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Ethische Vertretbarkeit der postmortalen Organspende in Deutschland

Title: Ethische Vertretbarkeit der postmortalen Organspende in Deutschland

Term Paper , 2020 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Wie bereits im Rahmen der doppelten Widerspruchslösung diskutiert, stellt sich die Frage, ob es wirklich ethisch vertretbar ist, einem Menschen (nachdem der irreversible Hirntod festgestellt wurde), der sich zuvor nicht zu einer Organspende geäußert hat, die Organe zu entnehmen und einem anderen Menschen zu transplantieren. Umgekehrt kommt die Frage auf, ob es ethisch verwerflich ist, von vornherein zu sagen, dass man seine Organe unter keinen Umständen spenden möchte, obwohl man dadurch ein Menschenleben retten könnte.

Im zweiten Teil (2.) meiner Arbeit werde ich auf das Thema „geltendes Recht in Deutschland“ mit dem Transplantationsgesetz eingehen, wie die Organspende in Deutschland aus gesetzlicher Sicht geregelt ist und welche gesetzlichen Veränderungen es im TPG seit seinem Beschluss 1997 gab. Im dritten Teil (3.) betrachte ich die Organspende aus seiner medizinischen Sicht und gehe dabei auf die Abläufe der Organspende und die Feststellung des irreversiblen Hirntods ein. Im Hauptteil meiner Hausarbeit (4.1-4.5) werde ich die ethischen Aspekte der Organspende beleuchten. Dabei zeige ich auf, mit welchen Fragestellungen sich potenzielle Organspender und auch Angehörige befassen müssen (4.1), welche ethischen Hintergründe bei der Freiwilligkeit und Einwilligung eine Rolle spielen (4.2.) und welche Schwierigkeiten und Probleme aufkommen können (4.3).

Am Ende des Hauptteils gehe ich noch einmal explizit auf die Frage ein, ob die Widerspruchsregelung eine Lösung zur Problematik darstellt (4.4) Letzter Punkt wird Entscheidungshilfen als Beispiel der Sektion Ethik/DIVI beinhalten (4.5.)
In der Schlussfolgerung werden die Ergebnisse und wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit zusammenfassend dargestellt und ein Ausblick über die Zukunft der ethischen Vertretbarkeit der Organspende in Deutschland gegeben und sich ergebene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geltendes Recht in Deutschland – Transplantationsgesetz

3. Medizinische und organisatorische Aspekte

3.1 Feststellung des Todes

3.2 Ablauf einer Organspende

4. Ethische Vertretbarkeit

4.1 Fragestellungen

4.2 Freiwilligkeit und Einwilligung einer Organspende

4.3 Mangelnde Aufklärung in Deutschland

4.4 Widerspruchsregelung als Lösung?

4.5 Entscheidungshilfen als Beispiel der Sektion Ethik/DIVI

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der postmortalen Organspende in Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob es ethisch vertretbar ist, Organe zu spenden, und welche moralischen sowie rechtlichen Dilemmata sich aus der aktuellen Rechtslage und dem Mangel an Spenderorganen ergeben.

  • Rechtliche Grundlagen und Transplantationsgesetz
  • Medizinische Voraussetzungen wie die Hirntoddiagnostik
  • Ethische Debatten um Freiwilligkeit und Solidarität
  • Diskussion der Widerspruchslösung versus Zustimmungslösung
  • Entscheidungshilfen für Angehörige und medizinisches Personal

Auszug aus dem Buch

4.1 Fragestellungen

Wenn wir das letzte Jahrzehnt näher betrachten, ist seit 2010 bis 2019 ein Rückgang der Organspender zu protokollieren. 2010 waren es knapp unter 1.300 postmortalen Organspendern mit ca. 4.200 gespendeten Organen und 2019 lag diese Zahl bei ca. 930 Organspendern mit unter 3.000 Organen. Der Tiefpunkt der vergangenen Dekade wurde im Jahr 2017 erfasst, wo es nur noch unter 800 Spendern mit 2.594 gespendeten Organen gab (Vgl. Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)).

