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Darfur – der vergessene Konflikt?

Die Krise im Westen des Sudan und das zögerliche Engagement der Weltgemeinschaft

Title: Darfur – der vergessene Konflikt?

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christopher Schwarzkopf (Author)

Politics - Region: Africa
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Der Konflikt in der sudanesischen Provinz Darfur begann im Jahr 2003 und damit zu einer Zeit, als der jahrzehntelange Bürgerkrieg zwischen der Regierung des Sudan und den Rebellen der Sudan People’s Liberation Army/Movement (SPLA/M) im Süden des Landes kurz vor seiner Befriedung stand. Anfang dieses Jahres wurde schließlich eine gemeinsame Friedenstruppe der Vereinten Nationen (United Nations, UN) und der Afrikanischen Union (AU)1 nach Darfur entsandt, um den Konflikt zu beenden. Dazwischen liegen fast fünf Jahre und eine von den Vereinten Nationen geschätzte Zahl von rund 300.000 Todesopfern und bis zu 2,8 Millionen Flüchtlingen (vgl. Auswärtiges Amt 2008). Zwangsläufig kommt an dieser Stelle die Frage auf, warum die Internationale Gemeinschaft trotz der offensichtlichen Dringlichkeit eines schnellen Handelns so lange gezögert hat, den Menschenrechtsverletzungen in Darfur Einhalt zu gebieten. Schließlich hatte man doch nach dem Genozid in Ruanda das Gelöbnis „Nie wieder!“ abgegeben und derartige Gräuel künftig zu verhindern versprochen. In den Medien wurde daher in den letzten Jahren vermehrt der Vorwurf laut, die Weltgemeinschaft unternähme nichts, um die Grausamkeiten in Darfur zu beenden. Doch ist dem wirklich so? Handelt es sich bei der Krise in Darfur, wie es der Titel dieser Arbeit impliziert, um einen „vergessenen Konflikt“? Wenn nicht, warum hat sich die Internationale Gemeinschaft dann derart zögerlich in Bezug auf die Krise verhalten, anstatt schon sehr viel früher angemessene Maßnahmen zu ihrer Beendigung zu ergreifen? Vor dem Hintergrund dieser Fragen ist es die Intention dieser Arbeit, zu untersuchen, wie die Weltgemeinschaft auf den Konflikt in Darfur reagiert hat und zudem die Gründe aufzuzeigen, die für das zögerliche Engagement ausschlaggebend waren. In einem ersten Schritt sollen, zum besseren Verständnis des Konfliktes, seine Hintergründe und Ursachen betrachtet werden. Im Anschluss daran wird der Verlauf des eigentlichen Konfliktes von seinem Ausbruch im Jahr 2003 bis zum heutigen Tag untersucht, wobei besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, wie die Internationale Gemeinschaft auf die Krise reagiert hat. Zuletzt sollen die wesentlichen Gründe aufgezeigt werden, die dafür ausschlaggebend waren, dass sich die Internationale Gemeinschaft so zögerlich in Bezug auf die Krise verhalten hat und es erst Anfang 2008 zur Entsendung einer UN-Friedenstruppe kam.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe des Konfliktes

2.1. Geographie, Bevölkerung und Geschichte Darfurs

2.2. Konfliktursachen

3. Konfliktverlauf

3.1. Ausbruch des Konfliktes (2003 - 2004)

3.2. Internationale Reaktionen und Friedensverhandlungen (2004 - 2006)

3.3. Erneute Eskalation und Einsatz der UNAMID (2006 - 2008)

4. Gründe für das zögerliche internationale Engagement

4.1. Fokussierung auf den Nord-Süd-Friedensprozess

4.2. Partikulare Interessen der Sicherheitsratsmitglieder

4.3. Wachsende Skepsis gegenüber Humanitären Interventionen

4.4. „Afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das zögerliche Engagement der Weltgemeinschaft bei der Bewältigung der Krise in Darfur ab 2003. Dabei wird analysiert, warum trotz schwerer Menschenrechtsverletzungen erst spät eine effektive Friedensmission entsandt wurde und welche geopolitischen sowie wirtschaftlichen Faktoren dieses Handeln beeinflussten.

  • Historische und ethnische Hintergründe der Darfur-Region
  • Eskalation des Konflikts und die Rolle der Janjaweed-Milizen
  • Die Rolle internationaler Organisationen und Friedensbemühungen
  • Geopolitische Interessenkonflikte der Sicherheitsratsmitglieder
  • Die Auswirkungen des Nord-Süd-Friedensprozesses auf das Engagement in Darfur

Auszug aus dem Buch

3.1. Ausbruch des Konfliktes (2003 - 2004)

Der eigentliche Konfliktausbruch wird für den Beginn des Jahres 2003 verortet. Es ist kein Zufall, dass der Aufstand damit etwa zur gleichen Zeit begann als sich in den Friedensverhandlungen zwischen der sudanesischen Regierung und der SPLA/M im kenianischen Naivasha der Abschluss eines Friedensvertrages abzeichnete, der den Rebellen weitgehende Zugeständnisse machen sollte. Die Botschaft, die dieses Ereignis den Darfuris vermittelte, war klar: Die einzige Möglichkeit, den eigenen Anspruch auf Beteiligung an Macht und Reichtum im Land zu verwirklichen, liegt im bewaffneten Kampf gegen die Regierung (vgl. Öhm 2005: 160).

