Bei dieser Arbeit handelt es sich um den Praktikumbericht zum Berufsfeld erschließenden Praktikum. Die beiden Autorinnen studieren Grundschulpädagogik und Englisch an der HU Berlin. Das Praktikum wurde an einer Gesamtschule in Berlin-Neukölln mit einem bilingualen Zweig absolviert, wodurch sich das Thema "Bilingualer Unterricht" anbot. Es geht in der Arbeit darum, das Konzept des bilingualen Unterrichts zunächst allgemein darzustellen, anschließend auf die Umsetzung des Konzeptes an der Praktikumsschule einzugehen sowie die Meinungen von Lehrern und Schülern der Praktikumsschule auf Basis ihrer Erfahrungen vorzustellen. Diese Einschätzungen werden außerdem ergänzt durch die Erfahrungen bzw. Beobachtungen der beiden Autorinnen während des Praktikums.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. „Vor dem Praktikum“ - Erwartungshaltung
1.1.1. Position Janine
1.1.2. Position Anne
1.2. Themenfindung
2. Das Konzept des bilingualen Unterrichts
2.1. Was meint „Bilingualer Unterricht“?
2.1.1. Begriffsklärung
2.1.2. Fächer
2.1.3. Ziele
2.2. Entwicklung in Deutschland und regionale Verteilung
2.3. Berliner Situation
2.4. Schulformen mit bilingualem Unterricht
2.5. Klassenstufen mit bilingualem Unterricht
2.6. Curriculare Grundlagen
2.7. Lerninhalte
2.8. Formen und Modelle und deren Bildungsziele
2.8.1. Vollform des bilingualen Unterrichts
2.8.2. Epochaler bilingualer Unterricht
2.8.3. Bilinguale Module
2.8.4. Projekte
2.8.5. Fremdsprachige Elemente im Sachfachunterricht
2.9. Anforderungen an die Lehrer
2.9.1. Ausbildung
2.9.2. Unterrichtsvorbereitung und Material
2.10. Benotung
2.11. Vorteile und Probleme
2.11.1. Vorteile
2.11.2. Nachteile
3. Unsere Praktikumsschule
3.1. Die Schule
3.1.1. Schulform
3.1.2. Anzahl der Schüler
3.1.3. Anteil der Kinder mit familiärem Migrationshintergrund
3.1.4. Anzahl der Lehrkräfte
3.1.5. Informationen zur Schulleitung
3.1.6. Schulbau; Schulgründung
3.1.7. Besonderes pädagogisches Profil der Schule
3.1.8. Sonstige Informationen
3.2. Konzept des bilingualen Unterrichts an der Schule
3.2.1. Wann und warum wurde der bilinguale Zweig eingeführt?
3.2.2. Voraussetzungen zur Zulassung zum bilingualen Zug
3.2.3. Bilingualer Unterricht in den Kursstufen
3.2.4. Anzahl der unterrichtenden Lehrer
3.2.5. Benotung
3.2.6. Erforderliche Lehrerausbildung
3.2.7. Zeugnisvermerk
3.2.8. Partnerschaften mit englischsprachigen Schulen
3.2.9. Unterrichtsklima
3.2.10. Nachteile des bilingualen Unterrichts
3.2.11. Positive Beurteilung des bilingualen Unterrichts
3.2.12. Sonstige Bemerkungen
4. Fragebögen: Einschätzungen der Konzeptumsetzung von Lehrern und Schülern
4.1. Fragebögen
4.1.1. Warum die Fragebögen?
4.1.2. Beschreibung der Fragebögen und kurze Darstellung der Antworten
4.1.2.1. Schüler-Fragebögen
4.1.2.2. Lehrer-Fragebögen
4.2. Kurze Beschreibung der Klassen und der Lehrer
4.3. Tabellarische Übersicht über die Ergebnisse der Fragebögen
4.3.1. Tabelle zu den Aussagen Klasse 10
4.3.2. Tabelle Lehrer-Aussagen
4.4. Interpretationsversuch der Tabellen
4.4.1. Schüler-Aussagen
4.4.2. Lehrer-Aussagen
4.5. Vergleich der Lehrer- und Schüler-Aussagen und Fazit
4.6. Abschließende Bemerkungen zu den Fragebögen und den Tabellen
5. Abschluss/Reflexion des Praktikums
5.1. Unsere Erfahrungen zum bilingualen Unterricht im Praktikum
5.1.1. Position Janine
5.1.2. Position Anne
5.2. „Nach dem Praktikum“ – Einfluss des Praktikums auf unser Berufsbild?
