Die vorliegende Arbeit macht sich zur Aufgabe über Fußball zu diskutieren und dabei eine ganz bestimmte Facette dieses Massensports näher zu beleuchten. Die Rede ist von der Fußballsprache, insbesondere ihrer spezifischen Erscheinungsform im Fernsehen.
Der Aufbau gliedert sich dabei in drei Teile, von denen die ersten beiden deskriptiv gehalten sind, ehe im Anschluss daran ein analytischer Abschnitt folgt. Zu Beginn wird der Untersuchungskorpus der Fußballsprache näher beleuchtet. Als Basis hierfür dient der Aspekt ‚Fußball als mediatisierte Wirklichkeit’, unter welchem nicht nur die historische Entstehung des Sports, sondern auch dessen publizistischer Charakter herausgearbeitet werden. Einen zusätzlichen Grundstock für die Themenstellung liefert des Weiteren eine definitorische Auseinandersetzung mit dem Terminus ‚Fußballsprache’. Wie sich zeigen wird, stellt sich dieser als Bündelung mehrerer Konstituenten dar. Hinsichtlich dessen ist es allerdings nicht der Anspruch vorliegender Arbeit, exakte Kategorisierungsversuche zu unternehmen. Stattdessen wird das Konglomerat der Fußballsprache strukturell erklärt, um dadurch eine Grundlage für die anschließende linguistische Untersuchung desselben zu schaffen.
Der nächste Teilabschnitt setzt sich dann auf zweierlei Weise mit der Berichterstattung über Fußball auseinander. Einerseits stellt er dessen historische Entwicklung innerhalb der einzelnen Medienformen – Presse, Hörfunk, Fernsehen und Internet – dar, andererseits sucht er selbige Medienformen nach deren spezifischen kommunikativen Besonderheiten zu differenzieren. Die eigentliche Auseinandersetzung mit der Thematik vollzieht sich dann in den folgenden beiden Teilabschnitten. Zuerst werden die Charakteristika der Sprache der Fußballberichterstattung mit Hilfe der Forschungsliteratur eingehend dokumentiert, wobei die zur Veranschaulichung verwendeten Sprachbeispiele auch aus eigenen Erfahrungen als Rezipient resultieren. Im Weiteren sollen die auf diese Weise erarbeiteten Kennzeichen der Fußballsprache schließlich analytisch auf ein konkretes im Fernsehen übertragenes Fußballspiel angewendet werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Persönliche Motivation
II. Hinführung: Fußball, Medien und Sprache
1. Fußballsprache als Untersuchungskorpus
1.1 Fußball als mediatisierte Wirklichkeit
1.2 Was ist Fußballsprache?
2. Medien und Fußballberichterstattung
2.1 Die historische Entwicklung der Medienformen
2.2 Die Differenzierung der Medienformen anhand kommunikativer Aspekte
III. Weiterführung: Sprache der Fußballberichterstattung
1. Komposition
2. Derivation
3. Auslassungen
4. Parenthesen
5. Dominierende Wortfelder
5.1 ‚Gewalt’
5.2 ‚Leistung’
5.3 ‚Unterhaltung’
6. Metaphorik
7. Metonymie
8. Simplifizierende Abstraktion
9. Superlativstil/Hyperbolik
10. ‚Human-Touch’
11. Personalisierung
12. Pathos
13. Euphemismen
14. Nationalismus
15. Spitz-, Beinamen und Antonomasien
16. Sonstiges
IV. Analyse zeitgleicher Fußballberichterstattung im Fernsehen
1. Komposition
2. Derivation
3. Auslassungen
4. Parenthesen
5. Dominierende Wortfelder
5.1 ‚Gewalt’
5.2 ‚Leistung’
5.3 ‚Unterhaltung’
6. Metaphorik
7. Metonymie
8. Simplifizierende Abstraktion
9. Superlativstil/Hyperbolik
10. ‚Human-Touch’
11. Personalisierung
12. Pathos
13. Euphemismen
14. Nationalismus
15. Spitz-, Beinamen und Antonomasien
16. Sonstiges
17. Weitere Auffälligkeiten
V. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung und die spezifischen Charakteristika der Fußballberichterstattung, insbesondere in Bezug auf deren Live-Erscheinungsform im Fernsehen. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie sprachliche Mittel zur Dramatisierung, Unterhaltung und Vermittlung von emotionalen Inhalten eingesetzt werden, um ein Massenpublikum zu binden.
- Historische und kommunikative Einordnung von Fußball als mediatisiertes Ereignis.
- Differenzierung der Fußballsprache in Fachsprache, Jargon und Berichterstattungssprache.
- Analyse von rhetorischen Stilmitteln wie Metaphorik, Hyperbolik und Pathos.
- Untersuchung der Rolle des Sportkommentators als Entertainer und Vermittler.
- Praktische linguistische Analyse eines konkreten Fernsehkommentars zur Weltmeisterschaft 2006.
