Im Zeitalter einer Industrie 4.0 erleben Produktionsstätten von Unternehmen einen dynamischen Wandel hin zu intelligenten Fabriken. Neue technologische Entwicklungen, wie z. B. Big Data, cyber-physische Systeme (CPS), Internet of Things (IoT), Sensorik oder intelligente Software-Systeme führen dazu, dass sich die künftigen Arbeitsprozesse innerhalb von Organisationen verändern. Aufgrund der breiten Einführung innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien in unserer Gesellschaft ergeben sich bedeutende Auswirkungen auf die Anforderungen, Strukturen und Inhalte zukünftiger Arbeitssysteme. Durch eine Zunahme von Informationsmenge und -verfügbarkeit rücken neue Formen technologischer Ausführungsassistenz in den Mittelpunkt, um erforderliche Entscheidungsprozesse unterstützen zu können. Diese Assistenzsysteme sind wiederum in der Lage, Beschäftigte mit kontextsensitiven Informationen zu versorgen.
Die Termini Virtual Reality und Augmented Realitiy nehmen in dem Zusammenhang einen hohen Stellenwert ein. Gartners Hype Cycle for Emerging Technologies zeigt, dass innovative Entwicklungen auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren das Produktivitätsplateau erreichen werden. Eine Realisation dieser Technologie kann durch die Anwendung von AR-Brillen erfolgen. Hierbei werden den Mitarbeitenden virtuelle, situationsbezogene Hinweise im Sichtfeld bereitgestellt.
Eine Wahrnehmung der realen Umgebung bleibt bei dieser Methode weiterhin erhalten. Im Bereich der industriellen Einsatzmöglichkeiten ist dem Themengebiet Augmented Reality eine signifikante Bedeutung zuzuschreiben. Ausschlaggebend für diese digitale Evolution sind u. a. beträchtliche Technologiefortschritte, gereifte Ökosysteme bei der Umsetzung von entsprechenden Anwendungen und Synergien mit komplettierenden Entwicklungen wie IoT und Machine Learning, wodurch eine zunehmende Verschmelzung der realen und virtuellen Umwelt erfolgt.
Im Kontext der Industrie 4.0 entstehen im unternehmerischen Umfeld eine Vielzahl an Einsatzszenarien. Zukünftig wird den Datenbrillen im Zusammenhang mit der Kommissionierung eine hohe Relevanz beigemessen. Die konventionellen Disziplinen bleiben bestehen, müssen jedoch um technologische Ansätze, wie z. B. mobile Applikationen, Big Data und IoT ergänzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kommissionierung
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Erfolgsfaktoren
2.3 Kommissioniermethoden
3 Technologische Grundlagen
3.1 Virtual Reality (VR)
3.2 Augmented Reality (AR)
3.3 Mixed Reality (MR)
4 Datenbrillen
4.1 Head-Mounted Displays (HMDs)
4.2 Hardwarekonzeption
4.2.1 Displayaufbau
4.2.2 Realitätswahrnehmung
5 AR-Kommissionierung
5.1 Einsatzbereiche
5.2 Potenzialanalyse
5.2.1 Durchführung
5.2.1.1 Stärken (Strengths)
5.2.1.2 Schwächen (Weaknesses)
5.2.1.3 Chancen (Opportunities)
5.2.1.4 Risiken (Threats)
5.2.2 Strategieableitung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit evaluiert das Potenzial des Einsatzes von Smart Glasses im Bereich der Kommissionierung in Unternehmen unter Berücksichtigung der Industrie 4.0, um den Mehrwert dieser Technologie hinsichtlich Effizienz und Prozessoptimierung zu bestimmen.
- Technologische Grundlagen von VR, AR und MR
- Hardwarekonzeption und Klassifizierung von Datenbrillen (HMDs)
- Einsatzmöglichkeiten von AR in industriellen Kommissionierungsprozessen
- Durchführung einer SWOT-Analyse zur Potenzialbewertung
- Strategische Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Realitätswahrnehmung
AR-basierte visuelle Anzeigegeräte werden im Zusammenhang mit der Art der Realitätswahrnehmung in (teil-) durchsichtige Optical See-Through (OST) HMDs und in geschlossene Video See-Through (VST) HMDs unterteilt (Azuma, 1997; Bowman et al., 2004). Bei der OST-Technologie ist vor dem Sichtfeld des Anwendenden ein „Combiner“ installiert. Dieser geneigte, semitransparente Spiegel bettet virtuelle Informationen in die bestehende Umgebung ein. Somit entsteht eine synchrone Wahrnehmung projizierter Inhalte und der Realität (BAuA, 2016).
