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Phänomen Unterrichtsstörung. Ursachen, Präventions- und Handlungsmöglichkeiten in der Grundschule

Title: Phänomen Unterrichtsstörung. Ursachen, Präventions- und Handlungsmöglichkeiten in der Grundschule

Examination Thesis , 2006 , 80 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ulrike Albrecht (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Unterrichtsstörungen kommen in jeder noch so vorbildlichen Klasse bzw. Schule vor. Störungen sind Wesensbestandteile von Unterricht, aufgrund gegenseitigen Missverstehens von Schüler und Lehrer. Manche Störungen können reduziert werden, andere lösen sich von selbst oder sind unbehebbar.
In der Grundschule müssen die Schüler sich anfangs erst an bestimmte Regeln und Richtlinien gewöhnen und zusätzlich lernen, dauerhaft 45 Minuten im Klassenraum zu verbringen – meist sitzend auf dem eigenen Platz. Es ist naheliegend, dass dies nach einem turbulenten und bewegungsintensiven Kindergartenvormittag ungewohnt und neu erscheint. In der ersten Klassenstufe treten gewöhnlich Störungen auf, die sich alljährlich zutragen, wenn Neulinge in den Schulalltag starten. Dazu gehören unruhige Verhaltensweisen, „plötzliches Aufstehen“ oder „in die Klasse rufen“. Viele Regeln werden Schülern im Laufe des Schulalltages gelehrt, damit ihnen bewusst wird, dass für ein Zusammenleben in einer Klassengemeinschaft bestimmte Regeln vonnöten sind.
Inzwischen gibt es eine Reihe an Literatur , in der sich die Autoren mit diesem speziellen Thema auseinandergesetzt haben und verschiedene Ratschläge und Lösungen sowie Hinweise geben, bestimmte Unterrichtsstörungen zu vermeiden. Es sind allerdings keine Patentrezepte, die die sofortige Lösung hervorbringen, sondern Verbesserungsvorschläge und Möglichkeiten, Störungen zu verringern. Sie sollen primär zum Nachdenken anregen und nicht unbedingt eins zu eins umgesetzt werden. Es erfordert intensive Arbeit, mit Schülern ein positives Klassenklima herzustellen und dies auch beizubehalten. Man findet immer wieder Schüler mit individuellen Problemen und Niveaustufen. Einige langweilen sich oder sie finden es gerade viel spannender, sich mit ihren gerade neu gefundenen Klassenkameraden zu unterhalten, anstatt dem Unterricht zu folgen.
Allerdings gibt es nicht nur Störungen im Unterricht, die von Schülerseite produziert werden, ihre Gründe können auch anderer Natur sein. Oft stehen die Schüler im Mittelpunkt der Ursache, aber man sollte weitere mögliche Faktoren wie die Lehrkräfte oder soziale Komponenten nicht außer Acht lassen. Lehrer und Schüler können sich gegenseitig als Störfaktoren empfinden und sich demzufolge das Leben erschweren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Hinführung und Aufbau des Themas

1 Unterrichtsstörungen in der Grundschule – ein beständiges Problem?

2 Struktur der vorliegenden Arbeit

II „Unterrichtsstörungen“ – Ursachen, Präventionen, Handlungsmöglichkeiten

3 Phänomen Unterrichtsstörung

3.1 Zum Begriff „Unterrichtsstörung“

3.1.1 Definition nach Karlheinz Biller

3.1.2 Definition nach A. und R. Ortner

3.1.3 Definition nach Gerd Lohmann

3.1.4 Definition nach Rainer Winkel

3.2 Graduelle Unterschiede von Unterrichtstörungen

3.2.1 Leichte Störungen

3.2.2 Indirekte und direkte Störungen

3.2.3 Unbehebbare Störungen

3.2.4 Unvermeidbare Störungen

3.3 Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen

3.3.1 Die Clownerie

3.3.2 Despektierliches Verhalten

3.3.3 Die Provokation

3.3.4 Passives Verhalten

3.3.5 Zuspätkommen

3.3.6 Schülergespräche im Unterricht

3.3.7 Vernachlässigung der Hausaufgaben

3.3.8 Überziehen der Zeit

4 Mögliche Ursachen von Unterrichtsstörungen

4.1 Störungsursache „Schüler“

4.1.1 Differenzierte Sichtweise der Schüler

4.1.2 Veranlagte- und entwicklungsbedingte Störfaktoren

4.1.2.1 Konzentrationsschwächen

4.1.2.2 Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (AD(H)S)

