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Die Erotik George Batailles in Theorie und Prosa

Title: Die Erotik George Batailles in Theorie und Prosa

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 19 Pages

Autor:in: Magistra Artium Bianca Schulze (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die Erotik ist ein Themenbereich des Lebens, dem eine besondere Bedeutung zukommt. Sie ist für jeden Menschen, egal welchen Alters, von Interesse. Sie birgt etwas Geheimnisvolles, das entdeckt werden will. Gleichzeitig führt sie an die Grenzen des eigenen Daseins. Wie komplex das Wesen der Erotik ist, wird deutlich, wenn man versucht, ihrer auf sprachlicher Ebene habhaft zu werden. Eine erste allgemeine Definition könnte folgendermaßen lauten: Unter Erotik versteht man eine „den geistigen und seelischen Bereich einbeziehende sinnliche Liebe“. Erotik verbindet demzufolge die drei wesentlichen Bereiche des Menschen: den Geist, die Seele und den Körper. Kann man hinsichtlich der Erotik also von einer Ganzheitserfahrung sprechen? Ist nun der Körper an sich ein abgeschlossenes Teilsystem, dessen Wesen sichtbar ist, bergen der „Geist“ und besonders die „Seele“ erhebliche Schwierigkeiten in sich, will man ihr Wesen bestimmen. Ebenso verhält es sich mit der „Liebe“, derer es zahlreiche Arten, Varianten und Stile gibt. Es ist zu vermuten, daß es mindestens ebenso viele verschiedene Auffassungen von Erotik gibt. Die folgenden Arbeit beschäftigt sich mit der „Erotik“ George Batailles. Er gilt als ein Theoretiker der Sexualität. Er widmete sich sowohl in seinem theoretischen als auch in seinem schriftstellerischen Schaffen dem Phänomen der Erotik. George Bataille wurde 1897 in der Auvergne geboren und starb 1962 in Paris. Sein erotisches Werk ist fast vollständig ohne die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit entstanden. Seine ersten Schriften veröffentlichte er unter wechselnden Pseudonymen und in nur geringen Auflagen. Seit dem zweiten Weltkrieg gewinnt sein Werk zunehmend an Interesse und Einfluß. Bataille absolvierte eine Ausbildung zum Archivar und Historiker und arbeitete 9 Jahre in der Bibliotèque Nationale in Paris. Er verkehrte im Kreis der Surrealisten, betätigte sich als Publizist und wirkte als Initiator einer antifaschistischen Schriftstellergruppe. Desweiteren interessierte er sich für Nietzsche, Hegel und die Soziologie und Etnologie von Marcel Mauss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. BATAILLES THEORIE DER EROTIK

1. Menschliches (Er-)Leben zwischen Kontinuität und Diskontinuität

2. Die natürliche, heilige Welt und die profane Welt der Arbeit

3. Das Verbot und seine Überschreitung

4. Die Wesensgleichheit von Tod und Erotik

II. BATAILLE ALS SCHRIFTSTELLER – DAS OBSZÖNE WERK

1. Die Umsetzung seiner Theorie der Erotik in Prosa – Überschreitung als Thema

2. Das Verhältnis von Erotik und Sprache

3. Einige abschließende Bemerkungen zum Eros Batailles

4. Exkurs: Die erotische Literatur Batailles und der Pornographische Blick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen der theoretischen Erotik-Konzeption von George Bataille und ihrer literarischen Umsetzung in seiner Prosa, wobei sie insbesondere der Frage nachgeht, wie Batailles Dichtung den sogenannten pornographischen Blick bedient.

  • Batailles Modell von Kontinuität, Diskontinuität und der Rolle des Verbots
  • Die existenzielle Verknüpfung von Erotik, Gewaltsamkeit und Tod
  • Analyse ausgewählter Prosa-Werke wie "Die Geschichte des Auges" und "Meine Mutter"
  • Das Spannungsfeld zwischen der Unzulänglichkeit der Sprache und erotischem Erleben
  • Die theoretische Einordnung von Batailles Erotikverständnis im Kontext des pornographischen Blicks

Auszug aus dem Buch

1. Die Umsetzung seiner Theorie der Erotik in Prosa – Überschreitung als Thema

Wie weiter oben bereits erläutert, ist die Erotik Batailles eine Erotik der Entgrenzung, der Überschreitung. Im folgenden wollen wir uns mit zwei ausgewählten Aspekten in seinem Werk beschäftigen. Ausgangspunkt ist hierbei immer ein Verbot, das letzten Endes übertreten wird. Zum einen betrifft dies das Verbot des Mordes in Die Geschichte des Auges, zum anderen das Verbot des Inzest in Meine Mutter. Beide Geschichten wurden exemplarisch herangezogen.

