Einsatz von Serious Games zur Förderung von Motivation und Leistung im beruflichen Kontext


Hausarbeit, 2020

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einsatz von Serious Games zur Förderung von Motivation und Leistung im beruflichen Kontext

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Reflexion zu Spielsituation und Lernerfolg
2.1 Digitalisiertes Lager – Herausforderungen für Logistikmitarbeiter
2.2 Bericht über die eigene Entwicklung der Lagerhalle im Spiel
2.3 Die zentralen Erkenntnisse aus dem Spiel
2.4 Wahrnehmung der Spielumgebung in Bezug auf die Realität
2.5 Situationen mit Auswirkungen auf das Spielerlebnis
2.6 Diskussion über die verschiedene Feedbackformen im Spiel

3 Wissenschaftliche Diskussion zu Erfolgsfaktoren von Serious Games
3.1 Gestaltung einer lernbasierten Spielumgebung in Serious Games
3.1.1 Gamificaton und seine Wirkung auf Motivation und Leistung
3.1.2 Wahl geeigneter Spiel-Design-Elemente
3.2 Erfahrungsbasiertes Lernen mit Serious Games

4 Vorschläge zur Verbesserung und/oder Erweiterung von Serious Games für die operative Logistik

5 Zusammenfassung und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Achtung: Hier ist ein Abschnittswechsel eingefügt! Dieser Text ist verborgen

1 Einleitung

„It is a paradoxical, that many educators and parents still differentiate between a time for learning and a time for play without seeing the vital connection between them.“

(L. Buscaglia)

Spiele werden aufgrund ihrer Eigenschaft Lehrinhalte spielerisch zu vermitteln, schon längst nicht mehr als nur reine Unterhaltungsspiele angesehen. Serious Games eignen sich zum Einsatz in Unternehmen, um Mitarbeiter auf neue, noch unbekannte berufliche Situationen vorzubereiten. Das hat Vorteile für beide Seiten. Unternehmen können hohe Schulungskosten vermeiden und ihren Mitarbeitern einen geschützten Lernraum schaffen, ohne Risiken tragen zu müssen. Mitarbeiter können spielerisch Erfahrungskompetenzen aufbauen. Menschen spielen Spiele, weil sie gerne lernen [Breitlauch 2015]. So können Lehrinhalten zu komplizierten Prozessen und Zusammenhängen sowie neuen Technologien und Arbeitsabläufen, eine unterhaltsame Bedeutung verliehen werden, sodass Mitarbeiter zur Aufnahme von Lerninhalten motiviert werden und dabei Spaß verspüren.

Der erste Teil des Portfolios beschreibt den Prozess der Reflexion über die eigene Spielerfahrung und Lernerfolg mit dem Serious Game „***“, das für den Einsatz in der Logistik entwickelt wurde. Zusätzlich wird die Wahrnehmung der Spielumgebung, des Spielerlebnisses und verschiedener Spiel-Design-Elemente in Bezug auf Feedbacksysteme beschrieben und bewertet. Im zweiten Teil erfolgt eine wissenschaftliche Diskussion über Erfolgsfaktoren von Serios Games. Neben der Wirkung auf die Motivation und Leistung wird das erfahrungsbasierte Lernen durch Serious Games betrachtet. Das Ziel dieses Portfolios ist es, die Entwicklung von Serious Games voranzutreiben.

