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Pariser Banlieue. Haben junge Migranten mit struktureller Diskriminierung zu kämpfen?

Ein kritischer Blick auf Frankreichs Integrationspolitik

Titel: Pariser Banlieue. Haben junge Migranten mit struktureller Diskriminierung zu kämpfen?

Facharbeit (Schule) , 2022 , 17 Seiten , Note: 15

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hat Frankreich aus den banlieue-Aufständen 2005 gelernt? Die Arbeit untersucht die politischen Entwicklungen rund um die Situation von Immigrant*innen in der Pariser Banlieue nach den Unruhen von 2005.

Mit den banlieue-Unruhen 2005 geriet Frankreichs Integrationspolitik vor allem im Hinblick auf Jugendliche zunehmend unter Druck und auch in wissenschaftlichen Arbeiten wurden die Ursachen der Aufstände untersucht. Da die Thematik jedoch zunehmend an Öffentlichkeitspräsenz verlor und die Forschungslage über eventuelle Änderungen der Situation junger Migranten nach den Protesten sehr knapp ausfällt, soll die Arbeit die Problematik wieder in den Fokus rücken und aktuelle Entwicklungen mit besonderem Augenmerk auf staatliche Maßnahmen darstellen.

Dabei soll zunächst die Entstehung der Pariser Vororte als Wohnmilieu für Menschen mit vorwiegend ausländischen Wurzeln erläutert und Aspekte sozialer Benachteiligung Jugendlicher in diesen Gegenden aufgearbeitet werden. Anschließend folgt eine kurze Darlegung der banlieue-Aufstände 2005 und eine ausführliche Beleuchtung staatspolitischer Reaktionen darauf. Abschließend wird ein Blick auf die oft mit den banlieues verglichenen US-amerikanischen Ghettos gewährt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Frankreichs Integrationskonzept

2. Die Situation junger Migranten in den Pariser Vororten

2.1 Die Entstehung der Pariser banlieues als Auffangbecken für Migranten

2.2 Vor 2005: Untersuchung der Umsetzung der Assimilationstheorie

2.2.1 Mangelnde Integration in die französische Gesellschaft

2.2.2 Bildungs- und Beschäftigungsaussichten

2.2.3 Kriminalität und Racial Profiling als Jugendalltag

2.3 2005: Aufstände in den Pariser banlieues

2.4 Nach 2005: Staatspolitische Reaktionen auf die Unruhen

2.4.1 Mediale Reaktionen der französischen Regierung

2.4.2 Pläne und Ziele staatlicher Maßnahmen

2.4.3 Fazit: Auswertung der bisherigen Umsetzung staatlicher Maßnahmen

3. Vergleich der französischen banlieues mit den US-amerikanischen Ghettos

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht, ob junge Migranten in den Pariser Vororten (banlieues) struktureller Diskriminierung ausgesetzt sind und inwieweit das französische Integrationsmodell bei der Eingliederung dieser Bevölkerungsgruppe versagt hat. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf den staatspolitischen Reaktionen nach den Unruhen von 2005.

  • Das französische republikanische Integrations- und Assimilationsmodell
  • Historische Entstehung und soziale Marginalisierung der banlieues
  • Strukturelle Hürden in Bildung und am Arbeitsmarkt
  • Die Dynamik zwischen Polizei und Jugendlichen sowie das Phänomen Racial Profiling
  • Analyse staatlicher Reformversuche und deren Effektivität

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Kriminalität und Racial Profiling als Jugendalltag

Ein weiteres, vor allem in den Medien häufig aufgebauschtes Problem ist die Kriminalitätsrate, die in den ZUS signifikant höher ist als in anderen Pariser Stadtgebieten. Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, die Straßen der ZUS seien gefährliche Orte, auf denen man jederzeit Opfer eines Raubüberfalls oder einer Vergewaltigung werden könne. Vielmehr handelt es sich bei den meisten Delikten um Kleindiebstahl, Vandalismus, Drogenkleinhandel und Prügeleien unter Jugendlichen. Als Grund für die erhöhte Zahl solcher Vorfälle wird meist die gescheiterte Assimilationspolitik selbst angeführt, denn die aus der Diskriminierung resultierende Resignation und geringe Beschäftigtenquote bei den Jugendlichen führen zu Frustration, Bandenbildung und der Zunahme illegaler Einkommensmöglichkeiten.

