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"Der gestiefelte Kater" von Ludwig Tieck – Eine Untersuchung des satirischen Elements

Title: "Der gestiefelte Kater" von Ludwig Tieck – Eine Untersuchung des satirischen Elements

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Valentina Schmidt (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Tieck verschießt „Spöttereien rechts und links und nach allen Seiten wie leichte
Pfeile“, beschreibt August Wilhelm Schlegel den satirischen Ton des Gestiefelten Katers.
Damit ist sein Hauptcharakteristikum gegeben und diese „kecke mutwillige Posse“, die einen Grenzpunkt zwischen Tiefsinn und Unsinn und ein geistreichwitziges Spiel mit der Illusion darstellt, beschrieben.
Ludwig Tiecks Drama ist als Initialstück der Romantik zu werten, in dem, nach einer rational ausgerichteten und an Vernunft orientierten Epoche der Aufklärung, Kunst, Künstler und Publikum zurück zum Fantastischen und Fantasievollen finden können. Klaus Günzel bezeichnet Tieck in seiner Biografie als einen „heiteren Geist“, der seine Schöpferkraft immer
wieder an den „Widersprüchen der Epoche“ entzündet, womit er die Phase des Übergangs der Spätaufklärung in die Frühromantik bezeichnet. Tieck parodiert diese starren und rigiden Formulierungen der überzeugten Vertreter der Aufklärung im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich. Dass er sich dabei als passionierter Satiriker zeigt, soll im Verlauf dieser
Arbeit deutlich werden, die das Drama unter eben diesem Aspekt analysieren wird.
Als „das größte mimische Talent, das jemals die Bühne nicht betreten“ hat, wie Clemens Brentano Tieck feiert, installiert dieser seine Satire auf einer fiktiven Theaterbühne. Zu seinen Protagonisten gehören darüber hinaus die fiktiven Zuschauer im Parkett, die sich über das Geschehen auf der Bühne mokieren, während auf dieser das Stück selbst zum Diskussionspunkt wird. Damit entwickelt Tieck sein Stück auf differenzierten Spielebenen
und mit mehreren Rollendimensionen, die die Illusion des Theaters zerstören, indem sie seinen Konstruktionscharakter entlarven.
Der Gestiefelte Kater findet nach seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1793 großen Anklang und erreicht in Kürze sechs Auflagen. Tieck nimmt ihn fast zwanzig Jahre später auch in seinen Phantasus auf, eine Sammlung von Märchen, Erzählungen, Schauspielen und Novellen, wie dessen Untertitel verrät.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spielebenen

3. Charaktere

3.1. Kater

3.1.1. „Menschwerdung“ des Katers

3.2. Dichter

3.3. Schauspieler

3.3.1. König und Prinzessin

3.3.2. Hanswurst und Leander

3.4. Publikum

4. Satire

4.1. Zeitsatire

4.2. Politische Satire

4.3. Theatersatire

4.4. Personalsatire

5. Fazit

6. Literatur

Primärtexte:

Sekundärliteratur:

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Ludwig Tiecks Drama "Der gestiefelte Kater" unter dem Fokus seiner satirischen Elemente. Ziel ist es, die vielschichtige Struktur des Werkes, insbesondere die Infragestellung von Theaterillusion und die gesellschaftliche Kritik an der zeitgenössischen Aufklärung, wissenschaftlich aufzuarbeiten.

  • Satire als zentrales Gestaltungselement des Werks
  • Struktur der Spielebenen und der Stück-im-Stück-Charakter
  • Analyse der Charaktere als Typen und deren Funktion
  • Kritik am Bildungsbürgertum und der Aufklärung
  • Frühromantische Konzepte wie Ironie und Transzendentalpoesie

Auszug aus dem Buch

3.1.1. „Menschwerdung“ des Katers

Wie eingangs erwähnt, stellen die Charaktere Tiecks unbewegliche Typen ohne jegliche Anzeichen von Entwicklung dar. Die einzige Ausnahme zeigt hier die Figur des Katers. Er vollzieht eine außerordentliche Wandlung von seinem ursprünglich noch tierischen Dasein zu einem, das als „menschlich“ bezeichnet werden muss. Bereits sein selbstbewusstes Auftreten gegenüber Gottlieb, bringt ihm dessen Respekt ein. Zudem gibt Gottlieb zu, durch die Reden des Katers eine größere Menschenkenntnis erwerben zu können. In dieser Aussage spiegelt sich nicht nur die Beschränktheit Gottliebs, sondern auch die Tatsache, dass er dem Kater menschliche Attribute zuordnet, da er glaubt Menschenkenntnis zu gewinnen, indem er eine Katze kennen lernt.

