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Euricius Cordus’ Bucolicon 2, 33-38 als ironische Kritik am zeitgenössischen Kirchenwesen

Title: Euricius Cordus’ Bucolicon 2, 33-38 als ironische Kritik am zeitgenössischen Kirchenwesen

Seminar Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Frank Lembke (Author)

Latin philology - Medivial and Modern Latin
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Summary Excerpt Details

Das Bucolicon des Euricius Cordus hat in den letzten Jahren viel philologische Zuwendung erfahren. Hierbei stechen die beiden 1997 veröffentlichten Dissertationen von Armgard Müller und Ioanna Paschou heraus. Müllers Leistung besteht in der Übersetzung des gesamten Bucolicon und der ausführlichen Kommentierung dreier ausgewählter Eklogen. Paschou besorgte eine erste kritische Textausgabe und einen detailreichen Vergleich der Erstfassung von 1514 mit der zweiten, stark veränderten Fassung, von 1518. Weil diese Arbeiten die Möglichkeit des forschenden Umgangs mit Euricius Cordus’ bukolischem Werk auf eine neue Grundlage gestellt haben, sind einer weiterführenden Analyse ausgewählter Stellen keine Grenzen mehr gesetzt. Diese Arbeit wagt den Versuch einer solchen Analyse. Die Verse 33 bis 38 der zweiten Ekloge sollen genau untersucht werden, wobei wir annehmen, dass dadurch eine dem schnellen und oberflächlichen Lesen gewöhnlich entgehende Sinnebene entdeckt wird. Die vorgeschlagene Interpretation soll als Versuch verstanden werden, im Kleinen zu zeigen, was im Großen noch möglich ist. Wenn der Versuch auch scheitern mag, so soll seine reine Existenz doch Indiz dafür sein, dass sich die neulateinische Forschung, zumindest bei Euricius Cordus, bereits in ihrer zweiten Entwicklungsphase befindet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Text und Übersetzung

a) Text

b) Übersetzung

2. Einleitung

a) Biographisches

b) Literarische Vorbilder

3. Cordus’ Bucolicon

a) Zur zweiten Ekloge

b) Verse 33-38 - ein Interpretationsvorschlag

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verse 33 bis 38 der zweiten Ekloge aus dem Bucolicon des Euricius Cordus, um eine bisher wenig beachtete, ironische Sinnebene in der Darstellung des römisch-katholischen Kirchenwesens aufzudecken. Dabei wird der Versuch unternommen, den kritischen Blick des Autors auf die institutionelle Praxis seiner Zeit philologisch zu fundieren.

  • Analyse der neulateinischen Hirtendichtung von Euricius Cordus.
  • Untersuchung der ironischen Distanzierung gegenüber dem zeitgenössischen Ablasswesen.
  • Vergleich der literarischen Traditionen und Einflüsse auf Cordus.
  • Interpretatorische Aufarbeitung spezifischer Schlüsselbegriffe (Summus sacerdos, Vultum dei, Mitra).

Auszug aus dem Buch

Verse 33-38 - ein Interpretationsvorschlag

Tunc ubi iam decimum Romana ad moenia lustrum

Christicolas omni gentes contraxit ab ora

Ad veniam et summus solvit peccata sacerdos

Impressumque Dei tenui in velamine vultum

Et sanctam ostendit Petri clavemque mitramque,

Haec, utinam dignus, coram tunc omnia vidi.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Text und Übersetzung: Präsentiert den lateinischen Originaltext der zweiten Ekloge von Euricius Cordus sowie die entsprechende deutsche Übersetzung.

2. Einleitung: Stellt den Forschungsstand zur neulateinischen Literatur und zu Euricius Cordus dar, skizziert die biographischen Hintergründe des Dichters und benennt die literarischen Vorbilder.

3. Cordus’ Bucolicon: Ordnet das Bucolicon in die zeitgenössische Tradition ein und analysiert die Struktur sowie die vier Themenkomplexe des Werks mit einem speziellen Fokus auf die zweite Ekloge.

4. Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung einer ironischen Lesart für das Verständnis der untersuchten Textstelle.

Schlüsselwörter

Euricius Cordus, Bucolicon, neulateinische Literatur, Ekloge, Ironie, Humanismus, Reformation, Kirchenkritik, Ablasshandel, Mopsus, Aegon, Petrarca, Baptista Mantuanus, Pilgerfahrt, Textanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer speziellen Textpassage aus dem Bucolicon des Humanisten Euricius Cordus und deren verborgener kirchenkritischer Aussage.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der neulateinischen Hirtendichtung, der zeitgenössischen Kritik am Ablasswesen und der poetologischen Einordnung des Autors.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, durch eine detaillierte Interpretation der Verse 33-38 aufzuzeigen, dass Cordus eine subtile, ironische Distanz zum römischen Kirchenwesen einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologische Textanalyse angewandt, die den Text in Verbindung mit biographischen Indizien und dem zeitgenössischen reformatorischen Kontext interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, die Einordnung des Bucolicon in die literarische Tradition und die detaillierte Interpretation der Verse 33-38.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Autor und seinem Werk sind Begriffe wie Ironie, Humanismus, Kirchenkritik und Ablasshandel zentral für das Verständnis der Arbeit.

Warum wird der Begriff "summus sacerdos" als ironisch bewertet?

Da der Begriff in der Bibel für den Hohepriester steht und die reformatorische Haltung Cordus’ eine solche kritiklose Übernahme des Titels für den Papst im Ablasskontext unwahrscheinlich macht.

Was bedeutet das "utinam dignus" am Ende der Passage?

Die Arbeit argumentiert, dass der Subtext dieser eigentlich demütigen Floskel eine kritische Distanz ausdrückt: Der Autor empfindet das korrupte Geschehen, das er in Rom sah, als seiner nicht würdig.

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Details

Title
Euricius Cordus’ Bucolicon 2, 33-38 als ironische Kritik am zeitgenössischen Kirchenwesen
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Altertumswissenschaften)
Course
Die neulateinische Ekloge
Grade
1,0
Author
Frank Lembke (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V117266
ISBN (eBook)
9783640199303
ISBN (Book)
9783640205219
Language
German
Tags
Euricius Cordus’ Bucolicon Kritik Kirchenwesen Ekloge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Lembke (Author), 2005, Euricius Cordus’ Bucolicon 2, 33-38 als ironische Kritik am zeitgenössischen Kirchenwesen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117266
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