Diese Facharbeit handelt von der Erziehung im Nationalsozialismus am Beispiel der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädel.
Der Nationalsozialismus hat nicht nur die Deutsche Geschichte stark geprägt, sondern auch die damaligen Kinder und Jugendliche, dessen Erziehung zur Zeit des Dritten Reiches auf Antisemitismus und Totalitarismus basierte und daher gravierende Auswirkungen auf die Jugend hatte.
Jugendliche, die Mitglied in den Jugendorganisationen, wie der Hitlerjugend oder dem Bund Deutscher Mädel, waren, wurden auf die Volksgemeinschaft, die Hitler immer propagierte, eingeschworen, da man in ihnen die Zukunft des Dritten Reiches sah. Hitlers Ziel war es eine gesunde, reinrassige Gesellschaft zu erzeugen, die sich dem Führer unterordnet. Er setzte großen Wert darauf, den Kindern und Jugendlichen beizubringen, wer der Feind ist, die Juden und Kommunisten, die keine gleichwertigen Menschen wären, sondern Untermenschen, die es zu vernichten galt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Erziehungsprinzipien im Dritten Reich
2.1 Hitlers Erziehungsziele
2.2 Baldur von Schirachs Gebrauchspädagogik
3. Erziehung in den NS- Jugendverbänden
3.1 Erziehung in der Hitlerjugend
3.2 Erziehung im Bund Deutscher Mädel
4. Zeitzeugenberichte zwischen Faszination und Traumata
4.1 Reeducation
5. Vergleich NS-Erziehung und Erziehung des 21. Jahrhunderts
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das totalitäre Erziehungssystem im Nationalsozialismus am Beispiel der Hitlerjugend (HJ) und des Bundes Deutscher Mädel (BDM). Ziel ist es, die ideologische Beeinflussung der Jugend zu analysieren, ihre Auswirkungen zu verstehen und diese Erziehungsmethoden kritisch mit heutigen pädagogischen Standards zu vergleichen, um die These zu prüfen, ob die NS-Erziehung tatsächlich dem Wohle des Volkes diente.
- Die ideologischen Grundlagen der NS-Erziehung nach Hitler und Schirach.
- Die organisatorische Struktur und erzieherische Praxis in HJ und BDM.
- Die psychologischen Auswirkungen und langfristigen Traumata bei Zeitzeugen.
- Der Kontrast zwischen autoritärer NS-Ideologie und heutiger demokratischer Erziehung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Hitlers Erziehungsziele
„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden“1. Das waren Adolf Hitlers Worte zu seiner zweckentsprechenden Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu der Zeit des Nationalsozialismus. Dabei lag der Schwerpunkt seiner Erziehung auf der „Entwicklung der kollektiven Volkspersönlichkeit“ 2, die innerhalb streng definierter rassischer und ideologischer Kriterien liegen sollte. Seiner Meinung nach, war die rassische Qualität des Menschen eine wichtige Voraussetzung für die geistige Leistungsfähigkeit. Hitler wiederholte oft in seiner Propagandaschrift „Mein Kampf“ (vgl. Abb. 1), dass er eine neue Orientierung in der Erziehung fordert. Damit meinte er eine „Verlagerung von einem akademischen zu einem eher physischen Ansatz“3, von dem er glaubt, er sei notwendig für die Schaffung des zukünftigen völkischen Staates.
Die gesamte Bedeutung der Erziehung lag in der entscheidenden Rolle, eine Herrenrasse zu schaffen, die in der Lage sein würde, Entscheidungen zu treffen, die die Zukunft des Dritten Reiches bestimmen würde. Dies unterstrich ebenfalls Baldur von Schirach in seiner Rede mit „Ihr seid das kommende Deutschland…wie ihr es jetzt seid als deutsche Jugend, als unsere ganze Hoffnung, als unseres Volkes Zuversicht und unser Glaube…meine Jungen, ihr seid die lebenden Garanten Deutschlands, ihr seid das lebende Deutschland der Zukunft…ihr seid unseres Volkes Weiterleben…“4.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas, stellt die Forschungsfrage nach dem Nutzen der NS-Erziehung für das Volk und skizziert das Vorgehen der Arbeit.
