Die Arbeit setzt sich mit den Kommunikationsmechanismen alternativer Medien im Rahmen ihrer Berichterstattung in den sozialen Medien auseinander. Wie kommunizieren alternative Medien? Wodurch zeichnet sich ihre Kommunikation aus? Stehen dabei die Wirkungsmechanismen im Vordergrund, die die Kommunikation sowie die Botschaften alternativer Medien besonders erfolgreich macht beziehungsweise machen.
Falschmeldungen verbreiten sich in den sozialen Medien schneller und weitreichender als in den konventionellen Medien. Dabei bieten sie jedem Medienkonsumenten mit wenigen Klicks die Möglichkeit, zum Medienproduzenten und -verbreiter zu werden.
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, welche Kommunikationsmechanismen alternative Medien in den sozialen Medien nutzen beziehungsweise welche Merkmale ihrer Kommunikation im Rahmen der Corona-Berichterstattung erfolgreich macht. Dieses Ziel wird mit einer quantitativen Inhaltsanalyse von 319 Facebook-Posts von drei unterschiedlich einzugruppierenden alternativen Medien erfüllt.
Zunächst wird die Methodik der Untersuchung beschrieben. Dabei wird die zugrunde liegende Theorie sowie deren Herleitung vorgestellt sowie die angewandte Forschungsmethode erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich anschließend mit dem konkreten Forschungsvorgehen. Hier werden zunächst relevante Begriffe definiert und voneinander abgegrenzt sowie der konkrete Forschungsgegenstand und Zeitraum thematisiert. Darauffolgend werden die Hypothesen aufgestellt sowie ihre Relevanz für diese Forschungsarbeit dargestellt. Kapitel 4 zeigt die konkreten Ergebnisse der Untersuchung im Rahmen einer Evaluation auf, welche in Kapitel 5 noch einmal abschließend zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 METHODIK
2.1 THEORIE UND HERLEITUNG
2.1.1 Relevanz und Macht der Öffentlichkeit
2.1.2 Die drei Ebenen von Öffentlichkeit
2.2 FORSCHUNGSMETHODE
3 KONZEPT UND FORSCHUNGSVORGEHEN
3.1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
3.1.1 Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit
3.1.2 Alternative Medien
3.1.3 Faktor „Erfolg“ in der Kommunikation
3.2 FORSCHUNGSGEGENSTAND UND -ZEITRAUM
3.2.1 Forschungsgegenstand
3.2.2 Forschungszeitraum
3.3 HYPOTHESEN
3.3.1 Hypothese 1: Verwendung von Bildern und Videos
3.3.2 Hypothese 2: Textlänge
3.3.3 Hypothese 3: Verwendung von Ausrufezeichen
3.3.4 Hypothese 4: Abwertung von Personen
3.3.5 Hypothese 5: Themenverknüpfung
3.3.6 Hypothese 6: Abwertung klassischer Medien
3.3.7 Hypothese 7: Bezug auf Experten
4 ERGEBNISSE
4.1 HYPOTHESE 1: VERWENDUNG VON BILDERN UND VIDEOS
4.2 HYPOTHESE 2: TEXTLÄNGE
4.3 HYPOTHESE 3: VERWENDUNG VON AUSRUFEZEICHEN
4.4 HYPOTHESE 4: ABWERTUNG VON PERSONEN
4.5 HYPOTHESE 5: THEMENVERKNÜPFUNG
4.6 HYPOTHESE 6: ABWERTUNG KLASSISCHER MEDIEN
4.7 HYPOTHESE 7: BEZUG AUF EXPERTEN
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kommunikationsmechanismen alternativer Medien in sozialen Netzwerken während der Corona-Pandemie, um zu identifizieren, welche inhaltlichen und formalen Strategien deren Berichterstattung erfolgreich machen.
