Einführung des Buchstabens V/v (1. Klasse Deutsch)


Unterrichtsentwurf, 2021

22 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Unterrichtseinheit

2. Unterrichtsvorbereitende Analyse
2.1 Bedingungsanalyse
2.2 Sachanalyse
2.3 Didaktisch-methodische Analyse

3. Stundenverlaufsplanung
3.1 Wissenserwerb
3.2 Kompetenzentwicklung
3.3 Werteorientierung
Teil 1: Buchstabe schreiben lernen
Teil 2: Wortschatzarbeit – Wörter mit v

4. Literatur- und Quellenverzeichnis

5. Anhang
Tafelbild „Beginn der Stunde und Stundenverlauf“
Geschichte „Der Vampir vom Vulkan“
Bildkarten „Der Vampir vom Vulkan“
Arbeitsheft Seite 39
Bildkarten und Wortkarten „Wortschatz“
Arbeitsblatt „Wörter mit V/v“
Ausmalbild

1. Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Unterrichtsvorbereitende Analyse

2.1 Bedingungsanalyse

Die folgende Analyse bezieht sich auf die Bedingungsfelder nach Meyer (2020, S.130). Das erste Bedingungsfeld beinhaltet „die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler“, welches sich in verschiedene Dimensionen gliedert (Meyer, 2020, S. 130). Die erste Dimension der Lernvoraussetzungen ist die Frage nach den Vorkenntnissen und Erfahrungen der Kinder (Meyer, 2020, S.141). Die SchülerInnen der Klasse haben bereits fast alle Buchstaben des Alphabets gelernt und schon kleinere Texte zuvor gelesen. In diesen Texten waren bereits Wörter mit V/v enthalten, weshalb die Kinder den Buchstaben visuell und auditiv bereits beim Lesen verwendet haben. Des Weiteren kennen sie den Buchstaben schon durch das Lernen des Alphabets. Einige Kinder können aufgrund des Lernens zuhause bereits alle Buchstaben lesen und schreiben.

Die SchülerInnen sind es gewohnt mit dem Banknachbar zusammenzuarbeiten, weshalb auch kurze Phasen der Partnerarbeit ohne großen Aufwand möglich sind. Allein sitzende Kinder wissen auch sofort, zu welchem anderen Kind sie sich setzen können. Das Sozialverhalten der Klasse ist unauffällig (Meyer, 2020, S.141). Sowohl die Einzelarbeit, als auch gemeinschaftliche Phasen im Sitzkreis sind geübt und gut umsetzbar. Lediglich sollte darauf geachtet werden, dass eine Gruppe aus drei Jungen nicht zusammen im Sitzkreis sitzt, da sonst starke Unterrichtsstörungen folgen.

Die SchülerInnen verfügen über eine hohe Lernkompetenz und trainieren regelmäßig das selbstregulierende Lernen (Meyer, 2020, S.150f.). Die Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz der Klasse ist vorhanden und wird im Unterricht angewandt. Der Entwicklungsstand der gesamten Klasse ist dahingehend als durchschnittlich einzuschätzen. Die Differenzen sind sehr gering. Die Methodenkompetenz scheint etwas einseitig ausgeprägt. Die Kinder beherrschen die Arbeit allein und mit dem Banknachbarn in einem größtenteils lehrergesteuerten Unterricht sehr gut, aber in freieren Unterrichts- und Lernformen konnten sie noch keine großen Erfahrungen sammeln.

Der Leistungsstand der SchülerInnen reicht von Kindern, die bereits vor dem Schulanfang leichte Texte lesen konnten und deshalb im Deutschunterricht sehr stark sind, über Kinder, die dem Unterricht sehr gut folgen können und das Gelernte nach kurzer Zeit beherrschen bis hin zu Kindern, denen das Lesen und Schreiben lernen sehr schwerfällt. Es gibt eine Schülerin, die die erste Klasse zum zweiten Mal besucht. Der Großteil der Klasse beherrscht die gelernten Buchstaben sicher und kann entsprechende Wörter lesen. Einige SchülerInnen haben mit den zuletzt gelernten Buchstaben noch Probleme (Meyer, 2020, S. 141).

