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Bindungsstörungen erkennen, regulieren und vorbeugen – Mögliche Chancen am Beispiel der stationären Mutter-Kind-Einrichtung

Titel: Bindungsstörungen erkennen, regulieren und vorbeugen – Mögliche Chancen am Beispiel der stationären Mutter-Kind-Einrichtung

Hausarbeit , 2019 , 13 Seiten

Autor:in: Svenja Albrecht (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ausgangspunkt dieser Hausarbeit ist meine Tätigkeit im Grundpraktikum zur Vorbereitung auf das Studium der Sozialen Arbeit. In dieser Zeit begleitete ich drei Monate lang Mütter mit ihren Kindern in einer betreuten Wohngruppe.
Da in dieser Zeit besonders mein Interesse dafür geweckt wurde, wie die Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht, ob und wie die stationäre Mutter-Kind-Einrichtung in diesem Bereich hilfreich sein kann, widme ich mich genau dieser Frage.

Um zu erfahren, was Bindung genau bedeutet und wie sie entsteht, stütze ich mich in dieser Arbeit auf die Bindungstheorie nach Bowlby. Bowlbys Theorie gehört zu den einflussreichsten Studien im Bereich der bindungstheoretischen Forschung.
Im ersten Abschnitt dieser Arbeit setze ich mich als Einführung in mehreren Schritten mit den theoretischen Grundlagen dieser Bindungstheorie nach Bowlby auseinander. Dafür stelle ich zunächst die Entstehungsgeschichte seiner Theorie vor. Anschließend erläutere ich diese Theorie anhand der Grundlagenbegriffe Bindung und Bindungsverhalten.
Diese Ausführungen ergänze ich durch die Ergebnisse der Weiterentwicklung von John Bowlbys Theorie durch Mary Ainsworth in Form der vier unterschiedlichen Bindungsmuster. Im darauffolgenden Teil befasse ich mich in Bezug auf meine Fragestellung mit den Bindungsstörungen.

Dem ersten theoretischen Teil stelle ich den zweiten praxisorientierten Teil gegenüber. Dazu beschreibe ich zunächst die Entstehung und das Ziel der „Frühen Hilfen“ in Deutschland, um mich dann auf einen konkreten Leistungserbringer der „Frühen Hilfen“, die stationäre Mutter-Kind-Einrichtung, zu konzentrieren.

Abschließend führe ich die ersten beiden Teile der Hausarbeit zusammen und beschreibe die Möglichkeiten der stationären Einrichtung, Bindungsstörungen vorzubeugen oder diese frühzeitig zu erkennen und positiv zu beeinflussen. Aus Gründen des direkten Bezugs auf die stationäre Einrichtung für Mutter und Kind, ersetze ich den Begriff der „primären Bindungsperson“ aus der Literatur in meiner Arbeit durch den konkreten Begriff der „Mutter“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bindungstheorie nach Bowlby

2.1 Die Grundlagen der Theorie

2.2 Definitionen unterschiedlichen Bindungsverhaltens

2.2.1 Modell A: Sichere Bindung

2.2.2 Modell B: Unsicher-vermeidende Bindung

2.2.3 Modell C: Unsicher-ambivalente Bindung

2.2.4 Modell D: Desorganisierte Bindung

2.3 Bindungsstörungen

2.3.1 Reaktive Bindungsstörung

2.3.2 Enthemmte Bindungsstörung

3. Frühe Hilfen

3.1 Stationäre Mutter-Kind-Einrichtung als Leistungsträger der Frühen Hilfen

3.2 Frühe Hilfen für Bindungsstörungen in der Mutter-Kind-Einrichtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie stationäre Mutter-Kind-Einrichtungen dazu beitragen können, Bindungsstörungen bei Kindern zu erkennen, zu regulieren und diesen präventiv entgegenzuwirken, basierend auf der Bindungstheorie nach John Bowlby.

  • Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby
  • Kategorisierung und Merkmale verschiedener Bindungsstile
  • Differenzierung von Bindungsstörungen bei Kindern
  • Rolle stationärer Mutter-Kind-Einrichtungen im Kontext der Frühen Hilfen

Auszug aus dem Buch

2. Die Bindungstheorie nach Bowlby

1950 trat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Bitte an John Bowlby heran, eine Studie über die psychische Gesundheit obdachloser Kinder zu betreiben. Während dieser Arbeit, die Bowlby im Jahr 1951 veröffentlichte, sammelte er erste Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen der psychischen Gesundheit des Kindes und der Bindung zur Mutter (vgl. Goddemeier 2015, 459).