Weniger gespendete Organe bedeutet im Ergebnis mehr Menschen auf einer Warteliste, die aufgrund mangelnder Zahlen an Organen sterben. Bei der Chance auf Leben und dem möglichen Tod entstehen auch ethische Fragen, mit denen man sich befassen muss. Die medizinischen Eingriffe und die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das Transplantationsgesetz, stellen die benötigen Grundlagen für eine Transplantation von Organen. Doch ist es überhaupt aus ethischer Sicht vertretbar, seine Organe zu spenden bzw. nicht zu spenden? Kann durch gesetzliche Regelungen festgelegt werden, wenn sich eine Person zu der Thematik nicht äußert, weil es ihr schlichtweg egal war oder sie zu Lebzeiten keine Entscheidung treffen konnte, dass sie dann als potenzieller Organspender gelten?

Man spricht von „Nächstenliebe“ wenn es zu der Entscheidung kommt, „Ja, ich möchte meine Organe spenden, damit Menschen ein weiterleben ermöglicht wird“, aber kann man umgekehrt behaupten, es sei ethisch verwerflich, wenn eine Person nicht möchte, dass nach ihrem Ableben die Organe entnommen werden, aus moralischen oder religiösen Gründen?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Rückgangs der Organspendebereitschaft ein und erläutert die Relevanz der Arbeit angesichts moralischer und rechtlicher Herausforderungen.

2. Geltendes Recht in Deutschland – Transplantationsgesetz: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Transplantationsgesetz, das die Abläufe der Spende und die Rolle des Transplantationsbeauftragten regelt.

3. Medizinische und organisatorische Aspekte: Hier werden die medizinischen Voraussetzungen, wie die Feststellung des irreversiblen Hirntods, sowie der konkrete Ablauf einer Organspende von der Entnahme bis zur Transplantation dargestellt.

4. Ethische Vertretbarkeit: Dieser Hauptteil analysiert die ethischen Dimensionen der Organspende, einschließlich der Fragestellung der Freiwilligkeit, der Widerspruchslösung und der Bedeutung von Entscheidungshilfen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Organspende eine gesellschaftliche Aufgabe bleibt, für die es keine einfachen ethischen Antworten gibt.

Schlüsselwörter

Organspende, Transplantationsgesetz, Hirntod, ethische Vertretbarkeit, Widerspruchslösung, Zustimmungslösung, Nächstenliebe, DSO, Transplantationsmedizin, Organtransplantation, medizinische Ethik, Entscheidungsfindung, Angehörigengespräche, Organspendeausweis, Solidarität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit?

Die Arbeit analysiert die ethische Vertretbarkeit der postmortalen Organspende in Deutschland unter Berücksichtigung rechtlicher und medizinischer Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das geltende Transplantationsgesetz, medizinische Voraussetzungen (Hirntod), ethische Dilemmata bei der Einwilligung sowie Ansätze wie die Widerspruchslösung.

Welches Ziel verfolgt die Autorin oder der Autor?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Organspende ethisch rechtfertigen lässt und warum die individuelle Entscheidung des Einzelnen dabei im Mittelpunkt stehen sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Diskursanalyse, die auf aktuellen Stellungnahmen von Ethikräten, medizinischen Fachverbänden (DIVI) und rechtlichen Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet ethische Fragestellungen zur Organspende, diskutiert die Problematik der mangelnden Aufklärung sowie die kontroverse Debatte um die Einführung einer Widerspruchsregelung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Organspende, ethische Vertretbarkeit, Transplantationsgesetz, Hirntod und Widerspruchslösung.

Warum ist die Feststellung des Hirntods ethisch so relevant?

Die Feststellung des irreversiblen Hirntods ist die notwendige medizinische Voraussetzung, um eine Person überhaupt als potenziellen Organspender zu qualifizieren, was gleichzeitig grundlegende philosophische Fragen zum Tod aufwirft.

Welche Rolle spielen Angehörige bei der Entscheidung zur Organspende?

Angehörige stehen oft vor der schwierigen Aufgabe, den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen zu interpretieren, wenn keine schriftliche Entscheidung (z.B. Organspendeausweis) vorliegt, was eine hohe emotionale Belastung darstellt.

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Details

Title
Ethische Vertretbarkeit der postmortalen Organspende in Deutschland
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Einführung in die Ethik
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
26
Catalog Number
V1173836
ISBN (PDF)
9783346591876
ISBN (Book)
9783346591883
Language
German
Tags
Organ Organspende Vertretbarkeit Ethik Ethisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Ethische Vertretbarkeit der postmortalen Organspende in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1173836
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