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Die Wahrnehmung des Todes in der mittelalterlichen Gesellschaft in Westeuropa (IX – XVI Jh.)

Título: Die Wahrnehmung des Todes in der mittelalterlichen Gesellschaft in Westeuropa (IX – XVI Jh.)

Trabajo Escrito , 2018 , 18 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Fidan Aliyeva (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Die Hauptfrage der Arbeit lautet: Auf welche Art und Weise haben einige bekannte Repräsentationen des Todes den Wandel sozialer Praktiken der mittelalterlichen Todeskultur beeinflusst, und wie haben soziale Praktiken den "Fundus" der Wahrnehmung über den Tod eines Menschen im Mittelalter verändert? Die Analyse stützt sich zunächst auf das Vier-Stufen-Schema von F. Aries, das er in seinem Buch "Geschichte des Todes" darstellte.

In der Arbeit wird jedoch nur der erste Übergang (von "gezähmtem" zu "eigenem" Tod) thematisiert, weil die übrigen Übergänge, die dieses Schema beinhalten, erst am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit als analytische Kategorien greifbar werden. Der vierte ("verbotener Tod") gehört nicht zum Mittelalter. Die Arbeit konzentriert sich auf die zentralen Topoi und sozialen Praktiken der mittelalterlichen Kultur des Todes.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von sozialen Praktiken bis zur Repräsentationen des Todes: Begräbnisriten, Grabsteine und mittelalterliche memoria.

3. Von Todesrepräsentation zu sozialen Praktiken: die Technik des guten Sterbens „Ars Moriendi“ und „Macabre Danse“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel in der Wahrnehmung des Todes im mittelalterlichen Westeuropa (IX.–XVI. Jh.), indem sie das Wechselspiel zwischen sozialen Praktiken und Todesrepräsentationen analysiert. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie spezifische Repräsentationen des Todes den Wandel sozialer Praktiken beeinflussten und wie soziale Praktiken wiederum die individuelle Wahrnehmung des Todes prägten.

  • Analyse des Übergangs vom „gezähmten“ zum „eigenen“ Tod nach dem Schema von Philippe Ariès.
  • Untersuchung der Bedeutung von Begräbnisriten und der memoria-Gedenkpraxis für die Individualisierung des Sterbens.
  • Auswertung der Ars Moriendi als Leitfaden für ein christlich-geprägtes, gutes Sterben.
  • Betrachtung des Macabre Danse (Totentanz) als Spiegel der mittelalterlichen Angst und sozialen Gleichheit vor dem Tod.
  • Interpretation des Einflusses der Pestepidemien auf die psychologische und kulturelle Todeskultur.

Auszug aus dem Buch

3. Von Todesrepräsentation zu sozialen Praktiken: die Technik des guten Sterbens „Ars Moriendi“ und „Macabre Danse“.

Wie ich schon früher gezeigt habe, wird alles, was mit dem Tod im Mittelalter zusammenhängt, z.B. Gedenkpraktiken, Bestattungen, Testamente, Geschenkschreiben „zum Gedenkgottesdienst der Seele“ - von den Forschern als Quellen für die Entwicklung einer Vielzahl von Themen aus der Sozialgeschichte, der Wirtschaftsgeschichte, der Geschichte der Erinnerung genutzt. Dem bereits erwähnten Historiker P. Binski zufolge basierte die institutionelle Entwicklung der sterblichen Kultur des mittelalterlichen Europas weitgehend auf der Textkultur - biblische Lehren, die Schriften der heiligen Väter der Kirche, die Philosophie des Neoplatonismus und später die Wiederentdeckung des Aristoteles. In diesem Kapitel gehe ich näher darauf ein, wie bestimmte Vorstellungen, Haltungen in der „Mentalität“ des mittelalterlichen Menschen, die in schriftlichen und bildlichen Quellen (Ars Moriendi und Macabre Danse) zu finden sind, die soziale Praxis - eine bestimmte Art von Verhalten und sozialer Handlung - in Bezug auf den Tod prägen mussten.

