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Grammatikunterricht in der Schule

Analyse der Wortart "Verb" anhand einer beispielhaften Lehrwerkanalyse

Title: Grammatikunterricht in der Schule

Term Paper , 2021 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Luisa Emilia Fischer (Author)

Didactics for the subject German - Grammar, Style, Working Technique
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Idealerweise sollte der Grammatikunterricht die SchülerInnen dazu befähigen, sich ein systematisches Sprachwissen in schulangemessener Form und Sprache anzueignen. Ein Blick auf den Aufbau aktueller Lehrwerke zeigt jedoch, dass dieses Ziel meist nicht ausreichend realisiert werden kann, da das grammatische Wissen meist sehr einseitig und losgelöst aus einem größeren Kontext behandelt wird. In diesem Zusammenhang soll in dieser Arbeit beispielhaft ein Lehrwerkausschnitt analysiert und diskutiert werden.

Der dieser Arbeit zugrundeliegende Lehrwerkausschnitt entstammt dem Deutschbuch des Verlags Cornelsen für die fünfte Klasse – genauer handelt es sich um die Seiten 162-166 in dem Kapitel „Grammatiktraining – Wortarten und Satzglieder unterscheiden“. Die Lerneinheit thematisiert die Wortart ‚Verb‘, indem zuerst die zentralen Eigenschaften der Wortart und danach die Merkmalsklassen Person, Numerus und Tempus herausgearbeitet werden und zuletzt eine nähere Betrachtung der starken und schwachen Verben stattfindet.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wortartenklassifikation

2.1 Problematik der Klassifikation

2.2 Heterogene Wortartenklassifikation

3 Die grammatischen Kategorien des Verbs

3.1 Die Kongruenzkategorien des Verbs

3.1.1 Der Numerus

3.1.2 Die Person

3.1.3 Das Potenzial von Fantasiewörtern

3.2 Das Verb als Zeitträger

3.2.1 Das Präsens

3.2.2 Das Präteritum

4 Die Konjugationsklassen des Verbs

4.1 Besonderheiten der starken und schwachen Verben

4.2 Die Systemhaftigkeit der starken Verben

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Vermittlung der Wortart ‚Verb‘ in einem spezifischen Lehrwerk der fünften Klasse kritisch zu analysieren, wobei der Fokus auf der Diskrepanz zwischen isolierter Merkmalsvermittlung und einem systemorientierten Grammatikunterricht liegt.

  • Kritische Analyse der Wortartenklassifikation im Deutschunterricht
  • Untersuchung grammatischer Kategorien (Numerus, Person, Tempus)
  • Evaluation des didaktischen Einsatzes von Fantasiewörtern
  • Diskussion der Unterscheidung zwischen starken und schwachen Verben
  • Plädoyer für einen funktionalen, vernetzten Grammatikunterricht

Auszug aus dem Buch

2.1 Problematik der Klassifikation

Zumeist beschränkt dich die Klassifikation der Wortarten im Deutschunterricht auf die Betrachtung der Bedeutungsebene, also dem semantischen Kriterium (Fuß; Geipel 2018: 37). So führt das vorliegende Lehrwerk das Verb mit der Frage: „Welche Aufgaben haben die Wörter […]“ (Langener, Schurf, Wagener 2011: 162) und der zugehörigen Antwort: „Die Wörter geben an, was jemand tut oder was passiert“ (ebd.) ein.

Dies gilt jedoch als höchst umstritten, da man bei dieser Vorgehensweise sehr schnell auf Grenzen stößt, indem sich nicht alle Lexeme ihrer jeweiligen Wortart eindeutig zuordnen lassen (Fuß; Geipel 2018: 37). Aufgabe 3b impliziert beispielsweise, dass man Verben als „Tun- bzw. Tätigkeitswörter“ bezeichnen kann (vgl. Langener; Schurf; Wagener 2011: 162). In dem zugehörigen Merkkasten wird dies bestätigt, da Verben hier als Wörter definiert werden, die ausdrücken, „was jemand tut“ und „was geschieht“ (ebd.: 163). Würden Kinder die Wortart ‚Verb‘ lediglich auf Grundlage dieser Definition kennenlernen, würden sie vermutlich schnell auf Grenzen stoßen. Einerseits könnten Lexeme für Verben deklariert werden, die nicht zu dieser Wortart gehören: beispielsweise die Nomen „Explosion, Sprung oder Lauf“ (Fuß; Geipel 2018: 38), da auch diese Tätigkeiten bzw. Geschehen beschreiben. Andererseits kann ein beachtlicher Anteil an Verben durch diese Definition nicht erschlossen werden – allein 15 der 25 häufigsten deutschen Verben – beispielsweise ‚sein‘, ‚werden‘ oder ‚haben‘ – stellen keine Tätigkeit dar (vgl. Granzow-Emden; Luber 2013: 23).

