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Die Neutralitätspolitik der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England - Abraham Stanyan

Title: Die Neutralitätspolitik der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England - Abraham Stanyan

Swiss Diploma Thesis , 2005 , 124 Pages , Grade: 5.5 (CH)

Autor:in: Lic. phil hist. Stefan Ackermann (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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„Die aussenpolitischen Beziehungen der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England – Abraham Stanyan“. So lautet der Titel dieser Arbeit. Welche Inhalte verbergen sich hinter dieser Überschrift? Wie lauten die Zielsetzungen dieser Studie. Welches ist die Konzeption?
Diese Arbeit befasst sich mit zwei Themen. Zum einem soll die Entwicklung der eidgenössischen Neutralitätspolitik vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges untersucht werden und zum anderen wird die aktive Rolle der englischen Diplomatie im Spanischen Erbfolgekrieg in der Eidgenossenschaft aufgezeigt.
Der Spanische Erbfolgekrieg war ein langer und grausamer Krieg, den man als eigentlichen Ersten Weltkrieg in der Neuzeit bezeichnen kann. Der Krieg beginnt in einem Jahrhundert, welches mit der Aufklärung und der Französischen Revolution einschneidende und epochale Veränderungen in der Menschheitsgeschichte mit sich bringt. In diesem Krieg ist die Weiterentwicklung und die allgemeine Anerkennung der schweizerischen Neutralität begründet.
Welche Rolle spielte die im Herzen Europas liegende Schweiz während dieses epochalen Krieges? Wie sahen die angrenzenden Grossmächte, im Spannungsfeld der Erbfolgepolitik, die Rolle eines konfessionell gespaltenen Staatenbunds? Aus welchem historischen Kontext entstand überhaupt die schweizerische Neutralitätspolitik? Wie konnte ein solch kleiner und loser Staatenbund eine effiziente Neutralitätspolitik betreiben? Wurde die Neutralität überhaupt von allen anerkannt? Und wenn ja, mit welchen Mitteln konnte dieser Staatenbund die Neutralität aufrechterhalten? Was brachte der Spanische Erbfolgekrieg für die Eidgenossenschaft? Welche Rolle spielte die englische Diplomatie in der Schweiz in diesem Krieg? Welches Verhältnis bestand zwischen England und den Reformierten Orten?
Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag zur Erforschung der aussenpolitischen Entwicklung in der Schweiz vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges leisten. Eng verbunden mit dieser Entwicklung ist die Schweizerische Neutralitätspolitik, deren Anfänge im 17. Jahrhundert zu finden sind und sich in den Vorkriegsjahrzehnten aufgrund der aggressiven französischen Hegemonialpolitik weiterentwickelt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1.1 Konzeption und Zielsetzungen