- Analyse der Verbreitungsmechanismen alternativer Medien
- Einfluss von polarisierenden Inhalten und Stilmitteln
- Rolle der Abwertung politischer Akteure und klassischer Medien
- Verknüpfung der Pandemie mit anderen gesellschaftspolitischen Themen
- Evaluation von Engagement-Faktoren in Facebook-Posts
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit
Die Begriffe Öffentlichkeit, Öffentliche Meinung und Medienöffentlichkeit wurden – angefangen mit der Theorie von Jürgen Habermas „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ in den 1960er Jahren – in zahlreichen Theorien und Konzepten in verschiedenen Fragestellungen der Sozialwissenschaften erörtert (Habermas 1990). Über den Begriff der Öffentlichkeit wird seither diskutiert; er weist jedoch keine klare Definition auf (Hohendahl 2000: 3). Dieser Forschungsarbeit stützt sich auf die Definition von Öffentlichkeit nach Gerhards und Neidhardt, die unter Öffentlichkeit ein ausdifferenziertes Kommunikationssystem verstehen, „[…] dessen Funktion darin besteht, zwischen den Meinungen und Interessen der Bürger und der kollektiven Akteure einer Gesellschaft einerseits und dem politischen System andererseits zu vermitteln.“ (Gerhards/Neidhart 1990: 1). Die Gegenöffentlichkeit stellt den Gegenpol der Öffentlichkeit dar und wird im Rahmen seiner Entstehung mit den Protest-, Befreiungs- und Studentenbewegungen der 1960er Jahre in Verbindung gebracht (Hillmann 1994: 607). Bis heute richtet sich die Gegenöffentlichkeit gegen das gegenwärtige politische System, welches unter anderem mithilfe von Massenmedien geprägt und legitimiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz der Meinungsfreiheit in Krisenzeiten und Darstellung der Forschungsfrage zu Kommunikationsmechanismen alternativer Medien.
2 METHODIK: Theoretische Herleitung des Begriffs der Öffentlichkeit nach Gerhards und Neidhardt sowie Erläuterung der quantitativen Inhaltsanalyse als Forschungsmethode.
3 KONZEPT UND FORSCHUNGSVORGEHEN: Definition relevanter Begrifflichkeiten, Vorstellung des Forschungsgegenstands sowie Operationalisierung der sieben zu prüfenden Hypothesen.
4 ERGEBNISSE: Präsentation und Evaluation der erhobenen Daten aus 319 Facebook-Posts hinsichtlich der aufgestellten Hypothesen.
5 FAZIT: Abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und Interpretation der Kommunikationsstrategien alternativer Medien im Kontext der Pandemie.
Schlüsselwörter
Alternative Medien, Corona-Pandemie, Soziale Medien, Facebook, Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit, Inhaltsanalyse, Kommunikationsmechanismen, Polarisierung, Fake-News, Journalismus, Massenmedien, Engagement, Hypothesenprüfung, Krisenkommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, welche Kommunikationsmechanismen alternative Medien in sozialen Netzwerken nutzen, um ihre Botschaften während der Corona-Pandemie erfolgreich zu verbreiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Methoden alternativer Medien, durch bewusste Themenverknüpfung, Stilmittel und Abwertungsstrategien das Engagement der Nutzer auf Facebook zu steigern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Merkmale und Wirkungsmechanismen zu identifizieren, die zur erfolgreichen Verbreitung von Beiträgen alternativer Medien im Rahmen der Corona-Berichterstattung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin bedient sich der quantitativen Inhaltsanalyse, um eine Stichprobe von 319 Facebook-Posts systematisch zu codieren und auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und das Forschungskonzept definiert, gefolgt von der Aufstellung der Hypothesen und der detaillierten Auswertung der Ergebnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen alternative Medien, Gegenöffentlichkeit, Erfolgsfaktoren der Kommunikation, Inhaltsanalyse sowie systemkritische Berichterstattung.
Wie definiert die Autorin den „Erfolg“ einer Kommunikation auf sozialen Plattformen?
Erfolg wird über eine gewichtete Kennzahl definiert, die Reaktionen (20%), Kommentare (30%) und Teilungen (50%) in das Verhältnis setzt, wobei Teilungen als stärkste Form des Engagements gewertet werden.
Welche Rolle spielt die Themenverknüpfung bei den untersuchten Beiträgen?
Die Themenverknüpfung ist ein wesentliches Instrument; die Arbeit zeigt, dass Posts, die die Corona-Pandemie mit Themen wie einer drohenden Wirtschaftskrise oder der Flüchtlingskrise verknüpfen, signifikant erfolgreicher sind.
Konnten alle aufgestellten Hypothesen durch die Untersuchung bestätigt werden?
Nein, es konnten vier von sieben Hypothesen bestätigt werden. Während beispielsweise die Textlänge und die Verwendung von Ausrufezeichen einen positiven Effekt auf den Erfolg hatten, konnte dies für die Bild- und Videoart sowie den Bezug auf Experten nicht nachgewiesen werden.
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- M.A. Andrea Schmitz (Author), 2020, Kommunikation während der Corona-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1175588