Die soziokulturellen Hintergründe der SchülerInnen sind unauffällig, alle sehr ähnlich und es gibt keine Kinder mit Migrationshintergrund. Die geschlechtsspezifischen Interessen können bei dem Unterrichtsthema vernachlässigt. Es gibt zwei Linkshänderin der Klasse. Fünf bis sechs SchülerInnen arbeiten sehr langsam (Meyer, 2020, S.141f.). Bei einem Mädchen besteht Verdacht auf eine leichte Form des Autismus. Sie spricht an manchen Tagen gar nicht und an anderen Tagen ist sie sehr engagiert.

Die gehaltene Unterrichtsstunde ist die erste Stunde der Klasse am frühen Morgen. Die Stunde beginnt mit einem Klingelzeichen. Das Ende der 45 Minuten wird nicht signalisiert, da es sich um eine Blockstunde über 90 Minuten handelt. Dennoch muss die Stunde nach 45 Minut4en beendet werden, da dann direkt die Stunde der nächsten Studentin folgt.

2.2 Sachanalyse

Das zugrunde liegende Konzept unserer Laut- und Schriftsprache ist die Graphem-Phonem-Korrespondenz (Leibnitz-Institut für deutsche Sprache [IDS] (Hrsg.), 2016). Die deutsche Sprache „basiert auf einem phonologischen System“ (Schründer-Lenzen, 2004, S.49), somit orientieren sich die Schriftzeichen an den Lauten der Sprache. Dabei werden die kleinsten bedeutungsdifferenzierenden Laute „Phoneme“ und die zugeordneten Zeichen oder Zeichengruppen „Grapheme“ genannt. Jedoch ist diese Zuordnung von Graphemen zu Phonemen sehr komplex, denn das Deutsche ist nur eine lautorientierte Sprache. Ein Phonem kann durch verschiedene Grapheme dargestellt werden (Schründer-Lenzen, 2004, S.49f.). Somit kann zum Beispiel das gesprochene [f] einmal als ein <f>, wie in fahren oder als <v>, wie in Vater verschriftlicht werden. Doch auch ein Graphem kann mit verschiedenen Phonemen ausgesprochen werden (Schründer-Lenzen, 2004, S.49f.). Der Buchstabe <v> kann einerseits wie ein [f] oder wie ein [w] ausgesprochen werden (IDS (Hrsg.), 2016).

Ob ein das Graphem <v> in einem geschriebenen Wort wie ein [f] oder wie ein [w] ausgesprochen wird ist schwer festzustellen. Es gibt kein eindeutiges Prinzip, weshalb die entsprechenden Wörter „Lernwörter“ sind. Jedoch gibt es zwei Regeln zur Orientierung. „Für den Laut [f] schreibt man v statt f in ver- (wie in verlaufen) sowie am Anfang einiger weiterer Wörter“ (IDS (Hrsg.), 2016). Das heißt bei Wörten mit der Vorsilbe ver-, wie verfahren und verliebt klingt das <v> wie ein [f]. Das ist oftmals auch der Fall, wenn das <v> am Anfang des Wortes steht, wie bei Vogel, Volk und voll (IDS (Hrsg.), 2016). Dies Regel hat aber auch Ausnahmen, wie bei Vase.

Eine weitere Orientierung für die richtige Wahl des Phonems bei dem Graphem <v> ist die Regel: „Für den Laut [v] schreibt man in Fremdwörtern regelmäßig und in wenigen eingebürgerten Entlehnungen v statt w“, wie in privat und Revolution (IDS (Hrsg.), 2016). Es gibt auch Wörter, bei denen die Aussprachen des <v> zwischen [f] und [w] schwanken kann, wie bei Pulver und Kurve (IDS (Hrsg.), 2016).