2 Reflexion zu Spielsituation und Lernerfolg

2.1 Digitalisiertes Lager – Herausforderungen für Logistikmitarbeiter

Ein stark digitalisiertes Lager zeichnet sich durch einen hohen Grad an Mensch-Maschine-Interaktion aus. Intelligente und autonome Systeme treffen auf Menschen. Fahrerlose Transportfahrzeuge, Roboter-Schwärme und künstliche Intelligenzen steigern die Produktivität und gestalten Lagerprozesse schneller und robuster. Der Logistikmitarbeiter überwacht dabei lagerlogistische Prozesse und steuert den Materialfluss. Durch Sensoren der Roboter werden kontinuierlich Daten erfasst und vom Logistikmitarbeiter im Hinblick auf die Optimierung der Prozessabläufe analysiert. Am Wareneingang und -ausgang muss der Mitarbeiter mit einem Bluetooth verbundenen Barcodescanner Scanvorgänge durchführen, wenn das RFID Gate ausfällt oder bestimmte Sendungen für das Gate nicht geeignet sind. Wenn der Grund für den Ausfall ein fehlerhafter Barcode ist, kann er mit einem an ihm mitgeführten mobilen Drucker Etiketten ausdrucken und auf das entsprechende Packstück befestigen. Bei Bedarf müssen größere Packstücke vom Fließband auf das fahrerlose Transportfahrzeug gestellt werden. Zusätzlich muss der Mitarbeiter auf Störungen und Fehlersignale der Fahrzeuge reagieren. Wartungen und Reparaturen müssen umgehend durchgeführt werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass sich alle mobilen Geräte, die nicht im Einsatz sind an den Aufladestationen befinden.

Durch neue Formen der Arbeitsorganisation entstehen neue Herausforderungen für die Logistikmitarbeiter. Die Mitarbeiter arbeiten eng mit autonomen Systemen zusammen, überwachen sie und werden durch Roboter durch die Lagerhalle geführt z.B. durch ein visuelles Signal am exakten Standort und Berechnung einer optimalen Route zu den passenden Lagerplätzen. Die Mitarbeiter müssen in der Lage sein, Smart Devices problemlos bedienen zu können, um eine kontinuierliche Interaktion sicherzustellen. Außerdem kommt auf die Mitarbeiter eine große Menge an gesammelten Daten hinzu, die am Computer analysiert und ausgewertet werden müssen. Der Logistikmitarbeiter arbeitet also nicht nur in der Halle, sondern auch stationär im Büro und muss zwischen den beiden Bereichen springen. In diesem, sich ständig bewegten Umfeld müssen sich die Mitarbeiter kontinuierlich weiterbilden, um die vernetzte Lagerhalle verstehen zu können und so auf unterschiedliche Situationen angemessen reagieren zu können.

Mit fortschreitender Technologie wachsen auch die Kompetenzanforderungen an die Logistikmitarbeiter. Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein Logistikmitarbeiter besitzen muss, ist die Anpassungsfähigkeit an den immer schneller werdenden technologischen Fortschritt. Die Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft selbständig zu lernen und Engagement zur kontinuierlichen Weiterbildung. Analysekompetenz hilft dem Logistikmitarbeiter eine große Menge an Daten zu analysieren, auszuwerten und eine richtige Entscheidung in Hinblick auf ein Problem zu treffen. Außerdem ist in einer dezentral gestalteten Arbeitsumgebung die Selbstständigkeit notwendig, die eigene Organisation am Arbeitsplatz zu gestalten. Technologisches Know-How sowie Technikvermögen gehören zu den Grundvoraussetzungen eines Logistikmitarbeiters in einem stark digitalisierten Lager. Eigeninitiative, Flexibilität sowie soziale Kompetenz runden das Profil des Logistikmitarbeiters ab.

2.2 Bericht über die eigene Entwicklung der Lagerhalle im Spiel

„***“ ist eine kreativwirtschaftliche Entwicklung einer spielbasierten Lernumgebung für die Logistik. Für die Mitarbeiter der operativen Logistik wird dabei ein Kompetenz- und spielbasierter Weiterbildungsansatz entwickelt. Das Serious Game wurde in einem Zeitraum von ca. vier Stunden an einem Tag absolviert. Insgesamt wurden drei Spielrunden gespielt. Die ersten beiden Spielrunden dauerten jeweils 45 Minuten, während die dritte Spielrunde nur 30 Minuten ging. Jede Spielrunde wurde unmittelbar mit einer selbstreflektierenden Umfrage zum eigenen Lernverhalten abgeschlossen. Vor dem Beginn der Spielrunden gab es keine konkrete Anleitung wie das Spiel zu spielen ist, da die Gestaltung der Lagerhalle einen sehr großen Handlungsspielraum lässt. Zur Einführung wurde eine Abbildung der Gamesteuerung vorgelegt sowie eine Liste relevanter Kennzahlen zur Steuerung und Optimierung der lagerlogistischen Prozesse in der Lagerhalle.

