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Luhmann und die Weltgesellschaft

Lässt sich auf systemtheoretischer Grundlage eine Weltgesellschaft erkennen?

Title: Luhmann und die Weltgesellschaft

Seminar Paper , 2007 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jannis Frech (Author), Till-Jorrit Gerwers (Author)

Politics - Miscellaneous
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Begriffe wie Globalisierung, Denationalisierung oder Internationalisierung können die
unterschiedlichsten Prozesse und Phänomene bezeichnen. Meist wird durch sie das Wegfallen
der nationalstaatlichen Grenzen (insbesondere für den Waren- und Finanzverkehr) oder eine
weltweite Vernetzung durch neue Kommunikationsmedien beschrieben. Kein Tag vergeht
ohne mediale Präsenz von globalen Herausforderungen, globalen Katastrophen oder globalen
Entwicklungen.
Durch Thesen, die eine Zuspitzung dieser Tendenzen prognostizieren, erhalten neue Begriffe
wie Weltstaat, Weltgesellschaft und Weltsystem Einzug in die politischen und
wissenschaftlichen Debatten. In der politischen Wissenschaft beschäftigt man sich ausführlich
mit supranationalem Steuern und Kooperation, die zwischenstaatlich fokussierte Disziplin der
„Internationalen Beziehungen“ weicht dem überstaatlichen Global Governance-Begriff; die
Sozialwissenschaft tut sich jedoch schwer, die welteinheitliche Perspektive zu wählen und
sich effektiv ins neue Glanzthema einzubringen. Ihre gesellschaftlichen Theorien sind aber
nötig, um entstehende globale Gesellschaften einordnen und strukturieren zu können, vor
allem aber auch um ihre Entwicklung vorherzusagen und Möglichkeiten der Steuerung
aufzeigen zu können.
Als eine Theorie, die eher selten als Grundlage internationaler Gedankenspiele genommen
wird erschien uns die Systemtheorie und genauer, die umfassende (aber nationalstaatlich
entwickelte) Systemtheorie des Bielefelder Soziologen und Systemtheoretikers Niklas
Luhmann. In dieser Arbeit wollen wir versuchen uns dem großen Begriff der Weltgesellschaft
aus systemtheoretischer Sichtweise zu nähern und dabei nicht die theoretische (und mögliche)
Konzeption einer solchen Weltgesellschaft herausarbeiten, sondern die vorhandene
Gesellschaftstheorie Luhmanns konsequent als Grundlage nehmen, um auf ihr die aktuelle
„Weltgesellschaft“ zu untersuchen. Wir wollen also der Frage nachgehen, ob die momentane
Phase, der Status Quo der Globalisierung in allen Bereichen, mit der Systemtheorie Niklas
Luhmanns als (eine) demgemäß ausgeprägte, oder sollte man besser sagen ausdifferenzierte,
Weltgesellschaft zu definieren wäre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung und Definition

2.1 Weltgesellschaft

2.2 Weltstaat

2.3 Weltsystem

2.4 Definitionsauswahl

3. Die Systemtheorie von Niklas Luhmann

3.1 Grundlagen

3.2 Die Funktionsweise der Subsysteme

3.3 Die Subsysteme

4. Die Weltgesellschaft aus der Luhmannschen Perspektive

4.1 Auswahl relevanter Subsysteme

4.2 Das Subsystem Wirtschaft

4.3 Das Subsystem Religion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der systemtheoretischen Gesellschaftstheorie von Niklas Luhmann auf die moderne, globalisierte Weltgesellschaft. Das zentrale Ziel ist zu prüfen, ob sich die Gesellschaft auf Basis dieser Theorie als einheitliche, funktional ausdifferenzierte Weltgesellschaft definieren lässt.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
  • Methodische Untersuchung anhand der Subsysteme Wirtschaft und Religion
  • Analyse von Globalisierungsprozessen im Kontext funktionaler Differenzierung
  • Erörterung von strukturellen Kopplungen und Kommunikationsmedien
  • Beleuchtung der Herausforderungen durch regionale Unterschiede und staatliche Strukturen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Funktionsweise der Subsysteme