5.2.1. Position Janine
5.2.2. Position Anne
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des bilingualen Unterrichts sowie dessen spezifische Umsetzung an einer Berliner Gesamtschule. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung mittels Fragebögen bei Lehrern und Schülern einer 10. Klasse herauszufinden, wie die Akteure die Vorteile, Herausforderungen und die tägliche Praxis dieses Unterrichtsmodells subjektiv einschätzen.
- Grundlagen und Modelle des bilingualen Unterrichts in Deutschland.
- Strukturelle Analyse der Praktikumsschule und ihres bilingualen Zweigs.
- Empirische Untersuchung des Empfindens von Lehrern und Schülern (Fragebogen-Auswertung).
- Vergleich der Perspektiven von Lehrenden und Lernenden.
- Reflexion über die Auswirkungen auf das eigene professionelle Berufsbild.
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Position Janine
Vor dem Wintersemester 2005/06 habe ich erfahren, dass ich im kommenden Februar einen Praktikumsplatz in Anspruch nehmen kann. Mit dem Beginn des Studiums wurde den Studienanfängern im neuen Bachelor-Studiengang mitgeteilt, dass wir ebenso ein Orientierungs- sowie ein Unterrichtspraktikum ablegen müssen. Dabei wurde uns nahe gelegt, dies an einer Schule zu absolvieren, die nicht unserem Berufswunsch entspricht (gewünschter Berufsort: Grundschule), da das erste Praktikum ja ein Orientierungspraktikum sei und man so auch andere Schulformen kennen lernen könne. Im Laufe unseres Studiums fanden dann Veränderungen statt, so dass man als Student der Grundschulpädagogik jetzt auch an einer Grundschule das Praktikum machen konnte. Mir gefiel diese neue Regelung natürlich sehr, da ich mir keinen anderen Einsatzort wünschte als die Grundschule.
Mit der Zusage zum Praktikumsplatz wurde ich dann einem Vorbereitungsseminar im Wintersemester 2005/06 zugeteilt. Dieses Seminar war jedoch inhaltlich auf Gesamt- und Oberschulen allgemein, mit dem Schwerpunktthema Integration, ausgerichtet. Von anderen Studenten erfuhr ich, dass es aber auch Seminare gab, in denen die Grundschule verstärkt eine Rolle spielte. Irgendwie habe ich das zunächst nicht nachvollziehen können, warum wir Grundschulpädagogen mit anderen Lehramtsstudenten in dieses Seminar eingeordnet wurden. Ich war sehr enttäuscht, denn ich hatte mir vorgestellt, mein Praktikum an der Grundschule vollziehen zu können (obwohl ich die Worte aus der Einführungsveranstaltung noch im Ohr hatte).
Während des Seminars wurden uns dann Praktikumsschulen in Berlin angeboten. Da mir keine der Schulen bekannt war, habe ich mich dann für eine Schule in der Nähe meines Wohnortes entschieden. Als Anne sich dann auch entschloss, ihr Praktikum an dieser Schule zu absolvieren, war ich sehr erfreut, diesen Weg nicht allein bewältigen zu müssen, da ich schon etwas unsicher war, weil es mein erstes Praktikum sein würde. Die Zeit verstrich, und das Praktikum rückte immer näher. Ich war sehr gespannt darauf, was mich erwarten würde: Welche Aufgaben würde ich haben? Besteht das Praktikum nur aus Beobachtungen? Dürfen, sollen oder müssen wir auch in die Rolle einer Lehrperson schlüpfen? Wie werden wir angenommen von den Lehrern und den Schülern? All diese Fragen und viele mehr befanden sich in meinem Kopf. Als ich dann auch noch von Mitstudenten, die im Jahr zuvor ein Praktikum absolvierten, erfuhr, dass sie richtig unterrichten mussten, ist mir Angst und Bange geworden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autoren schildern ihre persönliche Ausgangslage, ihre Erwartungshaltungen vor dem Orientierungspraktikum und wie sie nach anfänglicher Orientierungslosigkeit ihr spezifisches Forschungsthema gefunden haben.