Beginnen wir mit dem Inzest. In seinem Kern betrifft es den Geschlechtsverkehr zwischen Vater und Tochter, Mutter und Sohn, und zwischen Geschwistern. Können wir, da dieses Phänomen mit einem Verbot belegt ist, den Inzest als eine Erscheinung der natürlichen Welt betrachten? Wie schon erwähnt, dienen die Verbote der Abgrenzung der Welt des Verstandes von der natürlichen Welt. Oberste Priorität ist die Aufrechterhaltung der Gemeinschaft. Alles, was für das Überleben dieser Gemeinschaft bedrohlich ist, soll ausgeschlossen, respektive mit einem Tabu belegt, werden. Beim Inzesttabu handelt es sich zweifellos um ein recht starkes Verbot. Bataille spricht hier von einem starken Gefühl, dem „Horror der Blutschande“. So sei es geradezu unmenschlich, sich körperlich mit den nächsten Verwandten zu vereinigen. Das Inzestverbot scheint in der Menschheitsgeschichte so weit zurück zu liegen, daß der Sinn nicht mehr klar ist, wohl aber der Gedanke seiner „Widernatürlichkeit“. Dieses starke Tabu nun ist ein geradezu idealer Ansatzpunkt für Batailles Erotik der Überschreitung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert grundlegende Begriffe, stellt George Bataille als Theoretiker der Sexualität vor und umreißt die zentrale Fragestellung der Arbeit.

I. BATAILLES THEORIE DER EROTIK: Dieses Kapitel erläutert Batailles philosophisches Modell der Kontinuität und Diskontinuität, das Spannungsfeld zwischen heiliger und profaner Welt sowie die fundamentale Rolle von Verboten, Überschreitungen und der Verbindung von Tod und Erotik.

II. BATAILLE ALS SCHRIFTSTELLER – DAS OBSZÖNE WERK: Im Hauptteil wird die Umsetzung der theoretischen Konzepte in Batailles literarischen Werken wie "Meine Mutter" und "Die Geschichte des Auges" analysiert, wobei der Fokus auf Inzest, Mord und der Unzulänglichkeit der Sprache liegt.

Schlüsselwörter

George Bataille, Erotik, Überschreitung, Tod, Inzest, Diskontinuität, Gewaltsamkeit, pornographischer Blick, Tabu, Literatur, Entgrenzung, Sexualität, Inneres Leben, Transgression, Sprache

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Werk von George Bataille, indem sie die Verbindung zwischen seinen theoretischen Abhandlungen über die Erotik und seiner literarischen Prosa analysiert.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Philosophie der Erotik, das Konzept der Überschreitung von Verboten, das Spannungsfeld zwischen Tod und Lust sowie die Rolle der Sprache in erotischer Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Batailles verschlungenes Denken nachzuvollziehen und zu ergründen, inwiefern seine Prosa die theoretischen Konzepte der Entgrenzung und des pornographischen Blicks illustriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und sozialwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze von Bataille systematisch mit ausgewählten Fallbeispielen aus seinen erzählerischen Werken verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich konkret der Umsetzung theoretischer Konzepte in den Romanen "Die Geschichte des Auges" und "Meine Mutter", wobei insbesondere auf die Aspekte Inzest, Mord und die Unmöglichkeit der sprachlichen Erfassung von Erotik eingegangen wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Erotik, Überschreitung, Tod, Diskontinuität, Tabu und den pornographischen Blick geprägt.

Wie definiert Bataille laut der Arbeit das Verhältnis von Erotik und Tod?

Bataille sieht eine Wesensgleichheit zwischen Erotik und Tod; beide dienen dazu, das Individuum aus seiner Diskontinuität zu reißen und eine innere Erfahrung der Kontinuität zu ermöglichen.

Welche Funktion hat das "Verbot" in Batailles Erotik-Konzept?

Das Verbot fungiert nicht als moralische Einschränkung, sondern als existenzielle Bedingung; erst durch die Überschreitung des Verbots wird die Erotik als gesteigerte Lust und Entgrenzung erlebbar.

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Details

Title
Die Erotik George Batailles in Theorie und Prosa
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Soziologie des pornographischen Blicks
Author
Magistra Artium Bianca Schulze (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V117663
ISBN (eBook)
9783640200481
ISBN (Book)
9783640206117
Language
German
Tags
Erotik George Batailles Theorie Prosa Soziologie Blicks
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Bianca Schulze (Author), 2002, Die Erotik George Batailles in Theorie und Prosa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117663
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