Die SLA/M und die JEM starteten Anfang des Jahres 2003 ihre ersten Angriffe und fügten der Regierungsarmee von Beginn an erhebliche Verluste zu. Am 18. April nahmen Mitglieder der SLA/M den Militärflughafen in El Fasher ein, töteten etwa 100 Regierungssoldaten, zerstörten mehrere Militärflugzeuge und –Hubschrauber und nahmen zudem einen sudanesischen Luftwaffengeneral gefangen. Die Rebellen rechtfertigten diesen Angriff als Protest gegen die Vernachlässigung Darfurs durch das Regime in Khartum und die zunehmende arabische Militanz (vgl. Khalafalla 2005: 44). Die sudanesische Regierung, die zu diesem Zeitpunkt mit den Friedensverhandlungen von Naivasha beschäftigt war und der Widerstandsbewegung in Darfur bis dahin eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte, wurde dadurch regelrecht aufgeschreckt und sah sich zu einer militärischen Gegenreaktion gezwungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Konflikt in Darfur in seinen zeitlichen Kontext und skizziert die Fragestellung nach den Gründen für das zögerliche internationale Engagement.

2. Hintergründe des Konfliktes: Dieses Kapitel erläutert die geographischen Gegebenheiten, die ethnische Zusammensetzung Darfurs sowie die langfristigen ökonomischen und politischen Ursachen des Konflikts.

3. Konfliktverlauf: Hier wird die chronologische Entwicklung des Konflikts von 2003 bis 2008 detailliert dargestellt, einschließlich der Friedensbemühungen und des Einsatzes von AU- und UN-Missionen.

4. Gründe für das zögerliche internationale Engagement: Dieses Hauptkapitel analysiert die vier wesentlichen Faktoren, die eine entschlossene internationale Reaktion auf die Krise in Darfur behinderten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Darfur im geopolitischen Kalkül der Weltgemeinschaft gegenüber anderen Interessen zurückstand.

Schlüsselwörter

Darfur, Sudan, Konflikt, Weltgemeinschaft, UN-Sicherheitsrat, Menschenrechtsverletzungen, Janjaweed, Friedensmission, UNAMID, Humanitäre Intervention, Geopolitik, Erdöl, Sudan People’s Liberation Army, Genozid, Internationale Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem gewaltsamen Konflikt in der sudanesischen Provinz Darfur und der Frage, warum die internationale Staatengemeinschaft so lange zögerlich agierte, um diesen zu beenden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historischen und ethnischen Ursachen des Konflikts, der Verlauf der Kampfhandlungen sowie die Analyse der politischen und wirtschaftlichen Interessen der ständigen Sicherheitsratsmitglieder.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie die Weltgemeinschaft auf die Krise reagiert hat und welche spezifischen Gründe für die Verzögerung bei der Entsendung einer wirksamen Friedensmission ausschlaggebend waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten politikwissenschaftlichen Analyse unter Verwendung aktueller Literatur, Berichte von Hilfsorganisationen sowie Dokumenten der Vereinten Nationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufarbeitung der Konfliktursachen, die chronologische Darstellung des Konfliktverlaufs sowie eine tiefgehende Untersuchung der Faktoren, die ein entschlossenes internationales Eingreifen verhindert haben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Darfur, humanitäre Intervention, internationale Staatengemeinschaft, UN-Sicherheitsrat, Geopolitik und Menschenrechte.

Warum war die Afrikanische Union als erste Mission nicht ausreichend erfolgreich?

Die Mission der Afrikanischen Union (AMIS) litt unter mangelnden finanziellen Mitteln, logistischen Defiziten und einem nicht ausreichenden Mandat, das die Truppen nicht befähigte, effektiv gegen Gewalt vorzugehen.

Inwiefern hat die US-Politik das Engagement in Darfur beeinflusst?

Obwohl die USA Darfur als Genozid-Fall bezeichneten, lehnten sie aufgrund eigener Interessen und der Priorisierung des „Krieges gegen den Terror“ eine direkte militärische Intervention ab und behinderten zudem ICC-Ermittlungen.

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Details

Title
Darfur – der vergessene Konflikt?
Subtitle
Die Krise im Westen des Sudan und das zögerliche Engagement der Weltgemeinschaft
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Krisenprävention, Konfliktlösung, Friedenskonsolidierung - Konzepte und Praxis am Beispiel aktueller Konflikte
Grade
1,7
Author
Christopher Schwarzkopf (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V117481
ISBN (eBook)
9783640197040
ISBN (Book)
9783640197101
Language
German
Tags
Darfur Konflikt Krisenprävention Konfliktlösung Friedenskonsolidierung Konzepte Praxis Beispiel Konflikte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Schwarzkopf (Author), 2008, Darfur – der vergessene Konflikt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117481
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