionellen Gleichberechtigung in der Eidgenossenschaft.

[3] Der Begriff “Memorial“ ist eine spätlateinische Bezeichnung für ein Tagebuch, Merkbuch oder Grundbuch der Buchführung.

[4] Feckl Klaus, S. 26-27.

[5] Hassinger Erich, S. 43-56.

[6] Der Friede von Rijswijk wurde 1697 zwischen Frankreich und den Alliierten nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg geschlossen. In diesem Friedensvertrag verzichtete Frankreich auf alle gemachten Eroberungen in den Spanischen Niederlanden.

[7] Die Seemächte trieben schon seit Jahrzehnten illegalen Handel mit den spanischen Kolonien.

[8] Feckl Klaus-Ludwig, S. 26-28.

[9] Plaschka Richard Georg, S. 35.

[10] Bei diesem neuen Vertrag erhielt Frankreich zusätzlich Mailand, Erzherzog Karl den Anteil Joseph Ferdinands.

[11] Feckl Klaus-Ludwig, S. 27.

[12] Die Rheinische Allianz war ein Bündnis zwischen den drei geistlichen Kurfürsten von Münster, dem König von Schweden und dem Fürst von Bremen zum Zwecke der gegenseitigen Verteidigung. Diesem Bündnis trat 1654 auch Frankreich bei und vergrösserte seinen Einfluss im Deutschen Reich.

[13] dtv-Atlas, Weltgeschichte, S. 259.

[14] Brockhaus Weltgeschichte, S. 97 ff.

[15] Sinkoli A., S. 17.

[16] Méthivier Hubert, S. 86.

[17] Brockhaus, Weltgeschichte, S. 94.

[18] Barudio Günther, Weltgeschichte, S. 120.

[19] dtv-Atlas, Weltgeschichte, S. 265.

[20] Brockhaus Weltgeschichte, S. 142 ff.

[21] Aretin Karl, S. 178.

[22] Barudio Günther, Weltgeschichte, S. 286.

[23] Aretin Karl Ottmar von, S. 24.

[24] Schilling Heinz, S.143.

[25] Droysen Gustav, S. 56.

[26] Kunisch Johannes (Hrsg.), S. 245.

[27] dtv-Atlas, Weltgeschichte, S. 263.

[28] Günter Barudio, Weltgeschichte, S. 345.

[29] Greyerz, Kaspar von, S. 125.

[30] Das Parlament wollte die „Exclusion Bill“, ein Gesetz, das den Bruder von Karl II. den Herzog von York als Thronfolger ausschliessen sollte, weil er zum katholischen Glauben konvertiert hatte, einführen. Um dies zu verhindern, löste der König das Parlament auf.

[31] Brockhaus, Weltgeschichte, S. 87.

[32] dtv-Atlas, S. 267.

[33] Criuckshanks Eveline, S. 45.

[34] dtv-Atlas, Weltgeschichte, S. 266-269.

[35] Barudio Günter, Weltgeschichte, S. 356.

[36] Brockhaus, Weltgeschichte, S. 132.

[37] Heine Hartmund, S. 150.

[38] Dies tat Ludwig XIV. gestützt auf das brabantische Devolutionsrecht.

[39] Kamen Henry, S. 387.

[40] Heine Hartmund, S. 152.

[41] Don Juan José de Austria war der illegitime Sohn des Philipp IV. Ihm gelang es nach seiner Verbannung, zum ersten Minister der Krone aufzusteigen.

[42] Anna Marie Pfalz-Neubrug ist die Tochter des pfälzischen Kurfürten.

[43] Kamen Henry, S. 394.

[44] De Schryver Reginald, S. 82.

[45] Heine Hartmund, S. 154 ff.

[46] Der Teilungsvertrag wurde zwischen den Seemächten und Frankreich 1698 abgeschlossen und beinhaltete die Aufteilung des spanischen Erblandes.

[47] Oppenheimer Wolfgang, S. 75.

[48] Getzer Matthias, S. 442.

