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Die Versammlungsfreiheit unter den Bedingungen der Corona-Pandemie

Title: Die Versammlungsfreiheit unter den Bedingungen der Corona-Pandemie

Term Paper , 2021 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Public Law / Administrative Law
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Nachdem im Dezember 2019 in Wuhan (China) die erste nachgewiesene Erkrankung mit dem SARS-CoV-2 (im Folgenden: Coronavirus) auftrat, infizierte sich im Januar 2020 erstmals eine Person in Deutschland. Aufgrund der steigenden Zahl an Infizierten wurde das Coronavirus vom RKI im März 2020 als hohe Gefährdung für die Öffentlichkeit eingestuft, wodurch die Regierung zur Eindämmung des Virus zu besonderen Maßnahmen gezwungen war. Die getroffenen Maßnahmen führten bzw. führen immer noch zu erheblichen Grundrechtseingriffen.

Auch Versammlungen wurden als potentielle Infektionsherde identifiziert, da sich das Coronavirus insbesondere dort schnell verbreitet, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Infolgedessen wurde das Grundrecht der Versammlungsfreiheit aus Art. 8 GG weitreichend außer Kraft gesetzt und durch Versammlungsverbote in dieses Grundrecht eingegriffen.

Grundrechtseingriffe bedürfen einer besonderen Rechtfertigung. Eine entscheidende Voraussetzung für ihre Rechtmäßigkeit und den Schutz des Bürgers vor übermäßigen Eingriffen ist, dass der Grundrechtseingriff dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entspricht. Die eingreifenden Maßnahmen müssen demzufolge einen legitimen Zweck erfüllen und außerdem geeignet, erforderlich sowie angemessen sein.

Die Ausgangssituation, in der die Versammlungsfreiheit nicht nur eingeschränkt, sondern häufig sogar suspendiert wurde, macht eine Betrachtung der Verhältnismäßigkeit coronabedingter Versammlungsverbote notwendig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Versammlungsfreiheit

3 Einschränkungen der Versammlungsfreiheit im Rahmen der Corona-Pandemie

4 Verhältnismäßigkeit von coronabedingten Versammlungsverboten

4.1 Legitimer Zweck von coronabedingten Versammlungsverboten

4.2 Geeignetheit von coronabedingten Versammlungsverboten

4.3 Erforderlichkeit von coronabedingten Versammlungsverboten

4.4 Angemessenheit von coronabedingten Versammlungsverboten

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Zulässigkeit und Verhältnismäßigkeit staatlicher Versammlungsverbote, die während der COVID-19-Pandemie in Deutschland erlassen wurden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

  • Grundlagen und Schutzbereich der Versammlungsfreiheit gemäß Art. 8 GG.
  • Einschränkungsbefugnisse durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG).
  • Kriterien der Verhältnismäßigkeitsprüfung (Zweck, Eignung, Erforderlichkeit, Angemessenheit).
  • Die Rolle der Rechtsprechung bei der Abwägung von Infektionsschutz und Grundrechten.
  • Bedeutung von Hygienekonzepten als mildere Mittel gegenüber Totalverboten.

Auszug aus dem Buch

4.2 Geeignetheit von coronabedingten Versammlungsverboten

Zunächst muss die Maßnahme geeignet sein, den Zweck zu erreichen oder zumindest zu fördern. Die Prüfung der Geeignetheit wirkt auf den ersten Blick „banaler als sie in der Rechtspraxis ist“, weil davon ausgegangen wird, dass grundsätzlich keine ungeeigneten Maßnahmen getroffen werden. Jedoch wurden insbesondere zu Beginn der Corona-Pandemie vermehrt ungeeignete Maßnahmen umgesetzt.

Bspw. wurde in § 17 der Ersten Berliner Corona-VO geregelt, dass der Personalausweis oder ein anderer amtlicher Lichtbildausweis mitsamt einem Dokument, aus dem die Wohnanschrift der Person ersichtlich ist, mitzuführen und auf Verlangen vorzulegen ist. Diese Maßnahme war von Beginn an zur Eindämmung der Pandemie ungeeignet und deshalb bereits in der Neufassung der Berliner Corona-VO vom 02.04.2020 nicht mehr enthalten.