Die erste Spielrunde habe ich vor allem zur Orientierung und zum Kennenlernen der neuen und für mich unbekannten Spielumgebung genutzt. Dabei bin ich durch die Lagerhalle gelaufen und mir ein Gesamtbild der Lagerhalle verschafft. Ich habe das Büro des Besitzers der Lagerhalle erkundet sowie den Computer mit verschiedenen Programmen wie z.B. PROPHET genauer angeschaut. Anschließend habe ich mich auf die Suche nach dem Scanner gemacht. Erst nach der dritten oder vierten Runde durch die Lagerhalle konnte ich den Scanner finden. Nach dem ersten kleinen Erfolgt folgte die nächste Herausforderung, nämlich den Scanner zu greifen. Aufgrund von Schwierigkeiten im Umgang mit der Keyboard Steuerung hat sich das Ganze etwas mehr in die Länge gezogen als ursprünglich geplant. Als Ergebnis der ersten Spielrunde befand sich in meiner Lagerhalle nur ein Transportband mit einer Kiste zum Scannen im Wareneingang.

Ich habe mich bewusst dazu entschieden in der ersten Spielrunde die Zeit zu nutzen um die Lagerhalle besser kennenzulernen, Funktionen zu entdecken und mit der Keyboardsteuerung umzugehen zu lernen. Meine Idee dabei war, dass wenn ich mich am Anfang mit dem Spiel vertraut mache, ich die nächsten Runden ausschließlich dazu nutzen werde aktiv die Lagerhalle auszubauen und zu gestalten, ohne Verzögerungen durch mangelnde Kenntnisse der Spielsteuerung. Ein Vorteil ist, dass durch die Aneignung von neun Kenntnissen und Fähigkeiten, ein schnelles Vorankommen in den nächsten Runden gesichert werden kann. Ein Nachteil im Hinblick auf den Ausbau der Lagerhalle ist, dass ich in der ersten Spielrunde nur sehr langsam bis gar nicht weitergekommen bin.

In der zweiten Spielrunde kam ich mit dem Ausbau meiner Lagerhalle mehr voran. Ich habe mich dazu entschlossen zuerst den Wareneingang zu gestalten. Am Computer im Büro des Lagerbesitzers habe ich weitere Transportbänder gekauft, um mehr Waren annehmen zu können. Bald befanden sich am Wareneingang Mitarbeiter, die die Waren einscannten. Da die Ware gelagert werden muss, machte ich mich wieder auf den Weg ins Büro und bestellte eine Menge verschiedener Regale. Ich arbeitete mich bis zum Warenausgang durch, für welchen ich wie für den Wareneingang mehrere Transportbänder einrichtete. Zwischendurch musste ich zum Wareneingang, wenn z.B. ein Mitarbeiter in die Pause wollte und ich ihn vertreten habe oder ein Etikett am Packstück nicht lesbar war. Kurz vor dem Ende der zweiten Spielrunde kaufte ich Tablets und führte ein Computer Upgrade durch und überprüfte über das Programm PROPHET den Status meiner Lagerhalle.