Der Merksatz wird zwar durch das orthografische Merkmal der Kleinschreibung ergänzt (vgl. Langener; Schurf; Wagener 2011: 163), jedoch stellt auch dies kein Alleinstellungmerkmal der Wortart ‚Verb‘ dar. Daran wird ersichtlich, dass eine exakte Bestimmung weiterer Klassifikationskriterien bedarf.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Analyse aktueller Lehrwerke und formuliert das Ziel, die Vermittlung der Wortart ‚Verb‘ im Kontext eines funktionalen Grammatikunterrichts zu hinterfragen.

2 Wortartenklassifikation: Dieses Kapitel erörtert die Problematik der einseitigen semantischen Klassifikation und plädiert für die Einbeziehung morphologischer und syntaktischer Kriterien.

3 Die grammatischen Kategorien des Verbs: Hier werden die Flexionskategorien Person, Numerus und Tempus in ihrer lehrwerktypischen sowie linguistischen Darstellung detailliert untersucht.

4 Die Konjugationsklassen des Verbs: Das Kapitel befasst sich mit der Differenzierung von starken und schwachen Verben und kritisiert die oft defizitäre Darstellung ihrer Systematik im Unterricht.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere Vernetzung der grammatischen Inhalte statt eines isolierten Lernens anhand von Merkkästen.

Schlüsselwörter

Grammatikunterricht, Wortart Verb, Konjugation, Lehrwerkanalyse, Wortartenklassifikation, Flexion, starke Verben, schwache Verben, semantisches Kriterium, grammatische Kategorien, Didaktik, Linguistik, Numerus, Person, Tempus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie das Lehrwerk „Deutschbuch“ (Cornelsen) die Wortart ‚Verb‘ vermittelt und inwieweit dies zur Entwicklung eines fundierten grammatischen Verständnisses bei Schülern beiträgt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Wortartenklassifikation, die Flexionskategorien (Person, Numerus, Tempus) sowie die Konjugationsklassen der starken und schwachen Verben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass ein isoliertes, oft semantisch geprägtes Vorgehen in Lehrwerken das systemische Verständnis von Grammatik behindert und durch eine funktionalere Didaktik ergänzt werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die Lehrwerkausschnitte unter Rückgriff auf linguistische Fachliteratur und spracherwerbstheoretische Erkenntnisse bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Problematik der Wortartenklassifikation, die Behandlung der Kongruenzkategorien, den Einsatz von Fantasiewörtern und die Darstellung der Stammformenbildung bei Verben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Grammatikunterricht, Verbkonjugation, Lehrwerkanalyse und fachdidaktische Methodik charakterisieren.

Warum wird der Einsatz von Fantasiewörtern im Lehrwerk als positiv bewertet?

Fantasiewörter helfen, die semantische Bedeutung auszublenden, wodurch die rein morpho-syntaktischen Strukturen der Konjugation deutlicher in den Vordergrund treten.

Was ist das Hauptproblem bei der Vermittlung der „starken Verben“?

Das Lehrwerk stellt starke Verben oft als systemlos dar, was den Schülern suggeriert, die Formen müssten lediglich auswendig gelernt werden, anstatt die zugrundeliegende (wenn auch komplexe) Systematik aufzuzeigen.

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Details

Title
Grammatikunterricht in der Schule
Subtitle
Analyse der Wortart "Verb" anhand einer beispielhaften Lehrwerkanalyse
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Course
Seminar Schulgrammatik
Grade
1,0
Author
Luisa Emilia Fischer (Author)
Publication Year
2021
Pages
15
Catalog Number
V1174240
ISBN (PDF)
9783346594693
ISBN (Book)
9783346594709
Language
German
Tags
Verb Wortartanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luisa Emilia Fischer (Author), 2021, Grammatikunterricht in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1174240
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