In diesem Essay handelt es sich um die interne Beratung und ihre möglichen blinden Flecken, welche durch die Eingebundenheit in die Unternehmenskultur zu Betriebsblindheit führen kann. Wie soll der Organisationsberater diese erkennen und mit den Gefahren umgehen, um eine objektive und valide Beratungsleistung gewährleisten zu können?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interne Beratung: Definition und Vorteile
3. Herausforderungen: Der „blinde Fleck“
3.1 Maßnahmen zur Beseitigung blinder Flecken
3.1.1 Rollenklarheit
3.1.2 Kollegiale Beratung
3.1.3 Zusammenarbeit mit Führungskräften und Mitarbeitern
4. Zusammenarbeit mit externen Berater
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der internen Beratung in Unternehmen im Kontext einer zunehmend komplexen VUCA-Welt und analysiert kritisch das Potenzial sowie die Grenzen interner Beratungsleistungen.
- Analyse der Definition und der spezifischen Vorteile interner Beratungskräfte
- Kritische Betrachtung der Betriebsblindheit anhand des Johari-Fensters
- Erarbeitung von Methoden zur Rollenklärung und Prozessoptimierung
- Bewertung des komplementären Verhältnisses zwischen internen und externen Beratern
Auszug aus dem Buch
Trotz der vielen Vorteilen wird die interne Beratung auch kritisiert.
Die interne Beratung sei aufgrund der Betriebszugehörigkeit des Beraters nicht objektiv und valide genug und es besteht ein Gefahr von Betriebsblindheit. Durch die Eingebundenheit in die Unternehmenskultur können blinde Flecken bei dem Berater entstehen und somit können relevante Informationen übersehen werden, welche für den Beratungserfolg von großer Bedeutung wären. Der Begriff „blinder Fleck“ stammt aus einem Modell von Selbsterkenntnis von den Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham und befindet sich in dem sog. Johari-Fenster, welches die Persönlichkeit auf vier Ebenen; öffentliche Person, blinder Fleck, intime Person Fassade und Unbewusstes untersucht.
Es geht beim „Blinden Fleck“ immer um etwas, was einem selbst nicht bekannt ist, aber für andere sichtbar oder bekannt ist. Bei der Auflösung von blinden Flecken geht es um Fremdreflexion und um den Abgleich von Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Oft ist das eigene Verhalten einem selbst nicht bewusst, wenn gewisse Verhaltensmuster unbewusst kontinuierlich wiederholt werden. Diesen, für einem selbst „Blinden Fleck“, können andere für einen selbst sichtbar machen in dem sie Ihre Sicht auf das Verhalten durch Beobachtung und Wahrnehmung denjenigen mitteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die VUCA-Welt ein und beschreibt die Notwendigkeit für Organisationen, sich durch interne Beratung stetig anzupassen.
2. Interne Beratung: Definition und Vorteile: Es werden die Aufgaben interner Berater definiert und deren Vorteile wie die schnelle Verfügbarkeit und das tiefgehende Verständnis für die Unternehmenskultur erläutert.
3. Herausforderungen: Der „blinde Fleck“: Das Kapitel thematisiert die Gefahr der Betriebsblindheit durch das Johari-Fenster und zeigt auf, wie diese durch Supervision und bewusste Rollenreflexion minimiert werden kann.
3.1 Maßnahmen zur Beseitigung blinder Flecken: Hier werden konkrete Ansätze wie Rollenklarheit, kollegiale Beratung sowie der Einbezug von Mitarbeitern und Führungskräften zur Stärkung der Beratungseffizienz detailliert dargestellt.
4. Zusammenarbeit mit externen Berater: Es wird erörtert, dass interne und externe Berater nicht als Konkurrenten, sondern als Partner fungieren sollten, um spezifische Expertise in komplexen Projekten sicherzustellen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung, bei komplexen Themen auf eine Kombination aus interner Kenntnis und externer Validität zu setzen.
Schlüsselwörter
Interne Beratung, VUCA-Welt, Organisationsentwicklung, Johari-Fenster, Blinder Fleck, Betriebsblindheit, Unternehmensstrategie, Fremdreflexion, Rollenklarheit, Kollegiale Beratung, Wissensmanagement, Veränderungsprozesse, Externe Beratung, Prozessbegleitung, Unternehmensmitglieder
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle, den Vorteilen und den spezifischen Herausforderungen der internen Unternehmensberatung im Vergleich zur externen Beratung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Anpassungsfähigkeit in der VUCA-Welt, das Konzept des „blinden Flecks“, verschiedene Beratungsmethoden und die Kooperation zwischen internen und externen Experten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie interne Beratung zur langfristigen Strategieoptimierung beitragen kann und wie durch gezielte Maßnahmen mögliche Risiken wie die Betriebsblindheit behoben werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse basierend auf fachspezifischer Literatur, ergänzt durch die Anwendung des psychologischen Modells des Johari-Fensters auf organisationsberatende Kontexte.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden vor allem die methodischen Ansätze zur Vermeidung von blinden Flecken sowie die strukturelle Zusammenarbeit mit internen und externen Akteuren analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „blinder Fleck“, „VUCA-Welt“, „Organisationsentwicklung“ und „interne Beratung“ charakterisiert.
Wie definiert das Modell des Johari-Fensters die Gefahr für interne Berater?
Das Modell verdeutlicht, dass interne Berater durch ihre tiefe Verwurzelung im Unternehmen dazu neigen, bestimmte Aspekte oder Verhaltensweisen nicht wahrzunehmen, die für Außenstehende jedoch offensichtlich sind.
Warum wird im Fazit die Kombination von internen und externen Beratern empfohlen?
Die Kombination ermöglicht es, sowohl die spezifische Unternehmenskultur und interne Historie zu nutzen als auch bei hochkomplexen Themen die nötige neutrale Expertise von außen einzubinden.
- Arbeit zitieren
- Anna Lehner (Autor:in), 2021, Interne Beratung - Ein blinder Fleck?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172353