Antworten auf die Fragen:
Welche Argumente werden für die These genannt, in deutschen Städte gebe es keine Riots?
Was ist in Altona geschehen und wir wird laut Mücke und Rinn das Geschehen interpretiert?
Was sind die zentralen Thesen der Autor*innen zum Thema Riots in deutschen Städten und wie begründen sie sie?
Inhaltsverzeichnis
1. Welche Argumente werden für die These genannt, in deutschen Städte gebe es keine Riots?
2. Was ist in Altona geschehen und wir wird laut Mücke und Rinn das Geschehen interpretiert?
3. Deutungsansätze der Konfliktereignisse in Altona
4. Was sind die zentralen Thesen der Autor*innen zum Thema Riots in deutschen Städten und wie begründen sie sie?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale und wissenschaftliche Einordnung urbaner Konflikte in Deutschland am Beispiel der Ereignisse in Hamburg-Altona 2013, um die Geltungskraft des sogenannten „riot narrative“ kritisch zu hinterfragen.
- Analyse diskursiv-medialer Deutungskämpfe bei urbanen Konflikten
- Gegenüberstellung von Routinekontrollen und Konflikteskalation
- Untersuchung der Rolle von Rassismus und Racial Profiling
- Kritik an der Wahrnehmbarkeit urbaner Konflikte
- Reflektion über Machtverhältnisse und soziale Segregation
Auszug aus dem Buch
Was ist in Altona geschehen und wir wird laut Mücke und Rinn das Geschehen interpretiert?
Am Donnerstagabend des 11. Juli 2013 wurde im Hamburger Stadtteil Altona-Altstadt eine Gruppe von etwa 20 männlichen Jugendlichen im Alter von 17 – 26 Jahren im Zuge einer Polizeikontrolle (Personalienkontrolle) von mehreren Polizisten/-innen umringt. Die Jugendlichen trafen sich vor einem Kiosk, um das gemeinsame Fastenbrechen im Monat Ramadan zu begehen. Vier Jugendlichen gelang es, sich den Kontrollen durch Flucht in einem Hauseingang zu entziehen. Die restlichen sechszehn Jugendlichen wehrten sich gegen die Kontrollen, da sie diese als grundlos erachtet haben.
Ein Polizeisprecher rechtfertigte später die Kontrollen damit, dass die Jugendlichen die Streifenwagenbesatzung durch den Einsatz von Laserpointern geblendet haben. Laut Polizeimeldung kam es während der Kontrollen zu „massiven Bedrohungen, Sachbeschädigungen an Einsatzfahrzeugen und Widerstandshandlungen gegen Polizisten“ (S. 115). Die Polizei reagierte auf diese Ereignisse mit Schmerzgriffen sowie dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Noch während der laufenden Kontrollen versammelten sich am Einsatzort rund 150 Menschen aus der Nachbarschaft, um gegen die Festnahmen zu protestieren. Im Zuge dieser Proteste fanden Wortgefechte mit der Polizei, Sprechchören und Sitzblockaden statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Welche Argumente werden für die These genannt, in deutschen Städte gebe es keine Riots?: Dieses Kapitel beleuchtet die sozialwissenschaftliche Annahme einer friedlicheren urbanen Lage in Deutschland im Vergleich zu Frankreich oder den USA, basierend auf vier zentralen Erklärungsgrößen wie Segregation und Integrationspolitik.
2. Was ist in Altona geschehen und wir wird laut Mücke und Rinn das Geschehen interpretiert?: Der Text schildert den konkreten Ablauf der Polizeikontrolle in Altona 2013, die anschließenden Proteste sowie die daraus resultierenden juristischen und polizeilichen Nachwirkungen.
3. Deutungsansätze der Konfliktereignisse in Altona: Hier werden mittels diskursanalytischer Methoden drei Interpretationsmuster herausgearbeitet, die von der Täter-Zuschreibung bei Jugendlichen über Kritik an rassistischem Policing bis hin zur Annahme gegenseitiger Missverständnisse reichen.
4. Was sind die zentralen Thesen der Autor*innen zum Thema Riots in deutschen Städten und wie begründen sie sie?: Dieses Kapitel fasst die Kernaussagen zusammen, wonach Deutschland kein Ausnahmefall ist und urbane Konflikte oft erst durch Machtverhältnisse und deren bewusste oder unbewusste Unsichtbarmachung in den analytischen Fokus rücken.
Schlüsselwörter
Riots, urbane Konflikte, Hamburg-Altona, Polizeikontrolle, Diskursanalyse, Rassismus, Racial Profiling, Segregation, Integrationspolitik, Deutungskämpfe, Machtverhältnisse, Krawalle, soziale Ausgrenzung, Polizeigewalt, Medienberichterstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Einordnung urbaner Konflikte in Deutschland und hinterfragt, warum bestimmte Ereignisse als Riots wahrgenommen werden oder warum ihnen dieser Status abgesprochen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der medialen Berichterstattung, polizeilichen Interventionsstrategien, sozialen Diskursen und der Frage nach Rassismus im städtischen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Erklärungskraft des „riot narrative“ für deutsche Städte zu prüfen und aufzuzeigen, wie Konflikte als Konstrukte von Machtverhältnissen zu verstehen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen diskursanalytische Methoden, um verschiedene Interpretationsmuster (Interpretationsrepertoires) für die Konfliktereignisse in Altona herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Ereignisgeschichte von 2013 sowie der Analyse der verschiedenen Deutungen, die sowohl von staatlicher als auch von aktivistischer Seite geprägt wurden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Riots, Policing, Rassismus, Racial Profiling, soziale Segregation und mediale Deutungskämpfe.
Welche Rolle spielt das „riot narrative“ in der Argumentation?
Das „riot narrative“ dient den Autoren als theoretischer Referenzpunkt, dessen Erklärungskraft für die angebliche Ruhe in deutschen Metropolen jedoch kritisch hinterfragt und als problematisch eingestuft wird.
Warum betonen die Autoren die „Unsichtbarmachung“ von Konflikten?
Sie argumentieren, dass viele soziale Spannungen lokal begrenzt bleiben und nur dann öffentliche Sichtbarkeit erlangen, wenn sie Herrschaftsverhältnisse massiv stören, wodurch der Blick auf strukturelle Machtverhältnisse oft verdeckt bleibt.
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- Anonym (Author), 2020, Keine Riots in Deutschland? Die Ereignisse in Hamburg-Altona im Sommer 2013, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172339