Diese Diplom-/Bachelorarbeit vermittelt ein aktuelles Bild der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation. Berufsentwicklung meint die Entwicklung eines Berufs auf verschiedenen Ebenen und definiert sich durch das Zusammenwirken von Berufsidentität, - praxis, und -theorie. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage nach einer idealen, fortlaufenden Berufsentwicklung, welche aktuellen Anforderungen und Bedürfnissen Rechnung tragen kann.
Im Rahmen der Untersuchungen zum Thema Berufsentwicklung konnten auf den drei oben genannten Ebenen, unterschiedliche Themenschwerpunkte eingegrenzt werden. Folgende sieben Schwerpunkte sind für die Berufsentwicklung zentral und befinden sich in einer Wechselwirkung zueinander: Vernetzung, Berufsidentität, Professionalisierung, Ökonomisierung, Ressourcenbündelung, Ausbildung sowie Forschung und Theorie. In dieser Arbeit wird eine institutionalisierte Einrichtung mit explizitem Auftrag zur Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation entworfen. Dieser Entwurf umfasst ein Modell für eine aktive Berufsentwicklung, unter Berücksichtigung der genannten
Themenschwerpunkte. Dadurch sollen unter anderem die Berufsidentität, der
Ressourcenaustausch oder die Berufsfelderweiterung der Soziokulturellen Animation gestärkt werden.
Diese Forschungsarbeit wurde in enger Kooperation mit einem zweiten Bachelorarbeitsteam entwickelt. Im dafür konzipierten Doppelstrangsystem wird die Thematik der Berufsentwicklung aus verschiedenen Perspektiven analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Dank
1.3 Ausgangslage
1.3.1 Kurzdefinitionen
1.3.2 Zusammenarbeit von Strang I und II
1.3.3 Leitende Annahmen
1.4 Ziele
1.6 Aufbau der Arbeit
2. Theorie
2.1 Begriffe
2.1.1 Berufsentwicklung
2.1.2 Berufsidentität
2.2 Theoriezugänge
2.2.1 Professionssoziologische Betrachtungen
2.2.2 Systemtheoretische Verortung
2.2.3 Fokus Ökonomisierung
3. Forschungsmethode
3.1 Standardisierte Befragung
3.2 Leitfadeninterviews
3.3 Forschungsprinzip
3.4 Hypothesen
3.5 Datenaufbereitung und -auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Auswertung der standardisierten Befragung
4.1.1 Ergebnisse der quantitativen Forschung
4.2 Auswertung der Leitfadeninterviews
4.2.1 Ergebnisse der qualitativen Forschung
4.3 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
4.4 Hypothesen – Abhandlung der forschungsleitenden Annahmen
5. Diskussion
5.1 Abhandlung der Unterfragen
6. Schlussfolgerungen
6.1 Entwurf einer Einrichtung
6.1.1 Inhaltlich-strategische Ausrichtung
6.2 Argumentation kombiniert Strang I und II
6.2.1 Fernziel (Strang I und II)
6.2.2 Massnahmen
6.3 Ausblick und Empfehlungen
6.4 Prozessreflexion
6.5 Zum Ende der Arbeit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Beschreibung und der Entwurf einer institutionalisierten Einrichtung, die einen expliziten Auftrag zur aktiven Förderung der Berufsentwicklung in der Soziokulturellen Animation hat. Dabei wird untersucht, wie Erfahrungswissen von Professionellen und theoretische Erkenntnisse zu einem anwendungsorientierten Modell verknüpft werden können, um den aktuellen Anforderungen an die Profession gerecht zu werden.
- Analyse des Handlungsbedarfs für eine aktive Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation.
- Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Professionalisierungstendenzen, Ökonomisierung und Berufsidentität.
- Entwurf einer institutionalisierten Struktur zur Ressourcenbündelung und Wissensvermittlung.
- Erarbeitung eines kooperativen Systems im Rahmen eines "Doppelstrang"-Ansatzes zur Stärkung der Professionspraxis.
Auszug aus dem Buch
Doppelstrangsystem
Der Name des Systems impliziert, dass zwei Stränge (Diplom-/Bachelorarbeiten) in einem Verfahren der Kooperation funktionieren. Für die Stränge wurde eine gemeinsame Ausgangslage und ein gemeinsames Fernziel formuliert. Strang I wird von Luzia Rupp und Rahel Schmid, Strang II durch Nico Scheidegger und Simon Süsstrunk erarbeitet.
Die Grundlage, bzw. der Kern der Entwicklung des Doppelstrangsystems liegt in den vielen Vorüberlegungen der Arbeiten. Vorangegangene Diskussionen bezüglich der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation, ergaben die gemeinsame Basis für die sinnvolle Zusammenarbeit zweier Forschungsarbeiten. Als die definitive und konkrete Zusammenarbeit zwischen den beiden Teams geklärt war, konnten inhaltliche Schwerpunkte festgelegt werden.