In den nachfolgenden Jahren widmet Bowlby sich der Vertiefung dieses Themas. Angestellt an der Tavistock Klinik in London forscht Bowlby zusammen mit Kolleginnen, zu denen Mary Ainsworth zählt. Ainsworth ist maßgeblich an den Ergebnissen zur Bindungstheorie beteiligt und entwickelt diese um das Modell der „Fremden Situation“ und der daraus resultierenden Bindungsmuster weiter. Trotz Protesten aus den Reihen der zeitlicher PsychoanalytikerInnen, die den Fokus ausschließlich auf die Verarbeitung unbewusster Kindheitserinnerungen legen, entwickelt Bowlby seine Bindungstheorie weiter und begründet diese 1969 in seinem Buch Bindung – Eine Analyse der Mutter-Kind-Beziehung (vgl. Goddemeier ebd., 459).

2.1 Die Grundlagen der Theorie

Die Bindungstheorie umfasst die Aspekte der Bindung und des Bindungsverhaltens.

Bindung bezeichnet dabei das emotionale Kontaktbedürfnis des Menschen zu einer anderen Person (vgl. Bowlby 2014, 21f). Dieses Kontaktbedürfnis sei laut Bowlby bereits im Neugeborenen als Grundbedürfnis verankert und bleibe bis ins hohe Erwachsenenalter bestehen (vgl. Bowlby 2014, 98).

Bowlby ist der Auffassung, die Bindung sei ein „natürliches, vom Nahrungs- und Sexualtrieb abzugrenzendes ,Überlebensmuster“ (Bowlby ebd., 21). Diese These stützt er teilweise auf ethologische Studien u.a. von Konrad Lorenz in den 1950er Jahren. Lorenz studierte die Bindung zwischen Enten- und Gänseküken an ihre Mutter. Obwohl die Küken von dieser kein Futter bekamen, entwickelten sie eine starke Bindung zur Mutter (vgl. Bowlby 2014, 21f).

Bindungsverhalten sei dabei „jegliches Verhalten, das darauf ausgerichtet ist, die Nähe eines vermeintlich kompetenten Menschen zu suchen“ (Bowlby 2014, 21).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Arbeit beschreibt die Motivation der Autorin, die Bindung zwischen Mutter und Kind im Kontext stationärer Mutter-Kind-Einrichtungen zu untersuchen.

2. Die Bindungstheorie nach Bowlby: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie, verschiedene Bindungsmuster nach Ainsworth sowie die Klassifizierung von Bindungsstörungen.

3. Frühe Hilfen: Hier wird die Bedeutung der Frühen Hilfen sowie die spezifische Rolle und Arbeitsweise einer stationären Mutter-Kind-Einrichtung als Unterstützungsangebot dargestellt.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, John Bowlby, Bindungsverhalten, Bindungsstörungen, Frühe Hilfen, Mutter-Kind-Einrichtung, stationäre Betreuung, Feinfühligkeit, sichere Bindung, unsichere Bindung, reaktive Bindungsstörung, enthemmte Bindungsstörung, Kindeswohl, Pädagogik, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bindungstheorie nach Bowlby und der praktischen Anwendung in stationären Mutter-Kind-Einrichtungen, um Bindungsstörungen bei Kindern zu adressieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung der Bindung, die Definition von Bindungsmustern, die Abgrenzung von Bindungsstörungen und die Unterstützungsmöglichkeiten durch Frühe Hilfen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob und wie eine stationäre Mutter-Kind-Einrichtung dazu beitragen kann, Bindungsstörungen frühzeitig zu erkennen, zu regulieren und präventiv zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Bindungstheorie, ergänzt durch eine praxisorientierte Betrachtung der Arbeit in Mutter-Kind-Einrichtungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen nach Bowlby und Ainsworth sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse im stationären Setting der Frühen Hilfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bindungstheorie, Bindungsstörungen, Frühe Hilfen, Feinfühligkeit und stationäre Mutter-Kind-Betreuung definiert.

Wie unterscheidet sich die reaktive von der enthemmten Bindungsstörung?

Während sich die reaktive Bindungsstörung durch emotionale Zurückhaltung und ambivalentes Verhalten äußert, zeigt die enthemmte Bindungsstörung eine distanzlose Kontaktsuche gegenüber fremden Personen.

Warum ist die „Feinfühligkeit“ der Mutter so entscheidend für die Bindungsentwicklung?

Die Feinfühligkeit der Mutter ermöglicht es, die Bedürfnisse des Kindes richtig zu deuten und prompt zu reagieren, was die Basis für eine sichere Bindung und Exploration darstellt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bindungsstörungen erkennen, regulieren und vorbeugen – Mögliche Chancen am Beispiel der stationären Mutter-Kind-Einrichtung
Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Autor
Svenja Albrecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V1174088
ISBN (PDF)
9783346592859
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bindungsstörungen mögliche chancen beispiel mutter-kind-einrichtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Svenja Albrecht (Autor:in), 2019, Bindungsstörungen erkennen, regulieren und vorbeugen – Mögliche Chancen am Beispiel der stationären Mutter-Kind-Einrichtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1174088
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Leseprobe aus  13  Seiten
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