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Vom Naturzustand zum Staat bei Thomas Hobbes

Title: Vom Naturzustand zum Staat bei Thomas Hobbes

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Regine Gerber (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Hobbes vertritt in seinem Werk Leviathan die These, dass die Staatsbildung einem menschlichen Entschluss aus strategischer Vernunft entspringt. Es bleibt dem Menschen aus vernünftigen Gründen nichts anderes übrig, als den Naturzustand zu verlassen, denn der Naturzustand ist unerträglich, und führt über längere Zeit zu untragbaren individuellen Kosten. Deswegen, sagt Hobbes, sei die Staatsbildung strategisch rational. Sie führe zur individuellen Nutzenmaximierung eines jeden Menschen. In diesem Zusammenhang wird auf das berühmte spieltheoretische Gefangenendilemma verwiesen. Mit dem Gefangenendilemma wird das Konzept der strategischen Rationalität, das bei Hobbes zur Staatsbildung führt, erläutert. An diesem Punkt eröffnet sich aber die Diskussion zwischen einem ökonomischen und einem subjektiven Rationalitätsbegriff. Die These von Hobbes basiert auf einem ökonomisch verstandenen Rationalitätsbegriff. Es stellt sich die Frage, ob Hobbes Modell der Staatsbildung auch nach der Einführung eines subjektiven Rationalitätsbegriff noch haltbar ist. Diese Frage wird mit dem spieltheoretischen Superspiel des Gefangenendilemmas beantwortet. Es zeigt sich, dass Hobbes Konzept auch Platz für einen subjektiven Rationalitätsbegriff lässt.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einordnung

2.1 Antike: Platon und Aristoteles

2.2 Mittelalter: Niccolò Machiavelli

2.3 Thomas Hobbes

3 Der Naturzustand

3.1 Der Kriegszustand

3.2 Naturrecht und Naturgesetz

3.3 Das Wesen der Menschen

4 Die Staatsbildung

4.1 Der Vertrag

4.2 Unterwerfung

4.3 Der Souverän

5 Gründe für den Menschen, den Naturzustand zu verlassen

5.1 Handlungswahl

5.2 Das Gefangenendilemma

5.3 Das Konzept der strategischen Rationalität

6 Rationalitätsbegriffe

6.1 Homo Oeconomicus

6.2 Der subjektive Rationalitätsbegriff

6.2.1 Nutzenbefriedigendes statt Nutzenmaximierendes Verhalten

6.2.2 Angemessenheit

7 Etablierung des Leviathans durch strategische Rationalität?

7.1 Das Superspiel

8 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht den Übergang vom Hobbes'schen Naturzustand zum Staat, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die Staatsbildung als ein Entschluss der strategischen Rationalität gedeutet werden kann und inwieweit dieses Modell auch bei der Verwendung eines subjektiven Rationalitätsbegriffs Bestand hat.

  • Analyse des Hobbes'schen Naturzustands als Kriegszustand und der daraus resultierenden Notwendigkeit zur Staatsbildung.
  • Erläuterung des Konzepts der strategischen Rationalität durch die Anwendung des spieltheoretischen Gefangenendilemmas.
  • Gegenüberstellung des klassischen objektiven "Homo Oeconomicus"-Modells mit einem subjektiven Rationalitätsbegriff.
  • Überprüfung der Stabilität des Staatsbildungsmodells mittels der Theorie des spieltheoretischen Superspiels.

Auszug aus dem Buch

5.2 Das Gefangenendilemma

„Dazu stelle man sich zwei Gefängnisinsassen vor, die nicht miteinander kommunizieren können. Sie sollen gemeinsam einen Mord begannen haben, die Justiz verfügt aber als einziges Beweismittel über die Tatwaffe, was allenfalls dazu ausreicht, die beiden wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu verurteilen. Jeder der beiden erhält das Angebot, von der Kronzeugenregelung Gebrauch zu machen, also zu gestehen, den andern für den Drahtzieher zu erklären uns selbst glimpflich davon zukommen. Rationalerweise wird jeder der beiden von dem Angebot Gebrauch machen, was im Ergebnis beide dauerhaft ins Gefängnis bringt.“ (Horn 2003: 27f.)