2.3 Didaktisch-methodische Analyse

Die Gegenwartsbedeutung nach Klafki (1991) ist als sehr groß einzuschätzen. Die SchülerInnen haben bereits fast alle Buchstaben des Alphabets gelernt und sind beim Lesen von Texten bereits auf den Buchstaben V/v gestoßen. Dementsprechend ist das Thema in der Klasse allgegenwärtig (ebd., S. 270ff.). Die Zukunftsbedeutung des Themas ist ebenfalls sehr eindeutig (Klafki, 1991, S.270ff.). Der Buchstabe V/v ist ein wichtiger Teil des deutschen Sprach- und Schriftsystems und dieses wiederum ist unerlässlich für den Alltag, Beruf und sozialen Umgang eines Mitgliedes unserer Gesellschaft. Wie bereits erwähnt ist das Erlernen einzelner Buchstaben ein Teil des Schriftspracherwerbs und steht somit exemplarisch für einen deutlich größeren Zusammenhang (Klafki, 1991, S.270ff.).

Der gehaltenen Unterrichtsstunde ging der Erwerb zahlreicher basaler Buchstaben unsere Sprache voraus. Im Anschluss am die beschriebene Stunde folgt eine Übungsstunde zum thematisierten Buchstaben, in welcher das Gelernte und auch die verwendete Geschichte wieder aufgegriffen wird. Die gehaltene Stunde gliedert sich in die Phasen Einstieg, Erarbeitung und Ergebnissicherung welche den „methodischen Grundrhythmus schulisch institutionalisierter Lehre“ bilden (Meyer, 2021, 121ff.). Der Einstieg wurde durch ein induktives Vorgehen gestaltet, bei welchem den SchülerInnen Beispiele für Wörter und Verwendungen des Buchstabens V/v in Form einer kurzen Vorlesegeschichte präsentiert werden. Damit verbunden ist ein gelenktes Gespräch, um die Kinder „raten und fabulieren zu lassen“ um welchen Unterrichtsgegenstand es sich handelt (Meyer, 2021, S. 126). Daran knüpft sich eine kurze Aufklärung über den geplanten Unterrichtsverlauf in mündlicher, bildhafter und schriftlicher Form. Die Einstiegsphase ist einerseits lehreraktiv gestaltet und regt die Schüler andererseits auch an sich „auf das Thema zuzubewegen“ (Meyer, 2020, S.123).

Die anschließende Erarbeitungsphase dient der „Einarbeitung in einen neuen Sinn-, Sach- oder Problemzusammenhang“ (Meyer, 2021, S.151). Um dies ganzheitlich zu gestalten gibt es visuelle Elemente in Form vom Bild und Wortkarten, auditive Elemente in Form von vor- und nachgesprochenen Wörtern und motorische Elemente in Form von diversen Schreibübungen. Es erfolgt eine umfassende Wortschatzarbeit, um wichtige Wörter mit v und deren Aussprache zu verinnerlichen. Diesen Wortschatz erarbeiten die Kinder sich induktiv und fördern somit die Selbstständigkeit (Meyer, 2021, S.152). Das induktive Vorgehen durch schließen von Beispielen auf das Allgemeine fördert die Methodenkompetenz der SchülerInnen (Meyer, 2021, S.152).

Die Ergebnissicherung dient der Zusammenfassung und Festigung des Gelernten und findet in Form eines Lernspiels statt. Das Spiel ist konkurrenz- und wettkampforientiert, was durch das strikte Einhalten von Spielregeln und Umgangsformen die soziale Kompetenz fördert (Meyer, 2021, S.344). Bei der Durchführung haben die SchülerInnen die Chance, soziale Erfahrungen zu sammeln (zum Beispiel durch die Regel: „Sei ehrlich zu dir selbst und setze dich, wenn du merkst, dass deine Antwort falsch war“) und selbsttätig zu üben (Meyer, 2021, S. 345). Des Weiteren birgt ein Spiel einen ganzheitlichen Charakter und eine diagnostische Funktion für den Lehrer (Meyer, 2021, S.345). Die Kinder verinnerlichen den Sachverhalt und üben intuitives Analysieren der Sprache und der Lehrer überprüft den Lernerfolg der einzelnen SchülerInnen.

