Allgemeinbildung am Beispiel des Theaterstückes "Educating Rita"


Referat (Ausarbeitung), 2008
12 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung
1.1 Vorstellung des Theaterstückes „Educating Rita“

2.0 Welche Botschaft hat das Theaterstück?

3.0 Wie wird Bildung bestimmt?

4.0 Fazit

5.0 Literaturverzeichnis..

1.0 Einleitung

Passend zum Thema Allgemeinbildung soll hier das Theaterstück „Educating Rita“ vorgestellt werden, welches das Aufeinanderprallen von verschiedenen Kulturen und Bildungsschichten darstellt. Diese Ausarbeitung zum am 11. April 2008 von mir gehaltenen Referat im Seminar „Die Bildungsidee im Deutschen Idealismus“ soll sich der Fragestellung widmen, ob Allgemeinbildung umfangreichem Faktenwissen gleichkommt und worin der Profit von Allgemeinbildung besteht. Dabei werde ich meine Ausführungen nah am Theaterstück „Educating Rita“ halten, da es interessante Dialoge enthält, in denen es um Einsicht, Neugierde auf Veränderung durch Bildung, Autonomie und Kultur geht.

1.1 Vorstellung des Theaterstückes „Educating Rita“

Bei dem Theaterstück handelt es sich um ein komisches Zwei-Personen Stück, das 1985 von dem Briten Willy Russel geschrieben wurde. Es stellt das Potential von Bildung in unserer Gesellschaft dar. Die weibliche Hauptrolle ist Rita, die zu Anfang in einem Frisiersalon arbeitet und sich in einer unglücklichen Lebenslage mit ihrem Lebenspartner befindet. Er möchte eine Familie mit ihr gründen, während sie lieber erstmal sich selbst weiter entwickeln möchte. Sie merkt, dass “es etwas mit dem Wissen auf sich hat“, und belegt einen Kursus an der Open University, um die „andere Seite“ kennen zu lernen. Ihr richtiger Name ist Susan und nicht Rita, sie zieht Rita jedoch vor, um ihre Vorliebe für die Autorin Rita Mae Brown (Autorin von „Rubinroter Dschungel und etwa ein Dutzend Kriminalromanen) auszudrücken. Sie hat ein kindliches und direktes Gemüt und verstellt sich nicht vor ihrem Professor Frank.

Frank gibt den Kurs nur, um sich wegen Geldmangel etwas dazuzuverdienen, was er auf ihre direkte Frage auch zugibt. Er hält auch nicht mit seinem Alkoholproblem hinter den Berg und der Leser, bzw. der Zuschauer des Theaterstückes bekommt bald den Eindruck, dass er der Kultur und der Philosophie, dem Alltag und eigentlich seiner selbst überdrüssig geworden ist. Er unterhält sich mit Rita über Literatur und auch über persönliche Dinge und lässt sie Essays schreiben, in der Hoffnung, dass sie ihre Abschlussprüfung an der Open University schafft.

Mit der Zeit wird aus der „einfach gestrickten“ und etwas proletarischen Rita eine intellektuelle, junge Dame. Sie bekommt neue Freunde und schafft ihre Prüfungen während Frank aufgrund diversen, professionellen „Schnitzern“ (wie Trinken und Pöbeln) seinen Arbeitsplatz und seine Lebensgefährtin verliert.

Willy Russel lässt die Protagonisten parallel eine Ab- und Aufwärtsspirale durchlaufen und veranschaulicht so, wie viel Macht man über sein Leben hat. Man kann von jeder Position aus durch „Anziehen oder Lockerlassen der Zügel“ die Bahnen seines Lebens mitbestimmen. Der Bildungsgrad einer Person bestimmt Freunde, Gesprächsthemen, Vorlieben, Berufschancen, sozialen Status und langfristig auch den Charakter mit. Rita ist vor ihrer universitären Ausbildung nicht „dumm“, sie war in der Lage über ihre unzufrieden stellende Situation zu reflektieren und sah, dass es für sie eine anstrebenswerte Alternative gibt, oder zumindest geben könnte.

Diese Ausarbeitung soll in ihrem Hauptteil die Botschaft des Theaterstücks auf die Realität übertragen und daraufhin Ansichten von Wissenschaftlern zur Allgemeinbildung anfügen.