4.1.2.3 Hochbegabung

4.1.3 Bewegungsmangel

4.1.4 Langeweile

4.1.5 Mitteilungsbedürfnis

4.2 Störungsursache „Lehrer“

4.2.1 Unterrichtsplanung

4.2.2 Verhalten

4.2.2.1 Unruhiges Verhalten

4.2.2.2 Körpersprache

4.2.2.3 Aufmerksamkeit und Konzentration

4.2.2.4 Autorität

4.2.2.5 Geringe Fachkompetenzen

4.2.2.6 Unsicherheit

4.3 Störungsursache „Schulische Rahmenbedingungen“

4.3.1 Lärmbelästigung durch die Umgebung

4.3.2 Randstunden

4.3.3 Die Pausen

4.4 Störungsursache „Soziale Komponenten“

4.4.1 Familiäre Probleme

4.4.2 Persönliches Umfeld

5 Präventionsmaßnahmen

5.1 Präventionen auf Lehrerseite

5.1.1 Die Lehrerpersönlichkeit

5.1.2 Körpersprache

5.1.3 Weiterbildungen

5.1.4 Feedback

5.2 Schülerverhalten

5.2.1 Bewegung

5.2.2 Konzentrationsübungen

5.3 Rahmenbedingungen

5.3.1 Regeln und Richtlinien

5.3.2 Klassenraumgestaltung

5.3.3 Elternarbeit

6 Handlungsmöglichkeiten

6.1 Maßnahmen für das eigene Lehrerverhalten

6.1.1 Bewusstes Ignorieren

6.1.2 Methodenwechsel

6.1.3 Autogenes Training

6.2 Das störende Schülerverhalten ändern

6.2.1 Persönlichkeit der Schüler stärken

6.2.2 Handlungsmaßnahmen bei Verhaltensschwierigkeiten

6.2.2.1 AD(H)S

6.2.2.2 Hochbegabung

6.2.3 Zeichen geben

6.2.4 Umgruppierung

6.3 Beratungsgespräche

6.3.1 Der Klassenrat

6.3.2 Elterngespräche

6.3.3 Gespräche mit Kollegen

6.3.4 Einzelgespräche mit Schülern

6.4 Kooperationsformen

III Lehrerbefragung

7 Methodisches Vorgehen

7.1 Vorgehensweise

7.2 Erstellung der Fragebögen

7.3 Auswertungen und Ergebnisse der Fragebögen

7.3.1 Zusammenfassung

IV Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Unterrichtsstörungen in der Grundschule, mit dem Ziel, Ursachen zu identifizieren und effektive Präventions- sowie Handlungsstrategien für Lehrkräfte abzuleiten. Dabei wird sowohl eine theoretische Fundierung erarbeitet als auch eine empirische Lehrerbefragung zur aktuellen Unterrichtssituation durchgeführt, um praxisnahe Ansätze für einen störungsarmen Unterricht zu gewinnen.

  • Analyse der Definitionen und Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen.
  • Untersuchung der Ursachen auf Ebene von Schülern, Lehrkräften, sozialen Faktoren und Rahmenbedingungen.
  • Entwicklung von Präventionsmaßnahmen für Lehrer, Schüler und die schulische Lernumgebung.
  • Ableitung konkreter Handlungsmöglichkeiten bei akuten Störungen, inklusive kooperativer Ansätze.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Definition nach Karlheinz Biller (1981)

„Alles, was den Prozeß oder das Beziehungsgefüge von Unterrichtssituationen unterbricht oder unterbrechen könnte, ist als konkrete oder potentielle Unterrichtsstörung definierbar.“

Als einer der ersten Pädagogen stellt Karlheinz Biller eine Definition des Begriffes Unterrichtsstörungen auf. Für ihn können mehrere Faktoren für Störungen im Unterricht Ursache sein, die von verschiedenen Personen individuell wahrgenommen werden. Biller hat sich ganz bewusst für diesen Begriff entschieden, im Gegensatz zu Verhaltensauffälligkeit, Erziehungsschwierigkeit oder Disziplinlosigkeit, aufgrund der Wertneutralität und dem ersichtlichen Bezug zur Unterrichtspraxis. Denn nur in der Praxis kann deutlich werden, welche Störungen den Lehr-Lern-Prozess kurz- oder langfristig unterbrechen.

In Anlehnung an L. J. Pongratz, der sich mit Verhaltensauffälligkeiten beschäftigt hat, zeigt Biller drei Arten von Normen an, die sich an die individuellen Vorstellungen des Alltags anlehnen: Sozio-kulturelle Normen, statistische Normen und subjektive Normen. Sozio-kulturelle Normen umfassen Regeln im Umgang und Verhalten sowie Wertehaltungen, die ein Zusammenleben von Lehrer und Schülern vereinfachen und angenehmer werden lassen, wenn sich nach ihnen orientiert wird. Verhält sich eine Klasse mit ihrem Lehrer dementsprechend normgerecht, so dass alle Beteiligten den Unterricht fortführen und folgen können, sind statistische Normen vorhanden. Entwicklungen aus dem Umgang mit Personen der sozialen Gruppe gehören den subjektiven Normen an. Lehrer beobachten demzufolge ihre Schüler im Arbeitsverhalten und Umgang mit weiteren Mitschülern.

