Tourismus in Israel


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung und Trends des internationalen Tourismus

3. Tourismus im Heiligen Land
3.1 Entwicklung der touristischen Infrastruktur
3.2 Touristisches Angebot heute

4. Die aktuelle Lage des touristischen Sektors in Israel

5. Das touristische Potential im Spiegel der Entscheidungsfaktoren und der politischen Lage

6. Zusammenfassung und Ausblick

7. Literatur und Quellen

1. Einleitung

Palästina und das heutige Israel liegen nicht nur seit jeher im Spannungsfeld geopolitischer und religiöser Auseinandersetzungen, sondern sind auch Zielort touristischer Aktivitäten seit über 3.000 Jahren. König Salomo errichtete erste Bäder am See Tiberias, Kleopatra residierte im Winter am Toten Meer und die Spuren römischer und byzantinischer Refugien am See Tiberias und im Jordantal sind heute noch zu finden (Ritter 1967: 169). Als Schmelztiegel und heiliges Land der drei monotheistischen Weltreligionen kamen seit jeher jüdische, muslimische und christliche Pilger ins Land, um die Wirkungsstätten ihrer Propheten und die Ursprünge ihres Glaubens zu erkunden. Im Zuge der zionistischen Besiedlung und der Wohlstandssteigerung seit der Industrialisierung wuchsen nicht nur Binnentourismus und Besucherzahlen an den heiligen Stätten, sondern begann auch der Ausbau der touristischen Infrastruktur Israels.

Heute präsentiert sich Israel als modernes Reiseland mit einem sehr großen touristischen Potential. 3.000 Jahre Kulturgeschichte an der Schnittstelle der westlichen und östlichen Kulturkreise haben viele Relikte der Menschheitsgeschichte hinterlassen. Über dem ganzen Land schwebt die Mystik des Ursprungs von Judentum, Christentum und Islam und in mediterranem Klima und westlicher Affinität wird ein breites Themenspektrum moderner touristischer Angebote wie Kultur-, Bade-, Wellness- und Aktivurlaub vorgehalten. Dabei profitiert das touristische Potential weiterhin von der geringen Landesfläche, welche etwa der Größe Hessens entspricht und viele Ziele somit per Tagesausflug erreichbar macht. Angesichts weltweit wachsender Tourismusmärkte hat Israel eine große Chance, den touristischen Sektor weiter auszubauen und die Wirtschaftsstruktur des Landes nachhaltig zu stärken.

Ob Israel in der Lage ist, sein touristisches Potential zu nutzen und welche Faktoren die Besucherströme beeinflussen, soll in dieser Arbeit gezeigt werden. Dabei möchte ich zunächst einen Überblick über die weltweite Entwicklung des internationalen Tourismus geben, bevor ich die Entwicklung und Bedeutung des Tourismus für Israel näher beleuchte und diese im Spiegel der politischen und wirtschaftlichen Lage diskutieren möchte.

2. Entwicklung und Trends des internationalen Tourismus

Wie in der Einleitung schon angedeutet, ist Tourismus keine Erfindung der Neuzeit. Der Massentourismus wie wir ihn kennen entwickelte sich jedoch erst langsam im Zeitalter der Industrialisierung, als mit zunehmendem Ausbau der Verkehrs- und Transportwege eine schnellere und günstigere Erreichbarkeit interessanter Orte entstand und das zu Wohlstand gekommene Bürgertum der Reiselust des Adels nachzueifern begann (Nowack 2006: 26ff; Walz 2004: 18).

Die explosionsartige Ausdehnung des internationalen Tourismus nach dem II. Weltkrieg wurde vor allem durch den wirtschaftlichen Aufschwung in den westlichen Ländern eingeleitet. Mit steigendem Einkommen und Wohlstand erfreute sich das für viele Menschen nun erreichbare Reisebedürfnis einer ständig wachsenden Nachfrage. Technischer Fortschritt im Transportsektor und steigender Individualverkehr senkten die Reisekosten bei gleichzeitig wachsenden Löhnen und sinkender Arbeitszeit. Steigendes Bildungsniveau und soziokulturelle Veränderungen, wie Individualisierung und Pluralisierung der Lebensstile, diversifizierten die touristische Nachfrage und die Angebotslage. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der internationalen Touristenankünfte von 1950 bis 2020. Diese lagen 1950 bei etwa 25 Millionen Ankünften, 50 Jahre später bei 693 Millionen Ankünften, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 6% pro Jahr entspricht (Abu Hashem 2003: 94ff).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Jahre 2006 wurden von der UNWTO rund 846 Millionen internationale Touristenankünfte registriert. 584 Billionen Euro Einnahmen bilden 9,9% des Weltsozialproduktes und 8,4% der weltweiten Arbeitsplätze. Bis 2020 sollen die intern. Touristenankünfte laut UNWTO konstant um jährlich 4% auf 1,5 Milliarden anwachsen und der Anteil am Sozialprodukt auf 10,5% steigen (UNWTO 2008; World Travel & Tourism Council 20081).