Die Systemlehre Niklas Luhmanns kennt in einer ersten Unterscheidung allopoietische und autopoietische Systeme. Allopoietische Systeme sind vorab programmiert und funktionieren nach einem Input-Output-Mechanismus. Für die Systemtheorie primär relevant sind jedoch die autopoietischen Systeme. Sie sind imstande, die elementaren Einheiten, aus denen sie bestehen, selbst zu reproduzieren. Bei den autopoietischen Systemen werden lebende Systeme, die den Lebewesen entsprechen, von Sinnsystemen unterschieden. Letztere gliedern sich wiederum in psychische Systeme, deren Operationsgrundlage Gedanken sind und kommunikative Systeme, die auf Kommunikation basieren. Die Unterkategorie letzterer Systemgattung (Soziale Systeme) entspricht den Subsystemen der Gesellschaft. Aus der Annahme, dass Kommunikation konstitutiv für Soziale Systeme ist, folgt, dass die Gesellschaft aus Kommunikation und nicht etwa aus Individuen besteht. Luhmann begründet diese Ansicht mit folgender logischen Überlegung: “Wie kann man ernsthaft behaupten, die Gesellschaft bestehe aus Menschen, wenn der Bestand innerhalb einer relativ kurzen Zeit, die sich nach der Lebensdauer der Menschen bemißt, komplett ausgewechselt wird?”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Globalisierung ein und begründet die Wahl der Luhmannschen Systemtheorie als theoretischen Rahmen zur Untersuchung einer potenziellen Weltgesellschaft.

2. Begriffsklärung und Definition: Hier werden zentrale Begriffe wie Weltgesellschaft, Weltstaat und Weltsystem diskutiert, um eine fundierte Begriffsbasis für die anschließende Analyse zu schaffen.

3. Die Systemtheorie von Niklas Luhmann: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen, die funktionale Differenzierung und die Funktionsweise autopoietischer Subsysteme innerhalb der Theorie Luhmanns.

4. Die Weltgesellschaft aus der Luhmannschen Perspektive: Die Arbeit führt hier eine „Easy Case“/„Hard Case“-Analyse der Subsysteme Wirtschaft und Religion durch, um deren globale Anwendbarkeit zu prüfen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass eine Weltgesellschaft auf Basis der Systemtheorie zwar theoretisch belegbar ist, die empirische Überprüfung jedoch komplexe Herausforderungen birgt.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Weltgesellschaft, Weltstaat, Weltsystem, Funktionale Differenzierung, Kommunikation, Autopoiese, Globalisierung, Wirtschaftssystem, Religionssystem, Säkularisierung, Soziale Systeme, Kommunikationsmedium, Strukturelle Kopplung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob sich die heutige globalisierte Welt im systemtheoretischen Sinne von Niklas Luhmann als „Weltgesellschaft“ definieren und verstehen lässt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Das Dokument deckt die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie sowie deren Anwendung auf spezifische gesellschaftliche Bereiche ab, insbesondere die Wirtschaft und die Religion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Lässt sich auf systemtheoretischer Grundlage eine Weltgesellschaft erkennen?“

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autoren nutzen die Systemtheorie als theoretische Basis und wenden eine „Easy Case“- bzw. „Hard Case“-Analyse an, um die Anwendbarkeit der Theorie auf die globalisierte Realität zu überprüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Luhmanns Denken, eine Begriffsbestimmung und eine detaillierte Untersuchung der Subsysteme Wirtschaft und Religion auf ihre globale Existenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Systemtheorie, Weltgesellschaft, funktionale Differenzierung, Autopoiese, Kommunikation und strukturelle Kopplung.

Warum wurde ausgerechnet die Religion als „Hard Case“ für die Untersuchung ausgewählt?

Religion wurde gewählt, da sie auf den ersten Blick durch kulturelle und geographische Differenzen sowie Konflikte stark national oder regional geprägt scheint, was eine weltweite Einheitlichkeit als System erschwert.

Welches Fazit ziehen die Autoren bezüglich der globalen Existenz des Wirtschaftssystems?

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das Wirtschaftssystem mit seinen Medien Geld und Eigentum prinzipiell global etabliert ist und somit einen festen Platz in einer systemtheoretischen Weltgesellschaft hat.

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Details

Title
Luhmann und die Weltgesellschaft
Subtitle
Lässt sich auf systemtheoretischer Grundlage eine Weltgesellschaft erkennen?
College
University of Bremen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Global Governance: Weltgesellschaft, Weltsystem, Weltordnung
Grade
2,0
Authors
Jannis Frech (Author), Till-Jorrit Gerwers (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V117379
ISBN (eBook)
9783640199495
ISBN (Book)
9783640205417
Language
German
Tags
Luhmann Weltgesellschaft Global Governance Weltgesellschaft Weltsystem Weltordnung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jannis Frech (Author), Till-Jorrit Gerwers (Author), 2007, Luhmann und die Weltgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117379
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