Zusammenfassung der Kapitel

3. Phänomen Unterrichtsstörung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Unterrichtsstörung durch verschiedene theoretische Perspektiven und klassifiziert unterschiedliche Ausprägungen und Schweregrade von Störverhalten.

4. Mögliche Ursachen von Unterrichtsstörungen: Hier werden die vielfältigen Ursprünge von Unterrichtsstörungen analysiert, die von schülerseitigen Faktoren (wie AD(H)S oder Langeweile) über lehrerbedingte Aspekte (Unterrichtsplanung, Verhalten) bis hin zu schulischen Rahmenbedingungen reichen.

5. Präventionsmaßnahmen: Das Kapitel widmet sich vorbeugenden Strategien, wobei der Fokus auf der Lehrerpersönlichkeit, einer strukturierten Unterrichtsgestaltung, Feedback-Kultur und der Einbindung von Schülern in das Regelwerk liegt.

6. Handlungsmöglichkeiten: Hier werden konkrete pädagogische Maßnahmen vorgestellt, um auf bereits entstandene Störungen zu reagieren, angefangen bei bewusstem Ignorieren und Methodenwechsel bis hin zu Beratungsgesprächen und Kooperationsmodellen wie der Trainingsraum-Methode.

7. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert das methodische Design der empirischen Studie, inklusive der Befragung von 15 Grundschullehrern an drei Schulen mittels Fragebögen zur aktuellen Unterrichtssituation.

Schlüsselwörter

Unterrichtsstörungen, Grundschule, Pädagogische Prävention, Handlungsmaßnahmen, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Konzentrationsschwächen, AD(H)S, Hochbegabung, Unterrichtsplanung, Klassenraumgestaltung, Kommunikation, Lehrerpersönlichkeit, Kooperationsformen, Lernprozess, Disziplinkonflikte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Unterrichtsstörungen in der Grundschule, ihren vielfältigen Ursachen und den Möglichkeiten, wie Lehrkräfte durch Prävention und gezielte Interventionen den Unterricht erfolgreich gestalten können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Unterrichtsstörungen, die Klassifizierung von Störursachen (Schüler, Lehrer, soziale Umwelt), präventive Ansätze sowie spezifische Handlungsstrategien und Kooperationsformen im Schulalltag.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für Unterrichtsstörungen zu entwickeln und praxisorientierte Wege aufzuzeigen, wie diese vermindert werden können, um ein positives Lernklima zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Empirie verwendet?

Es wird ein quantitativer methodischer Ansatz gewählt, basierend auf der Auswertung von Fragebögen, die von 15 Grundschullehrern verschiedener Schulen beantwortet wurden, um praxisnahe Informationen über Unterrichtsstörungen zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte zu Störungsphänomenen und -ursachen sowie in einen praktischen Teil, der konkrete Präventionsmaßnahmen und Handlungsmöglichkeiten diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Unterrichtsstörungen, Prävention, Handlungsmaßnahmen, Lehrer-Schüler-Interaktion, AD(H)S, Konzentrationsförderung und pädagogische Kooperation.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Lehrers bei der Unterrichtsplanung?

Die Autorin betont, dass eine sorgfältige und methodisch abwechslungsreiche Unterrichtsplanung essenziell ist, um Störungen durch Unterforderung oder Monotonie proaktiv zu minimieren.

Welchen Stellenwert räumt die Arbeit der Elternarbeit ein?

Die Elternarbeit wird als unterstützende und notwendige Komponente angesehen, um bei Verhaltensproblemen gemeinsam mit dem Elternhaus konsistente Lösungen zu finden und das Wohlbefinden des Kindes zu fördern.

Welche Bedeutung haben „Inseln“ oder Trainingsräume in der Kooperation?

Diese Einrichtungen werden als externe Unterstützungsmöglichkeiten genannt, um schwerwiegende Störungen aus dem Klassenverbund zu lösen und Schülern Raum für Reflexion und Regulation zu geben.

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Details

Title
Phänomen Unterrichtsstörung. Ursachen, Präventions- und Handlungsmöglichkeiten in der Grundschule
College
University of Flensburg  (Schulpädagogik)
Course
Examensarbeit
Grade
1,0
Author
Ulrike Albrecht (Author)
Publication Year
2006
Pages
80
Catalog Number
V117224
ISBN (eBook)
9783640193196
ISBN (Book)
9783640193325
Language
German
Tags
Phänomen Unterrichtsstörung Ursachen Präventions- Handlungsmöglichkeiten Grundschule Examensarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Albrecht (Author), 2006, Phänomen Unterrichtsstörung. Ursachen, Präventions- und Handlungsmöglichkeiten in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117224
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