Die räumliche Verteilung der internationalen Ankünfte konzentriert sich hauptsächlich auf die Industrienationen. Wie in Tabelle 1 zu sehen ist, fielen 2006 fast 2/3 aller Ankünfte auf Europa und Nordamerika. Der Nahe Osten (hier: Middle East) und Afrika haben mit jeweils knapp 5% die geringsten Zuströme internationaler Touristen, zeigen jedoch zusammen mit Asien die höchsten Wachstumsraten auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Haupteinreisegründe für das Jahr 2006 werden in Abbildung 2 dargestellt. Dabei ist zu erkennen, dass über 50% aller Ankünfte dem Freizeit-, Urlaubs- und Erholungstourismus zufallen. Die Kategorie Besuch von Freunden und Verwandten, Religionstourismus und Sonstige ist zu 27% Haupteinreisegrund. Weitere 16% geben geschäftliche Angelegenheiten als Einreisegrund an, 6% wurden nicht näher spezifiziert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Tourismus ist also in den letzten 50 Jahren zu einem global enorm wichtigen Wirtschaftszweig herangewachsen, welcher Job- und Entwicklungsmotor für ganze Regionen darstellen und einen wichtigen Teil zum Sozialprodukt eines Landes beitragen kann. Gerade die Staaten Afrikas und Asiens, sowie der Nahe Osten haben in den letzten 10 Jahren die größten Wachstumsraten verzeichnen können und sehen im Ausbau ihrer touristischen Destinationen einen entscheidenden Faktor zur Reduzierung der Armut (Lipman 2008; Gormsen 1996: 11). Teile der Arabischen Welt wiederum sehen sich jüngst einem anhaltenden Imageverlust ausgesetzt, der durch die Anschläge des 11. September 2001 und den andauernden „Krieg gegen den Terror“ ausgelöst wurden. Die Sicherheitslage, beziehungsweise das mediale Abbild dieser, hat einen enormen Stellenwert bei der Wahl des Urlaubsortes. Länder die überwiegend auf westliche Zielgruppen ausgerichtet waren, mussten herbe Besucherrückgänge hinnehmen (Al-Hamarneh 2004: 342). Die Auswirkung der Sicherheitslage auf den Tourismus in Israel wird in Kapitel 5 nochmals aufgegriffen und am Beispiel erläutert.

Internationaler Tourismus bedeutet aber nicht nur Prosperität und Aufschwung, sondern bringt viele Probleme wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Art mit sich, die an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden. Sicher ist, dass Erkenntnis und Integration dieser Problemfelder in die zukünftigen touristischen Entwicklungspläne, für ein nachhaltiges touristisches Wachstum von zentraler Bedeutung ist (Büro für Technikfolgen 1999).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Tourismus in Israel
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Geographisches Institut )
Veranstaltung
Der Nahostkonflikt - Politische, wirtschaftliche und soziale Hintergründe
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V117549
ISBN (eBook)
9783640200061
ISBN (Buch)
9783640205813
Dateigröße
1396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tourismus, Israel, Nahostkonflikt, Politische, Hintergründe
Arbeit zitieren
Tobias Kauf (Autor), 2008, Tourismus in Israel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117549

Kommentare

  • Gast am 30.6.2013

    Sehr geehrter Tobias Kauf,
    ich bräuchte dringend Ihre Hilfe bei meiner Seminararbeit am Gymnasium! Ich habe das Thema "Tourismus in Israel - eine wirkliche Möglichkeit zur Völkerverständigung?". Bitte schreiben Sie mir doch eine Nachricht auf mein Profil! Vielen Dank!

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Titel: Tourismus in Israel



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