1.2 Aktueller Forschungsstand

II. Ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des Spanischen Erbfolgekrieges

2.1 Europa im politischen Umbruch

2.1.1 Europäische Lage gegen 1700

2.1.2 Frankreich- Aussenpolitik Ludwigs XIV.

2.1.3 Deutsches Reich/Österreich-Leopold I.

2.1.4 Preussens Aufstieg zur Grossmacht

2.1.5 England-Zeitalter der Vernunft

2.1.6 Spanien-Spielball der Grossmächte

2.2 Spanischer Erbfolgekrieg (1701-1714)

2.2.1 Vorboten des Krieges

2.2.2 Erste Kriegsphase (1701-1704)-bayerisch-französische Allianz

2.2.3 Zweite Kriegsphase (1705-1709)-Italienfeldzug/Malplaquet

2.2.4 Dritte und letzte Kriegsphase (1710-1714)-Entscheidung

2.3 Friedensprozesse

2.3.1 Friede von Utrecht

2.3.2 Friede von Rastatt und Friedenskongress in Baden (CH)

III. Neutralitätspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1649-1712

3.1 Neutralität der Eidgenossen

3.1.1 Terminologische Entwicklung

3.1.2 Ablehnung von politischen Bindungen

3.1.3 Unparteiische Begünstigung

3.1.4 Neutralisierung angrenzender Gebiete (Vormauerpolitik)

3.1.5 Zusammenfassung

3.2 Militärische Landesverteidigung

3.2.1 Defensionale und dessen Revisionen

3.2.2 Militärischen Bestimmungen des „Defensionals“

3.2.3 Mobilisationsanordnungen

3.2.4 Zusammenfassung

3.3 Söldnerwesen

3.3.1 Überblick

3.3.2 Werbungen

3.3.3 Freikompanien

3.3.4 Transgressionen-Soldverträge zum defensiven Gebrauch

3.3.5 Zusammenfassung

3.4 Innenwirtschaft

3.4.1 Finanzwesen

3.4.2 Handel und Verkehr

3.4.3 Gewerbe und Landwirtschaft

3.4.4 Sozialpolitik

3.4.5 Zusammenfassung

3.5 Aussenwirtschaft

3.5.1 Allgemeines

3.5.2 Die Betätigungsgebiete der Tagsatzung

3.5.3 Vorgehen der Tagsatzung

3.5.4 Zusammenfassung

IV. Englische Diplomatie in der Eidgenossenschaft: Abraham Stanyan 1705-1714

4.1 Stanyan und die Drei Bünde

4.1.1 Situation Graubündens zu Beginn der Spanischen Erbfolgekrieges

4.1.2 Bündnis mit Venedig und seine Auswirkungen

4.1.3 Politischer Diskurs um das Passtraktat

4.1.4 Fall Massner

4.2 Erbfolgestreit um Neuenburg

4.2.1 Geschichtlicher Kontext

4.2.2 Diplomatie nach dem Tode Wilhelms III.

4.2.3 Entscheid Neuenburgs und seine Folgen

4.3 Stanyan und die Politik der reformierten Orte

4.3.1 Braconnier-Affäre

4.3.2 Stanyan und die Friedenswünsche der evangelischen Orte

4.3.3 Englische Politik nach dem politischen Umsturz-Toggenburgerstreit

V. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der eidgenössischen Neutralitätspolitik während des Spanischen Erbfolgekrieges und analysiert gleichzeitig die aktive Rolle der englischen Diplomatie, insbesondere des Gesandten Abraham Stanyan, innerhalb der Schweiz in diesem Zeitraum.

  • Die Entstehung und Festigung der schweizerischen Neutralität als Staatsmaxime
  • Militärische Landesverteidigung und das System der „Vormauerpolitik“
  • Die ökonomische Bedeutung und die Regulierung des Söldnerwesens
  • Die diplomatischen Bemühungen Englands zur Offenhaltung der Pässe (z.B. in Graubünden)
  • Die Rolle der Diplomatie im Erbfolgestreit um Neuenburg und im konfessionellen Toggenburgerstreit

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Situation Graubündens zu Beginn der Spanischen Erbfolgekrieges

Die europäische Auseinandersetzung um das spanische Erbe brachte auch Graubünden in eine sehr schwierige Lage. Aufgrund seiner Alpenpässe (nach dem Herzogtum Mailand, der Republik Venedig, dem Reichsland Tirol und der inneren Schweiz) war es in geopolitischer Hinssicht für die umliegenden Mächte von grosser Bedetung. Graubünden befand sich zudem auf einer der zentralen Nord-Süd-Handelsrouten der angrenzenden Mächte. Diese beeinflussten durch ihre Handelstätigkeit das Leben in den bündnerischen Tälern relativ stark. Dies nicht zuletzt auch im Bereich des fremden Kriegsdienstes, welchem sich viele Männer anschlossen.

Als sich nach dem Tode Karls II. von Spanien Machtblöcke (Österreich, Frankreich, Kurfürst von Bayern) zusammenballten und Graubünden einschlossen, war dessen Existenz bedroht. Die Aufrechterhaltung der Neutralität war für das Land lebensnotwendig. Graubünden konnte nicht der Willkür einer Kriegspartei ausgesetzt sein. Noch vor der alliierten Kriegserklärung vom 15. Mai 1702 gaben die Drei Bünde ihren Willen zur Neutralität durch eine offizielle Erklärung an die europäischen Mächte kund, welche auch ein Durchmarschverbot für die fremden Truppen enthielt. Dieses Verbot musste vorläufig vor allem die kaiserliche Strategie beeinträchtigen und damit die Politik des Kaisers beeinflussen. Dem „Sonnenkönig“ konnte die Neutralitätserklärung der Drei Bünde nur recht sein, da sie den Feinden mehr schadeten als ihm selbst, und eine Verbindung zwischen dem Reichsgebiet und der oberitalienischen Tiefebene für Österreichs Kriegslage entscheidend sein konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Konzeption der Arbeit, die sich auf die Entwicklung der Schweizer Neutralität und die englische Diplomatie unter Abraham Stanyan konzentriert, und gibt einen Überblick über den Forschungsstand.

II. Ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des Spanischen Erbfolgekrieges: Dieses Kapitel liefert einen ereignisgeschichtlichen Abriss über die europäischen Grossmächte, den Verlauf des Krieges und die anschließenden Friedensschlüsse von Utrecht und Rastatt.

III. Neutralitätspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1649-1712: Das Kapitel untersucht die Ausgestaltung der Neutralität, militärische Maßnahmen, das Söldnerwesen sowie die Innen- und Außenwirtschaft der Eidgenossenschaft in diesem Zeitraum.

IV. Englische Diplomatie in der Eidgenossenschaft: Abraham Stanyan 1705-1714: Dieses Hauptkapitel analysiert Stanyans diplomatisches Wirken in Graubünden, im Erbfolgestreit um Neuenburg und seine Politik gegenüber den reformierten Orten und dem Toggenburgerstreit.

V. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Schweiz im Spannungsfeld der europäischen Großmächte sowie den Erfolg der diplomatischen Bemühungen Stanyans.

Schlüsselwörter

Schweizerische Eidgenossenschaft, Spanischer Erbfolgekrieg, Neutralitätspolitik, Abraham Stanyan, Englische Diplomatie, Tagsatzung, Defensional, Söldnerwesen, Graubünden, Erbfolgestreit Neuenburg, Toggenburgerstreit, Außenpolitik, Europäisches Gleichgewicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die aussenpolitische Entwicklung der Schweizerischen Eidgenossenschaft während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) und untersucht insbesondere die diplomatische Rolle des englischen Gesandten Abraham Stanyan in dieser Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die schweizerische Neutralitätspolitik, das Söldnerwesen, die militärische Landesverteidigung (Defensional), die Handels- und Zollpolitik sowie spezifische diplomatische Konflikte wie den Neuenburger Erbfolgestreit und den Toggenburgerstreit.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Eidgenossenschaft ihre Neutralität gegenüber den europäischen Großmächten wahre und welche aktive Rolle die englische Diplomatie bei der Sicherung schweizerischer Interessen spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, insbesondere der eidgenössischen Abschiede (Tagsatzungsprotokolle) sowie diplomatischen Korrespondenzen (z. B. Briefe zwischen Stanyan und Sunderland).

Welche Schwerpunkte liegen im Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärisch-politische Sicherung der Schweiz („Vormauerpolitik“), die Regulierung des Söldnerwesens und eine detaillierte Fallstudie zu Abraham Stanyans diplomatischer Vermittlungstätigkeit in den reformierten Orten und Graubünden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Neutralität, Tagsatzung, Defensional, Söldnerwesen, diplomatische Mission, europäisches Gleichgewicht und Aussenpolitik.

Welche Rolle spielt Abraham Stanyan konkret in der Eidgenossenschaft?

Stanyan fungierte als englischer Gesandter, der die Schweizer Protestanten zur Allianz mit den Seemächten drängte, gleichzeitig die Offenhaltung strategisch wichtiger Pässe (z.B. Graubünden) sicherte und eine Vermittlerrolle in internen schweizerischen Konflikten wie dem Neuenburger Erbfolgestreit einnahm.

Warum war die "Vormauerpolitik" für die Eidgenossenschaft entscheidend?

Diese Politik zielte darauf ab, neutrale Pufferzonen an den Außengrenzen zu schaffen, um die Eidgenossenschaft vor Kriegshandlungen zu verschonen, die Ressourcen der militärisch schwachen Landesverteidigung zu entlasten und den Handel zu sichern.

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Details

Title
Die Neutralitätspolitik der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England - Abraham Stanyan
College
University of Fribourg  (Institut für Neuzeit)
Grade
5.5 (CH)
Author
Lic. phil hist. Stefan Ackermann (Author)
Publication Year
2005
Pages
124
Catalog Number
V117152
ISBN (eBook)
9783640191796
ISBN (Book)
9783640191949
Language
German
Tags
Neutralitätspolitik Eidgenossenschaft Spanischen Erbfolgekrieges Beispiel Diplomatie England Abraham Stanyan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lic. phil hist. Stefan Ackermann (Author), 2005, Die Neutralitätspolitik der Eidgenossenschaft vor und während des Spanischen Erbfolgekrieges am Beispiel der Diplomatie von England - Abraham Stanyan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117152
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