Thomas Hobbes: Widerstand - nein Danke?

Ein Essay zum Widerstandsrecht gegen den Souverän


Essay, 2008

3 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Thomas Hobbes: Widerstand- nein Danke?

In Hobbes’ politischer Theorie treten Sie als Untertan in einem untereinander abgeschlossenen Gesellschaftsvertrag all Ihre Rechte an einen Souverän ab, der dadurch berechtigt ist, über alle nach außen wirkenden Handlungen zu entscheiden. Mit diesem Vertrag haben Sie den eigenen Willen und das eigene Urteil seinem Willen und Urteil unterworfen.[1] Einzig das Recht zur Selbstverteidigung bleibt Ihnen erhalten[2]. Nun ergibt es sich beispielsweise, dass der Souverän Sie wegen Ungehorsams zum Tode verurteilt. Sie selbst sehen sich als Opfer eines Missverständnisses. Sie waren mit der Anordnung, Ihre Arbeitskraft in den Dienst der Armee zu stellen nicht einverstanden da Sie bereits im letzten Krieg so schwer verwundet waren, dass Sie von Ihrem damaligen Vorgesetzten auf Lebenszeit vom Armeedienst befreit worden sind. Sie bestehen auf Ihr Recht zur Selbstverteidigung, denn schließlich ist Ihr Leben in diesem Fall bedroht. Doch gibt es nach Hobbes auch ein Widerstandsrecht gegen den Souverän?

Nach Hobbes sind alle Menschen ähnlich gleich beschaffen. Sie betrachten einander mit Argwohn und Neid, immer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und sind von Natur aus kriegerisch veranlagt. Darauf basierend ist der Frieden und Wohl für alle bringende Gesellschaftsvertrag abzuschließen und der Souverän spricht Recht über alles und jeden. Denn wer ihm das Recht auf souveräne Herrschaft überträgt, und das haben Sie im oben genannten Fall ja vorab getan, muss sich seinem Urteil beugen. Berufen Sie sich darauf, dass Sie die entstandene Situation bei Vertragsabschluss für unmöglich gehalten haben und der Vertrag aus diesem Grund nichtig ist! Der Souverän wird sich trotzdem auf die Erfüllung des Vertrags stützen und es damit begründen, dass er durch die Ausführung des Todesurteils den Frieden aller vor Ihnen wahren wird. Nach Hobbes unterliegt der Inhalt oder Gegenstand eines Vertrags immer einer Überlegung und dessen Abschluss ist daher ein überlegter Willensakt bezogen auf die Zukunft. Sie müssen sich demnach bei Vertragsabschluss auch dem Unmöglichen bewusst gewesen sein. Es gibt nur zwei Möglichkeiten aus diesem Vertrag befreit zu werden: durch Erfüllung, also Ihren sofortigen Tod, oder durch Erlass. Doch letzteres wird kaum eintreten. Aber müssen Sie den Tod tatsächlich ohne jeglichen Widerstand akzeptieren?

[...]


[1] Bundeszentrale für politische Bildung: Thomes Hobbes (2006). In: Demokratie-Theorien. Von der Antike bis zur Gegenwart von Peter Massing und Gotthard Breit (Hg.). Ausgewählt und interpretiert von Rudolf Speth. Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts., S. 95

[2] Hobbes, Thomas: Leviathan. In: Politica (1966), Bd. 22, Abhandlungen und Texte zur politischen Wissenschaft von Wilhelm Hennis und Hans Mair (Hg.). Hermann Luchterhand Verlag GmbH, Neuwied und Berlin, S. 231ff

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Thomas Hobbes: Widerstand - nein Danke?
Untertitel
Ein Essay zum Widerstandsrecht gegen den Souverän
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Grundlagen der Politikwissenschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
3
Katalognummer
V117415
ISBN (eBook)
9783640195480
ISBN (Buch)
9783656625339
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zu beachten sind die Vorgaben des Dozenten zur Bearbeitung dieser Hausarbeit: es durften nicht mehr als 5000 Zeichen verwendet werden und sollte den Umfang von 2 Seiten nicht überschreiten. Auch von zu vielen Fußnoten (max. 2 je Seite) sollte abgesehen werden.
Schlagworte
Thomas, Hobbes, Widerstand, Danke, Grundlagen, Politikwissenschaft
Arbeit zitieren
Bettina Freude-Schlumbohm (Autor), 2008, Thomas Hobbes: Widerstand - nein Danke?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117415

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