Das Bucolicon des Euricius Cordus hat in den letzten Jahren viel philologische Zuwendung erfahren. Hierbei stechen die beiden 1997 veröffentlichten Dissertationen von Armgard Müller und Ioanna Paschou heraus. Müllers Leistung besteht in der Übersetzung des gesamten Bucolicon und der ausführlichen Kommentierung dreier ausgewählter Eklogen. Paschou besorgte eine erste kritische Textausgabe und einen detailreichen Vergleich der Erstfassung von 1514 mit der zweiten, stark veränderten Fassung, von 1518. Weil diese Arbeiten die Möglichkeit des forschenden Umgangs mit Euricius Cordus’ bukolischem Werk auf eine neue Grundlage gestellt haben, sind einer weiterführenden Analyse ausgewählter Stellen keine Grenzen mehr gesetzt. Diese Arbeit wagt den Versuch einer solchen Analyse. Die Verse 33 bis 38 der zweiten Ekloge sollen genau untersucht werden, wobei wir annehmen, dass dadurch eine dem schnellen und oberflächlichen Lesen gewöhnlich entgehende Sinnebene entdeckt wird. Die vorgeschlagene Interpretation soll als Versuch verstanden werden, im Kleinen zu zeigen, was im Großen noch möglich ist. Wenn der Versuch auch scheitern mag, so soll seine reine Existenz doch Indiz dafür sein, dass sich die neulateinische Forschung, zumindest bei Euricius Cordus, bereits in ihrer zweiten Entwicklungsphase befindet.
Inhaltsverzeichnis
- Text und Übersetzung
- Text
- Übersetzung
- Einleitung
- Biographisches
- Literarische Vorbilder
- Cordus' Bucolicon
- Zur zweiten Ekloge
- Verse 33-38 - ein Interpretationsvorschlag
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die zweite Ekloge von Euricius Cordus (Verse 33-38) und analysiert sie als ironische Kritik am zeitgenössischen Kirchenwesen. Die Analyse betrachtet die sprachlichen Mittel und die literarischen Vorbilder, um die Kritik Cordus' zu beleuchten.
- Ironische Kritik am Kirchenwesen
- Literarische Vorbilder und Traditionen
- Sprache und Stil der Ekloge
- Interpretation der Verse 33-38
- Die Bedeutung der Ekloge im Kontext der Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
- Das erste Kapitel präsentiert den Text der zweiten Ekloge von Cordus und liefert eine Übersetzung.
- Die Einleitung bietet biographische Informationen über Cordus und beleuchtet seine literarischen Vorbilder.
- Das dritte Kapitel widmet sich der Analyse der zweiten Ekloge, insbesondere den Versen 33-38. Es wird ein Interpretationsvorschlag präsentiert, der die ironische Kritik am Kirchenwesen hervorhebt.
Schlüsselwörter
Euricius Cordus, Bucolicon, Ekloge, Kirchenkritik, Ironie, Literarische Vorbilder, Sprache, Stil, Interpretation, Zeitgenössisches Kirchenwesen.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Euricius Cordus?
Euricius Cordus war ein neulateinischer Dichter und Gelehrter, dessen Werk „Bucolicon“ im frühen 16. Jahrhundert veröffentlicht wurde und für seine scharfsinnige Kritik bekannt ist.
Was ist das zentrale Thema der Analyse von Bucolicon 2, 33-38?
Die Arbeit analysiert diese spezifischen Verse als ironische Kritik am zeitgenössischen Kirchenwesen der Reformationszeit.
Welche literarischen Vorbilder beeinflussten Cordus?
Cordus orientierte sich an der Tradition der bukolischen Dichtung (Hirtendichtung), nutzte diese Gattung jedoch, um gesellschaftskritische und kirchenkritische Inhalte zu transportieren.
Warum gibt es zwei Fassungen des Bucolicon?
Es existiert eine Erstfassung von 1514 und eine stark veränderte zweite Fassung von 1518. Der Vergleich dieser Fassungen zeigt die Entwicklung von Cordus' Positionen und seinem Stil.
Welche Bedeutung hat die Ironie in Cordus' Werk?
Die Ironie dient als sprachliches Mittel, um Kritik am Klerus so zu verpacken, dass sie beim oberflächlichen Lesen verborgen bleiben kann, aber bei genauerer Analyse eine tiefere, kritische Sinnebene offenbart.
- Quote paper
- Frank Lembke (Author), 2005, Euricius Cordus’ Bucolicon 2, 33-38 als ironische Kritik am zeitgenössischen Kirchenwesen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117266