2.0 Welche Botschaft hat das Theaterstück?

Willy Russel vermittelt uns durch die Aussagen und Handlungen der Figuren das Wissen um den Wert der Bildung. Wer sich, wie die Figur Rita um seine Bildung bemüht, befreit sich von der Ohnmacht, die einen im Griff hat, wenn man sich und seinen Weg vom Staat oder von seinen Angehörigen dirigieren lässt. Rita ergreift die Gelegenheit, sich aus ihrem unzufrieden stellenden Leben heraus zu hebeln und lernt, was Bildung für sie bereithält.

Das Stück stellt hervorragend dar, was ich mit dieser Ausarbeitung aufzeigen möchte; den Unterschied zwischen Scheinwissen und echtem Wissen. Rita belegt den Kursus nicht, um an intellektuellen Gesprächen teilnehmen zu können, „sie will es wirklich wissen“[1]

Ritas Charakter bestimmt ihren am Ende des Theaterstückes deutlich gewordenen Lernerfolg:

Die Lernmotivations-Wissenschaftler Deci und Ryan fanden heraus, dass eigenmotiviertes, also intrinsisches Lernen zu einem besseren Verständnis des Lerngegenstandes und besserer Verknüpfung mit bereits vorhandenem Wissen führt. Aus intrinsisch motiviertem Lernen (wie in Ritas Fall) zeigt sich die Überlegenheit vom Verständnis gegenüber dem reinen Faktenwissen, da es einen qualitativen und quantitativ höheren Lerngewinn hat.[2] Das bedeutet, dass Bildung zwar zu Persönlichkeitsentwicklung führt, der erfolgreichen Bildung jedoch meist ein förderlicher Charakter (von u.a. Neugierde) zu Grunde liegt.

Von echtem Wissenserwerb kann nur die Rede sein, wenn sich nachhaltig und dem Lerner als individuelles Subjekt angepasst, die mentale Struktur breit vernetzt und verdichtet. „ Bildung ist mehr und anderes als eine Sammlung von Kuriositäten oder ein Zufälliger Ausschnitt aus einer gerade vom Zeitgeist hochgespülten Wissenschaftsdisziplin.[3]

Rita scheint es richtig machen zu wollen und gibt sich in die Hände des Professor Frank, anstatt sich einfach Lexikon-Einträge einzuprägen. Was sie will, ist ein Perspektivwechsel, der es ihr ermöglicht, zum Beispiel Ballett mit den Augen eines Intellektuellen zu sehen.[4] Sie will wissen woran sich Intellektuelle bei Ballet erfreuen, wenn sie hüpfende Tänzer und Tänzerinnen in Strumpfhosen und Tutus sehen.

Max Schegel sieht in dem Begreifen von Kunst den letzten Sinn; die allgemeine personale Bildung, die erst durch die Teilhabe am Göttlichen den Menschen wirklich humanisiert.

Der Mensch muss also Person erst werden. Er muss sich selbst zum Person sein aufschwingen und zwar durch die Entfaltung und Bildung seines Geistes.[…] Alles geistige Entfalten wurzelt in den Akten des Erkennens und Wissens, die ihrerseits die liebende Hinwendung des Geistes zum Wesenhaften der Welt voraussetzen.“[5] Auf Ritas Interesse für Ballet bezogen, deutet dieses Zitat darauf hin, dass Rita ahnt, was ihr zu ihrer „Vollständigkeit“, oder Humanisierung fehlt: Eine Verbindung zu diesem Göttlichen, welches sie durch Erkennen und Wissen zu erlangen erhofft.

[...]


[1] Russel, Willy: Educating Rita, S. 18

[2] Vgl.: Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American Psychologist, 55, 68-78.

[3] Liessmann, S. 21

[4] Vgl. Russel, Willy: Educating Rita, S. 18

[5] Windheuser, 1990, S. 132f

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Allgemeinbildung am Beispiel des Theaterstückes "Educating Rita"
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Die Bildungsidee im Deutschen Idealismus
Note
2.0
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V117300
ISBN (eBook)
9783640193882
ISBN (Buch)
9783668123847
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Allgemeinbildung, Beispiel, Theaterstückes, Educating, Rita, Bildungsidee, Deutschen, Idealismus
Arbeit zitieren
Julianna Alberty (Autor), 2008, Allgemeinbildung am Beispiel des Theaterstückes "Educating Rita", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117300

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