Ein Puffer in Form von Arbeitsblättern und einem Ausmalbild dienen der Differenzierung für möglicherweise schneller arbeitende Kinder.

Der Einstieg, der erste Teil der Erarbeitung und auch die Ergebnissicherung finden im Plenum als Frontalunterricht statt. Dieser ist „gut geeignet, um sachliche Zusammenhänge, Probleme und Fragestellungen aus der Sicht des Lehrers darzustellen“ (Meyer, 2021, S.183). Aus diesem Grund wird er in der Stunde eingesetzt, um eine Orientierungsgrundlage herzustellen, ein Wissensgebiet darzustellen, Arbeitsergebnisse zu sichern und Leistungsstände zu überprüfen (Meyer, 2021, S.182). Die verwendeten Gesprächsformen „gelenktes Unterrichtsgespräch“ und „fragend-entwickelndes Gespräch“ (Meyer, 2021, S.281) dienen der Vermittlung von Wissen und der Aktivierung der Schülertätigkeit. Das erklären der richtigen Schreibweise und Aussprachemöglichkeiten wird im Lehrervortrag ausgeführt, um Missverständnisse vorzubeugen (Meyer, 2020, S.42). Das Üben der Schreibung des Buchstabens ist als Einzelarbeit geplant, welche sich gut zur Erarbeitung und Vertiefung eignet (Meyer, 2020, S.41). Für die Wortschatzarbeit wurde ein Sitzkreis gewählt, welcher die Schüler selbsttätig werden, sozial interagieren und entdeckend lernen lässt (Seifert, 2010, S.202).

3. Stundenverlaufsplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lernziele der Stunde:

3.1 Wissenserwerb

Die Kinder entwickeln zunehmend eine differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit bezüglich der auditiven, visuellen, rhythmischen und melodischen Verwendung des Buchstabens V/v einzeln, in Silben und Wörtern.

Die Kinder können zunehmend mit Lautkomplexen umgehen und den thematisierten Laut lokalisieren.

Die Kinder können zunehmend den Buchstaben V/v richtig schreiben und in Wörtern erkennen.

Die Kinder bauen zunehmend einen Wortschatz zu Wörtern mit V/v und deren Schreibweise und Aussprache auf.

Die Kinder können zunehmend die verschiedenen Laut-Buchstabenbeziehungen des Buchstaben V/v unterscheiden (Aussprache wie ein <f> oder wie ein <w>).

Die Kinder können zunehmend den Inhalt eines gehörten Textes mit eigenen Worten wiedergeben.

3.2 Kompetenzentwicklung

Die Kinder üben zunehmend ihre motorischen Fähigkeiten beim Schreiben neuer Buchstaben.

Die Kinder entwickeln zunehmend ihre Fähigkeiten zur Sprachanalyse (Silben bestimmen, Lokalisation von Buchstaben/Lauten, Laut-Buchstaben-Zuordnung).

Die Kinder erweitern ihre soziale Kompetenz bei der Einhaltung von Regeln im Sitzkreis.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Einführung des Buchstabens V/v (1. Klasse Deutsch)
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Zentrum für Lehrerbildung)
Note
2,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1174270
ISBN (Buch)
9783346598752
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsentwurf, Deutsch, Klasse 1, Schriftspracherwerb, Alphabet, Buchstabe V, Praktikum, Praxis, Beispiel, Versuch, Ausbildung, Methodik, Didaktik, Sachanalyse, Materialien, Medien, Stundenverlauf, Planung, Sachsen, Lehrplan, Bildungsstandards, Lernziele, Kompetenzen, Graphem, Phonem, Korrespondenz
Arbeit zitieren
Annabell Kühnert (Autor:in), 2021, Einführung des Buchstabens V/v (1. Klasse Deutsch), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1174270

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