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Der objektive Konsequentialismus

Woran er scheitert und welche Alternative wir haben

Titel: Der objektive Konsequentialismus

Essay , 2019 , 7 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Sailer (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Konsequentialismus beurteilt den moralischen Wert einer Handlung aufgrund ihrer Konsequenzen. Ob eine Handlung richtig ist, hängt allein davon ab, wie gut ihre Konsequenzen sind. Andrić (2013) definiert den Objektiven Konsequentialismus folgendermaßen: Eine Handlung ist dann und nur dann objektiv richtig, wenn ihre tatsächlichen Konsequenzen mindestens so gut sind wie die tatsächlichen Konsequenzen aller alternativen Handlungen Dies kann allerdings auch Probleme mit sich bringen. Im Folgenden wird bestärkt, dass der Objektivismus scheitert und eine weitere Alternative angebracht, der Perspektivismus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gegen den Objektiven Konsequentialismus und für den Perspektivismus

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schwächen des Objektiven Konsequentialismus, insbesondere im Hinblick auf das sogenannte „Lizenzierungsproblem“, und analysiert, inwieweit der Perspektivismus eine moralphilosophische Alternative bieten kann.

  • Definition und Abgrenzung von objektivem und subjektivem Konsequentialismus
  • Analyse des Lizenzierungsproblems am Beispiel der Ärztin Jill
  • Diskussion der Rolle der Perspektive des Handelnden nach Kiesewetter
  • Kritische Würdigung der praktischen Anwendbarkeit und tadelwürdigen Handlungen
  • Abwägung zwischen ethischen Anforderungen und der Notwendigkeit objektiver Kriterien

Auszug aus dem Buch

Gegen den Objektiven Konsequentialismus und für den Perspektivismus

Kiesewetter (2011) bezieht auch die Perspektive des Handelnden mit ein. Dieser Perspektivismus beruht auf Philosophen wie H.A. Prichard und W.D. Ross, die besagen, dass der Begriff „ought“, also „sollen“, abhängig von der Perspektive des Handelnden ist. Dabei bezieht sich die Perspektive manchmal auf die Überzeugungen, die der Handelnde hat, und manchmal auf die Beweise, die ihm zur Verfügung stehen (Kiesewetter 2011: 1). Er modifiziert ein Beispiel von Jackson (1991: 462f), das sehr ähnlich zu dem Doktor Beispiel von Andrić ist:

Imagine a doctor who is faced with a patient's disease that she knows will lead to death unless treated shortly. Two possible treatments are available: A and B. After careful consideration of the available evidence, the doctor concludes that treatment A will cure the patient, and B will kill him. Unbeknownst to her, however, in fact treatment B is the cure, while A will lead to the patient's death. What ought the doctor to do: give A or give B? (Kiesewetter 2011: 1)

Der Perspektivismus würde sagen, dass der Doktor Medikament A verschreiben sollte, da die Beweise und Überzeugungen des Doktors dafür sprechen, dass dieses Medikament den Patienten heilt, wohingegen der Objektivismus sagen würde, dass der Doktor das Medikament B verschreiben sollte, da es den Patienten tatsächlich heilt. Das Problem ist klar: handelt der Doktor nach seinen Überzeugungen tötet er den Patienten. Um ihn wirklich zu heilen müsste er das Medikament verschreiben, von dem er denkt, dass es ihn tötet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Differenzierung zwischen objektivem und subjektivem Konsequentialismus ein und erläutert anhand des „Lizenzierungsproblems“ die moralischen Dilemmata des Objektivismus.

2. Gegen den Objektiven Konsequentialismus und für den Perspektivismus: Dieses Kapitel diskutiert den Perspektivismus als Ansatz, der die Überzeugungen und Beweislage des Handelnden in den moralischen Entscheidungsprozess einbezieht, um die Schwächen des starren Objektivismus zu adressieren.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Objektive Konsequentialismus an der praktischen Handlungsführung scheitert, weist jedoch gleichzeitig auf die Problematik hin, dass ein rein perspektivistischer Ansatz rechtliche und objektive Maßstäbe gefährden könnte.

Schlüsselwörter

Objektiver Konsequentialismus, Subjektiver Konsequentialismus, Perspektivismus, Lizenzierungsproblem, Moralphilosophie, Ethische Handlungsentscheidung, Handlungsbewertung, Jackson, Andrić, Kiesewetter, Tadelwürdigkeit, Handlungstheorie, Konsequenzenethik, Patientenschutz, Moralische Intuition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Kritik am Objektiven Konsequentialismus und der Frage, ob der Perspektivismus eine theoretisch überlegene Alternative darstellt, um moralisches Handeln zu bewerten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Definition von „Richtigkeitskriterien“ in der Ethik, das sogenannte Lizenzierungsproblem in der Medizinethik sowie die Rolle der Perspektive des Handelnden bei moralischen Entscheidungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Objektive Konsequentialismus aufgrund fehlender praktischer Anwendbarkeit und Widersprüchen zur moralischen Intuition scheitert und eine alternative Perspektive benötigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die auf der Auseinandersetzung mit Fachliteratur (u.a. Andrić, Kiesewetter, Portmore) und der Prüfung von Gedankenexperimenten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unzulänglichkeiten des Objektivismus anhand des Beispiels einer Ärztin, die vor einer Medikamentenwahl steht, und stellt diesen dem Perspektivismus gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Objektiver Konsequentialismus, Perspektivismus, Lizenzierungsproblem und ethische Handlungsbewertung charakterisieren.

Was genau beschreibt das „Lizenzierungsproblem“?

Das Lizenzierungsproblem beschreibt die Schwierigkeit, eine Handlung moralisch zu rechtfertigen, wenn der Handelnde nicht über vollständiges Wissen verfügt, um die objektiv besten Konsequenzen herbeizuführen.

Wie unterscheidet sich der Perspektivismus vom Objektivismus?

Während der Objektivismus den Erfolg einer Handlung rein an den tatsächlichen Konsequenzen misst, bewertet der Perspektivismus das Handeln basierend auf der Beweislage und den Überzeugungen, die dem Handelnden zum Zeitpunkt der Entscheidung zur Verfügung stehen.

Warum wird im Fazit eine vorsichtige Haltung eingenommen?

Obwohl der Perspektivismus die Mängel des Objektivismus gut aufzeigt, gibt der Autor zu bedenken, dass ein System, das rein auf der Perspektive basiert, im rechtlichen Kontext problematisch sein könnte, da es objektive Standards für Gerechtigkeit untergraben würde.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der objektive Konsequentialismus
Untertitel
Woran er scheitert und welche Alternative wir haben
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,7
Autor
Sarah Sailer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
7
Katalognummer
V1176132
ISBN (PDF)
9783346602787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konsequentialismus woran alternative
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Sailer (Autor:in), 2019, Der objektive Konsequentialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1176132
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Leseprobe aus  7  Seiten
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