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Körper-Kultur-Krankheit: Zum Begriff der Alternativmedizin

Titel: Körper-Kultur-Krankheit: Zum Begriff der Alternativmedizin

Studienarbeit , 2003 , 23 Seiten , Note: bestanden

Autor:in: Bettina Nicole Dorscheid (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die derzeit zu beobachtende steigende Nachfrage im Bereich der Alternativmedizin, einhergehend mit einer wachsenden Präsenz in den Medien, dem Literaturmarkt, allgemein im kollektiven Bewusstsein, ist Ausgangspunkt meiner Forschungsfrage, die zu klären versucht, was die Hintergründe des Bewusstseinswandels sind, wie die Situation der Gesellschaft, des medizinischen Systems ursächlich in Zusammenhang stehen und wie die Erwartungen, Hoffnungen, Motivationen der Menschen, welche sich auf einen "alternativen Weg" begeben, zu begründen sind.
Die Auseinanandersetzung mit dem Begriff der Alternativmedizin inkludiert hierbei die Abgrenzung zum Oppositionsbegriff der Schulmedizin, eine Betrachtung von Gesundheits- und Krankheitsverständnis sowie verbreiteter Vorstellungen hierzu, eingebettet im kulturellen Kontext; der Rolle des Arztes sowie der Zusammenhang zu existierenden Bildern von Natur, Welt und Religion.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff und Definition

3. Wandel des Bewusstseins

4. Kulturbegriff

5. Motivationsansätze zur Alternativbewegung

5.1. Kritik an der Schulmedizin

5.2. Faszination von Mystik und Fremde

5.3. Erkennen der Eigenverantwortlichkeit

5.4. Einfluss der Massenmedien

6. Krankheitsverständnis

7. Gesundheitsverständnis

8. Körper- Geist- Zusammenhang

9. Rolle des Arztes

10. Zur Metaphorik ausgewählter Bilder

10.1. Natur

10.2. Weltbild

10.3. Religion

11.Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Begriff der Alternativmedizin in Abgrenzung zur Schulmedizin und beleuchtet den soziokulturellen Bewusstseinswandel, der das wachsende Interesse an alternativen Heilmethoden begründet. Ziel ist es, die Hintergründe dieses Trends, die veränderte Rolle des Patienten sowie die symbolische Bedeutung von Natur, Weltbild und Religion im medizinischen Kontext zu analysieren.

  • Definition und Abgrenzung von Alternativ- und Schulmedizin
  • Soziokulturelle Ursachen des Bewusstseinswandels
  • Körper-Geist-Zusammenhang und Patientenorientierung
  • Einfluss von Medien und gesellschaftlichen Metaphern
  • Potenzial einer integrativen Ganzheitsmedizin

Auszug aus dem Buch

5.1. Kritik an der Schulmedizin

Ein Großteil der Motivation stammt aus einer simplen Antihaltung heraus, die Menschen sind mit dem Althergebrachten, der Schulmedizin nicht mehr einverstanden und suchen nach einer Alternative.

„Die Schulmedizin hat in der Akutmedizin viele Erfolge zu verzeichnen, bei chronischen Erkrankungen kann sie oft jedoch nicht adäquat weiterhelfen und lediglich die Symptome durch Dauermedikation in ihrem Verlauf mildern.“ (Pfeiderer 1995, S.51)

Gleichzeitig steigt die Besorgnis um Nebenwirkungen verordneter Medikamente und gesundheitlicher Auswirkungen von Chemikalien in der Landwirtschaft. Medikamentenunverträglichkeit, Antibiotikaresistenz und Allergien sind weit verbreitet und steigen stetig an. Dies führt dazu, dass viele Patienten sich der Komplementärmedizin zuwenden in der Hoffnung, natürliche Methoden seien weitgehend harmlos und nebenwirkungsfrei. Ebenso werden die Rechtfertigung bestimmter chirurgischer Eingriffe und die steigenden Kosten medizinischer Betreuung in Frage gestellt. Dies bedingt eine Abwendung vom Alten, eine Suche nach Neuem, Besserem.

Patienten fragen immer häufiger nach sanften, nicht- medikamentösen oder weniger stark wirksamen Methoden, die Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden wird gewünscht, bevor die stark wirksamen und oft mit erheblichen Nebenwirkungen behafteten schulmedizinischen Methoden verwendet werden. Komplementärmedizinische Methoden kommen auch oft zum Einsatz, wenn schulmedizinische Methoden entweder unergiebig, ineffizient oder schlicht unwirksam sind. Wenn die Medizin mit ihrem technischen Wissen am Ende ist, gilt der Patient schnell als unheilbar. Diese „Hilflosigkeit der Medizin“ (Lettke 1999, S.36) bringt viele Menschen dazu, sich von ihr abzuwenden und sich in ihrer Not an alternative Heilmethoden zu richten. Aber auch die Zeit und Kraft raubende Diagnostik in der Hand zahlreicher Spezialisten macht viele Menschen müde und sie suchen nach einer ganzheitlichen Anlaufstelle, wo sie zur Ruhe kommen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Begrifflichkeit der Alternativmedizin ein und erläutert die Absicht, diese im Kontext eines gesellschaftlichen Bewusstseinswandels zu untersuchen.