2. Das Konzept des bilingualen Unterrichts: Dieses Kapitel erläutert theoretische Hintergründe, verschiedene Modelle wie Vollformen oder Module sowie die allgemeine Situation und Anforderungen des bilingualen Lehrens in Deutschland und Berlin.
3. Unsere Praktikumsschule: Hier wird die spezifische Praktikumsschule in Neukölln detailliert porträtiert, wobei sowohl allgemeine Strukturen als auch das konkrete bilinguale Konzept, die Lehrerausbildung und die Erfahrungen der Schulleitung beleuchtet werden.
4. Fragebögen: Einschätzungen der Konzeptumsetzung von Lehrern und Schülern: Das Hauptkapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise der empirischen Befragung, präsentiert die Ergebnisse in Tabellenform und interpretiert die Aussagen von Schülern und Lehrern bezüglich des Unterrichtsalltags.
5. Abschluss/Reflexion des Praktikums: Die Verfasserinnen reflektieren ihre persönlichen Erfahrungen während des vierwöchigen Praktikums und diskutieren den Einfluss, den diese Zeit auf ihr eigenes zukünftiges Lehrer-Berufsbild hatte.
Schlüsselwörter
Bilingualer Unterricht, Englisch, Fachunterricht, Sprachkompetenz, Gesamtschule, Schulpraktikum, Schülerbefragung, Lehrerperspektive, Berlin, Methodik, Sprachförderung, Integrationsklasse, Lernmotivation, Zweisprachigkeit, Unterrichtsklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein schulpraktisches Orientierungsprojekt an einer Berliner Gesamtschule mit bilingualem Schwerpunkt und untersucht die Umsetzung dieses Konzepts in der Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung behandelt theoretische Grundlagen des bilingualen Unterrichts, die spezifische Situation der Praktikumsschule sowie die subjektive Bewertung durch Schüler und Lehrkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht in der Analyse der Konzeptumsetzung des bilingualen Unterrichts an der gewählten Schule durch einen Vergleich der Sichtweisen von Lernenden und Lehrenden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorinnen setzten qualitative und quantitative Fragebögen ein, die anonym an Schüler der 10. Klasse sowie an die unterrichtenden Lehrkräfte ausgeteilt und anschließend interpretiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben dem theoretischen Hintergrund vor allem die Ergebnisse der Fragebögen detailliert tabellarisch dargestellt, ausgewertet und kritisch interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie bilingualer Unterricht, Sprachförderung, Schulpraktikum, Gesamtschule und empirische Lehrer- sowie Schülerbefragung geprägt.
Wie unterscheiden sich die Schüler in den bilingualen Klassen von anderen?
Laut den Aussagen der Lehrkräfte und den Beobachtungen der Autorinnen zeigen sich die bilingualen Schüler in der Regel leistungsstärker, konzentrierter und belastbarer als Schüler in Regelklassen.
Welche Hauptkritik äußern die Schüler am bilingualen Unterricht?
Kritikpunkte sind unter anderem die teilweise unzureichende methodische Abwechslung (dominanter Frontalunterricht), Wünsche nach mehr Gruppenarbeit und gelegentliche Schwierigkeiten mit der Doppelbelastung durch Fachinhalte und Sprache.
- Arbeit zitieren
- Anne-Kathrin Busè (Autor:in), Janine Kosior (Autor:in), 2006, Bilingualer Unterricht - Konzept und Einschätzungen der Konzeptumsetzung von Lehrern und Schülern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117306