Der erste Schritt auf dem Weg zu seiner „Menschwerdung“ besteht für den Kater darin, sich Stiefel anfertigen zu lassen, wovon er sich eine größere Männlichkeit und ein imposanteres Auftreten zu erhalten verspricht. Auch hier kommt ihm sein selbstverständlicher Umgang mit seinem Dasein als Katze zu Gute, denn der Schuhmacher wundert sich nicht darüber, wem er die Stiefel anpassen soll – er bittet Hinze lediglich darum, die Krallen einzuziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in Ludwig Tiecks Drama "Der gestiefelte Kater" als Initialstück der Romantik ein und umreißt dessen satirische Qualität sowie die mehrschichtige Struktur.

2. Spielebenen: Es wird analysiert, wie Tieck durch die Korrespondenz von realem Publikum, fiktivem Publikum und Spiel auf der Bühne die Theaterillusion systematisch zerstört.

3. Charaktere: Dieses Kapitel charakterisiert die Figuren als unbewegliche Typen und beleuchtet die spezifische Rolle von Kater, Dichter, Schauspielern und Publikum im satirischen Gefüge.

4. Satire: Die Untersuchung zeigt auf, wie Tieck durch Ironie und die bewusste Provokation des Publikums zeit-, theater- und personalkritische Ziele verfolgt.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einordnung des Werkes als bedeutendes frühromantisches "Denkspiel", das die Gesetze des Theaters außer Kraft setzt.

6. Literatur: Auflistung der im Rahmen der Untersuchung herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Ludwig Tieck, Der gestiefelte Kater, Romantik, Satire, Theaterkritik, Aufklärung, Spielebenen, Stück-im-Stück, Ironie, Transzendentalpoesie, Frühromantik, Menschwerdung, Personalsatire, Literaturgeschichte, Theaterillusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Ludwig Tiecks Komödie "Der gestiefelte Kater" und untersucht dabei insbesondere die Funktion und die verschiedenen Ausprägungen des satirischen Elements in diesem romantischen Stück.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die satirische Darstellung des Publikums, die Kritik an der Aufklärung, die Autoreflexivität des Theaters sowie die Analyse einzelner Charaktere als satirische Typen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Tieck durch den bewussten Bruch mit der Theaterillusion und den Einsatz von Mehrschichtigkeit (Spiel im Spiel) eine gesellschaftskritische Satire erschafft.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Dramas mit zeitgenössischen Theoriekonzepten (wie denen von Friedrich Schlegel) und historischem Kontext zur Aufklärung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Spielebenen, eine detaillierte Charakterisierung der Figuren sowie eine differenzierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Satireformen (Zeit-, Politik-, Theater- und Personalsatire).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem romantische Ironie, das Stück-im-Stück, die Demontage der Theaterillusion und die Auseinandersetzung mit dem Bildungsbürgertum.

Warum wird der Kater als einzige Figur mit einer Entwicklung beschrieben?

Während andere Figuren als statische Typen angelegt sind, durchläuft der Kater eine "Menschwerdung", in der er sich zivilisatorische Verhaltensweisen und die Sprache des Bürgertums aneignet, was Tieck satirisch nutzt.

Welche Bedeutung kommt dem Publikum im Werk zu?

Das fiktive Publikum repräsentiert das zeitgenössische, aufgeklärte Bürgertum, das den ästhetischen Provokationen Tiecks mit Unverständnis begegnet und somit selbst zum Gegenstand der Satire wird.

Was besagt das Konzept der "Transzendentalpoesie" in diesem Zusammenhang?

Es beschreibt eine Poesie, die ihre eigenen Entstehungs- und Möglichkeitsbedingungen reflektiert, was in Tiecks Werk durch die offene Zerstörung der Bühnenillusion deutlich wird.

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Details

Title
"Der gestiefelte Kater" von Ludwig Tieck – Eine Untersuchung des satirischen Elements
College
University of Heidelberg
Grade
1,7
Author
M.A. Valentina Schmidt (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V117173
ISBN (eBook)
9783640194865
ISBN (Book)
9783640195008
Language
German
Tags
Kater Ludwig Tieck Eine Untersuchung Elements
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Valentina Schmidt (Author), 2007, "Der gestiefelte Kater" von Ludwig Tieck – Eine Untersuchung des satirischen Elements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117173
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