Mehrere rationale Akteure handeln, ohne Absprachen oder Regelungsinstanzen, nur nach ihrem zwar rationalen, persönlichen Vorteil, was schliesslich zu einem schlechten, sowohl individuellem, wie gemeinschaftlichem Ergebnis führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt Thomas Hobbes als Staatstheoretiker vor und skizziert die Fragestellung zur Staatsbildung als strategisch rationalen Entschluss.

2 Einordnung: Verortet Hobbes in der Ideengeschichte und arbeitet den Bruch mit der antiken und mittelalterlichen Staatsphilosophie heraus.

3 Der Naturzustand: Definiert den Naturzustand als fiktives Gedankenexperiment eines staatenlosen Kriegszustandes, basierend auf menschlichem Machtstreben und Gleichheit.

4 Die Staatsbildung: Beschreibt den Vertragsschluss und die Unterwerfung als Mechanismen zur Beendigung des Naturzustandes durch die Etablierung eines Souveräns.

5 Gründe für den Menschen, den Naturzustand zu verlassen: Erklärt die Abkehr vom Naturzustand als Akt strategischer Rationalität, illustriert durch das Gefangenendilemma.

6 Rationalitätsbegriffe: Diskutiert die Grenzen des ökonomischen Rationalitätsmodells (Homo Oeconomicus) und führt den subjektiven Rationalitätsbegriff ein.

7 Etablierung des Leviathans durch strategische Rationalität?: Untersucht mittels der Superspiel-Theorie, ob das Staatsmodell auch unter Bedingungen subjektiver Rationalität haltbar ist.

8 Schlussfolgerungen: Bestätigt die Haltbarkeit des Hobbes'schen Modells unter Einbeziehung subjektiver Rationalitätsannahmen und spieltheoretischer Erkenntnisse.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Naturzustand, Staatsbildung, Gesellschaftsvertrag, strategische Rationalität, Gefangenendilemma, Homo Oeconomicus, subjektive Rationalität, Superspiel, Selbsterhaltung, Souverän, Kriegszustand, Nutzenmaximierung, Kooperation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Thomas Hobbes' Theorie zur Entstehung des Staates aus einem staatenlosen Naturzustand heraus und beleuchtet die Rolle der menschlichen Vernunft bei diesem Prozess.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung umfasst die politische Philosophie von Hobbes, spieltheoretische Modelle zur Kooperation sowie eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Rationalitätsbegriffen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Staatsbildung bei Hobbes tatsächlich als ein Entschluss der strategischen Rationalität verstanden werden kann, selbst wenn man moderne, subjektive Rationalitätskonzepte anwendet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die politikwissenschaftliche Ideengeschichte kombiniert mit spieltheoretischen Analysen (insbesondere das Gefangenendilemma und das Superspiel), um theoretische Thesen zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Herleitung des Naturzustandes, der Vertragstheorie, der spieltheoretischen Interpretation der Staatsbildung und der Debatte über objektive vs. subjektive Rationalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Leviathan, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, strategische Rationalität und das Gefangenendilemma.

Wie unterscheidet sich Hobbes von seinen Vordenkern?

Hobbes bricht mit der antiken Sichtweise des Menschen als "Zoon Politikon" und der mittelalterlichen religiösen Legitimation, indem er Politik strikt von Ethik trennt und den Staat als reines Zweckinstrument zur Selbsterhaltung definiert.

Was besagt die Theorie des Superspiels in diesem Kontext?

Das Superspiel betrachtet das Gefangenendilemma als eine Abfolge wiederholter Interaktionen, wodurch Akteure langfristig lernen, dass kooperatives Verhalten zur Staatsgründung rationaler ist als kurzfristige individuelle Strategien.

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Details

Title
Vom Naturzustand zum Staat bei Thomas Hobbes
College
University of Luzern  (Politikwissenschaftliches Institut)
Course
Einführung in die Politikwissenschaften
Grade
2
Author
Regine Gerber (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V117688
ISBN (eBook)
9783640200627
ISBN (Book)
9783640206186
Language
German
Tags
Naturzustand Staat Thomas Hobbes Einführung Politikwissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Regine Gerber (Author), 2006, Vom Naturzustand zum Staat bei Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117688
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