Bereits seit den 90er Jahren versucht der Staat, die Delinquenz in den sensiblen Stadtgebieten zu senken, und setzt seitdem sogenannte BAC-Einsatzgruppen ein, deren Aufgabe darin besteht, Gewalttaten durch verstärkte Kontrollen vorzeitig zu verhindern. Diese Polizeitrupps sind für ihren demütigenden Umgang mit Jugendlichen bei ihren Patrouillen bekannt und ihre repressive Arbeit wird vielfach kritisiert. Die Diskriminierung arabisch aussehender Heranwachsender äußert sich in ständigem Racial Profiling: Ihr ausländisches Aussehen wird als Grundlage für Ausweiskontrollen auf der Straße, stundenlanger Inhaftnahmen ohne triftigen Grund und Misshandlungen benutzt. Selten werden die Ordnungshüter für rassistische Kommentare oder unrechtmäßigem Verhalten gegenüber Jugendlichen bestraft. Ihren Grund könnten diese Vorfälle unter anderem in der Zuteilung der Polizeiposten haben. Da die Pariser Vororte bei den Polizisten ein sehr unbeliebtes Arbeitsmilieu sind, besteht der Großteil von ihnen aus sehr jungen Polizeianwärtern, die zwangsversetzt wurden und versuchen, so schnell wie möglich einen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt zu bekommen. Das Resultat sind wechselnde Polizeibeamte, die mit dem Lebensumfeld der banlieues nicht vertraut sind und sich meist auch nicht die Mühe machen, es besser kennenzulernen, weil sie ihre Arbeit dort sowieso als temporär ansehen und auf eine Versetzung hinarbeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Frankreichs Integrationskonzept: Erläutert das republikanische Assimilationsmodell und den daraus resultierenden Identitätskonflikt bei Menschen mit Migrationshintergrund.

2. Die Situation junger Migranten in den Pariser Vororten: Analysiert die Entstehung der sozialen Brennpunkte, die sozioökonomischen Hürden und die strukturelle Diskriminierung vor und nach den Aufständen von 2005.

3. Vergleich der französischen banlieues mit den US-amerikanischen Ghettos: Arbeitet heraus, dass die Ähnlichkeit zwischen beiden Räumen oberflächlich ist und ihre Genese auf fundamental unterschiedlichen sozialen bzw. rassischen Strukturen basiert.

Schlüsselwörter

Banlieue, Frankreich, Integration, Assimilation, Migration, soziale Ausgrenzung, Diskriminierung, Racial Profiling, ZUS, Ausschreitungen 2005, Prekariat, Bildungschancen, Jugendkriminalität, Strukturwandel, Ghettos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Lebensrealität junger Migranten in den Pariser Vororten und analysiert, warum das französische Integrationskonzept trotz theoretischer Gleichheit in der Praxis strukturelle Benachteiligungen erzeugt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Der Fokus liegt auf der soziopolitischen Situation in den banlieues, dem Verhältnis zwischen Polizei und Jugendlichen sowie der Analyse staatlicher Maßnahmen zur Befriedung dieser Gebiete.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern der staatlichen Integrationspolitik und die Beharrlichkeit sozioökonomischer Ungleichheit seit den Aufständen von 2005 kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung soziologischer Studien und aktueller Daten zu den Lebensverhältnissen in den betroffenen Stadtgebieten (ZUS/QPV).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entstehung der Wohnsiedlungen, die detaillierte Untersuchung der Integrationsprobleme und eine abschließende Gegenüberstellung mit dem US-amerikanischen Ghetto-Modell.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wesentliche Begriffe sind Assimilation, Racial Profiling, strukturelle Diskriminierung, soziale Marginalisierung und das französische republikanische Modell.

Warum spielt das Jahr 2005 eine zentrale Rolle in der Argumentation?

Das Jahr 2005 markiert durch die landesweiten Unruhen einen Wendepunkt, an dem die Defizite der Integrationspolitik und die Frustration der Jugendlichen öffentlich unübersehbar wurden.

Inwieweit unterscheiden sich die französischen banlieues von US-amerikanischen Ghettos?

Während in den USA die ethnische Herkunft (Hautfarbe) und die Historie der Rassentrennung dominieren, ist die soziale Exklusion in Frankreich stärker an die sozioökonomische Position und die räumliche Marginalisierung gebunden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pariser Banlieue. Haben junge Migranten mit struktureller Diskriminierung zu kämpfen?
Untertitel
Ein kritischer Blick auf Frankreichs Integrationspolitik
Note
15
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
17
Katalognummer
V1172316
ISBN (PDF)
9783346590862
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie Immigranten Immigration banlieue Paris Migranten Diskriminierung Marginalisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Pariser Banlieue. Haben junge Migranten mit struktureller Diskriminierung zu kämpfen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172316
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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