In der folgenden exegetischen und hermeneutischen Erarbeitung der Bibelstelle Mk 11,15-19
parr, werde ich eine historisch- kritische Analyse dieser Bibelstelle durchführen. Dabei werde
ich mich mit den theologischen Aussagen des Textes, sowie mit seiner literarischen
Gestaltung befassen. Darüber hinaus werde ich mich mit den zu findenden Parallelstellen
beschäftigen, als auch mit der sonstigen Stellung des Textes im gesamten Markusevangelium.
Ingesamt erhoffe ich mir, dass sich durch diese Ausarbeitung mein Verständnis für die oben
genannte Bibelstelle vertieft und mir einige neue Einsichten darbieten. Des Weiteren erhoffe
ich mir, dass sich auch mein Verständnis im Bezug auf andere Bibelstellen erweitert,
beziehungsweise verändert. Als ich den Text zunächst las, dachte ich zuerst dran, dass Jesus hier die zu der damaligen
Zeit herrschenden Umstände im Tempel aufzeigen wollte, da dies für ihn ein schockierendes,
nicht beispielhaftes Handeln darstellte, dem nicht weiter nachgegangen werden sollte. Er
wollte verdeutlichen, dass an einem heiligen Ort wie dem Tempel in Jerusalem keine auf
Profit ausgelegten Geschäfte gemacht werden sollten, welche sich durch die Gläubigkeit der
Menschen finanziert. Besonders auffällig erscheint mir, dass Jesus nicht nur als ein Jesus der
Worte handelt, sondern auch aktiv gegen die Händler und Geldwechsler vorgeht, als ein Jesus
der Tat. Es wird deutlich die Aufregung Jesu über dieses Verhalten aufgezeigt. So bezeichnet
er den Tempel als "Räuberhöhle" und wirft die Tische der Händler und Geldwechsler um.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorverständnis
1.2 Wirkungsgeschichte
1.3 Abgrenzung der Perikope
2 Strukturanalyse
2.1 Textlinguistische Fragestellungen
2.2 Sozialgeschichtliche und historische Fragen, Realien
2.3 Formkritik
2.4 Pragmatische Analysen
3 Innovatives Potential
3.1 Traditionsgeschichte
3.2 Religionsgeschichtlicher Vergleich
3.3 Synoptischer Vergleich
4 Wirkungsabsicht
4.1 Kompositionskritik
4.2 Redaktionskritik
5 Ergebnis der Textanalyse
5.1 Fazit
5.2 Hermeneutischer Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Bibelstelle Mk 11,15-19 (die Tempelreinigung) einer historisch-kritischen Analyse zu unterziehen, um die theologischen Aussagen und die literarische Gestaltung des Textes sowie seine Einbettung in das Markusevangelium besser zu verstehen.
- Historisch-kritische Exegese von Markus 11,15-19
- Analyse des Tempelprotests im Kontext der Feigenbaum-Erzählung
- Synoptischer Vergleich mit Matthäus, Lukas und Johannes
- Untersuchung der Wirkungsabsicht des Evangelisten Markus
- Religionsgeschichtliche Einordnung und alttestamentliche Bezüge
Auszug aus dem Buch
1.1 Vorverständnis
Als ich den Text zunächst las, dachte ich zuerst dran, dass Jesus hier die zu der damaligen Zeit herrschenden Umstände im Tempel aufzeigen wollte, da dies für ihn ein schockierendes, nicht beispielhaftes Handeln darstellte, dem nicht weiter nachgegangen werden sollte. Er wollte verdeutlichen, dass an einem heiligen Ort wie dem Tempel in Jerusalem keine auf Profit ausgelegten Geschäfte gemacht werden sollten, welche sich durch die Gläubigkeit der Menschen finanziert. Besonders auffällig erscheint mir, dass Jesus nicht nur als ein Jesus der Worte handelt, sondern auch aktiv gegen die Händler und Geldwechsler vorgeht, als ein Jesus der Tat. Es wird deutlich die Aufregung Jesu über dieses Verhalten aufgezeigt. So bezeichnet er den Tempel als "Räuberhöhle" und wirft die Tische der Händler und Geldwechsler um.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des methodischen Vorgehens, Klärung des Vorverständnisses sowie Abgrenzung der zu behandelnden Perikope.
2 Strukturanalyse: Untersuchung des Textaufbaus, der historischen Realien zur Zeit Jesu sowie eine form- und textlinguistische Einordnung des Abschnitts.
3 Innovatives Potential: Analyse der traditionsgeschichtlichen Hintergründe, der Bedeutung der Tempelreinigung im religionsgeschichtlichen Vergleich sowie ein synoptischer Abgleich mit anderen Evangelien.
4 Wirkungsabsicht: Untersuchung der redaktionellen Absichten des Evangelisten Markus und der kompositionskritischen Bedeutung der Einbettung der Tempelreinigung in die Feigenbaum-Erzählung.
5 Ergebnis der Textanalyse: Zusammenfassendes Fazit der gewonnenen Erkenntnisse sowie ein hermeneutischer Ausblick auf die Bedeutung des Textes für die heutige Zeit.
Schlüsselwörter
Markusevangelium, Tempelreinigung, Historisch-kritische Analyse, Exegese, Jesus, Räuberhöhle, Bethaus, Wirkungsgeschichte, Feigenbaum-Erzählung, Synoptischer Vergleich, Tempelkult, Religionsgeschichte, Theologie, Jerusalem, Markus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer historisch-kritischen Exegese der Erzählung von der Tempelreinigung im Markusevangelium (Mk 11,15-19).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die literarische Struktur, die historische Einordnung der Tempelverhältnisse, die theologischen Absichten des Markus und den Vergleich mit den Parallelberichten der anderen Evangelisten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Intention des Autors Markus zu gewinnen und zu klären, warum die Erzählung spezifisch in den Kontext der Feigenbaum-Perikope eingeordnet wurde.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es kommen Methoden der historisch-kritischen Bibelauslegung zum Einsatz, darunter Textlinguistik, Formkritik, Kompositionskritik, Redaktionskritik sowie traditionsgeschichtliche und synoptische Vergleiche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse des Textes, die Betrachtung des innovativen Potentials durch Bezüge zum Alten Testament sowie die Untersuchung der Wirkungsabsicht, die hinter der markinischen Komposition steht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Markusevangelium, Tempelreinigung, historisch-kritische Analyse, exegetische Einordnung und die Bedeutung des Tempels als Gebetshaus für alle Völker.
Warum wird die Tempelreinigung mit der Feigenbaum-Erzählung verknüpft?
Markus nutzt diese Komposition, um die Bedeutung des Tempels als offene Gebetsstätte für alle Völker zu unterstreichen und Israel durch das Symbol des Feigenbaums zu kritisieren.
Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Markus von anderen Evangelisten?
Im Gegensatz zu den anderen Evangelisten ist die Darstellung bei Markus drastischer und eng mit der Ankündigung der späteren Kreuzigung Jesu sowie dem Konflikt mit den Hohenpriestern verknüpft.
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- Magali Nolden (Author), 2005, Exegese historisch-kritische Analyse von Markus 11,15-19, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117369