Vor dem Hintergrund der Liberalisierung des Energiemarktes, haben sich die Unternehmen oftmals für eine Strategie der Diversifikation entschieden, d.h. für die Ausdehnung ihrer bisherigen Schwerpunkttätigkeit auf neue Märkte und Leistungsbereiche. Neben der klassischen Form des Wachstums von Unternehmen durch den internen Aufbau von Potentialen etablierte sich eine zweite Form des Wachstums, die mit Hilfe von Unternehmenszusammenschlüssen einen externen Aufbau von Potentialen bewirkt.
In der Energiebranche ist durch die Liberalisierung ein starker Wettbewerb entstanden, welcher nicht nur national, sondern auch international stattfindet. Die Unternehmen begegnen dieser Herausforderung mit interner und externer Diversifikation, um ihre Marktanteile zu erweitern und ihre Risiken zu streuen. Der Eintritt in neue Märkte ist mit nicht unerheblichen Risiken verbunden, welche vielfach die Diversifikationsbemühungen zu teuren Fehlinvestitionen werden lassen. So liegt die Frage nahe, welche Einflußgrößen des Diversifikationserfolges Unternehmen im Rahmen ihrer Diversifikations-entscheidungen ins Kalkül ziehen sollten.
Diese Arbeit soll Aufschluß über die kritischen Erfolgsfaktoren geben und die im schlimmsten Fall auftretenden Auswirkungen aufzeigen. Desweiteren werden die Chancen und Risiken beschrieben und der Diversifikationsablauf soll transparent dargestellt werden. Schon diese Ausführungen machen deutlich, daß Erfolge und Risiken von Diversifikationsstrategien schwer abzuschätzen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
2 Der Begriff und die Arten der Diversifikation
2.1 Der Diversifikationsbegriff
2.2 Arten der Diversifikation
2.2.1 Formale Einteilung nach der Diversifikationsrichtung
2.2.1.1 Die horizontale Diversifikation
2.2.1.2 Die vertikale Diversifikation
2.2.1.3 Die laterale Diversifikation
2.2.2 Einteilung nach der Realisationsform der Diversifikation
2.2.2.1 Die interne Diversifikation
2.2.2.2 Externe Diversifikation
3 Chancen und Risiken der Diversifikation
3.1 Chancen
3.1.1 Das Synergieziel
3.1.2 Das Wachstumsziel
3.1.3 Wettbewerbsfähigkeit
3.1.4 Die sozialen Ziele
3.2 Risiken
3.2.1 Hubritheorie
3.2.2 Verminderung der Leistungsfähigkeit
3.3 Theorien zur Durchführung einer Diversifikationsstrategie
3.3.1 Portfoliotheorie
3.3.2 Free Cash Flow Theorie
3.4 Empirische Aussagen
4 Energiemarktanalyse
4.1 Die Vergangenheit des Energiemarktes
4.1.1 Der Strommarkt
4.1.2 Der Gasmarkt
4.2 Die Liberalisierung des Energiemarktes
4.2.1 Der Strommarkt
4.2.2 Der Gasmarkt
4.3 IST-Situation
4.3.1 Der Strommarkt
4.3.2 Der Gasmarkt
4.4 Die zukünftige Entwicklung der Energiemärkte
5 Der Ablauf einer Diversifikation
5.1 Die interne Diversifikation
5.2 Die externe Diversifikation
5.2.1 Die Strategische Analyse- und Konzeptionsphase
5.2.1.1 Die Unternehmensanalyse
5.2.1.2 Die Wettbewerbs- und Akquisitionsumfeldanalyse
5.2.1.3 Analyse der Motive und Zielsetzungen mit Strategiekonzeption
5.2.2 Die Transaktionsphase
5.2.2.1 Kontakt-, Verhandlungsaufnahme und Bietung
5.2.2.2 Die Vertragsphasen und die wettbewerbsrechtliche Prüfung
5.2.2.3 Die Due Diligence
5.2.2.4 Die Unternehmensbewertung und die Kaufpreisfindung
5.2.2.5 Die vertragliche Phase und das Closing
5.2.3 Die Integrationsphase (Post-Merger-Management)
5.2.3.1 Das Integrationsdesign
5.2.3.2 Die Durchführung der Integration
5.2.3.3 Die Erfolgskontrolle (Post-Merger-Audit)
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diversifikation als strategische Option für Energieversorgungsunternehmen infolge der Liberalisierung des Energiemarktes. Das primäre Ziel ist es, kritische Erfolgsfaktoren für Diversifikationsstrategien zu identifizieren und die notwendigen Schritte von der Analyse über die Transaktion bis hin zur Integration transparent darzustellen, um die hohen Risiken von Fehlentscheidungen in diesem Sektor zu beleuchten.