Es wird geschätzt, dass Historiker in der Blütezeit des Mittelalters (in der Regel in der Zeit von 1300 bis 1500) jedes dritte von 10 Säuglingen als Kleinkind starb. Hinzu kommen häufige Hungerjahre, Missernten, der Hundertjährige Krieg sowie verschiedene Krankheiten (wie Lepra), die ständig zur Massensterblichkeit der europäischen Bevölkerung geführt haben. Historiker schätzen ein, dass beim Ausbruch des so genannten „Schwarzen Todes“ innerhalb von nur drei Jahren (von 1347 bis 1350) etwa 30-50% der Bevölkerung Europas starben. Diese „Allgegenwart des Todes“ war einer der Gründe dafür, warum die meisten Menschen begannen, sich zu fragen, wie man sterben kann. Der Ausdruck dieser Ideen war die weit verbreitete Buch-Xylographie Ars moriendi, was wörtlich als „Kunst des guten Sterbens“ übersetzt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die anthropologische und historische Bedeutung des mittelalterlichen Todesbildes ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Wechselwirkung zwischen Todesrepräsentation und sozialen Praktiken.

2. Von sozialen Praktiken bis zur Repräsentationen des Todes: Begräbnisriten, Grabsteine und mittelalterliche memoria.: Das Kapitel analysiert den Wandel vom kollektiven zum individuellen Todesverständnis und erläutert die Bedeutung der liturgischen Gedenkpraxis (Memoria) für das soziale Gefüge.

3. Von Todesrepräsentation zu sozialen Praktiken: die Technik des guten Sterbens „Ars Moriendi“ und „Macabre Danse“: Hier wird untersucht, wie religiöse Texte wie die Ars Moriendi und Bildmotive wie der Totentanz als formale Anleitungen für das tägliche Leben und Sterben fungierten.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass die Individualisierung des Todes auf dem Fundus des „gezähmten Todes“ basierte und ein komplexes, nicht-lineares kulturelles Phänomen darstellt.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Todeskultur, Ars Moriendi, Macabre Danse, Memoria, Gedenkpraxis, Philippe Ariès, Schwarzer Tod, christliche Mentalität, Individualisierung, Totentanz, Memento mori, Sterben, soziale Praktiken, Fegefeuer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wahrnehmung des Todes im westeuropäischen Mittelalter zwischen dem IX. und XVI. Jahrhundert und untersucht, wie sich die Todesvorstellungen in diesem Zeitraum wandelten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Vier-Stufen-Schema von Philippe Ariès, die Bedeutung von Begräbnisriten, die liturgische Gedenkpraxis (Memoria) sowie die Einflussnahme von religiösen Schriften (Ars Moriendi) und künstlerischen Motiven (Totentanz) auf das menschliche Handeln.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, auf welche Weise bekannte Repräsentationen des Todes den Wandel sozialer Praktiken beeinflussten und inwieweit diese Praktiken das individuelle Todesverständnis prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine kulturhistorische und soziologische Analyse, die das Vier-Stufen-Schema nach Ariès mit einer Untersuchung narrativer und bildlicher Quellen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Begräbnisriten und Memoria als kollektive sowie individuelle Gedenkpraxis und die Untersuchung der Ars Moriendi und des Macabre Danse als Anleitungen für ein bewusstes Sterben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Todeskultur, Memoria, Ars Moriendi, Individualisierung, mittelalterliche Mentalität und historischer Wandel beschreiben.

Welche Rolle spielt der „Schwarze Tod“ für die Argumentation des Autors?

Der Autor führt die Pestepidemien als einen wesentlichen historischen Faktor an, der die radikale Veränderung der Todeswahrnehmung hin zu einer individuelleren und sinnlicheren Erfahrung beschleunigt hat.

Warum betont der Autor die Bedeutung der „Memoria“?

Die Memoria wird als eine zentrale soziale Praxis hervorgehoben, die die lebendige Verbindung zwischen Lebenden und Toten aufrechterhielt und dem Verstorbenen auch nach seinem Tod einen Platz innerhalb seiner sozialen Gruppe sicherte.

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Detalles

Título
Die Wahrnehmung des Todes in der mittelalterlichen Gesellschaft in Westeuropa (IX – XVI Jh.)
Universidad
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Curso
Thanatsoziologie
Calificación
2.0
Autor
Fidan Aliyeva (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
18
No. de catálogo
V1172325
ISBN (PDF)
9783346633750
ISBN (Libro)
9783346633767
Idioma
Alemán
Etiqueta
Thanatsoziologie Ars Moriendi Macabre Danse Todesrepräsentation mittelalterliche memoria Geschichte des Todes
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Fidan Aliyeva (Autor), 2018, Die Wahrnehmung des Todes in der mittelalterlichen Gesellschaft in Westeuropa (IX – XVI Jh.), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172325
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