Demgegenüber wird bei den VST-Systemen die Bildinformation der realen Umgebung durch entsprechende Kameras aufgezeichnet, digitalisiert, verarbeitet, um virtuelle Informationen ergänzt und auf einem geschlossenen Display vor den Augen des Anwendenden abgebildet (BAuA, 2016). Diese Vorgehensweise blendet den Hintergrund vollkommen aus, wodurch die direkte Wahrnehmung realer Objekte verwehrt wird (Grimm et al., 2013). Zur Verdeutlichung sind die unterschiedlichen Charakteristika der beiden Technologien und die prinzipiellen Komponenten des AR-Systems in der Abbildung auf nachfolgender Seite dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in den technologischen Wandel der Industrie 4.0 ein und erläutert die wachsende Bedeutung von Assistenzsystemen wie AR-Brillen.
2 Kommissionierung: Es werden die Grundlagen, Erfolgsfaktoren und gängigen Methoden der Kommissionierung in der Logistik definiert und erläutert.
3 Technologische Grundlagen: Hier erfolgt eine technologische Einordnung und Definition von Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality.
4 Datenbrillen: Dieses Kapitel behandelt die Hardwarebasis, insbesondere Head-Mounted Displays, sowie deren Displayaufbau und Arten der Realitätswahrnehmung.
5 AR-Kommissionierung: Hier werden spezifische Einsatzszenarien beleuchtet und eine detaillierte SWOT-Analyse zur Potenzialbewertung sowie Strategieableitung durchgeführt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert das Potenzial von Smart Glasses als zukünftige Unterstützung in der Kommissionierung.
Schlüsselwörter
Pick-by-Vision, Kommissionierung, Augmented Reality, Smart Glasses, Industrie 4.0, Datenbrillen, Logistik, Prozessoptimierung, SWOT-Analyse, Head-Mounted Display, Mensch-Maschine-Interaktion, Lagerlogistik, Effizienzsteigerung, Assistenzsysteme, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Potenzialevaluation von Smart Glasses (Pick-by-Vision) zur Unterstützung von Kommissionierprozessen im industriellen Umfeld der Industrie 4.0.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die technologischen Grundlagen von AR/VR/MR, die Funktionsweise von Datenbrillen, Einsatzgebiete in der Logistik sowie eine strategische Analyse der Vor- und Nachteile.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu evaluieren, inwieweit der Einsatz von Smart Glasses einen messbaren Mehrwert für Unternehmen in der Kommissionierung bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche als Basis für eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) zur Ableitung strategischer Handlungsempfehlungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Kommissionierungsprozessen, die technologische Beschreibung von HMDs und AR-Techniken sowie die Potenzialanalyse der Anwendung von Datenbrillen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Pick-by-Vision, Augmented Reality, Kommissionierung, Smart Glasses und Industrie 4.0 charakterisiert.
Was unterscheidet Optical See-Through (OST) von Video See-Through (VST) Datenbrillen?
Bei OST-Brillen blickt der Anwender durch semitransparente Spiegel direkt in die Realität und virtuelle Inhalte werden eingebettet, während VST-Systeme die reale Umgebung per Kamera aufnehmen und digital auf einem geschlossenen Display wiedergeben.
Welche ergonomischen Risiken werden im Zusammenhang mit Smart Glasses genannt?
Die Arbeit führt unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit durch Fokuswechsel, Rücken- und Nackenprobleme sowie eine generelle Ermüdung des visuellen Systems durch die Nutzung von HMDs an.
Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Kommissionierung?
Die Digitalisierung erhöht die Komplexität der Aufgaben, ermöglicht aber durch den Einsatz von AR-Technologien eine vereinfachte Informationsbereitstellung, visuelle Navigation und eine beidhändige Arbeitsweise, was die Fehlerquote senken kann.
- Arbeit zitieren
- Michael Poiger (Autor:in), 2021, Pick-by-Vision. Potenzialevaluation einer multimodalen Interaktion im Bereich der Kommissionierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1174146