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Auslandsjournalismus als Krisenkommunikation - Abschlußbericht zur Rolle und Relevanz des Mediensystems in der Kommunikation über Krisen am Beispiel seiner Akteure

Title: Auslandsjournalismus als Krisenkommunikation - Abschlußbericht zur Rolle und Relevanz des Mediensystems in der Kommunikation über Krisen am Beispiel seiner Akteure

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Dipl.-Medienwiss. Thomas Guttsche (Author), Jan Filkorn (Author), Markus Hevesi (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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„Medien sind ereignisorientiert: jede Bombe, jeder Gewaltakt ist ein Ereignis. Frieden und Friedensarbeit sind keine Ereignisse und finden damit kaum mediale Öffentlichkeit.“ Das auf einer allgemeinen Ebene konsensfähige, obschon unzweifelhaft strittige Zitat weist auf einen höchst interessanten Zusammenhang hin: die Stimulanz von medialer Aufmerksamkeit durch Krisen. Dieses Thema soll aufbereitet werden anhand von ausgewählten Kritikpunkten in der Krisenberichterstattung von Massenmedien in Deutschland.


Ziel der Arbeit ist es, die Relevanz der Auslandsberichterstattung von (deutschen) Medien als Krisenkommunikation zu verdeutlichen. Zur besseren Anschaulichkeit soll dies überwiegend anhand von prominenten Negativbeispielen geschehen. Eingangs wird in einem Exkurs zur Systemtheorie eine kurze, in hohem Maße generalisierte Begriffsklärung von Krisenkommunikation vorgenommen. Weiterhin soll von Interesse sein die Rolle und Relevanz der Medien und ihrer Berichterstattung in bezug auf ihr Publikum. Welche Mechanismen im Mediensystem (in einer Krise) greifen und welche Auswirkungen sie auf das Bild von Krisen bei den Rezipienten haben, diese Fragestellung führt zum Konstruktivismus als Imperativ für eine wie auch immer geartete Medienberichterstattung.

...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Krisenkommunikation als Sonderform der Kommunikation.

“wars are partly what the media make them”

Auslandsjournalismus

Auslandskorrespondent:

Korrespondenznetz

Hinführende Beispiele

Kritikpunkte bei der Auslandsberichterstattung

Vorschläge für eine andere und bessere Kriegsberichterstattung

Fazit

Trends

Chancen und Risiken

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Relevanz des Auslandsjournalismus als Form der Krisenkommunikation und analysiert, wie deutsche Massenmedien über globale Krisen berichten. Ziel ist es, Defizite in der aktuellen Berichterstattung aufzuzeigen und durch die Analyse von prominenten Negativbeispielen sowie die Formulierung von Leitsätzen Handlungsoptionen für eine verantwortungsvollere Kriegsberichterstattung zu entwickeln.

  • Systemtheoretische Einordnung von Krisenkommunikation
  • Strukturelle Rahmenbedingungen von Korrespondentennetzen
  • Analyse der Arbeitsweise und Rolle von Auslandskorrespondenten
  • Kritische Evaluation der Auslandsberichterstattung anhand von Fallbeispielen
  • Entwicklung von Qualitätsstandards für die Krisenberichterstattung

Auszug aus dem Buch

Auslandskorrespondent:

Werfen wir nun einen Blick auf die Akteure, die im Mediensystem als Krisenberichterstatter, deren Helfer und Gegner tätig sind. Auf das komplexe Netzwerk aus (Non) Governmental Organizations, Wirtschaftsunternehmen, dem Militär, entsprechenden Agenturen und den Medien kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Es ist aber wichtig, dass sich die Auslandskorrespondenten als Teil dessen begreifen und seine Zusammenhänge verstehen.

Wenn wir vom Auslandskorrespondenten sprechen, meinen wir Journalisten, die außerhalb des Staates arbeiten, in dem das Informationsorgan, für das sie tätig sind, seinen Sitz hat.

Laut Walter Hagemann sei der Korrespondent mehr als bloßer Berichterstatter. Das höchste Streben müsse darauf gerichtet sein, der Wahrheit und den Interessen seines Landes zu dienen. Dabei ist seine Hauptaufgabe zur Völkerverständigung beizutragen.

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, haben die Leistungen und Fähigkeiten des Auslandskorrespondenten direkten Einfluss auf das Bild einer Nation im Ausland. Daher ergeben sich ganz spezifische Anforderungen an ihn: er muss geographisch große, aber kulturell und politisch sehr unterschiedliche Räume abdecken. Hauptsächlich soll er vor allem Aufklärung betreiben und ein Basisinformationsangebot aus dem jeweiligen Gebiet bereitstellen. Hierbei kommt ihm sozusagen in der internationalen Kommunikation eher die Bedeutung eines Diplomaten zu. Er hat also immense Bedeutung für die Außenpolitik.

Peter Philipp, Chefkorrespondent und Nahostexperte von DW-Radio, unterteilt die Korrespondenten in vier verschiedene Gruppen. Da wären die einheimischen Journalisten, die für die Medien vor Ort arbeiten. Dann die sogenannten Stringer. Das sind auch einheimische Fachkräfte, die für die Medien vor Ort arbeiten. Zusätzlich gibt es eine geringe Anzahl von Ausländischen Journalisten, die für mehrere Jahre vor Ort leben und für die ausländischen Medien berichten. Am häufigsten kommen in Krisen jedoch sogenannte „Feuerwehrmänner“ zum Einsatz. Das sind Krisenjournalisten, die kurzfristig entsandt werden und das verständliche Manko an Detailwissen durch das Anheuern örtlicher Zuarbeiter, Rechercheure und Übersetzer ausgleichen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der ereignisorientierten Medienberichterstattung und Darstellung des Ziels, die Relevanz des Auslandsjournalismus als Krisenkommunikation kritisch zu beleuchten.

