Shirking und Tanking sind Methoden in der National Basketball League, mit denen ein Team oder Spieler mit nicht maximaler Leistungsanstrengung ein Ziel verfolgt, dass ihm maximale Rendite verspricht. So lohnt es sich für Teams am Ende der Saison, wenn sie es nicht in die Playoffs geschafft haben, einen möglichst schlechten Tabellenplatz zu erreichen, damit sie in den Drafts eine bessere Ausgangsposition haben. Diese Arbeit analysiert das System und die Anreize von Shirking und Tanking und stellt eventuelle Lösungsmöglichkeiten dar.
Die garantierten Vertragsgehälter in der National Basketball Association (NBA) steigen kontinuierlich. Superstars wie Kevin Garnett unterschreiben Langzeitverträge, die eine garantierte Entlohnung von ungefähr 126 Millionen US-Dollar beinhalten. Zweifellos erregt ein solcher Betrag öffentliche Aufmerksamkeit und führt zu einer Analyse der Leistung des Sportlers. Die allgemeine Auffassung ist, dass weniger Aufwand betrieben würde, sobald sie einen langfristigen Vertrag unterschrieben haben. Diese Einbuße der Leistung des Spielers lässt sich auf das sogenannte „shirking“ zurückführen, welches die bewusste Verweigerung eines Arbeitnehmers, seine arbeitsvertragliche Leistung zu erbringen, darstellt. Shirking kann frei mit „Drückebergerei“ übersetzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 ANREIZTHEORIE UND DAS PRINZIPAL – AGENT MODELL
2.2 TURNIERTHEORIE
3. EVIDENZ IN DER NBA
3.1 LANGZEITVERTRÄGE
3.2 DRAFTSYSTEME
4. MAßNAHMEN GEGEN DRÜCKEBERGEREI
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Drückebergerei – unterteilt in das individuelle "Shirking" von Sportlern und das strategische "Tanking" von Teams – in der National Basketball Association (NBA) sowie potenzielle Gegenmaßnahmen.
- Ökonomische Anreizstrukturen und das Prinzipal-Agent-Modell
- Die Anwendung der Turniertheorie im professionellen Sport
- Empirische Untersuchung von Langzeitverträgen auf die Spielerleistung
- Anreize durch das NBA-Draftsystem und deren Auswirkungen auf das Wettbewerbsverhalten
- Entwicklung und Bewertung von Strategien zur Leistungsoptimierung und Anreizgestaltung
Auszug aus dem Buch
3.1 Langzeitverträge
Als langfristige Verträge werden im folgenden Modell alle Verträge bezeichnet, die mindestens eine Laufzeit von zwei Jahren haben. Sie sind der Ausgangspunkt einer langfristigen und gesicherten Einnahmequelle und wirken sich auf das aktuelle Verhalten der Sportler aus. Langzeitverträge sind in der NBA häufig zu finden. In der Saison 2002-2003 hatten ca. 70% der Spieler mindestens einen Dreijahresvertrag, sogar 14% verzeichneten einen Vertrag von mindestens sieben Jahren.
Würden Langzeitverträge ein drückebergerisches Verhalten auslösen, so könnte man erwarten, dass auf dem Arbeitsmarkt der NBA überzeugende Beweise dafür zu finden sind. Für den Sportler gibt es verschiedene Möglichkeiten opportunistisch zu handeln und damit Shirking zu betreiben. Ihm bietet sich die Option eine sehr geringe bis gar keine Anstrengungen außerhalb des Spielfeldes zu erbringen. Ein Beispiel dafür wäre die abnehmenden Bemühungen im Kraftraum, beim Konditionstraining oder eine ungesunde bzw. mangelnde Ernährung. Auch während des Mannschaftstraining kann, durch nachlässiges Umsetzen oder Annehmen von Kritik des Trainers, die persönliche Weiterentwicklung verhindert werden. Hinzu kommt, dass der Sportler sich absichtlich nicht in die Mannschaft integrieren kann und damit eine Verbundenheit und Teamchemie blockiert. Außerdem kann Shirking auch während eines Basketballspiels stattfinden. Der Spieler könnte hier z.B. weniger Aufwand in Würfe oder Sprints investieren, oder den Gegner vorsätzlich nicht blocken, dies kann zu einer sinkenden Produktivität führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Leistungsabfälle von Profisportlern nach Vertragsunterzeichnungen (Shirking) und des strategischen Verlierens von Teams (Tanking) in der NBA.
2. THEORETISCHER HINTERGRUND: Erläuterung der ökonomischen Anreiztheorie, des Prinzipal-Agent-Modells sowie der Turniertheorie als wissenschaftliche Basis für die Analyse.
3. EVIDENZ IN DER NBA: Empirische Untersuchung, ob Langzeitverträge tatsächlich zu Leistungsabfällen führen und wie unterschiedliche Draftformate Anreize zum strategischen Tanking erzeugen.
4. MAßNAHMEN GEGEN DRÜCKEBERGEREI: Bewertung von Strategien wie Monitoring, anreizkompatiblen Verträgen, Salary Caps und Anpassungen des Draftsystems zur Förderung des Wettbewerbs.
5. FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und Diskussion der Notwendigkeit einer ausgewogenen Anreizgestaltung zur Sicherung des Wettbewerbsgleichgewichts in der Liga.
Schlüsselwörter
Drückebergerei, Shirking, Tanking, NBA, Prinzipal-Agent-Modell, Turniertheorie, Langzeitverträge, Draftsysteme, Anreizgestaltung, Wettbewerbsgleichgewicht, sportökonomische Analyse, Leistungsabfall, Arbeitsmotivation, Salary Cap, Monitoring.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Hintergründe von Leistungsvermeidung im Profisport, spezifisch in der NBA, wobei sowohl das Verhalten einzelner Spieler als auch ganzer Organisationen untersucht wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Anreizproblematiken im Rahmen des Prinzipal-Agent-Modells, die Auswirkung von langfristigen Arbeitsverträgen auf die Leistung sowie der Einfluss von Ligasystemen und Draft-Regelungen auf das Spielverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Ursachen für "Shirking" und "Tanking" zu identifizieren und Gegenmaßnahmen aufzuzeigen, die durch eine veränderte Anreizstruktur das Wettbewerbsgleichgewicht verbessern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Fundierung mittels Anreiz- und Turniertheorie, kombiniert mit einer kritischen Reflexion empirischer Modelle zur Messung sportlicher Produktivität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine empirische Analyse der NBA-spezifischen Situation bezüglich Verträgen und Draft-Formaten sowie die Evaluierung verschiedener Lösungsansätze.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Drückebergerei, Anreizdesign, Wettbewerbsgleichgewicht und sportökonomische Vertragsgestaltung charakterisieren.
Warum spielt das Draftsystem bei der Drückebergerei in der NBA eine so große Rolle?
Da schlechter platzierte Teams bessere Chancen in der Draftlotterie erhalten, entsteht ein paradoxer Anreiz, Spiele absichtlich zu verlieren, um sich zukünftige sportliche Vorteile zu sichern.
Inwieweit sind Langzeitverträge ein Indikator für Leistungsschwankungen?
Die Arbeit zeigt auf, dass Langzeitverträge zwar theoretisch Anreize zum Shirking setzen, jedoch empirische Analysen zur tatsächlichen Produktivitätsminderung keine einheitlichen oder signifikanten Ergebnisse liefern.
- Arbeit zitieren
- Paula Stratmann (Autor:in), 2021, Shirking und Tanking, Drückebergerei in der NBA. Eine Analyse des Ligasystems und der Anreize der Spieler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1176284