Passend zum Thema Allgemeinbildung soll hier das Theaterstück „Educating Rita“ vorgestellt werden, welches das Aufeinanderprallen von verschiedenen Kulturen und Bildungsschichten darstellt. Diese Ausarbeitung zum am 11. April 2008 von mir gehaltenen Referat im Seminar „Die Bildungsidee im Deutschen Idealismus“ soll sich der Fragestellung widmen, ob Allgemeinbildung umfangreichem Faktenwissen gleichkommt und worin der Profit von Allgemeinbildung besteht. Dabei werde ich meine Ausführungen nah am Theaterstück „Educating Rita“ halten, da es interessante Dialoge enthält, in denen es um Einsicht, Neugierde auf Veränderung durch Bildung, Autonomie und Kultur geht.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
1.1 Vorstellung des Theaterstückes „Educating Rita“
2.0 Welche Botschaft hat das Theaterstück?
3.0 Wie wird Bildung bestimmt?
4.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Allgemeinbildung, Faktenwissen und persönlicher Entwicklung. Anhand des Theaterstücks „Educating Rita“ wird der Frage nachgegangen, ob Bildung lediglich eine Akkumulation von Wissen darstellt oder ob sie einen tieferen Prozess der Autonomie und Lebensgestaltung beinhaltet.
- Analyse des Bildungspotentials im Theaterstück „Educating Rita“
- Unterscheidung zwischen Scheinwissen und echtem, intrinsisch motiviertem Lernen
- Diskussion der Bedeutung von Mündigkeit und Freiheit durch Bildung
- Humboldts Bildungstheorie im Vergleich zu modernen kapitalistischen Bildungsmaximen
- Die Rolle von Persönlichkeitsentwicklung und Glück im Bildungsprozess
Auszug aus dem Buch
1.1 Vorstellung des Theaterstückes „Educating Rita“
Bei dem Theaterstück handelt es sich um ein komisches Zwei-Personen Stück, das 1985 von dem Briten Willy Russel geschrieben wurde. Es stellt das Potential von Bildung in unserer Gesellschaft dar. Die weibliche Hauptrolle ist Rita, die zu Anfang in einem Frisiersalon arbeitet und sich in einer unglücklichen Lebenslage mit ihrem Lebenspartner befindet. Er möchte eine Familie mit ihr gründen, während sie lieber erstmal sich selbst weiter entwickeln möchte. Sie merkt, dass “es etwas mit dem Wissen auf sich hat“, und belegt einen Kursus an der Open University, um die „andere Seite“ kennen zu lernen. Ihr richtiger Name ist Susan und nicht Rita, sie zieht Rita jedoch vor, um ihre Vorliebe für die Autorin Rita Mae Brown (Autorin von „Rubinroter Dschungel und etwa ein Dutzend Kriminalromanen) auszudrücken. Sie hat ein kindliches und direktes Gemüt und verstellt sich nicht vor ihrem Professor Frank. Frank gibt den Kurs nur, um sich wegen Geldmangel etwas dazuzuverdienen, was er auf ihre direkte Frage auch zugibt. Er hält auch nicht mit seinem Alkoholproblem hinter den Berg und der Leser, bzw. der Zuschauer des Theaterstückes bekommt bald den Eindruck, dass er der Kultur und der Philosophie, dem Alltag und eigentlich seiner selbst überdrüssig geworden ist. Er unterhält sich mit Rita über Literatur und auch über persönliche Dinge und lässt sie Essays schreiben, in der Hoffnung, dass sie ihre Abschlussprüfung an der Open University schafft.
Mit der Zeit wird aus der „einfach gestrickten“ und etwas proletarischen Rita eine intellektuelle, junge Dame. Sie bekommt neue Freunde und schafft ihre Prüfungen während Frank aufgrund diversen, professionellen „Schnitzern“ (wie Trinken und Pöbeln) seinen Arbeitsplatz und seine Lebensgefährtin verliert.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Einführung in das Thema Allgemeinbildung anhand des Theaterstücks „Educating Rita“ und Formulierung der Forschungsfrage nach dem Profit von Bildung.
1.1 Vorstellung des Theaterstückes „Educating Rita“: Kurze Inhaltsangabe und Charakterisierung der Hauptfiguren Rita und Frank.
2.0 Welche Botschaft hat das Theaterstück?: Untersuchung des Bildungsbegriffs im Stück und Erläuterung der Bedeutung von intrinsischer Lernmotivation nach Deci und Ryan.
3.0 Wie wird Bildung bestimmt?: Gegenüberstellung von Humboldts Bildungsidealen mit modernen, wirtschaftlich geprägten Auffassungen von Wissensvermittlung.
4.0 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Rolle der Bildung für die individuelle Autonomie und Kritik an der aktuellen Tendenz zur Standardisierung.
Schlüsselwörter
Allgemeinbildung, Educating Rita, Bildungsidee, Wissen, Mündigkeit, intrinsische Motivation, Persönlichkeitsentwicklung, Wilhelm von Humboldt, Autonomie, Bildungswesen, Sozialkompetenz, Wissensgesellschaft, Lernprozesse, Selbstbestimmung, Bildungsgerechtigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Wesen der Allgemeinbildung und stellt diese dem reinen Faktenwissen gegenüber, wobei das Theaterstück „Educating Rita“ als zentrale Fallstudie dient.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Bildungsphilosophie (insbesondere Humboldt), Lernmotivation, den Unterschied zwischen Spezialbildung und Allgemeinbildung sowie das Verhältnis von Wissen zu individuellem Glück.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob Allgemeinbildung lediglich aus Faktenwissen besteht oder einen tiefgreifenden, persönlichkeitsbildenden „Profit“ für den Einzelnen darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Theaterstücks mit erziehungswissenschaftlichen Theorien und psychologischen Ansätzen (wie der Selbstbestimmungstheorie) verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entwicklung der Figur Rita, die psychologischen Hintergründe von Lernmotivation und die gesellschaftlichen Anforderungen an Bildungsprozesse im Vergleich zu klassischen Idealen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Allgemeinbildung, Mündigkeit, Selbstbestimmung, intrinsische Motivation und Persönlichkeitsentwicklung stehen im Fokus.
Welche Rolle spielt die Figur des Professors Frank für die Argumentation?
Frank fungiert als intellektueller Gegenpol; er verkörpert die Ambivalenz einer hochkulturellen Bildung, die ohne stetige persönliche Weiterentwicklung zur Resignation und zum Verlust des eigenen Potenzials führen kann.
Wie bewertet die Autorin die aktuellen Trends im Bildungssystem?
Die Autorin äußert Kritik an einer Tendenz zur Standardisierung und Spezialisierung, da diese Lernende zu Objekten degradiert und die Entwicklung interdisziplinär denkender Führungspersönlichkeiten behindert.
- Quote paper
- Julianna Alberty (Author), 2008, Allgemeinbildung am Beispiel des Theaterstückes "Educating Rita", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117300