[49] Kaiser David, S. 196.

[50] Die „Grosse Allianz“ geht als Haager Bündnis in die Geschichte ein.

[51] Heine Hartmund, S. 154.

[52] Erichsen Johannes (Hrsg.), S. 135.

[53] Holsti Kalevi, S. 66.

[54] Oppenheimer Wolfgang, S. 83.

[55] Braubach Max, S. 143.

[56] Oppenheimer Wolfgang, S. 146.

[57] Eugen überquerte mit seiner Armee die Valfredda und die Monti Lessini, bis sie über Perl und Breonio Valpolicella die Ebene von Verona erreichte.

[58] Braubach Max, S. 145.

[59] Feldmarschall Catinat bat selbst beim König um die sofortige Versetzung.

[60] Oppenheimer Wolfgang, S. 90.

[61] Oppenheimer Wolfgang, S. 94.

[62] Er erhielt diesen Übernamen, weil er bei der Belagerung um Wien (1683) mit seinem Dragonerregiment die Osmanischen Linien durchbrach und somit der Schlacht ein Ende setzte.

[63] Feckl Klaus-Ludwig, Preussen im Spanischen Erbfolgekrieg, S. 52-56.

[64] Wiercimok Joachim, S. 25.

[65] Oppenheimer Wolfgang, S.102.

[66] Metzdorf Jens, S. 110.

[67] Zu Max Emanuel und seinem Zeitalter der bayerischen Geschichte den ausgezeichneten Katalog zur Ausstellung „Kurfürst Max Emanuel- Bayern und Europa um 1700, mit zahlreichen, wichtigen Beiträgen, sowie die ausführliche Biographie Ludwig Hüttls, „Max Emanuel der blaue Kurfürst“.

[68] Oppenheimer Wolfgang, S. 104-106.

[69] Ibid., S. 108.

[70] Chandler David, S. 154.

[71] Weiss R. Th., S. 99.

[72] Oppenheimer Wolfgang, S. 114.

[73] Ibid., S. 116-118.

[74] Chandler David, S. 201-222.

[75] Metzdorf Jens, S. 143.

[76] Oppenheimer Wolfgang, S. 133-137.

[77] Stücheli Rolf, S. 6.

[78] Die Whigregierung wurde von der Toryregierung abgelöst.

[79] Chandler Davod, S. 275.

[80] Oppenheimer Wolfgang, S. 140.

[81] dtv-Weltgeschichte, S. 269.

[82] Weiss R. Th., S. 101.

[83] Oppenheimer Wolfgang, S. 156-158.

[84] Wiercimok Joachim, S. 141.

[85] Stücheli Rolf, S. 10.

[86] Feckl Klaus-Ludwig, S. 178-196.

[87] Vgl. Gedruckte Quelle: Specificierliches Begehren aller hohen Verbündeten, zu einer Antwort auf die von der Kron Frankreich getahnen Friedensvorschläge, in Utrecht den 5.mertz/1712, S. 1.

[88] Ibid., S. 2-5.

[89] Erichsen Johannes, S. 309.

[90] Stücheli Rolf, S.6-8.

[91] Montarlot P., S. 45.

[92] Stücheli Rolf, S. 12.

[93] Montarlot P., S. 56.

[94] Guggenbühl Gottfried, S. 57.

Ende der Leseprobe aus 124 Seiten

Details

Titel
Die Neutralitätspolitik der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England - Abraham Stanyan
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)  (Institut für Neuzeit)
Note
5.5 (CH)
Autor
Jahr
2005
Seiten
124
Katalognummer
V117152
ISBN (eBook)
9783640191796
ISBN (Buch)
9783640191949
Dateigröße
897 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
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Schlagworte
Neutralitätspolitik, Eidgenossenschaft, Spanischen, Erbfolgekrieges, Beispiel, Diplomatie, England, Abraham, Stanyan
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Lic. phil hist. Stefan Ackermann (Autor), 2005, Die Neutralitätspolitik der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England - Abraham Stanyan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117152

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