Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Entwicklungstendenzen der deutschen Gegenwartssprache

"Sau" und "voll" als Paradebeispiele für expressive Intensiverer oder idealisierte Einzelbeispiele?

Titel: Entwicklungstendenzen der deutschen Gegenwartssprache

Hausarbeit , 2021 , 33 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Warum verwenden wir „sau“ und „voll“ eigentlich in unserem täglichen Sprachgebrauch und sind diese Ausdrücke nicht eher der Umgangssprache zuzuordnen? Im Duden stehen sie neben anderen Gradpartikeln wie „sehr“ oder „überaus“. Dennoch drücken sie rein vom subjektiven Empfinden etwas anderes aus. Doch was macht diese Gradpartikel so besonders und sind „sau“ und „voll“ zwei Paradebeispiele für die spezielle Klasse, die sie repräsentieren, die der expressiven Intensiverer? Es ist annehmbar, dass die Gradpartikel „sau“ und „voll“ ursprünglich aus dem Sprachraum der Jugendsprache stammen, wenn man dies annimmt, muss man allerdings auch zwangsläufig aufgrund der Kurzweiligkeit der Aktualität von Begriffen der Jugendsprache darüber nachdenken, ob sie nicht schon wieder abgelöst und ersetzt wurden. Vielleicht lassen ja gerade einige dieser neuen expressiven Intensiverer neue Verwendungsmöglichkeiten zu? Diese Fragen will ich in Form dieser Arbeit überprüfen.

Leseprobe


Gliederung

1. Einführung

2. Was macht „sau“ und „voll“ besonders, wie hebt sich ein expressiver Intensivierer von einem regulären Gradausdruck ab?

3. Was für Wörter gibt es neben „sau“ und „voll“, die in der gleichen Art und Weise als expressive Intensivierer verwendet werden?

4. Weichen die gefundenen Wörter in ihrer Realisierung von „sau“ und „voll“ ab?

5. Welche der Wörter sind eigentlich expressive Intensivierer?

6. Fazit

7. Exkurs, wie entwickeln sich EIs?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob die Ausdrücke „sau“ und „voll“ als repräsentative Paradebeispiele für expressive Intensivierer (EIs) im Deutschen gelten können oder lediglich idealisierte Einzelfälle darstellen. Dabei wird analysiert, inwiefern sich diese Begriffe in ihrem syntaktischen und semantischen Verhalten von einer Vielzahl identifizierter alternativer Ausdrücke unterscheiden.

  • Analyse des Gebrauchs und der Verbreitung von „sau“ und „voll“ mittels Korpusdaten.
  • Syntaktischer Vergleich der Verwendbarkeit von EIs mit internen und externen Determinierer-Phrasen.
  • Untersuchung der Steigerbarkeit verschiedener Intensivierer auf lexikalischer Ebene.
  • Diskussion der Rolle von Beteuerungen und deren Einstufung als expressive Intensivierer.
  • Betrachtung von Entwicklungsprozessen und Grammatikalisierungstendenzen bei expressiven Verstärkungswörtern.

Auszug aus dem Buch

2. Was macht „sau“ und „voll“ besonders, wie hebt sich ein expressiver Intensivierer von einem regulären Gradausdruck ab?

Natürlich stellt sich nun die Frage was sind eigentlich „sau“ und „voll“ für Wörter und was sind die schon eingangs erwähnten expressiven Intensivierer? Die Wörter „sau“ und „voll“ sind vorrangig erst einmal Gradpartikel, welche aber einige Besonderheiten aufweisen, die sie von anderen Gradpartikeln unterscheiden. Diese Unterscheidung kann sowohl semantisch als auch syntaktisch erfolgen. Manfred Bierwisch definiert grundlegend Gradpartikel als einen „[…] Bereich von Erscheinungen, der […] quantitative Wertungen in Bezug auf Dimensionen oder Eigenschaftsausprägungen betrifft“. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten in der deutschen Sprache Adjektive zu intensivieren (z.B. Komparative, Exklamativsätze und Intensitätspartikel). Gradausdrücke sind, genauso wie der grundlegende Charakter von Intensivierern, deskriptiv. Zum Vergleich, es gibt auch expressive Adjektive, die keinen deskriptiven Gehalt haben (aber keine Gradpartikel sind), als Beispiel wäre hier zu nennen „der dumme Motor springt nicht an“, „dumm“ ist zwar expressiv (oder auch emotiv genannt) und drückt Verzweiflung aus, allerdings kann es ebenso gut weggelassen werden, ohne den deskriptiven Sachverhalt zu ändern, schließlich kann ein Motor nicht „dumm“ sein. Eine Unterscheidung liegt hier auf der semantischen Ebene vor, da expressive Intensiverer zusätzlich noch eine expressive Sprecherstellung repräsentieren. Die allerdings distinktivste Unterscheidung erfolgt auf der syntaktischen Ebene, da die DP (Determinierer-Phrase) von expressiven Intensivierern in einer externen Position realisierbar ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwieweit die als jugendsprachlich geprägten Intensivierer „sau“ und „voll“ als Prototypen für eine größere Klasse expressiver Verstärkungswörter dienen können.

