Der Anteil älterer Menschen wächst kontinuierlich. Damit wächst auch ein Bewusstsein für Lebensqualität im Alter. Alter und Alterserscheinungen werden nicht mehr einfach hingenommen, sondern zunehmend als veränderbar, gestaltbar erlebt. Der Leidensdruck wird höher, die Leidensbereitschaft wird geringer, glücklicherweise. Um erfolgreich zu altern, braucht es offenbar vor allem vier Qualitäten:
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Epidemiologie
3. Besondere Probleme
4. Diagnostik
5. Definition
6. Die Altersdepression
7. GDS – Geriatrische Depressions-Skala
8. Ursachen
9. Therapie
10. Die Verhaltenstherapie nach Hautzinger
11. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Symptomatik, Diagnose und therapeutischen Ansätzen bei Depressionen im höheren Lebensalter unter besonderer Berücksichtigung der psychologischen Herausforderungen und der Abgrenzung zu Demenzerkrankungen.
- Epidemiologische Grundlagen und Prävalenz der Altersdepression
- Herausforderungen in der Diagnostik und Differenzialdiagnose
- Psychologische und soziale Ursachenmodelle
- Therapeutische Interventionen, insbesondere der verhaltenstherapeutische Ansatz
- Bedeutung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Alter
Auszug aus dem Buch
10. Die Verhaltenstherapie nach Hautzinger
Der Tübinger Psychologieprofessor Martin Hautzinger hat für Altersdepressive Methoden zur Alltagsbewältigung entwickelt. Er erhielt dafür den Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und Gerontopsychotherapie.
Gemeinsam mit dem Therapeuten sollen die Patienten die Einsicht in ihre Situation gewinnen und durch gezieltes Training schrittweise ihren Alltag wieder besser und vor allem aktiver gestalten lernen. Wichtigstes Instrument ist der Wochenplan, in dem ältere Patienten ihre Tätigkeiten, Stimmungen und Ereignisse protokollieren und sich selbst beobachten.
Grundlage ist das Modell der Selektiven Optimierung, das von Baltes und Carstensen 1996 entwickelt wurde und ein Modell erfolgreiches Altern darstellt (und damit gewissermaßen auch das Therapieziel):
Selektion meint eine Auswahl von Verhaltensbereichen – statt in vier Vereinen engagiert sich der ältere Mensch vielleicht nur noch in zwei, er kocht, aber nur noch einmal am Tag (und dafür mit Genuss)... Besonders wichtig ist eine gelungene Selektion bei Abschieden – etwa der Frage, wie das eigene Leben sinnvoll „verkleinert“ werden kann, wenn man ins Altersheim zieht.
Optimierung meint eine gezielte Stärkung eigener Ressourcen – um im Verein weiter die Rolle des Kassenwartes wahrnehmen zu können, holt sich der ältere Mensch einen Assistenten, statt wahllos wird einmal wöchentlich mit Einkaufsliste eingekauft, unterstützt von der Tochter, die hilft, alles in die Wohnung zu schaffen... Hier gestaltet der ältere Mensch seine Umwelt und sein Leben (wieder) aktiv.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den wachsenden Stellenwert der Lebensqualität im Alter und die notwendigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Altern.
2. Epidemiologie: Liefert statistische Daten zur Häufigkeit von Depressionen und deren Stellung als Volkskrankheit.
3. Besondere Probleme: Beleuchtet Hindernisse wie fehlendes Problembewusstsein, soziale Isolation und die Schwierigkeit, psychotherapeutische Hilfe im Alter zu akquirieren.
4. Diagnostik: Analysiert die Problematik der Unterscheidung zwischen Depression und demenziellen Erkrankungen bei älteren Patienten.
5. Definition: Differenziert zwischen normaler Trauer und pathologischen depressiven Störungen auf verschiedenen Ebenen.
6. Die Altersdepression: Definiert das Krankheitsbild der Altersdepression und listet spezifische Determinanten sowie klassische Symptome auf.
7. GDS – Geriatrische Depressions-Skala: Stellt ein diagnostisches Instrument zur Erfassung depressiver Symptome bei älteren Menschen vor.
8. Ursachen: Erläutert das Zusammenspiel genetischer, psychologischer und biologischer Faktoren bei der Entstehung einer Depression.
9. Therapie: Diskutiert verschiedene psychotherapeutische Ansätze wie Verhaltenstherapie und interpersonelle Psychotherapie.
10. Die Verhaltenstherapie nach Hautzinger: Detailliert ein konkretes Therapieprogramm basierend auf dem Modell der Selektiven Optimierung.
11. Fazit: Plädiert für eine interdisziplinäre Netzwerkversorgung und die Stärkung salutogenetischer Faktoren.
Schlüsselwörter
Altersdepression, Gerontopsychiatrie, Depression, Diagnostik, Psychotherapie, Hautzinger, Lebensqualität, Verhaltenstherapie, Demenz, Epidemiologie, psychische Gesundheit, Alter, Selektive Optimierung, Prävention, Suizidrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychischen Gesundheit älterer Menschen, fokussiert auf das Krankheitsbild der Altersdepression sowie deren Diagnose und Behandlung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Epidemiologie, diagnostische Abgrenzung zu Demenzen, Ursachenforschung und verschiedene Therapieansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Spezifika von Depressionen im Alter zu schaffen und praktikable therapeutische Ansätze zur Alltagsbewältigung vorzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung klinischer Studien und bewährter psychotherapeutischer Modelle wie der Kognitiven Verhaltenstherapie nach Hautzinger.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Definition von Depressionen, deren Auslöser, diagnostische Skalen und konkrete verhaltenstherapeutische Interventionsmethoden diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Altersdepression, Verhaltenstherapie, Gerontopsychiatrie, Diagnostik und Salutogenese.
Wann ist die Anwendung der GDS sinnvoll?
Die Geriatrische Depressions-Skala ist ein spezielles Instrument zur Diagnostik bei älteren Menschen, allerdings bei Vorliegen kognitiver oder dementieller Störungen nicht anwendbar.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Depression und Demenz so wichtig?
Da Demenz und Depression bei Älteren oft gemeinsam auftreten, ist eine korrekte Diagnose entscheidend für den therapeutischen Erfolg, da die Behandlungsansätze bei diesen Störungen grundlegend verschieden sind.
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- Dr. Phil. Kathrin Kiss-Elder (Author), 2003, Depression im Alter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117186