Krisenkommunikation als Sonderform der Kommunikation.: Theoretische Verortung der Krisenkommunikation im System der Weltgesellschaft unter Rückgriff auf systemtheoretische Ansätze.

“wars are partly what the media make them”: Analyse der medienkonstruierten Realität und der Rolle von Medien bei der Beeinflussung von Krisenwahrnehmungen.

Auslandsjournalismus: Differenzierung zwischen friedensstiftender und konfliktorientierter Berichterstattung sowie Definition des Berufsfeldes Auslandskorrespondent.

Auslandskorrespondent:: Untersuchung der spezifischen Anforderungen an Auslandskorrespondenten und Klassifizierung verschiedener Akteurstypen im Krisenkontext.

Korrespondenznetz: Erörterung der strukturellen Bedingungen, unter denen öffentlich-rechtliche Sender ihre Korrespondenten weltweit einsetzen und welche Defizite sich daraus ergeben.

Hinführende Beispiele: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf konkrete Fallbeispiele, um Mängel in der aktuellen Berichterstattung zu verdeutlichen.

Kritikpunkte bei der Auslandsberichterstattung: Zusammenfassende Darstellung der identifizierten Probleme wie Zensur, Eurozentrismus und Sensationalismus.

Vorschläge für eine andere und bessere Kriegsberichterstattung: Katalog mit zehn Leitsätzen zur Verbesserung der Qualität, Genauigkeit und ethischen Verantwortung in der Krisenberichterstattung.

Fazit: Reflexion über zukünftige Trends wie Globalisierung und Glokalisierung und deren Einfluss auf die Bedeutung des Auslandsjournalismus.

Trends: Einordnung der Dienstleistungsfunktion des Auslandsjournalismus als unverzichtbarer Teil der Weltinnenpolitik.

Chancen und Risiken: Diskussion über das Potenzial der Medien als Hilfsmittel zur Konfliktlösung und die Gefahr eines Bedeutungsverlusts bei unzureichender Berichterstattung.

Schlüsselwörter

Auslandsjournalismus, Krisenkommunikation, Auslandskorrespondent, Kriegsberichterstattung, Medien, Systemtheorie, Konstruktivismus, Nachrichtenwert, Korrespondenznetz, Weltgesellschaft, Konfliktlösung, Agenda-Setting, Informationsgesellschaft, Journalistische Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des deutschen Auslandsjournalismus im Kontext der Krisenberichterstattung und untersucht, wie Medien durch ihre Arbeitsweise das Bild und den Verlauf von Krisen weltweit beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Systemtheorie in der Kommunikation, die Arbeitsweise und Qualifikationsanforderungen von Auslandskorrespondenten sowie die kritische Analyse der aktuellen Kriegsberichterstattung deutscher Medien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Relevanz des Auslandsjournalismus als Form der Krisenkommunikation zu verdeutlichen und auf Basis von Kritikpunkten Handlungsrichtlinien für eine verbesserte Berichterstattung abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen einen systemtheoretischen und konstruktivistischen Rahmen, kombiniert mit einer Fallstudienanalyse, um Defizite in der Auslandsberichterstattung zu identifizieren und zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen das Korrespondentennetz deutscher öffentlich-rechtlicher Sender analysiert sowie konkrete Beispiele wie die Entführungen in Malaysia und der Blauhelmeinsatz in Somalia ausgewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Krisenkommunikation, Auslandskorrespondent, Journalistische Ethik, Konfliktlösung und Nachrichtenwert.

Welche unterschiedlichen Typen von Auslandskorrespondenten werden definiert?

Die Arbeit unterscheidet zwischen einheimischen Journalisten, fest angestellten Auslandskorrespondenten, sogenannten Stringern und den kurzfristig entsandten „Feuerwehrmännern“, die in akuten Krisensituationen zum Einsatz kommen.

Warum ist laut der Arbeit eine „andere“ Kriegsberichterstattung notwendig?

Die Arbeit plädiert für eine Veränderung, weil die gegenwärtige Berichterstattung oft eurozentrisch und sensationalistisch geprägt ist, was eine verzerrte Realitätswahrnehmung beim Publikum zur Folge hat und das Potenzial der Medien zur Konfliktlösung ungenutzt lässt.

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Details

Title
Auslandsjournalismus als Krisenkommunikation - Abschlußbericht zur Rolle und Relevanz des Mediensystems in der Kommunikation über Krisen am Beispiel seiner Akteure
College
Technical University of Ilmenau  (Institut für Medien - und Kommunikationswissenschaft)
Course
AMW - Seminar: Auslandsjournalismus
Grade
sehr gut
Authors
Dipl.-Medienwiss. Thomas Guttsche (Author), Jan Filkorn (Author), Markus Hevesi (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V11735
ISBN (eBook)
9783638178068
ISBN (Book)
9783638787420
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Medienwiss. Thomas Guttsche (Author), Jan Filkorn (Author), Markus Hevesi (Author), 2002, Auslandsjournalismus als Krisenkommunikation - Abschlußbericht zur Rolle und Relevanz des Mediensystems in der Kommunikation über Krisen am Beispiel seiner Akteure, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11735
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