Weiterhin können sich zunächst geeignete Maßnahmen im Verlauf der Pandemie als ungeeignet herausstellen. Ein Beispiel dafür ist das in Bayern kommunizierte Verbot, längere Zeit auf einer Parkbank zu verweilen. In den ersten Wochen der Umsetzung der Corona-Maßnahmen konnte die Maßnahme vor dem Hintergrund der Einführung von Abstandsgeboten „vielleicht (gerade) noch infektionsrechtlich“ gerechtfertigt werden. Allerdings wurde das Verbot spätestens dann ungeeignet, als die Abstandsgebote und Hygieneregelungen von der Gesellschaft weitestgehend akzeptiert und umgesetzt wurden. Wenn die Abstandsgebote eingehalten werden, ist von vornherein ausgeschlossen, dass Menschen zu dicht nebeneinander auf Parkbänken sitzen. Ein generelles Verweilverbot auf Parkbänken ist daher zur Verringerung von Ansteckungsgefahren ungeeignet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den Ausgangspunkt der COVID-19-Pandemie und die daraus resultierende Notwendigkeit, staatliche Grundrechtseingriffe insbesondere im Bereich der Versammlungsfreiheit rechtlich zu bewerten.

2 Grundlagen der Versammlungsfreiheit: Dieses Kapitel erläutert den Schutzbereich des Art. 8 GG und definiert, was rechtlich als Versammlung gilt und unter welchen Umständen Einschränkungen grundsätzlich möglich sind.

3 Einschränkungen der Versammlungsfreiheit im Rahmen der Corona-Pandemie: Hier wird untersucht, wie der Bund und die Länder auf Basis des Infektionsschutzgesetzes rechtliche Grundlagen schufen, um Versammlungen während der Pandemie zu regulieren oder zu verbieten.

4 Verhältnismäßigkeit von coronabedingten Versammlungsverboten: Dies ist das Kernkapitel, in dem die einzelnen Schritte der Verhältnismäßigkeitsprüfung – von der Zielsetzung über die Eignung und Erforderlichkeit bis hin zur Angemessenheit – auf das spezifische Thema der Versammlungsverbote angewendet werden.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass pauschale Verbote unverhältnismäßig sind, während gezielte, einzelfallbasierte Einschränkungen unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit verfassungsrechtlich vertretbar sein können.

Schlüsselwörter

Versammlungsfreiheit, Art. 8 GG, Corona-Pandemie, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, Infektionsschutzgesetz, Grundrechtseingriff, Infektionsgefahr, Versammlungsverbot, Hygienekonzept, Infektionsschutz, Pandemiemaßnahmen, Rechtsprechung, Grundrechte, COVID-19.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Zulässigkeit staatlicher Eingriffe in die Versammlungsfreiheit während der Corona-Pandemie unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die grundrechtliche Gewährleistung der Versammlungsfreiheit, die gesetzlichen Ermächtigungsgrundlagen im Infektionsschutzgesetz und die gerichtliche Kontrolle von Versammlungsverboten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu erörtern, ob und unter welchen Voraussetzungen coronabedingte Versammlungsverbote verhältnismäßig sind, um das Spannungsfeld zwischen Infektionsschutz und Grundrechten aufzulösen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literarisch-juristische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur und einschlägiger Rechtsprechung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die Beschreibung der gesetzlichen Einschränkungen durch Corona-Verordnungen und die detaillierte Prüfung der Verhältnismäßigkeit (Zweck, Geeignetheit, Erforderlichkeit, Angemessenheit).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Versammlungsfreiheit, Verhältnismäßigkeit, Infektionsschutzgesetz und Grundrechtseingriff beschreiben.

Warum sind laut Autor pauschale Versammlungsverbote kritisch zu sehen?

Pauschale Verbote missachten den individuellen Charakter einer Versammlung und das aktuelle Infektionsgeschehen, weshalb sie nach Ansicht des Autors in der Regel unverhältnismäßig sind.

Welche Rolle spielen Hygienekonzepte bei der Bewertung der Erforderlichkeit?

Hygienekonzepte gelten als milderes Mittel. Wenn durch solche Konzepte eine Infektionsgefahr wirksam minimiert werden kann, ist ein Totalverbot der Versammlung rechtlich meist nicht erforderlich.

Inwiefern hat sich die Rechtfertigung der Verbote im Zeitverlauf verändert?

Zu Beginn der Pandemie wurde oft pauschal auf den Schutz höchstrangiger Rechtsgüter verwiesen. Mit zunehmender Dauer steigen die Anforderungen an eine detaillierte Einzelfallabwägung, um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu begründen.

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Details

Title
Die Versammlungsfreiheit unter den Bedingungen der Corona-Pandemie
College
University of Kassel
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
24
Catalog Number
V1174202
ISBN (PDF)
9783346593405
ISBN (Book)
9783346593412
Language
German
Tags
Corona Versammlungsrecht Versammlungsverbot Versammlungsfreiheit Artikel 8 GG Art. 8 GG Grundgesetz Recht Verwaltungspolitik Recht und Verwaltungspolitik Geeignetheit Erforderlichkeit Angemessenheit Grundsatz der Verhältnismäßigkeit Coronavirus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Die Versammlungsfreiheit unter den Bedingungen der Corona-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1174202
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