Neben der gemeinsamen Grundlage, sollte auch ein kollektives Ziel festgelegt werden. Dieses Fernziel ist als Metaziel zu verstehen und kann nicht vollumfänglich mit diesen Arbeiten erreicht werden. Zum Erreichen des langfristigen Ziels sind verschiedene zusätzliche Leistungen nötig, wie zum Beispiel grössere Forschungsarbeiten in Theorie und Praxis.
Bei der Konzeption zur konkreten Ausrichtung der zwei Forschungsarbeiten wurde versucht, möglichst zweckmässige Teilbereiche zu definieren. Eine Komplementarität wurde angestrebt, um dem prozessualen Charakter, welcher auch der Berufsentwicklung innewohnt, Rechnung zu tragen. Dabei zeigte sich, dass eine Momentaufnahme, sowie eine prospektive Ausrichtung sinnvoll sind. In dieser Weise ergänzen sich Strang I und II.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autoren erläutern die Motivation für das Thema der Berufsentwicklung, die Zusammenarbeit mit einem weiteren Bachelorarbeitsteam und legen die zentralen Fragestellungen fest.
2. Theorie: Es werden relevante professionssoziologische und systemtheoretische Grundlagen beleuchtet, um die Dynamik der Berufsentwicklung und die Auswirkungen der Ökonomisierung zu verstehen.
3. Forschungsmethode: Darstellung des Forschungsdesigns, welches eine quantitative Online-Befragung und qualitative Leitfadeninterviews nach dem Prinzip der Triangulation kombiniert.
4. Ergebnisse: Aufbereitung der empirischen Daten aus der Befragung von Professionellen und der Experteninterviews, unterteilt in die zentralen Themenschwerpunkte der Berufsentwicklung.
5. Diskussion: Synthese der Theorie mit den empirischen Daten zur Beantwortung der Forschungsfragen, insbesondere hinsichtlich der Rolle von Vernetzung und Berufsidentität.
6. Schlussfolgerungen: Zusammenführung der Ergebnisse in konkrete Empfehlungen, inklusive des Entwurfs einer institutionalisierten Einrichtung zur aktiven Berufsentwicklung.
Schlüsselwörter
Berufsentwicklung, Soziokulturelle Animation, Berufsidentität, Professionalisierung, Ökonomisierung, Ressourcenbündelung, Systemtheorie, Triangulation, Vernetzung, Ausbildung, Praxis, Forschungsdesign, Professionssoziologie, Handlungsmodell, Soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Situation und der Zukunft der Berufsentwicklung im Bereich der Soziokulturellen Animation und sucht nach Wegen, diesen Prozess aktiver zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Berufsidentität, Ökonomisierung der Sozialen Arbeit, Vernetzung, Ausbildung, Forschung und Theorie sowie die Ressourcenbündelung innerhalb der Profession.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Hauptfrage lautet, ob aus Erfahrungswissen von Professionellen und theoretischen Erkenntnissen eine geeignete Einrichtung beschrieben werden kann, die den expliziten Auftrag einer aktiven Berufsentwicklung übernimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt ein trianguliertes Forschungsdesign, bestehend aus einer quantitativen Online-Befragung und qualitativen Experten-Leitfadeninterviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Professionssoziologie, Systemtheorie) erarbeitet, die Forschungsmethodik definiert, die empirischen Daten ausgewertet und in einer Diskussion miteinander in Bezug gesetzt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Berufsentwicklung, Soziokulturelle Animation, Berufsidentität, Ressourcenbündelung, Ökonomisierung und Vernetzung.
Was besagt das "Doppelstrangsystem"?
Es beschreibt eine Kooperationsstrategie zwischen zwei Bachelorarbeitsteams, um durch Synergien und eine gemeinsame Forschungsbasis effizienter zu arbeiten, ohne die Autonomie der einzelnen Arbeiten zu gefährden.
Welche Rolle spielt die Hochschule Luzern in diesem Kontext?
Die Hochschule wird sowohl als Ausbildungsstätte, deren Curricula und Engagement kritisch hinterfragt werden, als auch als eine mögliche Trägerin für die vorgeschlagene Einrichtung zur Berufsentwicklung diskutiert.
Wie bewerten die Autoren die Rolle von Pionieren?
Pioniere werden als wichtige Vorbilder für die Etablierung in untypischen Berufsfeldern gesehen, jedoch wird betont, dass die Berufsentwicklung nicht allein auf deren Einzelleistungen basieren darf, sondern institutionalisiert werden muss.
- Quote paper
- Nico Scheidegger (Author), Simon Süsstrunk (Author), 2008, Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation - Strang II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117203