Um nicht durcheinander zu kommen, habe ich mich dazu entschieden zuerst den Wareneingang auszubauen, dann das eigentliche Lager und zum Schluss den Warenausgang. Zur Steigerung des Durchsatzes am Warenausgang habe ich mich für das Tablet entschieden. Ein Vorteil war, dass deutlich mehr Pakete/min gescannt werden konnten. Außerdem war die Kommissionierung ausgelastet. Ein Nachteil war, dass sich am Wareneingang ein Warenstau gebildet hat, weil die Packstücke nicht so schnell in den Lagerbereich transportiert werden konnten. Zusätzlich musste ich nun öfter in den Wareneingang, um zu scannen und ein neues Etikett zu drucken, da mehr Mitarbeiter da waren, was aber mit dem Tablet deutlich schneller ging, sodass ich wieder ins Büro gehen konnte um den Durchsatz zu überprüfen.

Für die dritte Spielrunde habe ich mir vorgenommen die Einlagerung schneller zu gestalten, damit sich die Waren zwischen dem Wareneingang und der Einlagerung nicht mehr stauen. Im Büro angekommen, bestellte ich zwei liniengeführte fahrerlose Transportfahrzeuge und ein FTF mit freier Navigation für die Einlagerung. Dadurch, dass es jetzt mit der Einlagerung viel schneller voran ging, entschied ich mich dazu weitere Transportbänder am Wareneingang und am Warenausgang aufzustellen. Jetzt musste ich nicht nur nach den Scann Problemen schauen, sondern auch Störungen an den fahrerlosen Transportsystemen beheben z.B. unterbrochene WLAN Verbindung. Jedes Mal entschied ich mich dazu das Problem selbst zu beheben und nicht den Techniker zu bestellen. Am Ende der dritten Spielrunde platzierte ich ein Hochregallager im Lagerbereich.

Alle Entscheidungen, die ich in der dritten Spielrunde bezüglich der Gestaltung der Lagerhalle traf, basierten auf der Beobachtung der Durchsatzrate der Pakete sowie der Auslastungen der jeweiligen Bereiche. Ein Vorteil war, dass mit jedem Zugang der neuen Geräte, der Durchsatz erheblich gesteigert werden konnte. Ein Nachteil im Gegenzug war, dass es mit jedem zusätzlichen Gerät mehr zu tun gab, da noch mehr Probleme vor allem bei den fahrerlosen Transportfahrzeugen auftauchten. Das hat die Spielumgebung spannender aber gleichzeitig auch stressiger gestaltet. Insgesamt hat sich meine Lagerhalle im Vergleich zu der ersten Spielrunde sehr weiterentwickelt und während der zweiten und dritten Spielrunde gab es auch keine Probleme mit der Keyboard Steuerung.

Durch die Beschreibung und die Analyse meines Spielverhaltens sehe ich deutlich eine Tendenz zum Spielertyp „Erforscher“. Innerhalb der Literatur sind vor allem die Spielertypen Taxonomien von Richard A. Bartle (1996) und Yee (2006) am bekanntesten. Bartle (1996) unterscheidet zwischen vier Spielertypen Killers, Achievers, Socialisers und Explorers. Die Achiever sind daran interessiert die Spielwelt zu erobern und nehmen alle Herausforderungen an, um ein immer höheres Level erreichen zu können. Soziale Interaktionen spielen dabei keine wichtige Rolle. Killers sind darauf fokussiert Charaktere im Spiel sowie andere Spieler außer Gefecht zu setzten. Sie wollen mit allen Mitteln ihre Macht demonstrieren. Socializers interagieren gerne mit anderen Spielern und entwickeln gerne Freundschaften während des Spiels. Explorers erwarten vom Spiel überrascht zu werden. Sie interagieren mit der Spielwelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Meine Vermutung ein Explorer zu sein, wurde bestätigt:

[...]

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Details

Titel
Einsatz von Serious Games zur Förderung von Motivation und Leistung im beruflichen Kontext
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
31
Katalognummer
V1175667
ISBN (Buch)
9783346595935
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einsatz, serious, games, förderung, motivation, leistung, kontext
Arbeit zitieren
Inessa Amossowa (Autor:in), 2020, Einsatz von Serious Games zur Förderung von Motivation und Leistung im beruflichen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1175667

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