2. Begriff und Definition: Dieses Kapitel erläutert, dass Schulmedizin und Alternativmedizin als soziale Konstrukte zu verstehen sind, die aus historischen Auseinandersetzungen hervorgegangen sind.

3. Wandel des Bewusstseins: Es wird dargestellt, wie ein gesamtgesellschaftlicher Wandel ein "neues Denken" initiiert, das sich von der rein technisierten, kartesianischen Medizin distanziert.

4. Kulturbegriff: Die Bedeutung des kulturellen Rahmens für Gesundheit und Krankheit wird hervorgehoben und als Grundlage für ein Verständnis alternativer Ansätze identifiziert.

5. Motivationsansätze zur Alternativbewegung: Dieses Kapitel analysiert Gründe für die Hinwendung zu alternativen Wegen, wie Kritik an der Schulmedizin, das Bedürfnis nach Mystik, Eigenverantwortung und den Einfluss von Medien.

6. Krankheitsverständnis: Das Kapitel beschreibt den Übergang von einer einseitig körperlichen Betrachtung hin zu einem komplexeren Verständnis von Krankheit als Signal und Konfliktanzeige.

7. Gesundheitsverständnis: Gesundheit wird hier als dynamisches Gleichgewicht und mehrdimensionales Konzept definiert, das psychische, soziale und spirituelle Aspekte integriert.

8. Körper- Geist- Zusammenhang: Die Notwendigkeit, Körper und Geist als Einheit zu betrachten, wird als essenziell für einen ganzheitlichen Heilungsansatz begründet.

9. Rolle des Arztes: Die unterschiedlichen Arztbilder in Schulmedizin und Alternativmedizin werden gegenübergestellt, wobei der Fokus auf der Patientenbeziehung liegt.

10. Zur Metaphorik ausgewählter Bilder: Die Kapitelabschnitte analysieren, wie gesellschaftliche Metaphern von Natur, Weltbild und Religion das medizinische Handeln und das Empfinden der Patienten prägen.

11.Schluss: Abschließend wird das Potenzial einer Koexistenz und gegenseitigen Ergänzung von Schulmedizin und Alternativmedizin im Sinne einer Ganzheitsmedizin diskutiert.

Schlüsselwörter

Alternativmedizin, Schulmedizin, Bewusstseinswandel, Ganzheitlichkeit, Gesundheit, Krankheit, Patient, Eigenverantwortung, Naturheilkunde, Komplementärmedizin, Medizinsoziologie, Heilkunde, Arztrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Begrifflichkeit und die gesellschaftlichen Hintergründe des wachsenden Interesses an der Alternativmedizin sowie deren Abgrenzung zur klassischen Schulmedizin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt den soziokulturellen Bewusstseinswandel, das Verständnis von Gesundheit und Krankheit, die Rolle des Arztes sowie die symbolische Bedeutung von Natur, Weltbild und Religion in diesem Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, warum sich ein Bewusstseinswandel vollzieht und wie die gesellschaftliche Situation sowie das medizinische System mit der Suche der Menschen nach alternativen Wegen zusammenhängen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse (Fach- und Quellenliteratur), Internetrecherchen sowie Informationen aus explorativen Befragungen und Interviews mit Fachleuten und Betroffenen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Definitionsansätze, die psychologischen und sozialen Motive für den Wechsel zur Alternativmedizin sowie die konzeptionellen Unterschiede in Bezug auf Körper, Geist und das ärztliche Selbstverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Alternativmedizin, Ganzheitlichkeit, Bewusstseinswandel, Eigenverantwortung, Patientenorientierung und die kritische Auseinandersetzung mit dem biomedizinischen Modell.

Welche Kritik äußert die Autorin an der aktuellen Schulmedizin?

Die Autorin kritisiert insbesondere eine zu starke körperliche Fokussierung auf die Symptombekämpfung, eine distanzierte, unpersönliche Beziehung zum Patienten und das Fehlen ganzheitlicher Ansätze in der Chronifizierung von Krankheiten.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Zukunft der Medizin?

Die Autorin plädiert nicht für die Abschaffung der Schulmedizin, sondern für eine zweigleisige Entwicklung und eine integrative Ganzheitsmedizin, in der Schulmedizin und alternative Methoden in gegenseitiger Akzeptanz zusammenarbeiten.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Körper-Kultur-Krankheit: Zum Begriff der Alternativmedizin
Hochschule
Universität Trier  (FB Pädagogik)
Note
bestanden
Autor
Bettina Nicole Dorscheid (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
23
Katalognummer
V11718
ISBN (eBook)
9783638177917
ISBN (Buch)
9783640383139
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Körper-Kultur-Krankheit Begriff Alternativmedizin Ethnologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bettina Nicole Dorscheid (Autor:in), 2003, Körper-Kultur-Krankheit: Zum Begriff der Alternativmedizin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11718
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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