- Grundlagen und Arten der Diversifikation (horizontal, vertikal, lateral)
- Analyse der Chancen und Risiken (u.a. Hubritheorie, Synergiepotenziale)
- Strukturelle Analyse der Energiemärkte (Strom und Gas) vor und nach der Liberalisierung
- Prozessschritte der externen Diversifikation (M&A-Prozess, Due Diligence, Integration)
Auszug aus dem Buch
2.2.1.1 Die horizontale Diversifikation
„Eine horizontale Diversifikation ist dadurch gekennzeichnet, daß das neue Geschäftsfeld – obwohl eine neue Leistung in einem bisher noch nicht bearbeiteten Markt angeboten wird – Ähnlichkeiten mit den bisherigen Tätigkeitsbereichen in Bezug auf Kundensegmente, Lieferanten, Vertriebskonzepte etc. aufweist und auf derselben gesamtwirtschaftlichen Produktionsstufe steht.“ „Bestimmend für die Wahl einer horizontalen Diversifikationsstrategie ist im allgemeinen die Absicht, Erfahrungen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Produktionspotentiale aus den bisherigen Tätigkeitsbereichen für den Diversifikationsbereich zu nutzen und dadurch Synergien zu erzielen.“
Ein Risikofaktor im Zusammenhang mit einer horizontalen Diversifikation wird dann relevant, wenn sich die Unternehmung bei ihrer Diversifikation auf denselben Abnehmerkreis wie bei ihrem originären Leistungsbereich stützt. Denn dadurch verstärkt sich automatisch die Abhängigkeit der Unternehmung von dieser Zielgruppe, wodurch sich das Marktrisiko, d. h. die Anfälligkeit der Unternehmung für Nachfragerückgänge in diesem Marktsegment entsprechend erhöht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Motivation der Unternehmen zur Diversifikation aufgrund der Marktliberalisierung und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Der Begriff und die Arten der Diversifikation: Terminologische Definition und Klassifizierung der Diversifikationsarten nach Richtung und Realisationsform.
3 Chancen und Risiken der Diversifikation: Beschreibung der ökonomischen und sozialen Ziele sowie Analyse der Risiken, theoretisch fundiert durch Portfoliotheorie und Free Cash Flow Theorie.
4 Energiemarktanalyse: Detaillierte Betrachtung der historischen Entwicklung sowie der Auswirkungen der Liberalisierung auf die Strom- und Gasmärkte in Deutschland.
5 Der Ablauf einer Diversifikation: Transparente Darstellung der Planung und Umsetzung interner sowie externer Diversifikationsprozesse inklusive Akquisition und Integration.
6 Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Betonung der Bedeutung von strategischer Planung und professioneller Integration für den Erfolg.
Schlüsselwörter
Diversifikation, Energieversorgungsunternehmen, Liberalisierung, Energiemarkt, M&A, Due Diligence, Strategie, Synergie, Wettbewerbsfähigkeit, Wachstumsziel, Portfoliotheorie, Post-Merger-Integration, Unternehmensbewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategie der Diversifikation für Energieversorgungsunternehmen in einem sich durch Liberalisierung verändernden Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Arten der Diversifikation, die Chancen und Risiken, die Marktanalyse für Strom und Gas sowie der detaillierte Ablauf von Akquisitions- und Integrationsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, kritische Erfolgsfaktoren für Diversifikationsentscheidungen aufzuzeigen und einen transparenten Leitfaden für die praktische Durchführung zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Ansätze (z.B. Portfoliotheorie, Free Cash Flow Theorie) und empirische Aussagen zu Diversifikationserfolgen systematisch zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen der Diversifikation, die spezifische Situation der Energiemärkte sowie den Prozessablauf vom Screening potenzieller Kandidaten bis zur post-merger Integration ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Diversifikation, Energiemarkt-Liberalisierung, Due Diligence, M&A-Prozesse und Integrationsmanagement.
Was besagt die Hubritheorie im Kontext der Arbeit?
Die Hubritheorie (von Roll) beschreibt die Selbstüberschätzung des Managements, das glaubt, Synergiepotenziale bei Akquisitionen besser beurteilen zu können als der Markt, was häufig zu Fehlbewertungen führt.
Warum ist die Integration nach dem Unternehmenskauf so kritisch?
Die Arbeit betont, dass viele Akquisitionen scheitern, weil die Integration nach dem Kauf vernachlässigt wird. Erst in der Integrationsphase können die ursprünglich geplanten Wertsteigerungspotenziale tatsächlich realisiert werden.
- Quote paper
- Jens Pohlmann (Author), 2001, Diversifikation von Energieversorgungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117337