2. Allgemeine Erziehungsprinzipien im Dritten Reich: Dieses Kapitel erläutert Hitlers ideologische Vorgaben zur physischen Erziehung und Baldur von Schirachs pädagogisches Konzept der Gebrauchspädagogik.
3. Erziehung in den NS- Jugendverbänden: Der Abschnitt detailliert die Strukturen der Hitlerjugend und des Bundes Deutscher Mädel sowie deren spezifische erzieherische Schwerpunkte für Jungen und Mädchen.
4. Zeitzeugenberichte zwischen Faszination und Traumata: Hier werden die zwiespältigen Erfahrungen der damaligen Jugendlichen, die zwischen Faszination für die Gemeinschaft und langfristigen psychischen Traumata schwankten, sowie die Nachkriegs-Reeducation analysiert.
5. Vergleich NS-Erziehung und Erziehung des 21. Jahrhunderts: Ein Gegenüberstellen der damaligen kollektiven, harten Erziehungsmethoden mit modernen, individuellen und demokratischen Erziehungsansätzen.
6. Fazit: Das Fazit widerlegt die nationalsozialistische Behauptung, die Erziehung habe dem Wohle des Volkes gedient, und konstatiert stattdessen eine bewusste Instrumentalisierung der Jugend.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Hitlerjugend, Bund Deutscher Mädel, Erziehung, Gebrauchspädagogik, Volksgemeinschaft, Totalitarismus, Ideologie, Drill, Zeitzeugen, Trauma, Reeducation, Diskriminierung, NS-Pädagogik, Jugendverbände
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit untersucht, wie der Nationalsozialismus Kinder und Jugendliche in der Hitlerjugend und dem Bund Deutscher Mädel indoktriniert und instrumentalisiert hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die Erziehungsprinzipien, die pädagogische Rolle von Baldur von Schirach sowie die psychischen Langzeitfolgen der NS-Erziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Überprüfung der These, ob die NS-Erziehung zum Wohle des Volkes stattfand, sowie der Vergleich dieser Methoden mit Erziehungsstandards des 21. Jahrhunderts.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse historischer Literatur, Quellen und Zeitzeugenberichte zur NS-Pädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Erziehungsziele, die praktische Umsetzung in den Verbänden und die anschließende kritische Reflexion anhand von Zeitzeugenberichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Hitlerjugend, Gebrauchspädagogik, Instrumentalisierung und Traumata.
Welche Bedeutung hatte das Leitmotiv "Erlebnis" in der Gebrauchspädagogik?
Das Erlebnis diente dazu, Gemeinschaft nicht theoretisch zu lehren, sondern durch emotionale Gruppenaktivitäten und außerschulisches Leben unhinterfragbar erfahrbar zu machen.
Was unterscheidet die Erziehung im BDM von der in der Hitlerjugend?
Während bei der HJ militärischer Drill und Vorbereitung auf den Krieg dominierten, lag der Fokus beim BDM primär auf der hauswirtschaftlichen Vorbereitung für die zukünftige Mutterrolle.
Wie wirkte sich die NS-Erziehung langfristig auf Zeitzeugen aus?
Die autoritären Methoden führten oft zu schwerwiegenden Traumata, die sich durch Ängste, Depressionen und Schwierigkeiten bei der persönlichen Identitätsbildung bis ins hohe Alter äußern können.
Wozu diente die "Reeducation" nach dem Krieg?
Die Reeducation war ein Versuch, die deutsche Bevölkerung und insbesondere die Jugend von der nationalsozialistischen Ideologie zu befreien und demokratische Verhaltensweisen zu fördern.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Erziehung im Nationalsozialismus am Beispiel der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1175572