2. Was macht „sau“ und „voll“ besonders, wie hebt sich ein expressiver Intensivierer von einem regulären Gradausdruck ab?: Dieses Kapitel beleuchtet die semantischen und syntaktischen Unterscheidungsmerkmale zwischen expressiven Intensivierern und Standard-Gradpartikeln, insbesondere hinsichtlich ihrer Positionierbarkeit in Determinierer-Phrasen.

3. Was für Wörter gibt es neben „sau“ und „voll“, die in der gleichen Art und Weise als expressive Intensivierer verwendet werden?: Mittels Korpusanalysen werden alternative Begriffe identifiziert, die funktionale Ähnlichkeiten zu „sau“ und „voll“ aufweisen und auf ihre Verwendungshäufigkeit hin untersucht.

4. Weichen die gefundenen Wörter in ihrer Realisierung von „sau“ und „voll“ ab?: Hier wird systematisch geprüft, wie sich die identifizierten Alternativen in verschiedenen syntaktischen Kontexten, etwa in Kombination mit unterschiedlichen Determinierern, im Vergleich zu den Paradebeispielen verhalten.

5. Welche der Wörter sind eigentlich expressive Intensivierer?: Es erfolgt eine kritische Einordnung der untersuchten Wörter, wobei diskutiert wird, welche Kriterien für die Zugehörigkeit zur Klasse der EIs entscheidend sind.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass „sau“ und „voll“ zwar sehr spezielle Adjektive sind, aber trotz gewisser Abweichungen bei anderen Begriffen als repräsentativ für expressive Intensivierer angesehen werden können.

7. Exkurs, wie entwickeln sich EIs?: Dieses abschließende Kapitel behandelt den Prozess der Grammatikalisierung und den stetigen Wandel im Sprachgebrauch, durch den expressive Wörter ihre Wirkung verlieren können und durch neue Begriffe ersetzt werden.

Schlüsselwörter

Expressive Intensivierer, EIs, Gradpartikel, Jugendsprache, Syntaktische Analyse, Semantik, Sprachwandel, Grammatikalisierung, Determinierer-Phrase, Korpuslinguistik, Verstärkungswörter, Steigerbarkeit, Umgangssprache, Lexikalische Semantik, Wortbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht expressive Intensivierer im Deutschen, insbesondere die beiden Begriffe „sau“ und „voll“, um zu klären, ob diese als typische Repräsentanten einer ganzen Klasse von Verstärkungswörtern dienen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die syntaktische Verwendbarkeit, die semantische Einordnung, der Einfluss von Kontext auf die Polung sowie die Frage der Steigerbarkeit bei expressiven Intensivierern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob „sau“ und „voll“ als Paradebeispiele für die gesamte Masse an expressiven Intensivierern fungieren oder ob es sich um idealisierte Einzelfälle handelt, die sich bei genauerer Betrachtung von anderen Alternativen unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich primär auf die Auswertung von Korpusdaten (COSMAS II), ergänzt durch manuelle Sichtungen von Sprachdaten, eine syntaktische Analyse der Kombinierbarkeit mit verschiedenen Determinierern sowie den Vergleich mit fachliterarischen Definitionen zur Intensivierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben „sau“ und „voll“ zahlreiche alternative Begriffe identifiziert, anhand von Duden-Daten kategorisiert und hinsichtlich ihrer syntaktischen Realisierung sowie ihrer Steigerbarkeit im Vergleich zu den Paradebeispielen kritisch geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind „Expressive Intensivierer“, „Gradpartikel“, „Jugendsprache“, „Syntaktische Analyse“ und „Sprachwandel“.

Warum spielt die syntaktische Position bei der Definition von EIs eine Rolle?

Die externe Position der Determinierer-Phrase gilt als eines der distinktivsten Merkmale, um expressive Intensivierer von regulären Gradpartikeln wie „sehr“ abzugrenzen.

Welche Rolle spielen Beteuerungen in der Analyse?

Beteuerungen wie „echt“ oder „richtig“ bilden eine eigene Gruppe, bei der diskutiert wird, ob sie aufgrund ihrer Funktion, einen Zustand zu bestätigen oder zu erhöhen, ebenfalls als expressive Intensivierer gelten sollten.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entwicklungstendenzen der deutschen Gegenwartssprache
Untertitel
"Sau" und "voll" als Paradebeispiele für expressive Intensiverer oder idealisierte Einzelbeispiele?
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1.3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
33
Katalognummer
V1176582
ISBN (PDF)
9783346597700
ISBN (Buch)
9783346597717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklungstendenzen gegenwartssprache paradebeispiele intensiverer einzelbeispiele
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Entwicklungstendenzen der deutschen Gegenwartssprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1176582
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  33  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum