Der Schwerpunkt der hier vorliegenden schriftlichen Ausarbeitung liegt dabei auf der Betrachtung der einzelnen Zusammenhänge von Familienpolitik auf der Makroebene. Hierzu betrachten wir zunächst die Beschäftigungsraten der vergangenen Jahre der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich mit den USA und gehen den unterschiedlichen Gründen des anhaltenden Geburtenrückgangs und der Problematik der Verwirklichung von Kinderwünschen nach. Im Anschluss betrachten wir das familienpolitische System unter Bezugnahme der Fragestellung, ob die niedrigen Geburtenziffern sich durch eine veränderte Familienpolitik beeinflussen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Geburtenrückgang und seine Ursachen
2.1 Die Beschäftigungsquoten von Frauen
2.2 Verwirklichung von Kinderwünschen
2.3 Berufsperspektiven von Müttern gegenüber Vätern
3. Familienpolitik im Wandel
3.1 Finanzielle Maßnahmen
3.1.1 Elternzeit und Elterngeld
3.1.2 Absetzbarkeit von Betreuungskosten
3.2 Betreuungsmaßnahmen
3.3 Arbeitszeitmaßnahmen
4. Ökonomische Effekte – Vor- und Nachteile
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Rolle der Frau in der Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung familienpolitischer Maßnahmen in Deutschland im Vergleich zu den USA. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Geburtenrückgang, Erwerbstätigkeit von Frauen und der Wirksamkeit staatlicher Anreize zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf kritisch zu analysieren.
- Analyse des Geburtenrückgangs und seiner sozioökonomischen Ursachen.
- Untersuchung der Beschäftigungsquoten von Frauen und Müttern im internationalen Vergleich.
- Bewertung staatlicher Familienpolitik, insbesondere Elternzeit, Elterngeld und Betreuungsangebote.
- Diskussion der ökonomischen Effekte wie Opportunitätskosten und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Identifikation von Hindernissen für eine gleichberechtigte Rollenverteilung in der Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Beschäftigungsquoten von Frauen
Die gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen ist eine der wichtigsten Quellen unterschiedlicher Wachstumsraten wie beispielsweise das Wirtschaftswachstum, das Produktivitätswachstum oder das Bevölkerungswachstum. In den USA beispielsweise ist die Beschäftigungsrate berufstätiger allein erziehender Mütter seit 1975 stetig gestiegen. Waren es damals noch 36,7 %, hat sich diese Zahl bis 1999 nahezu fast verdoppelt auf 61,8 %. Im Laufe der Zeit veränderte sich die gesellschaftliche Einstellung was die Rolle der Frau betrifft. Sie wurde nicht mehr nur als Hausfrau angesehen, es wurde zur Norm einer Mutter auch außerhalb des Haushalts zu arbeiten, selbst wenn sehr junge Kinder vorhanden waren. Allein erziehende Mütter sind hierbei statistisch gesehen öfter erwerbstätig als verheiratete Mütter, was vermutlich in der Notwendigkeit liegt, sich und den Kindern den gewünschten Lebensstandard bieten zu können und nicht in die Armut abzurutschen. Trotzdem waren im Jahr 2000 64,2 % der verheirateten Paare mit Kindern unter 18 Jahren Doppelverdiener, selbst die Hälfte aller Mütter von ein Monat alten Kleinkindern stiegen wieder in ihren alten Beruf ein. Im Jahr 2005 waren EU weit 61 Prozent der Frauen zwischen 20 und 49 Jahren berufstätig wenn sie Kinder hatten, bei Frauen ohne Kinder hingegen lag die Beschäftigungsrate bei 76 Prozent, heißt es in dem Gleichstellungsbericht der EU-Kommission.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Familienpolitik als Teil der Sozialpolitik und umreißt die Zielsetzung, familiäre Rahmenbedingungen zur Förderung der Kinderzahl und zur Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt zu gestalten.
2. Der Geburtenrückgang und seine Ursachen: Dieses Kapitel analysiert die Gründe für den demografischen Wandel, wobei insbesondere die veränderten Beschäftigungsquoten, berufliche Perspektiven und der Wunsch nach Selbstverwirklichung gegenüber der Familiengründung beleuchtet werden.
3. Familienpolitik im Wandel: Hier werden staatliche Maßnahmen wie Elterngeld, Elternzeit und Kinderbetreuung kritisch hinterfragt sowie die Notwendigkeit flexibler Arbeitszeitmodelle diskutiert.
4. Ökonomische Effekte – Vor- und Nachteile: Das Kapitel befasst sich mit den langfristigen ökonomischen Auswirkungen von Kinderbetreuung und analysiert die Effizienz staatlicher Investitionen sowie das Problem asymmetrischer Informationen auf dem Betreuungsmarkt.
5. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass eine nachhaltige Familienpolitik den Grundsatz der Gleichberechtigung stärker verankern muss, um die Entscheidungssituation für ein Kind von einem „Entweder-Oder“ zu befreien.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Geburtenrückgang, Erwerbstätigkeit, Frauen, Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Kinderbetreuung, Elterngeld, Elternzeit, Gleichberechtigung, Sozialpolitik, Opportunitätskosten, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Demografischer Wandel, Kinderarmut.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft unter ökonomischen Aspekten und analysiert, wie moderne Familienpolitik auf den Geburtenrückgang und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie reagiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Erwerbsbeteiligung von Frauen, den Ursachen für sinkende Geburtenraten, der Bewertung aktueller familienpolitischer Leistungen sowie den ökonomischen Effekten der Kinderbetreuung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob und inwieweit staatliche familienpolitische Maßnahmen tatsächlich dazu beitragen können, familiäre Lebensentwürfe und berufliche Ziele besser miteinander in Einklang zu bringen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung statistischer Daten (u.a. EU-Daten, Berichte des Bundesministeriums) und ökonomischer Theorien wie der „Aufwandshypothese“ nach Becker oder dem Konzept der Opportunitätskosten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen des Geburtenrückgangs, eine Bestandsaufnahme aktueller familienpolitischer Maßnahmen in Deutschland und den USA sowie eine wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Betrachtung der Kinderbetreuungsinfrastruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Familienpolitik, Erwerbstätigkeit, Vereinbarkeit, Elterngeld, Opportunitätskosten und Gleichberechtigung.
Wie unterscheidet sich die Situation berufstätiger Mütter in Deutschland im europäischen Vergleich?
Die Arbeit stellt fest, dass Deutschland bei der Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Kindern unter fünf Jahren im europäischen Vergleich ein Schlusslicht bildet und traditionelle Rollenmuster in vielen Bereichen noch stark dominieren.
Welche Rolle spielt die Theorie der Opportunitätskosten bei der Entscheidung für ein Kind?
Die Autoren verdeutlichen, dass insbesondere für höher qualifizierte Frauen die ökonomischen Opportunitätskosten – also der drohende Einkommensverlust und die Einschränkung der Karrierechancen – ein wesentliches Hemmnis bei der Familienplanung darstellen.
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- Bettina Freude-Schlumbohm (Author), Ingalisa Krantz (Author), 2008, Familienpolitik - Die ökonomische Rolle der Frau in der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117416