Auszug aus dem Buch
1.2.2 Die Fachsprache
Die Fachsprache des Fußballs benennt „das unbedingt Notwendige“ der Sportart. Sie besteht „aus nüchternen und unmissverständlichen ‚termini technici’ [...] und [stellt] die Sprache der Reglementierung, der Techniken und der Methodik dar[...].“ Unter ersterer sind vor allem „die Bezeichnungen der Spielfeldelemente und -markierungen (Tor, Torraum, Seitenlinie), der Spielfortsetzungen nach Unterbrechungen (indirekter Freistoß, Abstoß, Eckstoß) sowie der Strafen (Verwarnung, Feldverweis) und die Bezeichnungen der taktischen Systeme und Spielpositionen (Catenaccio, W-M-System, Innenverteidiger, Viererkette, Mittelstürmer)“ zu verstehen. Ebenfalls müssen hier die Ausdrücke aufgeführt werden, die im Regelwerk verankerte Bezeichnungen für bestimmte Spielereignisse darstellen. In Bezug darauf sind Begriffe wie Halbzeit, Nachspielzeit, Verlängerung oder Elfmeterschießen zu nennen. Fachsprachliche Bezeichnungen wie Fallrückzieher, Außenrist, Heber oder Übersteiger sind der Kategorie der Fußballtechniken zuzuordnen und Begriffe wie Koordinationstraining oder Fußballtennis konstituieren den Bereich der Fußballmethodik. Allgemein tendiert die Fachsprache dazu „komplizierte und komplexe Vorgänge aus kommunikationsökonomischen Gründen zu raffen und in einem Lexem zu komprimieren“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung legt das Fundament der Arbeit durch eine Reflexion über die soziologische und kulturelle Bedeutung des Fußballs in Deutschland und motiviert die Untersuchung der spezifischen Fußballsprache im Fernsehen.
II. Hinführung: Fußball, Medien und Sprache: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung des Fußballsports sowie dessen Wandlung zum globalen Medienspektakel und differenziert die verschiedenen Medienformen anhand ihrer kommunikativen Merkmale.
III. Weiterführung: Sprache der Fußballberichterstattung: Hier werden zentrale linguistische Merkmale wie Komposition, Derivation, Metaphorik und verschiedene dominierende Wortfelder theoretisch definiert und in den Kontext der Sportberichterstattung gesetzt.
IV. Analyse zeitgleicher Fußballberichterstattung im Fernsehen: Im Hauptteil erfolgt die praktische linguistische Analyse eines Live-Kommentars von Béla Réthy zum Spiel um Platz Drei der WM 2006, wobei die zuvor definierten Stilmerkmale methodisch angewendet werden.
V. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die stilistischen Phänomene der Fußballsprache vor dem Hintergrund der soziologischen und marktwirtschaftlichen Anforderungen an eine moderne Sportberichterstattung.
Schlüsselwörter
Fußballsprache, Sportberichterstattung, Fußball, Fernsehen, Mediatisierung, Metaphorik, Hyperbolik, Fachsprache, Fachjargon, Sportjournalismus, Sprachökonomie, Live-Kommentar, Pathos, Personalisierung, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Magisterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eigenarten der zeitgenössischen Fußballsprache, wobei der Fokus auf der spezifischen Ausprägung in der medialen Berichterstattung liegt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Fußballs als Mediensportart, der linguistischen Differenzierung in Fachsprache und Jargon sowie der stlistischen Analyse von Live-Reportagen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die Fußballsprache strukturell zu erklären und diese Kennzeichen durch eine linguistische Analyse eines konkreten Live-Kommentars auf ihre Anwendbarkeit und Wirkung zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven theoretischen Aufarbeitung linguistischer Stilmittel, die im analytischen Teil anhand einer selbst erstellten Transkription eines WM-Spiels systematisch auf das gesprochene Wort angewendet wird.
Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung der theoretischen Stilmerkmale – wie Komposition, Metaphorik oder Pathos – auf das konkrete Transkript eines Fußballspiels im Fernsehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Fußballsprache, Sportjournalismus, Mediatisierung, Metaphorik und Hyperbolik stehen im Zentrum der terminologischen Auseinandersetzung.
Welche Rolle spielt Konrad Koch in dieser Arbeit?
Konrad Koch wird als „Fußballpionier“ gewürdigt, der durch seine frühe Eindeutschung englischer Fußballbegriffe maßgeblich zur Entstehung einer deutschen Sportsprache beigetragen hat.
Warum wird gerade der Kommentar von Béla Réthy zum Spiel um Platz Drei 2006 analysiert?
Der Kommentar dient als aktuelles und sportlich relevantes Fallbeispiel eines Auftritts der deutschen Nationalmannschaft vor einem Massenpublikum, um die typische moderne Fußballberichterstattung exemplarisch zu untersuchen.
- Quote paper
- Sebastian Schoener (Author), 2008, Fußballsprache - Eine Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung zeitgleicher Fußballberichterstattung im Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117686