Im Jahr 2015 wurde unter dem Namen „Mietpreisbremse“ ein Gesetz entwickelt, das die Mieten in den Ballungsräumen sichern und dafür sorgen soll, diese dort nicht mehr unbegrenzt erhöhen zu können. Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dem Thema des Mietrechtsnovellierungsgesetzes 2015 und der damit umgesetzten “Mietpreisbremse” auseinander. Im Fokus dieser Hausarbeit stehen besonders die Vor- und Nachteile, die die Mietpreisbremse umfasst.
Die deutschen Universitäten in den Universitätsstädten wie München, Frankfurt oder auch Köln erfreuen sich höchster Beliebtheit, sodass unter anderem auch die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt wächst. Das Problem ist, dass die Nachfrage an kleinen Wohnungen durch das Angebot nicht abgedeckt wird. Aufgrund dessen gibt es oft sehr viele Bewerber auf eine Wohnung oder auf ein Zimmer, sodass in ganz Deutschland die Mietzinsen für ein WG-Zimmer im Durchschnitt um etwa 7 %, innerhalb eines Jahres, gestiegen sind.
Die Wohnungsnot in Ballungsgebieten ist jedoch nicht nur für junge Leute ein Problem, sondern auch für einen Großteil der deutschen Mietbevölkerung. Passende Wohnungen in der Innenstadt können sich immer weniger Menschen leisten. Insbesondere Familien und Menschen mit niedrigen Einkommen ziehen immer häufiger in Randbezirke. Das führt dazu, dass die Vielfalt und Kreativität vieler deutscher Städte immer weiter zerstört wird. Dem soll mit Hilfe eines Gesetzes entgegengewirkt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Definition „Mietpreisbremse“
2.2 Anlass des Gesetztes
2.3 Ziel der Mietpreisbremse
3. Vor und Nachteile an der Mietpreisbremse
3.1 Vorteile der Mietpreisbremse
3.2 Nachteile der Mietpreisbremse
4. Verbesserungsmöglichkeiten gegen die Mietpreisentwicklung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Mietrechtsnovellierungsgesetz 2015 und die damit eingeführte „Mietpreisbremse“, um deren Wirksamkeit bei der Begrenzung steigender Mieten in Ballungsräumen sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile kritisch zu analysieren.
- Grundlagen des Mietrechtsnovellierungsgesetzes
- Analyse der Beweggründe für die Einführung der Mietpreisbremse
- Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten
- Kritische Würdigung der Ausnahmeregelungen
- Entwicklung von Lösungsansätzen zur Wohnungsnot
Auszug aus dem Buch
3.1 Vorteile der Mietpreisbremse
Da die deutschen Ballungszentren einen großen Zuzug verzeichnen lassen, ohne dass die Städte und deren Wohnungsangebote darauf vorbereitet wurden, gibt es in diesen Städten ein erhöhtes Angebotsdefizit an bezahlbarem Wohnraum.16
Um auch Gering- und Normalverdienern eine angemessene Versorgung in den Städten bieten zu können, hat zu Ihrem Vorteil, die Bundesregierung das Gesetz der Mietpreisbremse erlassen. Das Gesetz wirkt dem Angebotsdefizit an bezahlbarem Wohnraum entgegen, in dem eine Mietobergrenze von 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete, in Gegenden mit angespanntem Wohnungsmarkt, für Neuvertragsmieten, festgesetzt wurde.
Ein Vorteil, welcher durch die Kappung der Neuvertragsmieten entstanden ist, ist, dass die ortsüblichen Vergleichsmieten schwächer ansteigen, als es bislang der Fall war.17 Dies zeigt eine Studie von Holm et al. (2018), bei der man zu dem Ergebnis kam, dass rund 17% der Mieten von 44 deutschen Großstädten, welche die Mietpreisbremse eingeführt haben, durch diese geringer ausfallen als zuvor.18
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Wohnungsnot in deutschen Universitätsstädten und führt in die Problematik ein, die zur Einführung der Mietpreisbremse im Jahr 2015 führte.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Mietpreisbremse rechtlich, erläutert den Anlass des Gesetzes und legt die Zielsetzung zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums für einkommensschwache Schichten dar.
3. Vor und Nachteile an der Mietpreisbremse: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Argumente für die Maßnahme sowie der Kritikpunkte, wie etwa Umgehungsmöglichkeiten durch Ausnahmen oder kontraproduktive Markteffekte.
4. Verbesserungsmöglichkeiten gegen die Mietpreisentwicklung: Das Kapitel diskutiert alternative Lösungsansätze, insbesondere die stärkere Förderung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus und eine effektivere Vergabe von Wohnberechtigungsscheinen.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die Mietpreisbremse insgesamt als gescheitert und betont, dass eine nachhaltige Entlastung des Wohnungsmarktes nur durch den verstärkten Neubau von Wohnraum erreicht werden kann.
Schlüsselwörter
Mietpreisbremse, Mietrechtsnovellierungsgesetz, Wohnungsmarkt, Ballungszentrum, Mietzins, Angebotsdefizit, soziale Selektion, Neuvertragsmieten, Wohnungsnot, Wohnberechtigungsschein, Mietenbegrenzung, Immobilienmarkt, Investitionsanreize, Wohnungsbau, Vergleichsmiete
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der „Mietpreisbremse“, die 2015 als Teil des Mietrechtsnovellierungsgesetzes in Deutschland eingeführt wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Begründung des Gesetzes, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Miethöhenregelung, die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sowie die Identifikation von Schwachstellen und Umgehungsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Mietpreisbremse kritisch zu hinterfragen und aufzuzeigen, warum sie in der aktuellen Praxis hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien und rechtlicher Grundlagen zur Mietpreisregulierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Grundlagen, eine detaillierte Gegenüberstellung von Vorteilen und Nachteilen des Gesetzes sowie die Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für die Wohnungspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mietpreisbremse, Angebotsdefizit, Ballungsgebiete und Wohnungsnot geprägt.
Warum wird die Mietpreisbremse als gescheitert angesehen?
Der Autor führt an, dass die zahlreichen Ausnahmeregelungen das Gesetz leicht umgehbar machen und es primär jenen hilft, die bereits über ein stabiles Einkommen verfügen, statt einkommensschwache Gruppen effektiv zu schützen.
Welche Rolle spielt der Wohnberechtigungsschein in den Lösungsansätzen?
Der Autor schlägt vor, die Vergabe und regelmäßige Überprüfung von Wohnberechtigungsscheinen zu verschärfen, um sicherzustellen, dass öffentlich geförderter Wohnraum auch tatsächlich von bedürftigen Personen genutzt wird.
- Quote paper
- Nina Pichler (Author), 2019, Die Mietpreisbremse. Pro und Contra, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1175622